Das Neue iPad 3 im Dauertest Teil 4 – der Vergleich mit dem Samsung Galaxy Tab 10.1N

In den letzten Tagen habe ich das neue iPad 3 mit dem großen Bruder des Galaxy Tab 7.7, dem Galaxy Tab 10.1N verglichen. Warum gerade mit dem Samsung werdet ihr euch vielleicht fragen, aber das hat einen triftigen Grund. Beim Vergleich und auch bei der Befragung verschiedener „Probanden“ wie Freunde und Arbeitskollegen gab es für mich ziemlich überraschende Aussagen. Vor allem bei der Frage, welches der Tablets die Befragten im Falle eines Falles kaufen würden. Also lassen wir den Vergleichswettkampf beginnen…

Teil 1 – Unboxing und der erste Eindruck
Teil 2 – erste Erfahrungen zum Akku, Leistung und Display
Teil 3 – der Vergleich mit dem Samsung Galaxy Tab 7.7

Warum also jetzt ein Vergleich mit dem Galaxy Tab 10.1N?

Klar gibt es pontentere Tablets, als das 10.1N z.B. das Asus Transformer Prime. Aber das kennt niemand. Zumindest von denen, die ich so nach bekannten Tablets gefragt habe. Aber alle haben mal was von Samsung Tablets gehört. Liegt zum einen an der damals groß angelegten Werbekampagne zur Markteinführung und nicht zuletzt durch die Berichterstattung der Medien in Sachen Patentstreit Apple vs. Samsung. Von daher habe ich mich für das 10.1N als Kandidaten entschieden.

Die Befragung lief in etwas immer gleich ab. Allen habe ich das iPad 3 und das Galaxy Tab 10.1N hingelegt. Aber nicht gesagt, was diese genau kosten. Es ging einfach darum, das beide in die Hand genommen werden sollten und der erste Eindruck geschildert. Nach ein bisschen herum spielen sollte man sich entscheiden, welches von beiden man kaufen würde.

Die aktuellen Preise (Stand beim Schreiben des Artikels):

Galaxy Tab 10.1N 16GB WiFi-only: 403 €
iPad (3. Gen) 16GB WiFi: 479 €

Galaxy Tab 10.1N 16GB WiFi + 3G: 458 €
iPad (3. Gen) 16GB WiFi + 3G: 599 €

Galaxy Tab 10.1N 32GB WiFi-only: 449 €
iPad (3. Gen) 32GB WiFi: 579 €

Galaxy Tab 10.1N 32GB WiFi + 3G: 522 €
iPad (3. Gen) 32GB WiFi + 3G: 699 €

Galaxy Tab 10.1N 64GB WiFi-only: 517 €
iPad (3. Gen) 64GB WiFi: 679 €

Galaxy Tab 10.1N 64GB WiFi + 3G: 620 €
iPad (3. Gen) 64GB WiFi + 3G: 799 €

Vergleich der Hardware:

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, umso überraschender, das die Mehrheit rein optisch das Galaxy Tab bevorzugen. Sehr oft wurde die Position der Lautsprecher gelobt. So läuft man keine Gefahr diese mit den Händen oder beim hinlegen abzudecken. Das beim Galaxy Tab die Rückseite komplett aus Plastik besteht, hat niemanden gestört.

Dafür aber das höhere Gewicht des iPad 3 mit seinen 667 g (nachgewogen), was dem Alugehäuse und dem größeren Akku geschuldet ist. Das Samsung kommt auf 568 g. Ebenfalls erstaunlich die Aussage eines iPad 2 Besitzers. Er lobte die Handlichkeit und Verarbeitung des Galaxy Tab, auch wenn er gleich dazu sagte, das die an die eines Apple noch nicht heran kommt. Recht hat er.

Grafik & Display:

In der Paraderolle des iPad 3 muss sich das Galaxy Tab in Punkto Schärfe logischerweise geschlagen geben. Kunsstück, trifft doch hier das Retina-Display auf vergleichsweise bescheidene 1280 x 800 Pixel. Im direkten Vergleich (oben das Galaxy Tab, unten das iPad 3) fällt zuerst einmal der wesentlich höhere Kontrast des iPad 3 auf. Bei weiteren Vergleichen mit anderen Bildern gab es dann aber nicht mehr ganz so starke Unterschiede, was mich ein wenig vor ein Rätsel stellt. Übrigens wurden bei beiden für den Vergleich die Displayhelligkeit auf Maximal gestellt und die automatische Helligkeit deaktiviert.

Bei dem Bild mit der Blume waren mit Abstand die meisten der Meinung, das die Farben beim Galaxy Tab natürlicher rüber kommen.

Bei der Textdarstellung lässt das neue iPad dem Galaxy Tab keine Chance. Gestochen scharf, waren vor allem die Ebook-Fans schlichtweg begeistert. Ich glaube bei den Vergleichsbildern kann man das absolut nachvollziehen. Auch wenn man zugeben muss, das das Display des Samsung nicht so schlecht ist. Für den „normalen“ Betrieb absolut ausreichend. Interessant hierbei die Aussage der Ebook-Fans, das die Darstellung einer Buchseite auf dem Samsung eher schlecht ist. Man sieht zwar erheblich mehr Text, aber es wirkt im Gegensatz zum iPad irgendwie gequetscht und unübersichtlich.

Ein wichtiges Argument für das neue iPad waren Filme. Allerdings denken viele nicht daran, das bei schlechten Material auch das tollste Retina Display nichts mehr retten kann. Ein kurzer Film lief auf beiden Tablets einwandfrei. Also von der Qualität. Wobei mich das iPad aber ein wenig an den Rand des Wahnsinns gebracht hat. Mal so eben die AVI per Copy& Paste auf das Apple zu kopieren hat zwar funktioniert, aber es konnte nicht abgespielt werden. Beim Galaxy Tab wurde dieses sofort abgespielt. Erst eine Konvertierung konnte den Film dazu bewegen, auch auf dem iPad abgespielt zu werden. Interessanterweise wurden aus den ursprünglichen 120 MB plötzlich knapp 200 MB…

So kann ich mir vorstellen, das ein Film in wirklich perfekter Qualität  Unmengen an Speicherplatz verschlingt. Bisher habe ich es aber noch nicht geschafft, einen kurzen Film in einer wirklich perfekten Qualität zu konvertieren. Da muss ich noch ein wenig tüfteln.

Kamera:

Auch beim Thema Kamera können die 3 Megapixel des Galaxy Tab nicht gegen die 5 Megapixel des iPad anstinken.Solange man mit dem Apple nicht gegen das Licht fotografiert. Das ist aber schon beim Vergleich mit dem Galaxy Tab 7.7 negativ aufgefallen.

Stellt sich halt wirklich die Frage, wer sich allen ernstes mit dem Gedanken trägt, wegen der Kamera so ein riesiges Teil zu kaufen. Für einen Schnappschuss ok, aber für alles andere hat man heute ein Smartphone oder eben eine Digicam. Von daher war die erheblich bessere Bildqualität des iPad für keinen ein ernsthaftes Kaufargument. Dasselbe gilt für die Videokamera.

Oben jeweils das Foto mit dem Galaxy Tab aufgenommen, darunter das mit dem neuen iPad 3.

Performance bei Spielen:

Ganz ehrlich merkt man im normalen Alltag keinen Unterschied zwischen den beiden 1 GHz Prozessoren. Bei aufwendigen Spielen sieht das schon ein wenig anders aus. Aber auch nur, wenn die Games technisch schon an das neue iPad angepasst wurden. Leider gibt es da aktuell nur eine App, die auf beiden erhältlich ist. Asphalt 6. Leider ist dieses noch nicht an das neue iPad angepasst, so das sich die Unterschiede ziemlich in Grenzen halten. Ruckeln tun sie beide ein wenig.

Aber wenn alles passt, also die Optimierung an das Retina-Display und den neuen Prozessor des iPad, dann kann das Galaxy Tab einpacken. Das Samsung macht Spaß, keine Frage, aber beim zocken von technisch aufwendigen Titeln ist das Apple einfach nur der Oberknaller…

Klang:

Das Samsung Tab bietet zwei Lautsprecher auf der Vorderseite, das iPad nur einen auf der Rückseite. Trotzdem fanden alle, so auch ich, das das Apple eine Spur besser klingt. Zwar nicht so fein wie das Samsung, dafür umso voluminöser und runder. Einfach besser im Gesamten. Von der Laustärke geben sich beide nichts. Laut bis zum Maximum und das ohne nenneswert zu verzerren.

Akku:

Beim Akku kann das Galaxy Tab mit seinen 7000 mAh nicht mithalten. Man kommt damit bei intensiver Nutzung auf knapp über 8 Stunden. Beim iPad 3 mit seinen 11060 mAh auf über 10 Stunden. Dabei fällt aber auf, das ein Galaxy Tab im reinen Standby bei identischen Einstellungen wie WLAN, Sync usw. mehr verbraucht, als das iPad. Ein sicheres Zeichen dafür, das Apple wirklich gute Arbeit geleistet hat, um Strom zu sparen. Dieses Plus an Akkulaufzeit erkauft man sich halt mit dem bereits oben erwähnten 100 g Mehrgewicht.

Ärgerlich ist halt bei beiden, das man extra Ladekabel herum schleppen muss, das sie nicht per microUSB geladen werden können.

Zwischenfazit:

Preislich ist das Galaxy gerade mit höheren Speicherkapazitäten absolut eine Überlegung wert. Wer nicht gerade Ebook-Fan ist, oder Hardcore Zocker, der sollte mal einen Blick riskieren. Beim normalen Gebrauch spielt die höhere Auflösung eine eher untergeordnete Rolle. Das behaupte ich jetzt einfach mal, denn ich sehe es jeden Tag bei meiner Frau. Ihr ist das Display völlig egal. Facebook, ebay und Co. sehen auch auf einem Androiden mit 10″ gut aus.

Am erstaunlichsten aber die Antworten aller Befragten auf die Frage, welches sie von beiden nehmen würden. Bis auf einen würden alle zum Galaxy Tab greifen. Dabei wurde von allen die Meinung vertreten, das das iPad Display zwar Weltklasse sei, aber man im Alltag davon nicht wirklich was hat. Dieses Ergebnis ist für mich absolut überraschend, denn gerade in der 16GB Ausführung ist der preisliche Unterschied nicht so groß. Wobei ich aber mittlerweile froh bin, das ich die 32GB Ausführung des iPad gekauft habe. Meine Frau hat fleißig Apps und Spiele für die Kiddies installiert, ein bisschen Musik drauf kopiert und schon sind knapp 6 GB weg…

Teil 5 – der Vergleich mit dem iPad 2

About Peter W.

Mit meinen Tests will ich den "normalen" Interessenten davor bewahren, sein hart verdientes Geld für Müll auszugeben. Denn leider ist es Fakt, das nicht alles Gold ist, was glänzt. Daher gibt es von mir kein Technik-Chinesisch sondern Klartext. Wie ich teste könnt ihr hier nachlesen: http://mobi-test.de/uber-uns/ Wenn ihr Fragen habt, dann verfasst einen kurzen Kommentar und wir versuchen diesen zu beantworten.

5 comments

  1. Hi, sehr schöner Vergleich, überrascht mich auch ein wenig. Hätte gerade bei den unbedarften normalos erwartet, dass die Gehirnwäsche apple voll anschlägt und trotz besserer Argumente von der Konkurrenz, apple bevorzugt wird. 

    Im letzten Abschnitt hast du nen Tipfehler. Da steht du willst ipad3 mit ipad3 vergleichen 😉

    Grüße

  2. Also deine „Straßentester“ gefallen mir. Sie achten nicht nur auf „Prestige“ und entscheiden, nach nutzen. Das Statement das sie im Alltag von dem Retina nichts haben würden, find ich ehrlich und auch korrekt, denn eher die Minderheit sind Hardcorezocker und zum Fotografieren und Videos aufnehmen sollte man sich eher eine Kamera holen…

  3. Schöner Test. Sozusagen Reality Show. Ich hab letzten Samstag bei einem Händler genau den gleichen Vergleich gemacht. Von der Hardware und dem Display bin ich zum gleichen Schluss gekommen. Das Apple Dispaly ist nett. Wenn ich aber am Samsung Gerät stehe vermisse ich da gar nichts im Vergleich zu Apple.
    Anders ging es mir bei der Bedienung. Vielleicht liegts an meinem etwas „schwierigen“ Verhältnis zu Android, aber wegen der einfachen, intuitiven Benutzerführung des iPad hätte ich dann trotzdem für dieses gestimmt.

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