Das Samsung Galaxy S6 im Dauertest – wie gut ist es denn nun wirklich?

Samsung Galaxy S6 Test Banner

Es ist soweit. Ich habe das Samsung Galaxy S6 über 4 Wochen im Dauertest gehabt. Es hat mich in den Urlaub begleitet und auch während meiner Renovierung für Musik und Unterhaltung gesorgt. Also genug Gelegenheiten, es auf Herz und Nieren zu testen. Zur Verfügung gestellt wurde mir das Galaxy S6 von 1&1. Dafür bedanke ich mich sehr herzlich.

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Zuvor hatte ich ja schon das LG G4 (Testbericht) und das HTC One M9 (Testbericht) im Dauertest und so war ich mehr als gespannt, wie sich Samsung aktuelles Topmodell so schlägt. Alle drei liegen preislich im selben Rahmen um die 500 €. Also einer Preisregion, bei der man sich als Hersteller keine Patzer erlauben darf. Ich habe bewusst das „normale“ S6 gewählt, da ich mit der scharfkantigen Haptik des S6 Edge absolut nicht klar komme und mir das normale S6 eindeutig besser gefällt. Zumal sich die beiden bis auf das um die Ecken gezogene Display absolut nicht unterscheiden.

Bevor es mit dem eigentlichen Dauertest los geht, zunächst einmal kurz die wichtigsten technischen Daten zum Kandidaten:

Technische Daten:

  • Android 5.1.1 LollipopSamsung Galaxy S6
  • TouchWiz UI
  • 5,1″ Super-AMOLED Display mit 2560 x 1440 Pixel
  • Gorilla Glass 4
  • 577 ppi
  • 4 x 2,1 GHz + 4 x 1,5 GHz Samsung Exynos 7420 64 Bit Octa-Core Prozessor
  • Mali T760 MP8 GPU
  • 3 GB RAM
  • 32 / 64 / 128 GB interner Speicher
  • 16 Megapixel Kamera mit OIS
  • 5 Megapixel Frontkamera
  • LTE Cat.6
  • Bluetooth 4.1 mit aptX
  • WLAN 802.11 a/b/g/n/ac (2.4 / 5 GHz)
  • DLNA
  • HDMI MHL 3.0
  • CIR
  • NFC
  • Infrarot
  • GPS / GLONASS
  • 143,4 x 70,5 x 6,8 mm
  • 138 g
  • 2550 mAh (nicht wechselbar)
  • kabellos aufladbar nach PMA- und Qi-Standard
  • Quick Charge 2.0

Produktseite: samsung.com/de/SM-G920FZWADBT

Ausführliche deutsche Bedienungsanleitung: SM-G920F_Ger_Rev.1.1.pdf

Erhältlich ist das Samsung Galaxy S6 in den Farben White Pearl, Black Sapphire, Gold Platinum und Blue Topaz zum Preis ab 500 €  je nach Speicherausstattung.

Übersicht:

Unboxing:

Der Karton unterscheidet sich in der Aufmachung kaum vom Vorgänger, also weg damit und geschaut, was sich darin befindet:

  • Samsung Galaxy S6
  • Micro-USB Kabel
  • Schnelllade-Netzteil
  • Headset
  • Entriegelungsstift
  • Kurzanleitung

Erfreulicherweise legt Samsung dem S6 ein Netzteil bei, welches es erlaubt, die Schnellladefunltion des Gerätes zu nutzen. Nominell liefert es 1,67A bei 9V oder 2A bei 5V.

Samsung Galaxy S6 Unboxing (1)

Verarbeitung und Ausstattung:

Der spannendste Moment ist ja immer das Auspacken, wenn man das neue Schmuckstück zum ersten mal in die Hand nimmt. Gerade die ersten, hinsichtlich der Haptik vor Lob überschäumenden, Hands-On Videos haben meine Erwartungen ziemlich nach oben geschraubt. Leider muss ich zugeben, dass ich da nicht so begeistert war. Ja, es ist ziemlich dünn und verdammt leicht und fasst sich gut an. Endlich haptisch in der High-End Klasse ist angekommen. Glas und Alu anstatt Plaste, aber der Wow-Effekte bleibt aus. Auffällig ist, dass die Galaxys anstatt runder immer eckiger werden. Ein Punkt den nicht wenige monieren, den man kann es drehen und wenden wie man will. Auch wenn ein HTC One M9 (Testbericht) schwerer ist, liegt es durch den abgerundeten Rücken erheblich besser in der Hand und fühlt sich einfach viel hochwertiger an.

Samsung Galaxy S6 Hands-On (2)

An der Verarbeitung gibt es absolut nichts auszusetzen. Der Alurahmen schmiegt sich perfekt zwischen Display und Backcover. Alle Öffnungen und Buchsen sind sauber ausgefräst, so dass alle Tasten klapperfrei in ihren Öffnungen Platz finden. Diese bieten dann auch tadellose Druckpunkte. Die, durch Gorilla Glas 4 geschützte, Front wird lediglich durch den leicht herausstehenden Home-Button unterbrochen. In diesem ist auch der Fingerabdruckscanner untergebracht. Mittlerweile ist der richtig gut nutzbar, denn es reicht den Finger drauf zu legen anstatt ihn über den Sensor zu ziehen. Damit lässt sich das Galaxy S6 auch im Standby direkt entsperren. Man muss einfach nur den Finger auf den Homebutton legen und dabei drücken. Nur in meiner KFZ-Halterung hatte ich oft genug Mühe den Scanner dazu zu bewegen meinen Abdruck zu erkennen. Hauptproblem ist hier, dass die unteren Auflageflächen der Halterung verhindern, dass man den Finger komplett auf den Sensor legen kann. Ein Problem, welches ich z.B. beim iPhone 6 Plus (Testbericht) oder Huawei Ascend Mate 7 (Testbericht) nicht hatte. Das Samsung kommt nicht damit klar, wenn man den Finger mal nicht ganz korrekt und nicht mit der vollen Fläche auf den Sensor legt. Selbst das anlernen des Daumens in verschiedenen Stellungen scheitert, weil das Galaxy S6 mich dazu zwingt den Finger komplett auf den Sensor zu legen und zwar mit der Meldung „Finger muss die gesamte Home-Taste bedecken“. Nach ein paar Tagen habe ich dann entnervt die Displaysperre von Fingerabdruck auf Muster umgestellt. Ansonsten gibt es oben noch die Benachrichtigungs-LED, den Annäherungs-/Lichtsensor, einen Lautsprecher und die Linse der Frontkamera. Eine Möglichkeit zur Erweiterung des Speichers gibt es nicht. Einer der größten Kritikpunkte meinerseits.

Samsung Galaxy S6 Details (111= (9)Am unteren Rand der Musiklautsprecher, ein Mikrofon, die mittig sitzende Micro-USB Buchse und die 3,5 mm Headsetbuchse. Links die getrennt angeordneten Lautsprecher-Tasten und am oberen Ende das zweite Mikrofon und der Infrarot-Sender. Rechts die Power-Taste und der Schlitten für die Nano-Simkarte. Auch diese sitze perfekt und schließt absolut bündig mit dem Gehäuse ab. Obwohl das Galaxy S6 kein Unibody-Design (Gehäuse aus einem Teil) aufweist, ist der Akku nicht wechselbar. Nach wie vor ein K.O.-Kriterium vieler Käufer auch wenn ich das nicht nachvollziehen kann. Wie oft habt ihr in den letzten Jahren den Akku eines Smartphones gewechselt? Vermutlich genauso oft wie ich….aber egal. Das ist ein anderes Thema. Dafür steht die Hauptkamera ziemlich weit aus dem Gehäuse heraus, so dass es kippelt, wenn es auf einem Tisch liegt und man darauf tippen möchte. Daneben dann noch der LED-Blitz und der Sensor für die  Pulsmessung, der erstaunlich gute Ergebnisse liefert.

Durch die dünne Bauweise mit 6,8 mm und den glatten Oberflächen auf beiden Seiten gibt es aber ein echtes Handlingproblem. Gerade wenn man die beiden Lautstärke-Tasten einhändig bedienen möchte, muss man höllisch aufpassen, dass es einem nicht nach unten rutscht und aus der Hand fällt. Mir ist das ein paar mal passiert. Zum Glück immer auf weichen Untergründen.

Ach ja, bevor ist es vergesse. Während das Samsung Galaxy S5 (Testbericht) noch wasserdicht war, ist es das Galaxy S6 nicht mehr. Nicht einmal spritzwassergeschützt. Ein echter Nachteil, denn dass es funktioniert flaches Design und Wasserdichtigkeit zu vereinen, zeigt Sony seit langem mit den Sony Xperias (Testbericht). Und sicher wird euer Smartphone eher mal nass, als dass der Akku den Geist aufgibt und gewechselt werden müsste.

Und hier der bei mir obligatorische Größenvergleich:

Betriebssystem und Leistung:

Samsung Galaxy S6 Screenshots (12)Samsung  hat seine TouchWiz Oberfläche massiv entschlackt und auch schon das Update auf Android 5.1.1 Lollipop verteilt. Somit ist man auf den derzeit aktuellsten Stand und muss sich auch in der nächsten Zeit keine Sorgen über ausbleibende Updates machen. Direkt nach dem ersten Start sind von den 32 GB noch exakt 22,51 GB frei. Von den wenigen vorinstallieren Apps sind einige sogar noch deinstallierbar. Endlich hat Samsung begriffen, dass wir selber unsere Apps aussuchen möchten ohne bevormundet zu werden. Zumal das Galaxy S6 nicht per Speicherkarte erweiterbar ist. Dank Themes ist nun auch ein Samsung vom Werk aus ohne Umwege individualisierbar und auch sonst kann sich wirklich austoben und das Galaxy S6 seinen Bedürfnissen anpassen. Was mich aber nervt ist, dass Samsung den neuen Benachrichtigungsmanager nicht nutzt. Es gibt nur einen „Bitte nicht stören“-Modus, der aber zu wenige Optionen bietet und kein Ersatz für dieses tolle Feature ist.

Die wenigen Apps wie S Health oder S Planner sind mittlerweile ausgereift und funktionieren tadellos, so dass man sich nicht so genervt fühlt wie früher, als Samsung Smartphones mit Massen an sog. Bloatware vollgestopft waren. Neu ist der Smart Manager, einer App wie man sie schon als Telefon Manager von Huawei her kennt. In einer App bekommt man sehr schnellen Zugriff auf wichtige Funktionen und Optionen des Smartphones. Sei es auf den Akku mit seinen Energiesparfunktionen, einem gut funktionierenden RAM- und Speichermanager und der Gerätesicherheit. Hier kommt Knox zum tragen, welches bei Bedarf nachinstalliert werden kann. Auch kann man hier einen Malwarescanner von McAfee das Smarphone nach digitalen Bösewichten untersuchen und bei einem Fund auch direkt entfernen lassen. Allerdings ist nicht diese Lösung nicht kostenlos. Als Samsung Besitzer muss man pro Monat 2,95 € für diese trügerische Sicherheit berappen.Samsung Galaxy S6 Screenshots (66)

Ansonsten lohnt sich ein Blick in den hauseigenen Appstore „Galaxy Apps“. Hier findet man speziell für Galaxy Besitzer des öfteren mal Vollversionen von guten Apps gratis oder Aktionen. Hier sammelt Samsung auch Themes, Schriftarten, Wallpaper usw. die direkt heruntergeladen, installiert und genutzt werden können. Über den Sinn und Zweck eines eigenen Stores kann man streiten, ich finde ich echt praktisch zumal er diverse Goddies enthält und nicht weiter stört.

Auch sehr gut gefällt mir die Samsung Tastatur. Neben diversen Layouts kann man sich auch eine eigene Zahlenreihen anzeigen lassen und Fans der Wischeingabe von Texten ala Swpe können so eine Funktion direkt ab Werk aktivieren. Dazu glänzt die Vorhersage mit brauchbaren Vorschlägen und einer sehr guten Korrekturfunktion. Fast schon unnötig zu erwähnen, dass die Tastatur sowohl im Quer- als auch Hochformat in der Höhe eingestellt und auf den Einhandbetrieb umgeschaltet werden kann.

Endlich hat Samsung auch begriffen, dass wir nicht ständig mit irgendwelchen Popups genervt werden wollen, die uns irgendwelche tollen Funktionen näher bringen soll. Alles Vergangenheit und so kann mich nun auch eine TouchWiz Oberfläche durchaus begeistern.

Die besten Tipps und Tricks zum Galaxy S6 habe ich übrigens hier zusammen getragen -> Link

In Punkto Leistungsfähigkeit hat sich Samsung nicht lumpen lassen und verbaut mit dem Exynos 7420 64 Bit Octa-Core Prozessor einen echten Kraftprotz. Je nach Bedarf werden von den acht Kernen jeweils 4 mit 2,1 GHz getaktet und noch einmal vier mit je 1,5 GHz. Dazu gibt es eine Mali T760 MP8 Grafikeinheit und 3 GB RAM. Leistung satt und die setzt das S6 auch sehr gut um, ohne sich aufzuheizen. Nach einer Stunde Real Racing 3 zeigte mein Infrarot-Thermometer an der heißesten Stelle gerade einmal 37,1°C an. Ein sehr niedriger Wert, wenn man bedenkt, welches Kraftwerk unter der Haube sein Unwesen treibt und die sämtliche Pixel absolut ruckelfrei über das Full-HD Display bewegt. Umso bemerkenswerter, wenn man weiß, wie sehr andere Hersteller mit Hitzeproblemen bei ähnlich starken Prozessoren zu kämpfen haben. Man kann mit dem S6 anstellen was man will. Es ruckelt nichts, etwas hängt nichts und abstürzen schon gar nicht. Das ist halt der Vorteil, wenn Firmware und Prozessor aus einer Hand kommen. So gerüstet, kommt man mit Sicherheit auch in den nächsten Jahren sehr gut über die Runden.

Hier noch ein paar Benchmark Ergebnisse:

  • Anomaly 2 Bnchmark: 424279 / 225362 / 97773
  • AnTuTu: 65893
  • Base X Mark: 38110 / 22123
  • Basemark OS II: 1312 / 3150 / 1310 / 847 / 847
  • CF-Bench: 71514 / 44299 / 55185
  • Epic Citadel: 55,8 fps (High Quality)
  • Epic Citadel: 28,2 fps (Ultra High Quality)
  • Geekbench 3: 1049 / 4301
  • Sling Shot: 1040
  • Icestorm Unimited: 22041
  • Icestorm Extreme: Maxed Out
  • Icestorm: Maxed Out
  • NenaMark 2: 59,6 fps
  • Quadrant Standard: 33525
  • PC Mark: 4994
  • Sunspider Browser Benchmark: 1105.3 ms
  • Vellamo: 3505 / 2606 / 2954

Display:

Samsung Galaxy S6 Display (1)Wer es knallig bunt mag, der kommt um ein Samsung nicht herum. Das gilt auch für das Galaxy S6. Dessen, durch Gorilla Glass 4 geschütztes, 5,1″ Display löst mit 2560 x 1440 Pixel (577 ppi) auf und fällt damit in die Kategorie der Quad-HD Displays. In der heutigen Zeit gibt es eigentlich keine schlechten Displays mehr, so dass man sich irgendwelche warmen Worte über Kontrast, Schwarzwert, Schärfe oder Blickwinkelstabilität getrost sparen kann. Selbstverständlich gilt das auch beim S6. Wem das alles zu bunt ist, konnte bislang in den Displayeinstellungen aus insgesamt vier Modis auswählen. Seit dem Update auf Android 5.1.1 Lollipop ist das aber nicht mehr möglich. Dafür überzeugt die Displayhelligkeit. Der Helligkeitssensor arbeitet extrem schnell und stellt das Display sehr gut auf die jeweilige Situation ein, so dass selbst bei strahlenden Sonnenschein das Display immer noch gut ablesbar bleibt. Ich erinnere mich mit Schrecken an das Galaxy S4, bei dem man selbst bei 100% Helligkeit nix mehr erkennen konnte, aber ich bilde mir ein, dass es beim Galaxy S5 (Testbericht) noch einen Tacken besser ablesbar war, weil es nicht so stark gespiegelt hat.

Lichthöfe gibt es bei AMOLED-Display des Galaxy S6 auch nicht, oder fallen nicht auf, da diese Art Displays bei der Darstellung der Farbe Schwarz einfach abgeschaltet werden. Und gerade hier ist es beim Galaxy S6 dann wirklich stockfinster.

Samsung Galaxy S6 Display (6)

Kamera:

Die Kamera App auf  dem Galaxy S6 bietet ein Füllhorn an Funktionen. Im ersten Moment wird man erst einmal von den vielen Icons auf dem Display erschlagen. Zum Glück kann man die oberste Reihe mit antippen des Pfeils oben rechts ausblenden. Übrigens kann man die Kamera direkt aus dem Standby starten, wenn man zweimal die Power-Taste drückt. Dagegen sind die Kameraeinstellungen sehr übersichtlich. Besonders gut gefällt mir die Sprachsteuerung, die wirklich hervorragend arbeitet und auf alle möglichen Befehle blitzschnell reagiert. Der optische Bildstabilisator leistet ebenfalls gute Dienste vor allem bei hochauflösenden Videoaufnahmen.

Tippt man unten links auf den Button „Modus“ hat die Qual der Wahl aus 7 Voreinstellungen. Darunter auch einem „Pro“-Modus, bei dem man alles von Hand einstellen kann. Ich bin ambitionierter Automatikknipser und genauso sind auch alle Testfotos entstanden. Wer noch mehr dieser Kameramodis möchte, klickt mal auf „Download“ und wird direkt in den Galaxy Store weiter geleitet, aus dem man sich weitere Modis herunterladen kann. Filter gibt es keine. Diese findet man bei der Bildbearbeitung. Ganz witzig ist  der Modus „Virtual Shot“. Hier fokussiert man ein Objekt und bewegt sich einmal um das Objekt herum. Daraus entsteht eine kurze Videosequenz, bei der man durch kippen des S6 die Ansicht ändern kann.

Bei guten Lichtverhältnissen überzeugen die Fotos vollends. Sehr plastische und natürlich Farben mit tollen Kontrasten und das schon ohne aktivierter HDR-Automatik. Einfach toll und auf einer Höhe mit der, für mich, bislang besten Kamera des LG G4 (Testbericht). Und eine unglaubliche Schärfe, so dass man auch feinste Details auf den Fotos erkennnen kann. Bei bewölkten Himmel oder innerhalb von Gebäuden sind die Fotos immer noch besser als von vielen Konkurrenten. Nur Nachts macht das LG G4 (Testbericht) deutlich bessere Fotos.

Aufpassen muss man aber bei Videoaufnahmen. Wer auf QHD (Quad-HD) oder gar UHD (Ultra-HD) umstellt, wird sich wundern, wie schnell so ein nicht erweiterbarer Speicher gefüllt werden kann. Selbst kurze Videos von weniger als einer Minute bringen es schnell auf 1 GB. Aber selbst wenn man Videos „nur“ in Full-HD aufnimmt, können die Aufnahmen auf einem 60″ Fernseher überzeugen.

Wie immer findet ihr alle Fotos in ihren vollen Auflösung und unbearbeitet bei Flickr -> Link

Samsung Galaxy S6 Testfotos (1)

Akku:

Neues gibt es auch beim Akku. Zwar ist der mit 2550 mAh doch recht knapp bemessene Saftspender nicht wechselbar, aber er kann kabellos aufladbar nach PMA- und Qi-Standard geladen werden und das ohne irgendwelche extra Hüllen, wie sich noch beim Vorgänger nötig waren. Dazu ist es mit dem Quick Charge 2.0 Standard kompatibel, so dass es in unter 90 Minuten voll aufgeladen werden kann. Damit kann man die geringere Kapazität gegenüber dem Vorgänger mit seinen 2800 mAh verschmerzen, denn der Akku hält selbst bei mir länger als gedacht. Wie immer nutze ich keinerlei Akkusparoptionen und habe Funktionen wie WLAN, Bluetooth, NFC, GPS, Sync usw. permanent aktiviert. Auf dem folgenden Screenshot sieht man einen ganz normalen Tag bei mir und der ist geprägt von Telefonaten, Nutzung von GPS zur Navigation und noch mehr Mails lesen und beantworten, RSS Feed lesen, Twitter, Facebook und Co.

Eine Stunde spielen von Real Racing 3 entzieht dem Akku dabei 22% und eine Stunde Video in Full-HD derer 17%. Bei Bedarf kann man den „Energiesparmodus“ oder den „Ultra-Energiesparmodus“ aktivieren. Leider nicht automatisiert. Der normale Energiesparmodus holt knapp 2 Stunden mehr Standby raus, indem unter anderem die Displayhelligkeit und die Prozessorleistung gedrosselt wird. Neigt sich der Akku gefährlich der 0% aktiviert man den Ultra-Sparmodus woraufhin sich die komplette Oberfläche verändert. Die Anzeige schaltet auf Graustufen um und nur noch die allernötigsten Funktionen wie Anrufe oder SMS bleiben erhalten. Wer trotzdem nicht auf ein paar Apps verzichten will, kann sich diese aktivieren lassen. So umgestellt beschert einem der Akku dann noch mal bis zu 24 Stunden ohne Steckdose.

 

Samsung Galaxy S6 Akku (7)

Konnektivität:

Das Galaxy S6 kann alles und hat alles mit an Bord, um mit der Umwelt in Kontakt treten zu können. Dual-Band WLAN mit ac Unterstützung,Bluetooth 4.1 mit aptX für glasklaren Klang, NFC, MHL, DLNA und Infrarot. Einzig dass es kein LTE Cat.9 unterstützt könnte den Eindruck etwas trüben. Aber bis das bei uns flächendeckend von allen Netzbetreibern angeboten wird, läuft noch viel Wasser den Main herunter. Und mal ganz ehrlich. Wer weiß schon genau den Unterschied zwischen Cat.6 und Cat.9? Ich musste auch erst einmal nachlesen, nachdem ich von einem Leser nach Cat.9 gefragt wurde. In allen Punkten weiß das Galaxy S6 zu gefallen. WLAN arbeitet tadellos und liefert gute Empfangswerte. Das gleiche gilt für Bluetooth. Verbindungen werden schnell aufgebaut und auch auf bis zu 10 Meter gehalten. Bricht die Verbindung dann doch mal ab, wird diese sofort wieder hergestellt, sobald sich das S6 wieder in Reichweite befindet.

Nur das GPS Modul bereitet mir etwas Kopfzerbrechen. Die App „GPS Test“ braucht beinahe 30 Sekunden bis ein ausreichend gutes Signal zur Verfügung steht, um eine Bestimmung der Position auf bis zu 10 m zu ermöglichen. Und auch dann schwankt die Genauigkeit zwischen 10 und 60 Meter permanent hin und her. Das merkt man auch beim Navigieren im Auto. Das Galaxy S6 hat mich in einen Urlaub begleitet und musste dort täglich mehrmals die Richtung weisen. Über Land sind etwaige Ungenauigkeiten noch kein Problem, aber in großen Innenstädten sind 30 Meter Ungenauigkeit schon mal zwei Straßen zu viel und so habe ich mich ein paar mal verfahren, weil die Positionierung zu ungenau war. Ein Phänomen, welches ich schon ewig nicht mehr gesehen habe. Selbst bei erheblich günstigeren Geräten nicht.

Samsung Galaxy S6 Verbindungen (6)

Klang:

Samsung Galaxy S6 Details (111= (11)Ein einzelner Lautsprecher fühlt sich für die Musikwiedergabe zuständig. Auch  wenn es damit keinen Stereoklang gibt, klingt der erstaunlich gut. Sehr sauber und angenehm auch wenn es keinen Bass dazu gibt. Und für ein so schmächtiges Smartphönchen kann das S6 richtig laut Musik abspiele. Ohne scheppern, verzerren oder anderen Ausfallerscheinungen. Daumen hoch.

Noch besser wird der Klang mit einem Headset, wenn man zuvor mal in den Einstellungen „Adapt Sound“ startet. Hierbei wird wie bei einem Hörtest ein für jedes Ohr spezifischer Frequenzgang ermittelt und eingestellt. Schon erstaunlich, wie sich dadurch der Klang verändern kann, ohne an einem Equalizer zu drehen. Überhaupt ist das mitgelieferte Headset absolut brauchbar. Toller Klang und damit kann man dann auch zahlreiche digitale Klangfilter aktivieren. Wer keinen High-End Klang braucht, wird damit absolut glücklich sein.

Bei Telefonaten gibt es absolut nichts zu beanstanden. Glasklar, ohne Rauschen oder andere Nebengeräusche wird man verstanden. Selbst direkt an der Autobahn stehend konnte mein Gegenüber so gut wie nichts von den vorbeifahrenden Autos hören. Da scheinen die beiden Mikros gute Arbeit beim herausfiltern von Nebengeräuschen zu leisten. Verbindungsabbrüche gab es zu keinem Zeitpunkt.

Fazit:

Auch wenn das Handling teilweise problematisch ist und mich das GPS Modul das ein oder andere mal im Stich gelassen hat, ist das das S6 eines der aktuellen Top-Smartphones. Beim Design scheiden sich die Geister. Mir gefällt es sehr gut, aber der fehlende microSD Slot wird viele Käufer sicher abschrecken. Gerade in Zeiten, in denen Apps immer größer werden und Video in immer höheren Auflösungen Unmengen an Platz verschlingen spielt das eine nicht unwichtige Rolle. Da ist es nur ein schwacher Trost, dass man beim Galaxy S6 auch mit 64 oder 128  GB kaufen kann. Die Verdopplung des Speichers bezahlt man jeweils mit gut 100€.  Der nicht wechselbare Akku ist für mich mittlerweile kein Kriterium mehr.

Das Gütesiegel bekommt das S6 trotzdem ohne lange nachzudenken. Ein tolles Display, ordentlich Power die noch lange ausreichen werden, eine sehr, sehr gute Kamera und eine, für die Leistung, mehr als beachtliche Akkuleistung. Auch das Samsung seine TouchWiz Oberfläche massiv entschlackt hat und uns nicht mehr so sehr bevormundet ist einer der Gründe für eine Kaufempfehlung. Wenn ich die Wahl zwischen dem Galaxy S6 und dem HTC One M9 (Testbericht) hätte, müsste ich echt lange überlegen….würde mich aber letzten Endes durch das bessere Gesamtpaket (und günstigeren Preis) für das Galaxy S6 entscheiden.

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About Peter W.

Mit meinen Tests will ich den "normalen" Interessenten davor bewahren, sein hart verdientes Geld für Müll auszugeben. Denn leider ist es Fakt, das nicht alles Gold ist, was glänzt. Daher gibt es von mir kein Technik-Chinesisch sondern Klartext. Wie ich teste könnt ihr hier nachlesen: http://mobi-test.de/uber-uns/ Wenn ihr Fragen habt, dann verfasst einen kurzen Kommentar und wir versuchen diesen zu beantworten.

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