Honor 7 im Dauertest – richtig gut aber auch mächtig viel Konkurrenz

Honor 7 Test Banner

Endlich habe ich mal wieder ein Honor für einen Dauertest erhalten. Das Honor 7 ist eher nur Kennern bekannt, denn der Ableger von Huawei ist hierzulande, noch, ein unbeschriebenes Blatt. Dabei bietet der Hersteller durchaus konkurrenzfähige Smartphones und Phablets an. Mal sehen, ob das auch für das Honor 7 gilt, welches sich 3 Wochen im Dauertest beweisen musste.


 

Bevor es mit dem eigentlichen Dauertest los geht, zunächst einmal kurz die wichtigsten technischen Daten zum Kandidaten:

Technische Daten:Honor 7_11

  • Dual-SIM (Nano/ Nano)
  • Android 5.0 Lollipop
  • EMUI 3.1
  • 5,2″ IPS Neo Display mit 1920 x 1080 Pixel
  • 423 ppi
  • 4 x 2,2 GHz / 4 x 1,5 GHz HiSilicon Kirin 935 Octa-Core Prozessor
  • Mali T628 GPU
  • 3 GB RAM
  • 16 GB interner Speicher
  • MicroSD bis 128 GB
  • 20 Megapixel Kamera mit Phase Detection Auto Focus
  • 8 Megapixel Frontkamera
  • LTE Cat4. (150 / 50 Mbit/s)
  • WLAN 802.11 b/g/n/ac (2,4 GHz / 5 GHz)
  • Bluetooth 4.1 LE
  • GPS / GLONASS
  • Micro-USB 2.0
  • Fingerabdruckscanner
  • 143,2 x 71,9 x 8,5 mm
  • 157 g
  • 3100 mAh
  • Fast Charge

Produktseite: hihonor.com/de/honor7

Ausführliche deutsche Bedienungsanleitung: download-c.huawei.com/honor7.pdf

Erhältlich ist das Honor 7 in den Farben Mystery Grey und Fantasy Silver zum Preis ab 321 €. Nicht ganz billig, aber im direkten Vergleich durchaus günstiger als die etablierte Konkurrenz. Man muss aber aufpassen, dass man auch wirklich ein deutsches Modell bekommt. Es gibt durchaus Händler, die die Importversion verkaufen. Die hat meist 64 GB Speicher und wird auch etwas günstiger verkauft. Klingt im ersten Moment gut, aber bei diesen Importen fehlt das wichtige deutsche LTE Band 20.

Übersicht:

Unboxing:

Der türkisfarbene Karton ist schlicht und auch der Inhalt reißt so niemanden vom Hocker

  • Honor 7
  • 2A Netzteil
  • Mikro-USB Kabel
  • Kurzanleitung

So gesehen keine Besonderheiten bis auf eine ab Werk angebrachte Displayfolie, die man auch auf dem Gerät belassen kann. Sehr lobenswert.

Verarbeitung und Ausstattung:

Alu wohin das Auge blickt. Das alles in einem schicken Unibody Gehäuse, welches auf der Rückseite jeweils oben und unten mit optisch ansprechenden Kunststoffabdeckungen versehen sind. Der Tribut an einen guten Empfang, aber man muss schon zweimal hinschauen bzw. fühlen, dass es Plastik und kein Alu ist. Mit 157 g ist es zwar kein Leichtgewicht, aber das Gewicht passt zum stabilen, hochwertigen Gesamteindruck. Nix mit Billigheimer, denn es liegt sehr gut in der Hand.

Honor 7 Hands-On (5)

Der Displayrand ist relativ breit geraten, was aber eine reine Optiksache ist. Tasten gibt es auf der Front nicht. Diese werden im Display eingeblendet und deren Reihenfolge kann in den Einstellungen geändert werden. Oberhalb des Displays gibt es einen Näherungs/Umgebungslichtsensor, die Linse der Frontkamera, den Lautsprecher für Telefonate inkl. der LED-Benachrichtigungsleuchte und der Blitz für die Frontkamera. Am unteren Rand befindet sich zunächst einmal mittig der Micro-USB 2.0 Anschluss. Links und rechts davon jeweils mehrere Öffnungen, die auf Stereo-Lautsprecher schließen lassen. Wie so oft ist das aber leider nicht der Fall. Einen Lautsprecher findet man nur links. Rechts ist ein Mikrofon versteckt.

Honor 7 Details (26)Am linken Rand eine zusätzliche „Smart -Taste“, die in den Einstellungen mit drei Befehlen belegt werden kann. Einmal gedrückt, zweimal gedrückt oder gedrückt gehalten können dann jeweils verschiedene Dinge auslösen wie eine App starten, Kamera starten, einen Kontakt anrufen usw. Echt genial so eine Taste. Daneben der Kombi-Slot für die Simkarten bzw. Speicherkarte. Leider muss man sich entscheiden, ob man zwei Simkarten oder eine Simkarte und eine Speicherkarte einlegen möchte. Am Kopfende der Infrarot-Sender, die 3,5 mm Headsetbuchse und das zweite Mikrofon. Rechts außen die einteilige Lautstärke-Taste und die Power-Taste, die sehr einfach zu unterscheiden sind. Beide bieten einen sehr guten Druckpunkt, allerdings klappert die Lautstärketaste minimal.

Auf der Rückseite thront etwas erhaben die Kamera, deren Abdeckung aus kratzfesten Saphirglas besteht. Daneben der Dual-LED Blitz und darunter der nahezu perfekte Fingerabdruckscanner. Huawei hat es einfach drauf was den Scanner angeht. Einmal angelernt, erkennt der Scanner den Finger in 99,99% der Fälle sofort und dabei spielt es keine Rolle wie der Finger aufgelegt wird. Genial ist auch, dass im Gegensatz zur Konkurrenz wie dem LG V10 (Testbericht) das Honor 7 in einem Schritt mit dem Finger direkt aktiviert und entsperrt werden kann. Man muss also nicht erst die Powertaste drücken, um das Handy aufzuwecken, um dann mit dem Fingerabdruck zu entsperren. Klappt beim Honor 7 in einem Arbeitsgang. Dem Honor 7 ist es auch egal, wenn der Finger nass ist oder etwas verschmutzt. Ein „fremder“ Finger wird aber zuverlässig als nicht berechtigt erkannt und auch der Trick mit dem kopierten Fingerabdruck funktioniert nicht.

Und hier der bei mir obligatorische Größenvergleich:

Betriebssystem und Leistung:

Honor 7 Screenshots (13)Honor schiebt einigermaßen regelmäßig Updates rüber. So wurde mein Honor im Laufe der drei Wochen insgesamt zweimal mit kleineren Updates versorgt. In absehbarer Zeit soll das Update auf Android 6.0 Marshmallow zur Verfügung stehen. Aktuell ist Android 5.0.2 Lollipop installiert auf dem die EMUI 3.1 Version aufgesetzt ist. EMUI ist die Abkürzung für Emotion UI und kommt natürlich von Huawei und somit unterscheidet sie sich nicht von den Huawei Geräten. Und we einmal mit der EMUI zu tun hatte, wird sie kaum noch missen wollen. Viele Funktionen wie die vollständige Kontrolle über die Rechte aller Apps, Benachrichtigungen, Datenverbrauch und Aufräumen des gerätes sind so bei Android entweder gar nicht oder nur über Umwege zu bekommen. Hier alles ab Werk mit drin und funktioniert perfekt. Das kostet halt auch Platz.

So sind von den 16 GB Speicher direkt nach dem ersten Start noch 6,39 GB frei. Wer die ganzen vorinstallierten Apps deinstalliert, bringt es auf 8,47 GB. Nicht schlecht oder? Auf Wunsch kann der Speicher ja erweitert werden. Sollte man auch tun, denn in den Einstellungen kann man den externen Speicher für alle Apps direkt voreinstellen. Platzmangel ade.

Und auch sonst kann man sich an die EMUI Oberfläche sehr schnell gewöhnen und findet sich zurecht. Zentraler Anlaufpunkt ist der Telefonmanager. Hier findet man alle wichtigen Dinge unter einer Oberfläche. Den Beschleuniger, der dabei hilft das Handy sauber zu halten, den Speicher im Auge zu behalten und ggf. aufzuräumen. Einen wirklich guten Belästigungsfilter, Zugriff auf alle Energiesparoptionen, den Datenverkehrsmanager mit dem genau im Blick hat, welche App wann oder überhaupt ins Netz darf (WLAN oder mobil), welche Apps im Benachrichtigungszentrum zu Wort melden dürfen und welche nicht, „Bitte nicht stören“ Option oder die App Sperre,über die man Apps mit einem Passwort bzw. Fingerabdruck schützen kann.

Und wem die Optik der Oberfläche nicht gefällt, kann sich ein neues Design per Klick aktivieren. Backup vom Handy machen? Kein Thema. Sogar mitsamt aller Apps und deren Einstellungen und dafür braucht man nicht einmal einen PC. Mit dabei auch solche Sachen wie „Double-tap-to-wake“, also das doppelte antippen des Display, um es aufzuwecken oder die Möglichkeit viele Funktionen direkt schon aus dem Sperrbildschirm heraus zu erledigen.

Huawei zeigt wie man die Android Oberfläche sinnvoll erweitert, auch wenn es jede Menge Bloatware gibt. Aber da man diese genauso problemlos entfernen kann, ist und bleibt EMUI für  mich das Maß der Dinge in Sachen Androidoberfläche. Das trifft alles aber nur auf die offiziellen deutschen Modelle des Honor 7 zu. Wer ein Importgerät erwischt, wird mit zahlreichen asiatischen Apps und fehlenden Googlediensten leben oder diese mühsam selber reinfrickeln müssen. Also Augen auf beim Honor 7 Kauf!!!

Honor 7 Leistung (5)Volle Hütte auch in Punkto Leistung. Kein Wunder, denn das Herz des Honor 7 besteht aus einem mit 4 x 2,2 GHz und 4 x 1,5 GHz getakteten HiSilicon Kirin 935 Octa-Core Prozessor nebst Mali T628 Grafikeinheit und reichlich 3 GB RAM. Bei den ganzen synthetischen Benchmarks liest sich das nicht so imposant wie man andere Kombi, aber dafür passt es im Alltag. Hänger, Aussetzer oder gar Abstürze? Gibt es beim Honor 7 nicht. Es läuft einfach und das sehr sauber ohne Ruckler oder ähnliche Auffälligkeiten. Wer mal ein paar schnelle Runden Asphalt 8 drehen will oder mit einem Flugsimulator herumfliegen will, kann dieses problemlos tun. Auch hier zeigt sich das Honor 7 trotz mittelmäßiger Benchmarkergebnisse sehr flüssig.

Einzig erwähnenswert ist doch recht hohe Wärmeentwicklung nach einiger Zeit der Nutzung. Zwar sind 40°C im Bereich der Kamera nicht dramatisch oder gar gefährlich für die Innereien, aber es fühlt sich etwas unangenehm an. Unter Volllast wie bei aufwenfigen Spielen zeigt das Digitalthermometer einen Wert von 44,8°C an. Gerade noch so akzeptabel.

Hier noch ein paar Benchmark Ergebnisse:

  • AnTuTu: 52454
  • Base X Mark: 12499 / 5422
  • Basemark OS II: 1124/ 2020 / 1275 / 883 / 701
  • CF-Bench: 81352 / 33765 / 52799
  • Chrome Sunspider Browser Benchmark: 956,0 ms
  • Epic Citadel: 58,8 fps (High Quality)
  • Epic Citadel: 49,6 fps (Ultra High Quality)
  • Epic Citadel: 58,8 fps (High Performance)
  • Geekbench 3: 933 / 3510
  • GFXBench: 762,1 Frames
  • Icestorm Sing Shot: 375
  • Icestorm Unimited: 12273
  • Icestorm Extreme: 8044
  • Icestorm: Maxed Out
  • Jetstream Benchmark: 31.631
  • NenaMark 2: 59,8 fps
  • Octane 2.0 Score: 5031
  • Quadrant Standard: 13928
  • PC Mark: 4647
  • Vellamo: 2039 / 1330 / 3313

Display:

Wie bereits erwähnt ist ab Werk eine Folie vorhanden, die so gut ist, dass man sie drauf lassen kann. So werden die 1920 x 1080 Pixel gut geschützt, den leider gibt es kein Gorilla Glass. Das 5,2″ IPS Neo Display erreicht somit eine Pixeldichte von 423 ppi und liefert (eben Full-HD) ein gestochen scharfes Bild mit knackigen und kräftigen Farben. Wie von Huwei bzw. Honor gewohnt kann man in den Displayeinstellungen die Farbtemperatur einstellen. Die maximale Helligkeit geht ebenfalls in Ordnung. Leider funktioniert die automatische Helligkeitsregelung nicht so gut wie der Rest. Zwar erkennt sie zuverlässig eine Änderung, aber bis dann nachreguliert wird, vergehen oft mehrere Sekunden und dann muss die Automatik immer wieder mal nachkorrigieren, weil es doch noch nicht gepasst hat. Insgesamt ist mir das zu hektisch, weil oft zu stark nachgeregelt wird.

Die Blickwinkelstabilität ist IPS-typisch ohne Tadel. Erst wenn man sehr flach auf das Display schaut, erkennt man eine leichte Abdunklung des Display. Änderungen der Farbe oder gar Invertierungen gibt es nicht. Die Empfindlichkeit ist gut und reicht selbst bis in an den Rand und die Ecken. Eingaben mit mehreren Fingern wurden direkt umgesetzt.

Lichthöfe gibt es nicht zu beklagen, im Freien ist das Display selbst bei Sonnenschein noch sehr gut ablesbar und auch ist die Ausleuchtung des Display sehr regelmäßig, aber was gar nicht geht ist das, was man auf dem Foto sieht. Zwischen dem Display und Umrandung leuchtet es kräftig durch. Und das an beiden Seiten. Ich bezweifel mal, dass das am Verschleiß oder Abnutzung liegt, sondern eher schlechter Verarbeitung. Vor allem nachts sehr, sehr störend.

Honor 7 Display (6)

Kamera:

Die Kamera App bei Honor bzw. Huawei erklärt sich von selbst. Eigentlich kein Unterschied zur Konkurrenz. Nur findet man hier auf dem Schirm Einstellungen wie „Lichtmalerei“ oder „Lebensmittel“. Bei den Lichtspielereien kann man tolle Effekte in der Nacht mit Licht erzeugen. Und das „Lebensmittel“ ist was für unsere Foodporn Anhänger, die jedes Gericht mit der Welt teilen müssen. Gemüse wirkt durch eine etwas überzogene Sättigung noch knackiger und Fleisch noch saftiger. Letztlich nur eine Spielerei aber durchaus spaßig. Für Profis dürfte der „Pro Modus“ von Interesse sein, denn hier kann man jede Einstellung manuell vornehmen und hat so die komplette Kontrolle über das Bild.

Sehr gut gefällt mir die Möglichkeit die Kamera zu jeder Zeit durch zweifaches Drücken der Leiser-Taste zu starten und da die Kamera schnell fokussiert und auslöst, gelingen auch Schnappschüsse sehr gut. Auch gut ist die Audiosteuerung, die das Auslösen per Sprachbefehl ermöglicht. Gerade bei Selfies eine Erleichterung. Die Finger weg lassen sollte man von der Option Perfektes Selfie“. Hier wird auf Teuel komm raus weichgezeichnet und verschlimmbessert. Gesichter wirken derart künstlich. Fast schon wie Puppen.

Im Großen und Ganzen gelingen mit der Kamera des Honor 7 wirklich gute Fotos, solange die Bedingungen stimmen. Erst bei maximaler Vergrößerung werden leichte Auswaschungen sichtbar. So sind Schilder nicht mehr 100%ig zu lesen, wirken aber bei normaler Ansicht nicht verschwommen. Im HDR Modus passt der Mix aus Kontrast und Tiefenschärfe sehr gut und lässt Bilder noch lebendiger wirken. So macht fotografieren Spaß, denn ich bin ein typischer Automatikfotografierer. Kamera raus, anschalten und abdrücken. Den Rest soll doch bitte die Elektronik erledigen und das tut sie. Der Frontblitz ist eher eine trübe Funzel und hat mal so gar keinen Effekt. Das kann der Dual-Tone LEDblitz hinten etwas besser. Zwar wirken Fotos in Dunkelheit nicht so gut wie von einem LG G4 (Testbericht) oder LG V10 (Testbericht) aber so wirklich schlecht sind sie auch nicht.

Wie immer findet ihr alle Fotos in ihren vollen Auflösung und unbearbeitet bei Flickr -> Link

hdr

Akku:

3100 mAh mit Fast Charge. So die Eckedaten des fest verbauten Akkus. Wie immer ist bei mir ist Bluetooth, WLAN, GPS, Sync dauerhaft aktiviert, das Display auf 75% Helligkeit mit Automatik und die Abschaltung auf 5 Minuten eingestellt. Die eingebaute Akkusparfunktion ist auf „Intelligent“ eingestellt, da man diese nicht komplett deaktivieren kann. Wie man am Screeshot sehen kann, nutze ich so ein Smartphone sehr viel und auch mal längere Zeit am Stück. Allerdings scheint das Honor 7 noch zu viel Strom im Standby zu verbrauchen, denn zu dem Screenshot gehört eine Displayzeit von exakt 3 Stunden und 33 Minuten. Das ist vergleichsweise wenig, denn nach etwas mehr als 15 Stunden war der Akku auf 4% runter.

Eine Stunde spielen wie z.B. GT Racing 2 entlockt dem Akku zwar gerne mal bis zu 21% und ein Film in Full-HD deren 19%, aber im normalen Betrieb hält sich der Konsum wirklich in Grenzen,  wie man auch am ziemlich geradlinigen Verlauf sehen kann.

Wer den Intelligenten Energiesparmodus aktiviert, wird sicher noch ein bisschen weiter kommen, da hierbei der Prozessor je nach Bedarf mehr oder weniger viel Leistung liefert. Richtig Saft spart man mit dem Modus „Ultra“. Ähnlich wie bei Samsung wird die Oberfläche nur noch in schwarz/weiß dargestellt und sämtliche Funktionen bis auf die Telefonie und SMS abgeschaltet. Dadurch kommt man dann selbst mit 4% Akku laut Anzeige noch knapp 5 Stunden ohne Steckdose aus.

Dank Fast Charge ist der Akku dann auch wieder recht schnell aufgeladen. Vorausgesetzt man besitzt ein entsprechendes Ladegerät, denn das mitgelieferte Netzteil ist keines…ein glatter Minuspunkt.

Honor 7 Akku (4)

Konnektivität:

Das Honor 7 zieht hier mit dem Huawei P8 (Testbericht) gleich. Es ist alles drin, was man so braucht (oder auch nicht). So versteht das WLAN auch den neuen ac-Standard und funkt Dual, also im 2,4 und 5 GHz Band. Von meinen 8 empfangbaren WLANs findet das Honor 7 sechs und das sehr stabil. Bluetooth, WLAN und GPS arbeiten zuverlässig. Genau wie beim Huawei P8 gibt es auch hier in den Einstellungen den Menüpunkt „Link+“. Darin dann WiFi+ und Signal+. In der Anleitung ist über beide Punkte nichts zu finden. Und auch die Erklärung im Menü ist nicht wirklich hilfreich, auch wenn Bilder das ganze illustrieren. Das WiFi+ schaltet sich automatisch ein, sobald man in den Bereich eines gespeicherten WLANs kommt. Zudem schaltet es schneller zwischen WLAN und mobiler Datenverbindung um, damit es zu keinen Verbindungsabbrüchen kommt. Allerdings kann die Funktion das WLAN nicht deaktivieren, wenn kein bekanntes WLAN in Reichweite ist. Bei Signal+ klammert es  sich nicht krampfhaft an einen Sendemast bis es nicht mehr geht und nimmt sich auch noch Sender in der Nachbarschaft zur Hilfe, um einen noch besseren Empfang zu ermöglichen. Da ich hier mitten im Rhein-Main Gebiet wohne, das Netz sehr gut ausgebaut ist, möchte ich keine wirkliche Aussagen zum Nutzen und Funktion machen.

Klang:

Stereo-Lautsprecher gibt es leider nicht, obwohl es da unten danach aussieht. Immer öfter sieht man diesen Trick. Egal ob beim OnePlus X (Testbericht) oder einigen anderen. Sieht optisch zwar schicker aus aber mehr eben auch nicht. Mono bleibt mono, dafür kann das Honor 7 richtig laut. Und dabei klingt es auch noch gut. Beim normalen hören gibt es natürlich keinen Bass und auch die unteren Frequenzen des Mitteltonbereichs sind eher nur Einbildung denn wirklich vorhanden. Aber egal, denn das bringen die meisten auch nicht besser hin. Dafür klingt es oben herum richtig gut. Spritzig, mit einem leichten Hang zu vorlauten hohen Tönen aber insgesamt richtig gut. Zumindest für so eine kleine Mono-Quäke.

Die Sprachqualität bei Telefonaten ist absolut in Ordnung. Klar, laut und gut verständlich kommt der Anrufer aus dem Lautsprecher. Das Gegenüber hört uns ebenfalls sehr natürlich, auch wenn ab und zu mal ein wenig Hall eingestreut wird. Aber alles im Rahmen.Honor 7 Details (13)

Fazit:

Das Honor 7 ist ein richtig gutes und vor allem solides Smartphone, aber trotzdem vergebe ich nicht das Gütesiegel. Warum? Ganz einfach. Es ist schlicht zu teuer. Ich schaue jetzt rein auf das Preis/Leistungsverhältnis. Wer ein Display um die 5″ haben möchte, kann zum OnePlus X (Testbericht) greifen. Kostet mit 269 € knapp einen hunderter weniger. Hundert Euro weniger. Das ist fast 1/3 und das OnePlus X nicht wirklich schlechter. In keiner Disziplin genauso wenig das Huawei P8 (Testbericht) für glatt 300 €.

Lassen wir die Displaygröße jetzt mal außen vor und orientieren uns rein am Preis von derzeit 321 € für das Honor 7, wird die Auswahl noch größer. Allen voran das OnePlus 2 (Testbericht) zum gleichen Preis, oder wie wäre es mit dem nach wie vor hervorragenden LG G4 (Testbericht) für aktuell 339 € oder um bei Huawei zu bleiben das fantastische Huawei Mate S (Testbericht) zum Preis von 374 € oder das Huawei GX8 (Testbericht) für 369 €? Allesamt noch einen Tacken besser ausgestattet, besser verarbeitet und das kaum teurer. Ich glaube, dass sollten mehr als genug Alternativen und Erklärung genug sein.

About Peter W.

Mit meinen Tests will ich den "normalen" Interessenten davor bewahren, sein hart verdientes Geld für Müll auszugeben. Denn leider ist es Fakt, das nicht alles Gold ist, was glänzt. Daher gibt es von mir kein Technik-Chinesisch sondern Klartext. Wie ich teste könnt ihr hier nachlesen: http://mobi-test.de/uber-uns/ Wenn ihr Fragen habt, dann verfasst einen kurzen Kommentar und wir versuchen diesen zu beantworten.

5 Comments

  • Sebastian J. sagt:

    Guter Testbericht, jedoch finde ich, dass das Honor 7 nicht wirklich teuer ist.
    Man sollte bedenken, dass Honor des Öfteren das Honor 7 im offiziellen Store für 299,-€ anbietet.
    Zudem besitzen das LG G4 und das Oneplus X keinen Fingerabdrucksensor- war viele heutzutage einfach haben wollen. Alle anderen genannten Konkurrenten sind teurer als das Honor 7.

    Zudem verwundert es mich, dass das Honor 7 NFC haben soll. Soweit ich weiß, unterstützt es diese Funktion nämlich nicht. Was aber Honor selbst bestätigt hat ist, dass das Honor 7 mit Gorilla Glass 3 geschützt ist.

  • t-ryder sagt:

    „Lichthöfe gibt es nicht zu beklagen“ – dass ich nicht lache. Ich habe mein Honor 7 zwei mal eingeschickt wegen Display Bleeding / Licht-Höfen. Es kam zwei mal zurück und nichts hatte sich geändert. Am unteren Rand des Displays sind links und rechts bei manchen Farbtönen so starke Licht-Höfe dass es scheint als wären dort Farbverläufe in der Benutzeroberfläche. Das ist ein Serienfehler des Displays, und man hat schlechte Karten, wenn man die Licht-Höfe bei seinem Honor 7 hat und sich auf die Garantie beruft. Weder der Huawei Honor Service Repair Center ESC noch Huawei selbst konnten behilflich sein oder weitere Infos geben. Ein No-Go. Auf Android-Hilfe gibt es einen Thread zum Thema.

  • Mikki sagt:

    Hat das Honor 7 jetzt tatsächlich kein Gorilla Glass? In allen Angaben (Hersteller/Händler) steht, dass es Gorilla 3 Glass hat, der Test verneint dies. Was stimmt?

    • Peter W. sagt:

      Ich sage nach wie vor, dass es kein Gorilla Glas hat. Ob man ein Glasdisplay hat oder eines aus Kunststoff sollte man merken. Und das Honor 7 klingt verdammt nach Plastikdisplay und hatte nach wenigen Tagen schon die ersten feinen Kratzer. Bei Gorilla Glas gibt es sowas nicht.

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