ARCHOS 53 Platinum im Dauertest – Teil 3 – Display, Kamera und Akku

Archos 53 Platinum Display (5)

Der Dritte Teil des Dauertest hat es in sich. Das Display ist mit das Beste, was ich je gesehen habe, wenn es um die Ablesbarkeit im Freien geht. Das kann man von der Kamera und auch dem Akku leider nicht behaupten.




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Display:

Archos 53 Platinum Display (13)Zählt man ein Gerät mit einem 5,3″ Display mittlerweile noch zur Gruppe der Smartphones, weil die sowieso immer größer werden, oder in die Kategorie der „Phablets“. Ein schrecklicher Begriff oder?

Auf jeden Fall ist es groß, aber nicht so groß, dass man dafür einen extra Koffer braucht. Das IPS Display löst mit 960 x 540 Pixel (entspricht 220 ppi), was heutzutage schon eher niedrig anzusiedeln ist. Und das zeigt sich auch im Alltag. Sehr oft wünscht man sich ein paar Pixel mehr, denn auf einem kleineren Display mit höherer Auflösung sieht man irgendwie mehr. Dafür ist alles halt sehr groß. Somit könnte sich das 53er durchaus für Menschen mit einer Sehschwäche eignen, was nicht abwertend gemeint ist. Mein Vater war begeistert, denn er konnte jetzt endlich auch mal so ein neumodisches Ding bedienen. Auf Wunsch lässt sich die Schriftgröße noch verkleinern, aber mehr bekommt man damit nicht zu sehen.

Etwas ungünstig ist die Ausleuchtung des Display. Oben links leuchtet es doch recht heftig, so dass es bei dunklen Bildern oder Apps in dunklen Umgebung teilweise störend wird.

Archos 53 Platinum Display (10)

Dafür macht das Display in Sachen Helligkeit, Kontrast und Farbtreue seine Sache richtig gut. Mittlerweile sind die Unterschiede aber marginal, zumindest in dieser Preisklasse. Was man aber sicher nicht von der Ablesbarkeit im Freien behaupten kann. Gerade bei strahlenden Sonnenschein mutieren viele Displays, auch von teureren Smartphones, zu Schminkspiegeln. Erkennen kann man da nicht mehr viel. Die Besitzer dieser Spezies erkennt man in der freien Wildbahn daran, dass sie immer auf der Suche nach Schatten sind. Das braucht man beim Archos 53 Platinum nicht. Denn dieses lässt sich selbst bei direkter Sonneneinstrahlung perfekt ablesen. Und da hat mich echt umgehauen.

Das ist kein Witz. Es liegt in dieser Disziplin auf Augenhöhe mit einem HTC One (Testbericht) oder iPhone 5 (Testbericht), welche für mich bisher als  der Inbegriff der perfekten Ablesbarkeit im Freien galten. Ein Samsung Galaxy S4 (Testbericht) kommt da nicht mehr mit. Und das in dieser Preisklasse. Das Artikelfoto und das folgende Bild entstanden bei 36°C und strahlend blauen, wolkenlosen Himmel. Noch Fragen?

Archos 53 Platinum Display (2)

In Sachen Blickwinkelstabilität ist auch ein Archos 53 Platinum absolut in Ordnung. Typisch IPS eben. Zwar sieht man hier recht deutlich das eben beschriebene leuchten aus der einen Ecke, aber die Farben verwischen kaum. Und auch der Kontrast bleibt so ziemlich erhalten.

Archos 53 Platinum Display (12)

Kamera:

Die Kamera ist leider ein Schwachpunkt des 53 Platinum. Zwar lesen sich Angaben wie eine 8 Megapixel Kamera mit Autofokus und LED-Blitz und sogar eine 2 Megapixel Frontkamera richtig gut, aber für mehr als Schnappschüsse taugt das leider nicht. Und dann auch nur, wenn die Lichtverhältnisse stimmen. Denn sobald es nur einen Hauch von dunkel wird, mischt sich starken Rauschen zwischen die Pixel. Dasselbe gilt für Aufnahmen in Räumen.

Sehr auffällig ist der Blaustich und/ oder Rotstich. Bin mir da nicht wirklich sicher, denn je nach Objekt und Lichtverhältnisse ist es mal die Farbe Blau oder Rot, die etwas nach vorne drängt. Für Schnappschüsse aber immer noch in Ordnung, zumal die Konkurrenz hier nicht viel besser ist (bis auf ganz, ganz wenige Ausnahmen)

Das Kameramenü ist übersichtlich gestaltet und lässt viele Möglichkeiten zur Arbeit mit Filtern und Effekten zu.

Alle Fotos unbearbeitet und in ihrer vollen Auflösung findet ihr wie immer bei Flickr -> Link

Videos können in 720p, also HD Auflösung aufgenommen werden. Leider ist auch deren Qualität alles andere als hervorragend. Für ein bisschen herumfilmen reicht es aber. Allerdings zeigt sich auch hier ein kräftiger Blaustich.

Akku:

Der Akku ist für seine 2800 mAh vergleichsweise riesig. Also von den Abmessungen her, kommt aber an den Akku des Samsung Galaxy Note 2 (Testbericht) mit seinen 3100 mAh nicht heran. Zum Vergleich – der Akku des Galaxy S4 (Testbericht) ist mit 2600 mAh gerade einmal 200 mAh kleiner. Also mehr Schein als Sein?

Nicht ganz, denn bei meiner Nutzung, und die ist schon als extrem zu bezeichnen, weil ich so ein Smartphone eigentlich ständig in der Hand habe, komme ich locker über den Tag. Das heißt morgens um 5 Uhr vollgeladen vom Netz getrennt und dann den ganzen Tag damit arbeiten. Am Abend ist dann aber wirklich Feierabend und der Akku am Ende.

Dabei fällt auf, dass es im Standby trotz Abschaltung des WLAN noch recht viel Akku zieht. Eigentlich ungewöhnlich, denn obwohl das Gerät laut Screenshot im Standby sein sollte (Bildschirm aus), ist es im Hintergrund ziemlich aktiv und auch das WLAN aktiv. Dabei nutze ich keinerlei Widgets und keine meiner Apps holt sich im Hintergrund irgendwelche Aktualisierungen. Nur Googlemail darf per Push Mails abholen. Könnte also auf einen Bug im Akkumanagement hinweisen. Trotzdem nicht dramatisch, denn über Nacht kann man ja den Akku laden, während man schläft.

Eine Stunde Video schauen kostet bei einem HD Film gute 21% Akku, was gerade noch im Rahmen liegt. Das Galaxy Note 2 kommt mit gerade einmal 8% für den gleichen Film aus.

Archos 53 Platinum Akku (2)

Und da sich das Galaxy Note 2 herrlich für den Vergleich eignet…dieses hat mich locker anderthalb Tage begleitet bis der Akku leer war. Dafür kostet es halt auch fast das Doppelte. Das Galaxy Note 1 (Testbericht) bringt es mit seinem 2500 mAh Akku auf ähnliche Standbyzeiten wie das Note 2. Wer sich also ein bisschen mit dem Thema Akkuverbrauch beschäftigt und mit allerlei Tipps, Tricks und Apps dem Akku auf die Sprünge hilft, wird mit einer Akkuladung sicher auch mal über Nacht bis weit in den nächsten Vormittag auskommen. Aber das entspricht nicht meiner Art von Nutzung. Von daher ist das 53er, was die Akkuleistung angeht, nicht schlecht aber nicht wirklich gut. Eben Mittelfeld.

→ Teil 4 – Klang, Konnektivität und das Fazit

About Peter W.

Mit meinen Tests will ich den "normalen" Interessenten davor bewahren, sein hart verdientes Geld für Müll auszugeben. Denn leider ist es Fakt, das nicht alles Gold ist, was glänzt. Daher gibt es von mir kein Technik-Chinesisch sondern Klartext. Wie ich teste könnt ihr hier nachlesen: http://mobi-test.de/uber-uns/ Wenn ihr Fragen habt, dann verfasst einen kurzen Kommentar und wir versuchen diesen zu beantworten.

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