Ausführlicher Test – Navigon MobileNavigator 3.5.2 Telekom Select Edition

Mobi-Test wird in Zukunft häufiger Navigations-Apps für Smartphones und Tablets testen.
Hier jetzt der ausführliche Test zu Navigon Mobile Navigator. Dieser wurde vor einiger Zeit bei www.faq4mobiles.de veröffentlicht, wird nun aber hier nach und nach geupdatet.

Im Test:
Navigon MobileNavigator 3.5.2 Telekom Select Edition für Android
Handy: Samsung i9000 Galaxy S
Die Telekom Select Edition steht allen Telekom Kunden kostenlos zur Verfügung (Link).
Sie beinhaltet eine 2 Jahres Lizenz für Kartenupdates.
Allerdings unterscheidet sie sich technisch nicht von der normalen Mobile Navigator Version.

Installation:
Diese ist sehr einfach. Bei der hier getesteten Android Version lädt man sich das App aus dem Market und installiert diese.
Ab Android 2.2 Froyo wird auch App2SD unterstützt.
Exakt so wird auch bei den anderen Versionen vorgegangen.

Der Erste Start:
Beim ersten Start muss man sich zunächst die passenden Karten und Systemdateien installieren.
Dafür empfiehlt es sich eine WLAN Verbindung zu verwenden, da alleine die Deutschlandkarte zusammen mit den sonstigen benötigten Dateien knapp 500 MB groß ist.

Allerdings kann man sich auch Navigon Fresh, die Software von Navigon, auf dem PC installieren, das Handy im Massenspeichermodus verbinden und so die Karten runterladen.

Allerdings gab es beim Test dabei öfter mal Probleme mit der Erkennung oder später beim Download.

Die Installation erfolgt dann automatisch und das Hauptmenü erscheint.

Das Menü:
Das Menü ist sehr übersichtlich, obwohl der Mobilenavigator viele Funktionen mit bringt.

Man hat nie das Gefühl sich im Menü zu verirren und findet jederzeit die gewünschte Funktion.

Das Hauptmenü bietet:

– Adresse angeben
– Sonderziel suchen
– Nach Hause
– Karte anzeigen
– Favoriten
– Letzte Ziele
– Kontakte
– Shop

Die meisten Menüpunkte erklären sich von selbst.

Interessant ist aber z.B. eine Sonderfunktion unter “Karten anzeigen”
Wählt man diesen Punkt an und hat GPS Empfang kann man mal sein Handy einmal mal in den Potraitmodus drehen und dann wiede zurück.
Es erscheint der NAVIGON Reality Scanner.
Durch die Kamera wird die Umgebung aufgenommen und auf dem Display erscheinen dann POI.
Tippt man auf ein solches erscheint eine Info dazu.
Da ich davon leider keinen Screenshot machen konnte, verlinke ich einen von Navigon:

Unter dem Menüpunkt Kontakte kann man sein Ziel direkt aus den Kontakten auswählen.
Natürlich nur, wenn man bei seinen Kontakten auch die Adresse eingetragen hat.
Im “Shop” kann man sich dann gleich von unterwegs per Handy Zusatzfeatures wie z.B. anderen Stimmen kaufen und installieren.

Die Einstellungen:
Auf das Menü gehe ich jetzt nicht näher ein, da sich die meisten Optionen von selbst erklären.
Allerdings gibt es auch hier ein paar kleine Details, die eine Erwähnung wert sind.
Beim “Geschwindigkeitsprofil” kann man unter anderem PKW, LKW, Motorrad, Fahrrad oder Fußgänger wählen.
Die Routenwahl erfolgt “Schnell”, “Optimal”, Kurz” oder “Schön” wobei man dann hier an besonderen Sehenswürdigkeiten vorbei geführt wird.
Allerdings sind diese Routen dann aber oft sehr umständlich und zeitraubend.

Im Menü kann kann man auch die “Stauerkennung verbessern”, in dem man seine eigenen Daten zu aktuell gefahrenen Geschwindigkeit und Dauer für eine kurze Strecke online an Navigon sendet.
Aus diesen Infos werden dann auf evtl. vorhandene Staus oder andere Störungen geschlossen und andere Fahrer darauf hingewiesen.
Obwohl das Navigon über kein TMC verfügt, funktioniert dieses Feature bei allen Testfahrten hervorragend. Allerdings sind damit halt Kosten für den anfallenden Traffic verbunden.
Direkt von Beginn an hat man mehrere deutsche Stimmen zur Auswahl.
Allerdings gibt es Text-to-Speech (TTS) nur bei einer weiblichen Stimme, die aber absolut in Ordnung geht.
Unter “Tempolimits” kann man die Warnung bei überschreiten der aktuellen Höchstgeschwindigkeit einstellen oder deaktivieren.


POI:
Von diesen gibt es wirklich eine Menge.
Es gibt Tankstellen unterteilt nach Firmen, verschiedenste Einkaufsmöglichkeiten, alle möglichen Fastfood Ketten oder Autohäuser usw. zur Auswahl.
Diese werden optisch sehr gut erkennbar in der Karte dargestellt.
Wem diese aber nicht reichen, der kann auch die integrierte Google Suche zurück greifen und bekommt so theoretisch unendlich viele POI zur Auswahl.

Aber dazu später mehr.

Ansichten:
Auch bei den wählbaren Ansichten kann der MobileNavigator gut mithalten.
Direkt aus dem Menü heraus kann man zwischen 3D, 2D und 2D genordet auswählen.
Eine Tag-Nachtumschaltung gibt es ebenfalls. Sie erfolgt je nach Wunsch automatisch oder per Menü.
Selbstverständlich wird auch der Landscape-Modus, als das Querformat voll unterstützt.

Favoriten:
Seine Favoriten kann man sich jederzeit anlegen, ändern oder löschen.
Wählt man z.B. ein neues Ziel oder tippt an einer Stelle auf der Karte, so kann man diese Koordinate als Favorit unter einem beliebigen Namen speichern.

Blitzer:
Der MobileNavigator kann auch Blitzer melden. Allerdings nur, wenn man das entsprechende Abo gekauft hat.

Dann wird man während der Navigation, aber auch beim fahren ohne Navigation im Kartenmodus sicher und vor allem rechtzeitig vor Blitzern gewarnt.
Diese erscheinen dann wirklich sehr gut erkennbar mit einer großen roten Markierung zusammen mit einer Anzeige des aktuell gültigen Tempolimits oder einer Ampel, wenn es sich um einen Ampelblitzer handelt.

Stau- Verkehr:
Obwohl das Navi wie schon erwähnt nicht über TMC verfügt, gibt es nach entsprechender Aktivierung im Menü und aktivierter Internetverbindung permanent Infos über Verkehrsmeldungen.
Und die sind derart exakt und aktuell, das man meint einen TMC-Pro Empfänger zu nutzen.
Sobald Meldungen für die eigene Route reinkommen, wird man vom Navigator darüber informiert und bekommt auch gleich bei Bedarf eine Ausweichroute angeboten.
Egal ob beim aktiven navigieren oder passiv, wenn man sich nur die Karte beim fahren anzeigen lässt, kann man sich jederzeit über aktuelle Meldungen aus der Umgebung anzeigen lassen.
Auf der Karte werden solche Störungen deutlich sichtbar angezeigt.
Absolut perfekt und mir in dieser Umsetzung bisher noch nicht untergekommen.

Kartenupdates:
Diese bekommt man entweder direkt über das Handy oder über offline am PC über den bereits erwähnten Navigon Fresh.
Kartenfehler lassen sich auf der Navigon Homepage melden.
Navigon liefert jedes Quartal ein Kartenupdate.

Zieleingabe:
Die Zieleingabe stellt wirklich niemanden vor irgendwelche Rätsel.
Man wird schön der Reihe nach abgefragt, wohin man möchte.
Also zuerst das Land (falls nötig einfach auf die Flagge links oben tippen), dann die Stadt, die Straße, dann die Hausnummer bzw. Kreuzung.
Dabei hilft die dynamische Suche, die zu den bereits getippten Buchstaben passende Treffer auflistet.
Hat man sein Ziel gefunden, wird das Ziel auf der Karte angezeigt.

Danach kann es dann auch schon losgehen…

Sonderziele:
Da die Suche nach Sonderzielen mit der Google Suche eine Besonderheit bietet, möchte ich diese kurz näher erläutern.
Oft genug passiert es, das man ein Sonderziel sucht, aber nicht genau weiß, wie und wonach man da suchen soll.
In einem konkreten Fall habe ich auf einer Testfahrt mal nach unserem Sponsor gesucht.
Oder nach einem Fachgeschäft für Reitsport. Ich kannte nur den Namen (und das auch nicht komplett) und den Ort.
Natürlich ist solch ein Geschäft oder Firma nicht in den POI vorhanden und genau da spielt eine eingebaute Google Suche ihren Trumpf aus.
Man sucht also per Google nach dieser Firma, Geschäft, Sehenswürdigkeit oder was auch immer.
Und Google kennt bekanntlich alles, so das man wirklich jedes Ziel auf diese Weise finden kann.
Wählt man den Treffer aus, geht es weiter wie gewohnt.
Absolut genial und will ich nie mehr bei einer Navigation missen.

Navigation:
Hat man sein Ziel ausgewählt und die Navigation gestartet kommt eine weitere Besonderheit zum Zuge, die man von den “großen” Navigon Systemen kennt.
NAVIGON MyRoutes berechnet bis zu 3 verschiedene Routen aus denen man sich die gewünschte aussuchen kann.
Diese werden durch drei verschiedene Farben auch direkt in der Karte angezeigt.
Die ideale wird dabei mit “My Route” gekennzeichnet.
Hier die gemessenen Zeiten für die Routenberechnung zu drei Zielen:

Aschaffenburg Einkaufszentrum City_Galerie (21,6 km): 6 Sekunden
Feuerwache 21 in Frankfurt am Main (52,6 km): 8 Sekunden
Mönchneversorf (606 km): 12 Sekunden

Wobei sich diese Zeiten noch verkürzen lassen, wenn man “My Routes” im Menü deaktiviert.
Also die passende ausgewählt und los gehts.
Die Grafik sieht sehr schön und dezent aus. Nicht zu bunt, aber auch nicht langweilig.
Ganz oben bekommt man die Anzeigen für die restliche Fahrstrecke und die Ankunftszeit angezeigt.
Diese kann man durch antippen auch umschalten.
Ganz unten erscheint die nächste Straße bzw. Autobahn. Links darüber wird der nächste Wegpunkt angezeigt.
Diese Grafiken sind deutlich erkennbar und sind auch beim fahren schnell zu erfassen.
Die Stimme (in diesem Fall die weibliche mit TTS) klingt sehr angenehm und niemals störend.
Ansagen kommen immer rechtzeitig und präzise.
Durch Text-to-Speech werden Straßennamen, Autobahnen, Landstraßen, Abfahrten, Fahrtrichtungen usw. gesprochen, so das man sich wirklich auf den Verkehr konzentrieren kann.
Bei Autobahnen und großen Landstraßen hilft der Fahrspurassistent Pro, der rechts unten die passende Fahrspur anzeigt.
Auch diese werden als Anweisung ausgesprochen z.B. “den rechten Spuren folgen und der A66 weiter folgen”
Bei Autobahnausfahrten kommt Reality View Pro dazu, der die Abfahrt exakt so anzeigt, wie sie vor einem zu sehen sind.
Also realistische Beschilderung und direkt Anzeige der zu fahrenden Richtung.
Verfahren sollte so der Vergangenheit angehören.
Sollte man sich aber trotzdem mal verfahren wird innerhalb von wenigen Metern eine neue Route berechnet. Das passiert so schnell, das ich nicht mal einen Screenshot machen konnte.
Überhaupt waren die gewählten Routen bei allen Testfahrten tadellos.
Der MobileNavigator ist das bisher einzigste Navi, welches auf einer bestimmten Testroute, die ich mit allen Navis abfahre, direkt die wirklich Beste Route gewählt hat.
Durch die permanent gelieferten Verkehrsdaten sollte man auch keine bösen Überraschungen erleben.
Bei einer Fahrt wurde ein größerer Stau zuverlässig und vor allem rechtzeitig gemeldet und mir eine Ausweichroute angeboten.
Ebenfalls besonders erwähnenswert ist, das der MobileNavigator bei Fahrten durch einen Tunnel diese erkennt, dieses auch anzeigt und dabei noch die Entfernungen runterzählt, auch wenn kein GPS Empfang möglich ist.
So werden auch Ausfahrten in Tunnels sicher nicht verpasst.

Während der Navigation:

Tippt man bei der laufenden Navigation auf die Menütaste bekommt man mehrere Möglichkeiten zur Auswahl:

– Lautstärke ändern
– aktuelle Verkehrsmeldungen anzeigen lassen
– Ziele auf der Route (siehe weiter unten)
– Route wo man z.B. Teile der Route sperren kann
– Einstellungen
– GPS Info wo man auch den aktuellen Standort speichern kann

POI auf der Route/ in der Nähe suchen:

Wie oben erwähnt kann man sich während der Fahrt umliegende POI direkt anzeigen lassen.
Diese werden in einer Liste je nach Entfernung angezeigt.
So kann man dann sehr schnell die nächste Tankstelle oder Parkplatz suchen.
Eimal tippen kann man solch ein Ziel als Zwischenziel einfügen.

Fazit:
Ohne Übertreibung ist für mich der Navigon MobileNavigator das zur Zeit Beste Navi für Smartphones.
Natürlich hat es auch ein paar kleine Nachteile, was andere Navis besser können, aber in der Summe kommt keines an dieses heran.
Bei allen Testfahrten punktete es durch präzise Anweisungen, vorbildliche Routen, angenehme Optik und Sprachausgabe.
Es gab nicht einmal einen Absturz und auch sonst waren keine größeren Probleme festzustellen.
Mich hat der MobileNavigator so überzeugt, das ich mein 6 Monate altes Navigon 8410 (ja, das Große) verkauft habe und mich nur noch auf den MobileNavigator verlasse.
Zu gering sind die Unterschiede zum großen Bruder, als das es sich lohnt noch ein extra Navi für fast 350 € im Auto zu nutzen.

Positiv:

– nahezu perfekte angenehme Darstellung
– sehr gute Bedienbarkeit
– viele POI (eigentlich unendlich viele durch die Google Suche)
– Anzeige des aktuell geltenden Tempolimits und Blitzer

Negativ:

– keine reine Pfeilnavigation vorhanden
– kein Multitasking (bei einem Anruf muss das Navi erst mal neu laden)
– keine Möglichkeit Routen zu planen

Ein letztes Wort möchte ich noch dem Navigon Support widmen.

Leider ist dieser nicht wirklich hilfreich.
Auf meine Fragen, die ich per Kontaktformular über die Navigon Homepage geschickt habe, habe ich auch nach jetzt 4 Tagen noch keine Antwort erhalten.
Und so geht es nicht nur mir, sondern auch vielen anderen.
Da muss Navigon wirklich noch viel tun, denn das können andere Hersteller besser.

Homepage: | NAVIGON. And the world is yours

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  • Peter

    Interessant. Danke. Leider für meinen (zwar im Sterben liegenden) Nokia Riegel N97 nicht verfügbar. Leider ist einer der negativ Punkte auch, das Routenproblem. Genau das ist das Problem von vielen Softwares. Wer schon mal mit Nokia Maps oder Route66 etc. versucht hat Routen zu planen, zu speichern oder verschiedene Routen auszuprobieren weiss wovon ich rede.
    Finde es toll dass Ihr Euch dieser Thematik näher annehmt. Der Verkauf von separaten Navi Geräten ist rückläufig zugunsten Navi auf Handys. Also kann ich kaum der Einzige sein der sich dafür interessiert.
    Danke!

    • Anonymous

      Ich weiß nicht wo Navigon ein Routenproblem hat. Man kann seine Routen präzise planen und auch Speichern um diese später dann zu benutzen.

  • Michael

    Warum nimmst du eine uralte Navigon-Version. Es ist doch schon länger eine 4.0 bzw.4.01 draussen. Die hat ein komplett anderes Menue usw.wo auch z.B. Routenplanung drin ist.

    • http://www.mobi-test.de Peter W.

      Das ist nur eine Kopie des alten Tests, den ich die Tage aktualisieren werde.

  • Michael

    ok…konnte ich ja nicht wissen;-))