HTC One X im Dauertest Teil 2 – HTC Sense 4.0 und vorinstallierte Apps

Im Zweiten Teil zum HTC One X Dauertest werfe ich mal einen genaueren Blick auf HTC Sense 4.0 und den vorinstallierten Apps. Da gibt es derart viel Neues zu berichten, das es sich lohnt daraus einen eigenen Teil zu machen. Und so viel sei jetzt schon mal verraten. Das Warten hat sich wirklich gelohnt. Die Version 4 lässt kaum noch Wünsche offen und ist trotzdem einfach in der Bedienung.

 

Teil 1 – erste Erfahrungen im Vergleich zum Galaxy Nexus

HTC Sense 4.0:

Zusammen mit Android 4.0.3 bringt HTC bei der One Serie jetzt endlich auch das lang erwartete Update von HTC Sense auf die Version 4.0. Dabei hat sich derart viel verändert, das man stundenlang darüber berichten könnte. Meist sind das aber eher Kleinigkeiten und viel hat sich unter der Haube verändert, so das ich jetzt „nur“ auf die offensichtlichsten Änderungen eingehe.

Viele Neueinsteiger werden sich sicher erst einmal fragen, was HTC Sense überhaupt ist. Daher eine kurze Erklärung.

Jedes Android Smartphone oder auch Tablet ja hat diverse Homescreens, die man nach belieben mit Inhalten füllen kann. Also Verknüpfungen zum starten von Apps, die allseits beliebten Widgets usw.

HTC Sense erweitert die Funktionen und Möglichkeiten der Oberfläche um ein vielfaches, was Android sowieso schon von Werk aus kann. Sense ist also eine Maske, die einfach über die original Android Oberfläche gestülpt wird.

Fangen wir beim Lockscreen an, also dem Sperrbildschirm. Hier sieht man auf einen Blick, was es so neues gibt. Über den verschiebbaren Ring kann man seine 4 wichtigsten Apps direkt starten, in dem man den Ring auf die App schiebt oder die App selbst in den Ring zieht. Je nach Voreinstellung über das Menü „Personalisieren“ kann man hier z.B. die neuesten Facebook Meldungen anzeigen lassen, das Wetter (inkl. dem Scheibenwischer bei Regen), seine Kontakte, alle verpassten Anrufe, Mails usw. Diesen Screen kann man individuell anpassen, aber dazu gleich mehr.

Beim Homescreen gab es ebenfalls eine ganze Reihe von Änderungen. Am auffälligsten ist das neue Design der Uhr. Die Schrift ist größer und feiner. Die Animationen des Widget wurden ebenfalls komplett überarbeitet. Sieht jetzt alles eine ganze Ecke nobler aus, wie ich finde.

Überhaupt wurden die Grafiken und Animationen wohl überall überarbeitet. Mit dem 4-Kern Prozessor ist ja nun genügend Power vorhanden, um auch mal aufwendige Animationen ablaufen zu lassen. Und die sehen wirklich top aus. Ist halt rein optisches Spielzeug, aber schön anzuschauen.

Der Start-Homescreen selber wirkt aufgeräumt. Am unteren Ende findet man wieder die 4 Shortcuts. Und genau diese werden im Lockscreen über dem Ring angezeigt. Auf Wunsch kann man auch Ordner aus mehreren Apps anlegen. Hier war mal mit HTC Sense 3.x ein wenig flexibler. Da konnte man im Lockscreen eigene Apps anzeigen lassen und in der unteren Leiste wiederum andere. Beim blättern durch die Screens wird man wieder von schönen Animationen begleitet und der Wechsel geschieht zügig ohne jeden Ruckler. Dort findet man die bereits bekannten Widgets für die Kontakte, Kalender, Musikplayer, Bilderrahmen Friendstream. Auch diese sind neu gezeichnet worden und wirken einen Tick moderner. Wie gehabt , kann man über einen Druck auf den Home-Button (das Häuschen ganz unten) die Reihenfolge der Screens verändern, neue hinzufügen oder entfernen.

Was HTC aber besser gelöst hat als Android selbst, sind die Ordner auf dem Homescreen. Das man Icons aufeinander ziehen kann ist ein alter Hut, aber bei HTC ist man flexibler was die „Füllung“ der Ordner angeht. Über das „+“ kann man jederzeit weitere Apps dem Ordner hinzufügen und deren Reihenfolge ändern.

Das Hinzufügen von Widgets oder Verknüpfungen funktioniert wie gehabt. Auf das Display tippen und gedrückt halten oder über das Menü. Schon bekommt man eine Liste aller Widgets, die man anschließend in den gewünschten Homescreen schieben kann. Dasselbe mit Apps und Verknüpfungen. Bei den Widgets packt HTC jetzt auch direkt hauseigene Toogles bei. Mit diesen Schaltern kann man z.B. WLAN oder das Profil per Klick umschalten. Dafür brauchte man bisher diverse Apps.

Beim Thema Personalisieren ist bei Android von Haus aus alles über mehrere Menüs verteilt. HTC Sense macht es besser und vereint alle optischen und akustischen Anpassungen im Menüpunkt „Personalisieren“. Und auch hier geht HTC einen etwas anderen Weg, der sich Szene oder Stil nennt. Es gibt diverse vorgefertige Szenen, mit denen sich das Wallpaper ändern, die voreingestellten Widgets usw. Sehr schön gemacht und vor allem verirrt man sich nicht im Menü, nur weil man irgendwas anpassen will und es nicht direkt findet. Hier kann man dann auch den bereits beschriebenen Stil des Lockscreen ändern.

Leider gibt es auch bei Sense keine Toggles in der Nachrichtenzeile, die man wie gewohnt von oben herunter ziehen kann. Eines der von mir am meisten genutzten Funktionen auf einem Androiden. Um z.B. auf die Schnelle das Profil auf Lautlos zu schalten oder WLAN vorübergehend zu aktivieren. Hier kann man sich aber mit der App Notification Toggle behelfen.

Der sog. Appdrawer, also die Liste aller installierten Apps bietet keine großartigen Extras. Das Menü scrollt bei Sense 4.0 jetzt horizontal, aber man hat immer noch keine Möglichkeiten seine Apps nach selbst angeegten Kategorien zu sortieren. Es gibt aber 3 Voreinstellungen „Alle“, „Häufig“ und „Downloads“ wobei Downloads fr selbst installierte Apps steht. Die Sortierung dieser 3 Reiter kann man ändern, aber so wirklich schlau werde ich daraus nicht.

Alleine über den Menüpunk „Einstellungen“ kann man einiges schreiben, denn auch hier setzt HTC Sense an und verpackt alles ein wenig anders. Den Punkt „Personaliseren“ habe ich ja bereits angesprochen. Etwas versteckt bei „Drahtlos & Netzwerke“ findet man darunter noch „Mehr“

Hier aktiviert man unter anderem NFC zur drahtlosen Übertragung auf kurzen Distanzen und hier versteckt sich der Punkt „Nutzung“. Wer z.B. jeden Monat nur 100 Freiminuten oder eine gewisse Zahl Frei-SMS zur Verfügung hat, kann hier Limits einstellten mitsamt einer Warnung. Dasselbe für den Traffic bei Internetverbindungen. Hier geht Sense einen Schritt weiter als andere und bereitst das optisch sehr schön auf und informiert zuverlässig bei erreichen einer Schwelle. Perfekt wäre es geworden, wenn man hier noch Nummern auschließen könnte. Aber auf jeden Fall besser als nichts und so erspare ich mir schon wieder die Installation einer extra Apps dafür.

Ein weiteres Plus von HTC Sense ist die direkte Einbindung diverser Serviceanbieter. Mailanbieter, Facebook und Twitter ist ja nichts besonderes mehr, aber mit Dropbox hat HTC eine Kooperation eingegangen. Satte 25GB kostenlosen Speicher bekommt man als HTC Kunde (leider auf 2 Jahre beschränkt) und damit verbunden eine direkte Integration in das System. Dasselbe gilt für Evernote, meinem Favoriten für Notizen. Vorteil ist halt wirklich, das man nicht mehr diese Apps extra installieren muss.

Ansonsten sind die Einstellungen wie von Android gewohnt, nur eben optisch ein bisschen ansprechender.

Kommen wir mal zu den vorinstallierten Apps, denn da gibt es bei HTC jede Menge. Mehr oder wenige nützlich. Viele würden am liebsten ein nacktes System bekommen und auf den vorinstallierten Kram liebend gerne verzichten, aber Otto-Normal-Nutzer freut sich darüber, das er oder sie nicht mehr viel selber machen muss.

7digital ist ein Musikshop ähnlich iTunes oder musicload.

Aktien lässt schon vermuten, worum es hierbei geht. Dessen Widget kann man auch im Lockscreen als eigenen Stil auswählen.

Aufgaben bietet eine einfache Notizfunktion mit direkter Einbindung in Google Tasks.

Dropbox ist der bekannte Onlinespeicher, neudeutsch Cloud genannt, und hier bietet man HTC Kunden 25GB kostenlosen Speicher an. Nutze ich schon länger und ist sehr zu empfehlen.

Evernote habe ich ja schon kurz geschrieben. Für mich die mit Abstand beste App zur Verwaltung von Notizen aller Art und das Systemübergreifend.

Friendstream ist der HTC eigene Dienst, der Facebook, Twitter und Flickr in einer App vereint. Auch hier gibt es ein passendes Widget. Einfach nur praktisch auch wenn vielen einige Funktionen fehlen. Aber für den schnellen Überblick völlig ausreichend.

HTC Hub ist ein kleiner Appstore von HTC, über den man unter anderem ein paar Apps, aber auch neue Stile, Szenen oder Sounds zum Personalisieren bekommen kann. Auf jeden Fall einen Blick wert, denn es gibt jede Menge Extras.

Locations ist der bisher Beste Google Maps Konkurrent und wird demnächst noch mit einer Offline Navigation erweitert.

Einen extra Absatz möchte ich dem App Car widmen. Dieses Dock ist eine geniale Sache und wurde gegenüber der alten HTC Sense Version massiv erweitert. Davon mal ab, das man so ein Handy während der Fahrt nicht bedienen sollte oder darf, will ich es kurz vorstellen.

Startet man diese App, bekommt man wichtige Apps als große Icons angezeigt. Leider scheint man diese nicht ändern zu können. Ein Klick auf das Telefon lässt eine große Tastatur erscheinen und daneben die Favoriten bzw. letzten Anrufe.

Auch die Google Maps Navigation ist integriert und so kann man sehr schnell zu einem Ziel geführt werden.

Neu ist die Integraion von TuneIn einem Online-Radio Dienst, den ich übrigens schon länger nutze, aber niemals unterwegs auf die Idee kommen würde zu nutzen. Dafür verbraucht es zu viel Traffic. Aber es ist halt da und funktioniert.

Auf jeden Fall ist das eine äußerst praktische Sache, die ich jetzt mal in meinem Auto auf Alltagstauglichkeit hin testen werden.

Das waren jetzt die auffälligsten Änderungen von HTC Sense. Interessant ist halt, das vom ursprünglichen Android 4.0 so gut wie nichts mehr zu sehen ist. Eigentlich gar nichts mehr. Überall stülpt HTC seine Sense Maske über. Dem einen gefällt es, den anderen, so wie mich, stört es nicht. Hauptsache es ist funktionell und das ist es allemal.

Teil 3 – durchschnittliche Performance und schlechtes Display

Übrigens kann man das One X mittlerweile spielend leicht rooten -> Link

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About Peter W.

Mit meinen Tests will ich den „normalen“ Interessenten davor bewahren, sein hart verdientes Geld für Müll auszugeben. Denn leider ist es Fakt, das nicht alles Gold ist, was glänzt. Daher gibt es von mir kein Technik-Chinesisch sondern Klartext. Wie ich teste könnt ihr hier nachlesen:

http://mobi-test.de/uber-uns/

Wenn ihr Fragen habt, dann verfasst einen kurzen Kommentar und wir versuchen diesen zu beantworten.

9 comments

  1. Super Artikel… genau so einen lockscreen such ich für Samsung…

  2. Was mit brennend interessieren würde ist…

    Die 3 Touch-Tasten ganz unten (die ja eigentlich sinnlos sind bei Android 4.0) sind nur manchmal beleuchtet. Woran liegt das bzw. wie kann man das Einstellen? Ich habe in jedem Menü und in jeder Einstellung geguckt, aber nichts dazu gefunden. Auch die weite Welt des Internets konnte mir bislang nicht weiterhelfen.

    Aber echt geiler Beitrag bisher. Bin auch voll und ganz begeistert von meinem One X (in weiß). Durch mein Desire bin ich auch schon HTC Sense verwöhnt, was für mich den Ausschlag gegeben hat, nicht zu einem Samsung oder einem anderen Smartphone zu greifen.

    Bezüglich meines „Problems“ hoffe ich, kann geholfen werden…

    Danke und MfG

    Marcel

    •  Habe dazu auch noch nichts finden können, aber bisher hatte ich keine Probleme das die Tasten zu kurz beleuchtet sind. Sie sind eigentlich immer sichtbar, sprich beleuchtet, solange das Display aktiv ist.

      • Also bei mir scheint das nicht der Fall zu sein. Sie sind zwar immer sichtbar, aber das liegt nicht an der Beleuchtung. Wenn es dunkel ist, fällt es immer sehr auf. Habe aber absolut nichts finden können ob man da was einstellen kann. Das ist bisher aber auch alles, was mich an dem One X „stört“.

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