Huawei Ascend G 615 im Dauertest – eine Nexus 4 Alternative oder nicht?

Da ist es nun. Das Huawei (gesprochen Wawej) Ascend G 615 ist angetreten, um uns im Dauertest zu überzeugen. Oder eben auch nicht. Auf jeden Fall wird es spannend zu sehen, wie es sich so im Alltag schlägt. Denn komischerweise wird als Hauptkonkurrent immer nur das Nexus 4 genannt.

Wem Huawei immer noch nichts sagt, der hat in den letzten Monate einiges verpasst. Huawei ist nach den letzten Quartalszahlen erstmalig unter die Top 3 im Smartphone Markt aufgestiegen. Insgesamt verkauften die Chinesen weltweit im 4. Quartal 2012 sagenhafte 10.8 Millionen Geräte. Vor ihnen liegen nur noch Apple und Samsung. Das Huawei dabei gute Zutaten für ihre Geräte verwendet dürfte sich mittlerweile herum gesprochen haben. In dem hier vorliegenden Smartphone arbeitet ein Quad-Core Prozessor, genauer gesagt der K3V2 (Cortex-A9) welcher mit 1.4 GHz getaktet ist. Power satt sollte also vorhanden sein. Auch das Display ist, zumindest von den Daten her absolute Oberklasse. Mit 4.5 Zoll bei 1280 x 720 Pixel (330 PPI) schlägt es beinahe alles was sich derzeit auf dem Markt tummelt, einschließlich dem iPhone 5 (326 ppi) und dem Samsung Galaxy S3 (306 ppi). Aber wie heißt es so schön, grau ist alle Theorie. Wichtig ist auf dem Platz. Und genau dort wollen wir uns das Huawei Ascend jetzt mal anschauen.

Schaut man sich die nackten Daten des Nexus 4 und des G615 mal genauer an, dann sieht man sehr schnell, warum das Gelaber von wegen Konkurrenz zum Nexus 4 eigentlich völliger Quatsch ist. Beide bieten zwar einen 4-Kern Prozessor, aber dann ist es auch fast schon vorbei mit den Gemeinsamkeiten. Man darf auch nicht vergessen, dass die die 299 € für das Nexus 4 8GB erheblich von Google subventioniert wird. Im freien Handel kostet die 8 GB Ausführung des Nexus 4 momentan ab 389 €. In meinen Augen ist es am ehesten wohl mit dem LG Optimus 4X HD (Testbericht) vergleichbar.

Technische Daten:

  • Android 4.0.4 Ice Cream SandwichHuawei Ascend G 615 (9)
  • 4,5″ IPS TFT Display mit 1280 x 720 Pixel
  • 330 ppi
  • 1,4 GHz K3V2 Quad-Core Prozessor
  • 1 GB RAM
  • 8 GB interner Speicher
  • microSD Slot
  • 8 Megapixel Kamera mit Autofokus
  • 1080p HD Videoaufnahme
  • 1,3 Megapixel Frontkamera
  • Bluetooth 3.0
  • WLAN 802.11 b/g/n
  • DLNA
  • GPS
  • 134 x 67,5 x 10,5 mm
  • 145 g
  • 2150 mAh

Deutsche Produktseite: http://www.ascendg615.huaweidevices.de/

Es ist in den Farben Schwarz und Weiß zum Preis von 299 € vorerst exklusiv bei Amazon, Cyberport und Conrad erhältlich.

Übersicht:

Unboxing:

Das Ascend G615 kommt in einer modernen Verpackung daher. Die Zeiten in denen man mehr Luft als Gerät verpackt hat, sind hoffentlich vorbei, wenn sogar die Chinesen gemerkt haben, dass kleiner auch feiner heißen kann. Öffnet man die Verpackung kann man einen ersten Blick auf das Gerät werfen. Als Zubehör wird leider nur Standardware mitgeliefert. Dazu zählen natürlich der Netzstecker, ein USB Kabel, Headset sowie einige Papiere und eine Schnellstartanleitung.

Wie man Stecker und Kabel auch schön designen kann, haben HTC sowie Apple und Nokia vorgemacht. Leider wirken Stecker und USB Kabel beim hier vorliegenden Huawei Ascend billig. Wie auf einem der unzähligen Elektromärkte in Shanghai gekauft. Aber egal, zumeist sieht man Kabel und Stecker Adapter ja nicht. Ein Headset wird ebenfalls mitgeliefert. Das scheint aber nur dabei zu sein weil es irgendwie dazu gehört. Ich würde den Preis mal mit 99 Cent bei eBay ansetzen. Ansonsten befinden sich in der Verpackung noch eine Schnellstartanleitung sowie die üblichen Papiere. Es ist alles da was man braucht um das Handy laden und an den Rechner anschließen zu können. Mehr aber auch nicht.

Kommen wir mal zu dem Smartphone selber. Das Huawei Ascend G615 gewinnt keinen Designpreis. Aber hässlich ist es auch nicht. Zum Glück wurde auf irgendwelche merkwürdige Designideen verzichtet. Es hat mich auf den ersten Blick an Smartphones der zweiten Generation (2007-2010) erinnert.

Huawei Ascend G 615_Details (5)Leider ist das Display nicht Schwarz sondern besitzt eine gräuliche Farbe. Ich hatte schon lange vergessen, dass Smartphone Displays früher einmal so ausgesehen haben. Mir gefällt die „pure Black Optik“ die man ja heutzutage bei beinahe allen Smartphones sieht, auch bei sehr preisgünstigen Geräten, wesentlich besser. Aber das kann ja durchaus Geschmackssache sein.

Das Display ist von einem grau silbernen dünnen Band eingefasst. Das Gerät selber besteht aus Kunststoff. Die Rückseite, die sich komplett abnehmen lässt, ist leicht aufgeraut. Somit ist es recht griffig. Rutschig wie andere Smartphones fühlt es sich nicht an. Sicher liegt es in der Hand.

Leider wurde die Seite des Geräts nicht in einem Radius belassen sondern ist mit einer deutlich merkbaren Kante versehen. Somit wirkt das Gerät klobiger und dicker als es in Wirklichkeit ist. Die gesamte Bauhöhe des Geräts beträgt 10,5mm.

Huawei Ascend G 615_Details (10)

Die grau/silberne Rückseite besteht aus einem Stück. Diese abzunehmen ist sehr einfach wenn man weiß wie. An der unteren rechten Seite befindet sich eine kleine Kerbe. In diese hebelt man mit dem Fingernagel ein und schon hat man die Rückseite in der Hand. Auch wenn dieses Stück Plastik robust wirkt, so kommt es doch immer mal wieder zum leisen Knarzgeräuschen des Gehäuses.

Das Ascend kommt mit den drei, bei Android üblichen, Bedienelementen unter dem Bildschirm daher. Das gefällt mir sehr gut. Auch wenn ab Android 4.1 auf diese Elemente verzichtet werden kann, da diese ja direkt in das OS implementiert sind verliert man dadurch immer einen Finger breit an Displaygröße. Somit können wir beim Huawei die vollen 4.5″ genießen. Über dem Display befindet sich die 1.3 Megapixel Frontkamera sowie eine Benachrichtigungs-LED. Auch der 3.5 mm Kopfhörer Eingang ist hier untergebracht. Neben der Frontkamera befindet sich der Helligkeitssensor.

Auf der rechten Gehäuseseite haben wir den Ein/Ausschalter sowie die Lautstärkewippe.
Auf der linken Gehäuseseite haben wir den micro-USB Anschluss.
Auf der Rückseite ist die schon erwähnte 8 Megapixel Kamera untergebracht. Neben ihr befindet sich das Blitzlicht. Ganz unten auf der Rückseite befinden sich 2, sehr großzügig dimensionierte Lautsprecher. Diese versprechen ordentlich Bumms.

Wenn man die Rückseite abnimmt, fällt der Blick auf den wechselbaren Akku. Auch die Schächte für SIM-Karte sowie microSD sind hier untergebracht. Anders als bei anderen Geräten wird die Mirco-SD nicht mittels einer Klammer geschützt. man schiebt sie einfach in den Schlitz. Auf mich wirkt diese Konstruktion etwas wackeliger als bei den vielen Mitbewerbern. Wir werden in den nächsten Wochen sehen inwieweit sich dort Einschränkungen mit eventuell verrutschender SD-Karten ergeben.

Das Gerät wirkt durchaus hochwertig und fasst sich im allgemeinen gut an. Auch wenn es etwas klobig und lange nicht so elegant wie ein HTC One X oder One S wirkt. Allerdings trüben die spürbare Kante an der Rückseite sowie der gräuliche Bildschirm etwas den ansonsten Positiven ersten Eindruck. Das Gerät liegt gut in der Hand. Aber ein echter Handschmeichler ist es auch nicht. Dafür ist durch die rauhe Oberfläche der Rückseite ein sicheres Halten gewährleistet.

Hier noch mal ein kurzer Größenvergleich mit ein paar Mitbewerbern:

  • Nokia Lumia 920
  • Samsung Galaxy S3
  • HTC One X
  • iPhone 5
  • HTC One S

Betriebssystem:

Also wollen wir das Gerät mal starten. Das erste Einschalten dauert durchaus seine Zeit. Aber schon während das animierte Huawei Logo auf dem Display erscheint, wird einem klar, dass man es hier mit einem außerordentlich guten Display zu tun hat. Da verliert diese graue Tristesse von Bildschirm seine Zurückhaltung und zeigt sein ganzes Können.

Beim ersten Blick auf Android wird einem weiteres Klar. Huawei hat auf große Anpassungen verzichtet, ein beinahe pures Android arbeitet auf dem Ascend G615. Nur hier und dort, wie dem Lockscreen oder in den Einstellungen (Akkusparbetrieb) merkt man einige Anpassungen. Auch das Kameramenü (sehr gut) sowie der Music Player (schlecht) wurden auf das Ascend angepasst.

Auf dem Gerät werkelt die Android Version 4.0.4. Ein Update auf 4.1 oder 4.2 soll im März folgen. Glücklicherweise hat Huawei sich mit Anpassungen ziemlich zurück gehalten. So brauche ich meine Augen nicht durch so etwas wie Touchwiz verderben zu lassen. Einige kleinere Änderungen betreffen den Lockscreen. Dort kann man die Uhr zur Seite wischen und erhält Zugriff auf den Medienplayer. An anderer Stelle reißt Huawei das aufgebaute gleich wieder ein. Der Medienplayer ist NICHT aus der Statusleiste zu steuern. Dort finden wir nur Information zum abgespielten Song und können den Player von dort öffnen. Starten oder pausieren muss man aber im Player selber.

Es gibt verschiedene Themes, genauer gesagt derer Drei. „Android“, „Dämmerung“ und „Luftig transparent“. Diese verändern das Hintergrundbild sowie die Ansicht der Apps. Mal wird ein Rahmen um die Apps gelegt, mal wird dieser Rahmen transparent oder halt den Standard Android Look.

android

Auf einen ganz dicken Bug möchte ich zum Abschluss noch kurz zu sprechen kommen.
Das Huawei hat ein Problem mit meinen Speicherkarten. Egal welche ich nutze, das Gerät wirft von sich aus 2-3x am Tag die Speicherkarte aus. Danach versucht das Gerät die Karte wieder einzulesen aber aber leider nicht klappt. Man sitzt in der Bahn und hört Musik. Plötzlich ist die Musik weg. Man muss also das Gerät ausschalten. Bis es dann wieder hochgefahren ist und die micro SD-Karte wieder eingelesen hat dauert es seine Zeit.

Ob das mit dem merkwürdigen System zusammenhängt wie die micro SD-Karte befestigt ist, weiß ich nicht. Eigentlich sitzt sie bombenfest, auch wenn die Karte nicht durch eine Klammer o.ä. gesichert wird.

RIMG0177Das ist auf jeden Fall der nervigste Bug des Huawei Ascend G615.

Performance:

Das Scrollen durch die einzelnen Startbildschirme läuft flüssig und geschmeidig. Hier scheinen sich die 4 Kerne deutlich auszuzahlen. Auch das Installieren von dutzenden Apps, die man so im harten Arbeitsalltag braucht, geht ohne Hänger oder Ruckler vonstatten.

Wie ihr wisst, halten wir absolut nichts von Benchmarks aber um euch die Sinnlosigkeit noch mal genauer vor Augen zu führen lasse ich das Huawei Ascend G615 mit seinem 1.4 GHz Quad-Core Prozessor und 1GB RAM mal gegen das Pearl SPX-12 (Testbericht) antreten. Das Gerät von Pearl besitzt einen 1 GHz China No-Name Prozessor und ebenfalls 1 GB RAM.

BenchmarkHuawei Ascend G615 - Quadcore mit 1.4GhzPearl Simvalley SPX-12 - Dualcore mit 1GhzBemerkungen nur zum Huawei
Antutu149406247Guter Wert. Hier liegt das Huawei auf einem Niveau wie das One X
Vellamo453
367Hier liegt das Huawei in der Spitzengruppe. Absolut guter Wert
CF-Bench13970 (Overall)5161Damit schlägt das Huawei sogar das Galaxy S3 mit 13080
Nena Mark60,0 FPS24,3 FPSAbsoluter Spitzengruppe
Quadrant50982653Absolute Spitzengruppe, Top Wert

Wie man anhand der Benchmark Ergebnisse sieht, arbeitet im Huawei Ascend G615 ein absoluter Spitzenprozessor, der es von den Ergebnissen mit den meisten, heutigen Topgeräten locker aufnehmen kann. Über das Pearl Simvalley wollen wir jetzt mal keine Worte verlieren.

Aber was sagen solche Zahlen im Alltag aus? Also, wie können wir diese Zahlen in die Realität portieren? Vermutlich wird das Huawei, wie andere Quadcore Geräte auch, jedes Dual-Core Smartphone in Grund und Boden rennen. Deshalb hier mal ein Video welches zeigt wie sich die Power im Arbeits (Spiele)-Alltag wirklich auswirkt. Es treten an: das Huawei Ascend G615 sowie das hoffnungslos unterlegene Pearl SPX-12 (Testbericht)

Trotz der immensen Power des Huawei, hält das Pearl relativ gut mit und in einigen Anwendungen schlägt es, trotz des schwachen Dual-Core Prozessors, den Quad-Core sogar. Es zeigt sich also das Benchmarks Mist sind. Wichtig ist was in der Praxis rumkommt und auch heute noch ein Dual-Core, wie im SPX-12, einem Quad-Core durchaus das Wasser reichen.

Generell muss man sagen, das das Huawei flott unterwegs ist. Schnell wischt man durch die Seiten. Schnell blättert man durch die einzelnen Apps. Aber leider kommt es immer mal wieder vor, dass ein leichtes Stocken zu bemerken ist. So ist auch mein Lieblings Launcher, der Go Launcher Ex kaum zu benutzen. Ich weiß wirklich nicht wieso. Während er auf all meinen anderen Android Geräten flutscht das es eine Freude ist, hakt und stockt er auf dem Huawei Ascend, dass man ihn kaum benutzen kann. Wenn man das Huawei ohne Launcher benutzt ist es tatsächlich, wie oben beschrieben verdammt schnell. Es wäre zu viel von „alles im grünen Bereich“ zu schreiben, dennoch kann man mit der gebotenen Leistung für ein Preis von unter €300 sehr zufrieden sein. Auch weil es noch deutliche Luft nach oben gibt. Also Optimierungspotential ist noch reichlich vorhanden.

Display:

instaOptimierungsmöglichkeiten für den Bildschirm sind allerdings kaum vorhanden. Nicht weil er so schlecht ist. Nein. Der Bildschirm ist jetzt schon beinahe perfekt. Satte, realistische Farben, perfekte Auflösung genauso muss es sein und für ein Gerät dieser Preisklasse derzeit einzigartig. Aber kommen wir mal zur technischen Seite. Wie oben beschrieben handelt es sich bei dem Display um einen einem kapazitiven 4,5 Zoll großen TFT-IPS-Display mit einer Auflösung von 1280×720 Pixeln – 330 PPI. Der Schwarzwert ist mit gut zu bezeichnen. Das Display reagiert sehr schnell und zügig auf getätigte Eingaben. Auch der Ablesewinkel ist vollkommen in Ordnung. Das Display stellt Texte und Bilder sehr scharf dar. Einzelne Pixel sind kaum auszumachen.

Es gibt keine Leuchthöfe wie sie bei vielen anderen Geräten vorkommen.

ausleuchtung

Allerdings muss ein Makel natürlich mit beschrieben werden.

Leider ist das Display nicht entspiegelt d.h. im Sonnenlicht kann vom gemütlichen Ablesen keine Rede mehr sein. Man muss also die automatische Displayhelligkit ausschalten und den Helligkeitsregler selber auf 10 stellen. Das scheint aber für viele Nutzer kein wirkliches KO Kriterium zu sein, denn das Huawei verhält sich in der Sonne genauso, wie auch das Samsung Galaxy S3. Mir gefällt es ganz und gar nicht aber viel machen kann man halt nicht. Übrigens geht es soweit, dass sogar die Beleuchtung in der U-Bahn stark reflektiert und gemütliches lesen ausfällt, da man ständig die Helligkeit des Displays nachregeln muss. Erstaunlicherweise ist das beim Samsung Galaxy S3 in beinahe keinem Testbericht zur Sprache gekommen. Nur noch HD Displays nutzen wollen, da alles andere ja Mist ist, aber nicht merken das es in der Sonne Essig ist mit dem Ablesen dieser Displays… (Wie hier am Beispiel des S3 deutlich zu sehen ist)

Kamera:

Kommen wir mal zur Kamera selber. Für mich ist die Kameraqualität eines Smartphones schon sehr wichtig. Zwar nicht in der Größe, ich möchte keine Abstriche bei dem Design eines Smartphones machen, aber HTC hat ja mit dem One X/S gezeigt das man hochwertig Kamera und Technik in einem schlank und dünn designtem Gerät einbauen kann. Das hier zum Test vorliegende Huawei Ascend G615 befindet sich preislich im Mittelfeld. Die Kamera allerdings soll deutlich über Mittelfeld Niveau liegen. Ok, nicht lang schnacken, ausprobieren.

Die Einstellungsmöglichkeiten sind sehr vielfältig. Zu den Einstellungen gelangt man übrigens durch einen druck auf das kleine Dreieck welches sich immer sichtbar am linken Bildschirmrand befindet. Schnellzugriffe sind 2 vorhanden. Ein kreisrundes Symbol für den Blitz sowie die Frontkamera. Diese löst übrigens mit 1,3 Megapixeln auf. Sehr fein.

Wenn man nun auf das Dreieck klickt, kommen vier Symbole zum Vorschein. Angeordnet als Reiter. Dort finden wir die diversen Einstellungen. Sei es nun Einzelbild oder Gruppenbild, HDR, Serienbild, Lächeln, Panorama oder schwaches Licht.

Im nächsten Reiter finden wir von Werk ab festgelegte Filter. Dort können wir schöne Effekte direkt beim Fotografieren erzeugen. Zum Beispiel Mono, Sepia, Prägen, negativ, Antik. Netter Spielkram.

Der nächste Reiter bietet weitere Effekte. Diesmal allerdings direkt für Portrait aufnahmen. Dort können Bilder verzerrt werden. Ich finde diese Funktion reichlich überflüssig aber egal. Mag ja Leute geben, die sowas nutzen.

Im Letzten Reiter, dem Zahnrad, kommen wir dann zu den eigentlichen Kameraeinstellungen. Hier können wir einen Szenemodus wählen. Automatisch ist immer voreingestellt. Darüber hinaus noch dir Portrait Auswahl, Landschaft, Nachtaufnahme, Nachtportrait, Nahaufnahme, Strand, Schnee, Feuerwerk und Kerzenschein. Wo genau nun der Unterschied zwischen Nachtaufnahme, Theater und Kerzenschein liegt konnte ich nicht herausfinden.

Vorweg gilt für die Kamera des Huawei Ascend G615 dasselbe wie für alle anderen Handy Kameras. Bei eher schwachen Lichtverhältnissen sind die Bilder eher schlecht. Ist aber auch klar. Wenn man sich die Größe der verwendeten Objekive betrachtet ist es wohl sehr klar das die Anzahl des eingefangenen Lichtes niemals mit einer Kompaktkamera mithalten kann. Schon gar nicht mit großen Spiegelreflexkameras.

Weitere Einstellungsmöglichkeiten sind Weißabgleich, ISO (Auto-800), Bildjustierung, hier kann man über Regler von Belichtung, Sättigung, Kontrast, Weißabgleich beinahe alles einstellen, Timer, Review (Bildervorschau in 2 oder 4 Sekunden), Bildqualität, Bildgröße, Autofokus, Gesichtserkennung, rote Augen reduzierung, HDR Raster GPS Tag und der bevorzugte Speicherort.

Ich weiß, dass man aus Smartphone Kameras wirklich eine Menge rausholen kann und das die Einstellungen die ein oder andere Verbesserung bringen. Aber ich nutze meine Smartphone Kameras tatsächlich nur für spontane Schnappschüsse die danach getwittert oder per Facebook geteilt werden. Für alle weiteren Aufnahmen habe ich immer meine kleine kompakte Ricoh dabei. Dort bin ich sicher, dass die Bilder auch was werden. Hier nochmal alle Einstellungen gesammelt.

Zurück zum Huawei. Bei allen Einstellungsmöglichkeiten muss meine Smartphone Kamera vor allem eines sein. Schnell. Man sieht etwas und möchte es schnell aufnehmen. Dazu habe ich keine Zeit großartig an den Einstellungen rum zu spielen bis ich ein brauchbares Ergebnis erziele. Kurz und Knapp. Genau das liefert mir das Huawei Ascend G615. Über den lockscreen kann ich die Kamera App schnell starten und dann ist sie auch sofort da.(In weniger als 2 Sekunden ist die Kamera betriebsbereit). Die gelieferten Bilder gehen vollkommen in Ordnung und sind was Farbwiedergabe und Brillanz betrifft deutlich über den Bildern die wir sonst in dieser Preisklasse erhalten. Die Technik und Geschwindigkeit ist wirklich mit gut zu bezeichnen. Von den Einstellungen nutze ich eigentlich nur die HDR Funktion und ab und zu mal die Panorama Funktion. Die liefert durchaus brauchbare Ergebnisse.

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Natürlich kann man mit dem Ascend G615 auch Videos aufnehmen. Diese in einer maximalen Qualität von bis zu 1080p Full-HD. Auch hier gibt es vielfältige Einstellungsmöglichkeiten. Und eine tolle Qualität. Was will man mehr? Als Beispiel habe ich mal einige Testvideos mit dem Huawei Ascend G615 aufgenommen.

Akku:

Kommen wir mal zu einem der Negativ Punkte des Huawei Ascend G615. Und hier möchte ich euch mal mit Werbung und Realität konfrontieren. Folgendes steht auf der Webseite von Huawei

Durchhaltevermögen
Zusammen mit der HUAWEI Battery Saving Technology garantiert der 2.150 mAh Akku etwa 11 Stunden Gesprächszeit und ist bis zu 360 Stunden einsatzbereit.

Und hier nun die Realität.

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Nach 6 Stunden steht das Gerät bei 21%. Mehr als 10 Stunden ist mit dem Gerät, bei meinem Nutzungsverhalten, nicht drin. 10 Stunden. Wenn ich es morgens um 8 Uhr von der Steckdose nehme, brauche ich spätestens um 18:00 wieder eine Steckdose. Ja, ich weiß es gibt Energiesparfunktionen. Ich kann auch alles abschalten was nicht benötigt wird und ich kann mir einen Zweiten oder Dritten Akku kaufen. Die Möglichkeiten sind ja vielfältig. Will ich aber nicht. Ich möchte ein Gerät, dass einen Arbeitstag durchhält und der hat zumeist mehr als 10 Stunden. Ich habe seit ewiger Zeit keine so schlechte Akku Leistung mehr von einem Smartphone erlebt.

Verbindungen:

Die Verbindungen, also Bluetooth und WLAN sind schnell abgedeckt. Auch wenn ich Bluetooth nicht sehr häufig nutze, also praktisch nie, funktioniert es in den von mir ausprobierten Autoradios problemlos. Der verbaute WLAN Chip dürfte zu den mittelmäßigen Vertretern seiner Gattung zählen. Guter Empfang in der ganzen Wohnung, nur im Keller, also eine Etage tiefer, nimmt das Signal ab. Kein Problem, denn das machen andere Geräte dieser Preisklasse auch nicht besser. Aber allzu weit in den Garten sollte man mit dem Gerät nicht gehen. Ein Problem hatte ich aber dennoch. Ich habe es ums verrecken nicht hinbekommen mein HP Netbook mit dem Huawei Ascend G615 zu koppeln. Zumindest bei mir ist die Möglichkeit des Tetherings (das Gerät als Wlan Hotspot) zu nutzen nicht möglich gewesen.

Klang:

Die auf der Rückseite verbauten Boxen sind sehr gut. Ich möchte hier nicht von einem Referenzmodell sprechen, aber es gibt kaum ein Gerät das an die Klasse dieser Lautsprecher heran kommt. Sie sind laut und klar. Kein Verzerren, kein Scheppern und niemals hört es sich flach und billig an. Absolute Spitzenklasse. Genauso verhält es sich auch beim Telefonieren.

Ein für mich wichtiger Punkt ist die Gesprächsqualität. Denn schließlich sind unsere Smartphones ja Telefone. Leider setzten viele Hersteller, gerade im unteren und mittleren Preissegment hier auf Billigware. Schlechte Mikrofone und Lautsprecher. Quälend für längere Telefonate. Nicht so beim Huawei. Eine gute Gesprächsqualität gepaart mit einem guten Lautsprecher sorgen für ein gutes Telefonvergnügen. Auch der Netzempfang ist mehr als Akzeptabel.

In den Bereichen Klang und Verbindungen übererfüllt das Huawei Ascend G615 sein Soll. Aber, es gibt trotzdem Grund zur Kritik. Bevor ich zum Fazit komme möchte ich noch mal alle positiven sowie negativen Punkte des Gerätes ansprechen um danach mein Fazit zu ziehen.

Fazit:

Wenn wir die positiven Aspekte des Gerätes aufzählen wollen, kommen wir um das Display nicht herum. Eine Auflösung die beinahe ihres gleichen sucht. Zumindest in dieser Preisklasse. Das Display reagiert schnell und flüssig. Schon beim Einschalten des Gerätes merkt man, hier hat man etwas ganz besonders in der Hand. Webseiten / Ebooks lesen, Videos schauen und Bilder betrachten bringt einfach nur Spaß auf dem Gerät.

Die Verarbeitung des Gerätes geht durchaus in Ordnung. Das Gerät besteht zwar aus Plastik, fühlt sich aber lange nicht so an. Ich möchte nicht sagen das es schwer ist, es fühlt sich einfach wertig an. Auch Peter war überrascht als er es zum vergleichen in die Hand nahm. Ok, die Kunststoff Rückseite gibt an der Seite minimal nach. Aber das ist so wenig das es kaum auffällt. Geräusche gibt das Gehäuse nicht von sich.

Die Arbeitsgeschwindigkeit ist mehr als im Rahmen, sie ist einfach gut. Der 4-Kern Prozessor leistet hier ganze Arbeit. Das ist nicht nur im Arbeitsalltag zu bemerken sondern auch in diversen Benchmarks.

Weiterhin ist die Kamera wirklich bemerkenswert. Sie ist sehr schnell und liefert für ein Gerät dieser Klasse gute Bilder. Einstellungsmöglichkeiten sind mehr als genug vorhanden. Auch Videoaufnahmen gelingen recht gut mit diesem Gerät.

mobi-test.de-Gütesiegel-300x300Weithin ist der Klang des Gerätes wie oben bereits angesprochen absolut gut.

Das Fazit lautet also, wer also mit dem Gerät keine Weltreisen unternimmt oder unterwegs die Möglichkeit hat den Akku zu laden kommt mit dem Huawei Ascend G615 voll auf seine Kosten. Ein tolles Gerät mit einer Klasse Leistung, einem überdurchschnittlich gutem Bildschirm einer guten Kamera sowie einer guten Verarbeitung. Dazu kommt noch ein sehr attraktiver Preis von unter €300. Man bekommt das Gerät derzeit in schwarz und weiß. Die Frage die sich für uns immer stellt, würden ich einem Freund dieses Gerät empfehlen?

Meine Antwort lautet: Ja

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About Markus

Seit Jahren tummel ich mich in der mobile-gadget Szene und wenn ein neues Produkt auf den Markt kommt, muss ich es haben. Als Peter mir die Idee eines eigenen „Newsblog“ vortrug, war ich natürlich begeistert. Innerhalb kürzester Zeit haben wir mobi-test.de aus dem Boden gestampft. Folgen könnt ihr mir auf Twitter oder ihr schaut auf meinem privaten Blog, emmtee.de vorbei .

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