Das Universum in der Handtasche – das Galaxy Note – Teil 2

Das Samsung Galaxy Note ist derzeit eine kleine Besonderheit auf dem Mobilfunkmarkt. Mit seinem 5,3 Zoll großen Touchscreen rangiert es genau zwischen einem handelsüblichen Smartphone und einem Tablet. Von was sprechen wir genau? Einem Tablet, welches auch telefonieren kann oder von einem viel zu großen Smartphone? Für den täglichen Gebrauch zu riesig oder genau richtig? Und vor allem, was sagt die Handtasche dazu? Fragen über Fragen, die ich in den nächsten Tagen klären möchte… Hier nun Teil 2.

Die Testbericht-Teile 1, Teil 3 bis Teil 5 (Fazit) findet ihr hier: Link zu Teil 1Teil 3Teil 4 und Teil 5.

 

Mittlerweile sind einige Tage ins Land gegangen und ich habe mich an das Note ganz gut gewöhnt. So gut, dass ich bereits mit einem weinenden Augen daran denke, dass ich es in ein paar Tagen schon wieder abgeben muss.

Die Größe im Alltag

Am Anfang war das Galaxy Note sehr groß. So groß, dass es die erste Zeit doch ganz schön unhandlich und „unmobil“ war. Allerdings muss ich auch zugeben, dass dieses Empfinden bei mir nur kurz anhielt, je mehr ich mit dem Gerät umgegangen bin und je mehr ich mich an die Größe gewöhnt habe, desto weniger fällt im alltäglichen Gebrauch auf, dass man kein Smartphone durchschnittlicher Größe in der Hand hält.

Ich habe mich so sehr daran gewöhnt, dass mir alle anderen – schon sehr großen – Smartphones wie das HTC Desires HD meines Freundes arg klein und winzig vorkommen – allerdings im negativen Sinne. Ich bin regelmäßig froh, wenn ich mein Note wieder in der Hand habe und mich beim Lesen von Webseiten, News und Co. nicht mehr so gefühlt anstrengen und zoomen muss. Kurz um, die 5,3 Zoll fühlen sich mittlerweile völlig normal an, ich möchte sie eigentlich auch nicht mehr missen.

Gut, ein Problem hatte ich zu Anfang. Was für eine Tasche nehm ich am besten, um das Display vor Kratzern zu schützen? Einfach in die Handtasche hauen kommt nicht in Frage, zu viele Komponenten könnten Schaden anrichten. Das fängt beim Schlüsselbund an, geht über den Kugelschreiber, der am Terminplaner befestigt ist, bis hin zum Reißverschluss der Kosmetiktasche. Alles potentielle Display-Zerstörer und da es sich hier nicht mal um mein eigenes Gerät handelt, möchte ich das natürlich auch in einem anständigen Zustand wieder abgeben.

Ich habe so einige Handytaschen und -hüllen daheim, aber alle sind zu klein. Das Note ist einfach zu überdimensioniert, um es in eine handelsübliche Tasche zu bekommen. Selbst in die „Smartphone-Taschen“ passt es nicht rein… Also, was tun? Irgendwo muss ja noch etwas rumliegen, was für die paar Tage als Schutz dienen könnte. Ich hatte schon eine meiner iPad-Taschen im Auge, bis mir ein Bücher-Beutel in die Hände fiel.

Bücher-Beutel sind genähte Stoff-Taschen mit Henkel, ähnlich der Stoff-Beutel, die es im Supermarkt gibt, in denen man Bücher verschenken oder einfach Eselsohrenfrei transportieren kann. Gut, ist auch ein wenig groß, aber das Note passt gut hinein und ist durch den dickeren vernähten Stoff gut geschützt. Das überstehende Ende wird umgeschlagen und dem Note kann in der Handtasche nix mehr passieren. Perfekt.

Damit habe ich auch das optimale Stichwort für einen großen Vorteil des Galaxy Note gefunden: Man findet es wirklich super in der vollgeramschten Handtasche. Nach meinem iPhone suche ich mich trotz Hülle immer dumm und dämlich. Es rutscht ständig nach unten, ist nie dort, wo man es eigentlich hingelegt hat und scheint auch ständig der suchenden Hand auszuweichen („Nein, ich will hier jetzt nicht raus!“).

Das Note ist da anders, das rutscht nirgendwohin, weil es dafür einfach zu groß ist, und man findet es schnell wieder. Ausweichen und von einer Ecke zur anderen rutschen kann es dadurch auch nicht. Ich bin schlichtweg begeistert, es ist immer dort, wo man es vermutet^^

Ich habe mit dem Note deutlich weniger Wutanfälle, weil ich mein Handy nicht mehr erst dann erwische, wenn der Anrufer grade auflegt.

Aber natürlich ist nicht alles Gold, was glänzt.

Die Größe hat nämlich auch den Nachteil, das ich faktisch nicht einhändig tippen kann. Ich habe alles probiert, rechte Hand, linke Hand, hochkant, quer, der Daumen ist und bleibt einfach zu kurz. Auch Peters Tipp, die Apps im Homescreen taktisch vorteilhaft für die Einhand-Bedienung anzulegen birgt zwar teilweise einige Vorteile, die Tastatur wird dadurch jedoch nicht besser erreichbar.

Das heißt, ich habe mir mittlerweile ein recht effizientes Zwei-Hand-Tippen angewöhnt. Damit bin ich erstens richtig schnell und zweitens rutscht das Note mir nicht mehr so schnell aus der Hand, da ich es dabei auch mit beiden Händen festhalte. Bei der Bedienung mit einer Hand kippt es nämlich schon ab und an mal nach hinten über oder rutscht einfach unten zwischen den Fingern durch. Da heißt es aufpassen, sonst hat man sofort eine Delle oder Scharte drin. Ein Nachteil der Größe, meine (Frauen)Hände sind wirklich einfach ein bisschen zu klein für die 5,3 Zoll.

Allerdings gewöhnt man sich auch die Bedienung mit beiden Händen recht schnell. Am Anfang empfand ich es noch als nervig und anstrengend, mein Gehirn musste sich erst an die etwas andere Smartphone-Bedienung gewöhnen. Mittlerweile ist es genauso normal wie die Größe, vor allem, da ich so um einiges schneller tippe als mit einer Hand. Gerade längere Texte lassen sich so deutlich angenehmer schreiben.

Worterkennung oder ich weiß nicht, was du schreiben willst…

Nur die Worterkennung musst ich ins Nirvana verbannen, die ging mir so dermaßen auf die Nerven. Ich weiß nicht, für den Tipp-Legastheniker ist die sicher gut geeignet, für mich war sie ein Graus. Ich kann mir ja denken, dass das Note das wahrscheinlichste Wort vorschlägt, was es aus meiner Tippfolge herausliest, aber kann es nicht beim vorschlagen bleiben? Android schmeißt mir das vorgeschlagene Wort dann ungefragt einfach in den Text rein, vor allem, wenn es das falsche ist. Entweder ich schreibe einfach zu seltsame Wörter abseits der Norm oder das Wörterbuch ist einfach zu dumm für mich. Irgendwie kann ich tippen, was ich will, es wird nie das Wort in den Text gesetzt, das ich schreiben möchte – immer ein anderes. Und das nervt auf Dauer tierisch, man muss so jedes längere Wort abseits der üblichen Verdächtigen wie „und“, „ist“ und Co. kontrollieren, sonst korrigiert man ewig die falschen Wörter aus dem Text. Mal ganz davon abgesehen, dass das den Schreibfluss ständig unterbricht und verzögert… Ne, ging gar nicht, wurde verbannt. Jetzt läuft das Tippen geschmeidig und flott – ganz ohne Worterkennung.

To be continued…

About Carmen

Handys waren schon immer meine Leidenschaft, die ich durch Zufall vor einigen Jahren zum Beruf machen konnte. Bis heute lässt mich die mobile Welt mit ihren Handys, Smartphones, Tablets und was der Markt sonst noch so her gibt, einfach nicht mehr los.

3 comments

  1. bislang ein super Testbericht, gefällt mir 🙂
    Die Texterkennung/bearbeitung beim Samsung….ja, da kann ich auch ein Lied von singen. Genau aus diesem Grund verlässt das Galaxy S Plus jetzt wieder mein Haus. Das nervt so richtig gewaltig! Das kenne ich vom Nexus One tausendmal schöner, da kann ich bestimmen wer Recht hat – das Handy oder Ich selbst. Ansich finde ich die Vorschläge ja nicht schlecht und nutze es auch, aber gerade wenn man ein wenig Dialekt oder dergleichen schreibt dann ist da schnell zappa und das Teil bringt mich von einem Wutanfall in den nächsten. Beim N1 gab es trotzdem Vorschläge und Wortkorrekturen, aber generell hatte Ich Recht und das hat mir gefallen. So funktioniert auch flottes Tippen…

    Aber wenn das Samsung aus dem Wort „Gutscheincode“ beim tippen eines Leerzeichens das Wort „Gutscheine“ macht, dann…..argh!!!!

  2. Hab mein Note auf Swype gestellt und die erste Woche nur per tippen geschrieben und das Wörterbuch fleißig lernen lassen. Gebt dem ganzen doch etwas Zeit, ein baby kann auch nicht nach der geburt sofort sprechen.
    Bei mir funzt des wunderbar mittlerweile.

    Zum Thema einhandschreiben: Ja, Frauenhändchen sind dort im Nachteil. Ich selbst habe aber auch nicht die riesigen Pranken. Ich schreibe unterwegs dann aber wenns es schnell gehen muss einhändig.
    Ansonsten nehme ich den Quermodus und bin dann mit beiden Händen angenehmer und schneller unterwegs

  3. Hm, ich bin für dieses „Lernen“ zu ungeduldig^^
    Das Schreiben mit beiden Händen geht bei mir auch im Hochformat ganz gut, ich muss das eigentlich nie auf quer drehen… Aber gut, das macht am Ende jeder anders.

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