Huawei MediaPad M1 8.0 LTE im Dauertest – Teil 2 – Betriebssystem und Leistung

Huawei MediaPad M1 8.0 Hands-On (1)

Teil 2 im Huawei MediaPad M1 8.0 LTE Dauertest und hier beschäftige ich mich mit dem Betriebssystem und der Performance. Bei ersteren punktet das Tablet mit vielen wirklich nützlichen Funktionen, muss sich aber bei der Leistungsfähigkeit einiges an Kritik gefallen lassen.

← Teil 1 – Unboxing und erster Eindruck

Betriebssystem:

Huawei MediaPad M1 8.0 Screenshots (2)In Punkto Betriebssystem unterscheidet sich das M1 nur minimal vom kleinen Bruder MediaPad X1 7.0 (Testbericht). Auch hier ist leider nur Android 4.2.2 Jelly Bean installiert und auch hier gibt es keinerlei Infos, ob und wann das Tablet ein Update auf neuere Versionen bekommen wird. Das ist leider einer der großen Kritikpunkte bei Huawei. Es gibt einfach zu wenige Updates. Ebenfalls etwas konfus ist die Sache mit den hauseigenen Oberfläche mit dem Namen Emotion UI. Hier gibt es auf den verschiedenen Smartphones und Tablets immer wieder andere Versionen, die sich auch bei den Funktionen unterscheiden. Hier beim M1 8.0 kommt die Version 2.0 zum Einsatz und damit  dieselbe wie beim X1 7.0.

EmotionUI ist so etwas wie Sense von HTC oder TouchWiz bei Samsung. Eine angepasste Oberfläche, allerdings macht es Huawei ein wenig besser. Und anstatt halbgare Funktionen oder massenhaft vorinstallierte Apps, die keiner braucht, hat man ein wenig nachgedacht und an genau den richtigen Stellen optimiert und erweitert. Zuerst einmal dreht sich der auch der Homescreen mit, wenn man das Tablet quer hält. Leider immer noch keine Selbstverständlichkeit. Vorinstallierte Apps gibt es nicht viele, außer einer für das Wetter, Kingsoft Office, einem Dateimanager, einem App-Installer und für Updates. So bleiben von den 16 GB internen Speicher direkt nach dem ersten Start noch 12,31 GB übrig. Ich rate aber dringend zur Verwendung einer MicroSD Speicherkarte und die Umstellung des Speicherortes in den Einstellungen beim Speicher auch eben die externe Speicherkarte. Sonst bekommt man ruckzuck Meldungen über zu wenig Speicher präsentiert. Denn Huawei hat hier leider gepatzt. Anstatt den kompletten Speicher zu nutzen, gibt es einen internen Speicher. Und der fällt mit knapp 900 MB sehr knapp aus. Hier muss man also von Zeit zu Zeit seine Apps auf die Speicherkarte verschieben.

Huawei MediaPad M1 8.0 Screenshots (34)Wie bei Huawei üblich keinen Appdrawer, also keine extra Übersicht aller installierten Apps. Man richtet sich direkt auf den Homescreens häuslich ein. Und hier kann man sich nach Herzenslust austoben. Das M1 erlaubt die Nutzung von Themes (hier Designs genannt), allerdings gibt es nicht wirklich viele davon. Genauer gesagt sind es 5. Aber man kann alles anpassen. Schriftarten, Bilder, Sounds, Bildschirmübergänge. Alles schön übersichtlich unter einer Oberfläche. Leider hat es die Funktion „Knock On“ vom MediaPad X1 7.0 nicht auf das M1 8.0 geschafft. Mit Knock-On (kommt eigentlich von LG) genügt es zweimal auf das Display des „schlafenden“ Tablet zu tippen, um es einzuschalten.

Die Benachrichtigungsleiste zeigt zunächst nur eine Zeile mit Schaltern, die man aber durch wischen nach unten erweitern kann. Selbstverständlich kann man die Reihenfolge der Schalter anpassen. Desweiteren gibt es ein sog. “Schwebende Schaltfläche”. Ist diese aktiviert, erscheint am Displayrand ein Punkt, der beim drücken ein Schnellstartmenü einblendet. Leider lassen sich hier keine eigenen Apps einbinden. Aber man kann den Punkt an sich verschieben, wo er einen am wenigsten stört. Da man mit dem Tablet auch telefonieren kann, gibt es ein paar Gesten für die Telefonie. Klingelt das Tablet kann man dieses Klingeln beim hochheben schon verstummen lassen. Hält man das Tablet ans Ohr, wird das Gespräch automatisch angenommen.

Huawei MediaPad M1 8.0 Screenshots (38)Richtig gut finde ich ja immer noch den “Telefonmanager”. In einer App findet man diverse nützliche Werkzeuge. Unter anderem eine Möglichkeit das Tablet nach Dateileichen, leeren Ordnern oder Müll aus den verschiedenen Caches zu scannen und zu löschen. Auch ganz interessant ist die Möglichkeit leistungshungrige oder akkufressende Apps zu enttarnen und einzubremsen. Das Tablet meldet solche auffälligen Apps und man direkt entscheiden, wie man damit umgeht. Oder den Belästigungsfilter, der dort befindliche Kontakte gnadenlos blockt. Auch hier zu finden ist die Option zum Energies paren, auf den ich im 3. Teil genauer zum sprechen komme. Desweiteren “Bitte nicht stören”, wo man definieren kann, wer bei stumm geschalteten Tablet trotzdem noch anrufen kann oder besser gesagt bei wem es noch klingelt. Beim Punkt “Vernetzte Apps” kann man den Apps per Klick den Zugang zum WLAN oder mobilen Internet erlauben oder verbieten. Apps die gerne nach Hause telefonieren möchten, kann man so ruhig stellen. Hier sieht man auch gleich, wie viel Traffic jede App so produziert. Auch  der “Benachrichtigungsmanager” ist eine praktische Sache. Nervt eine App ständig mit irgendwelchen Benachrichtigungen, kann man diese hier per Klick deaktivieren und Ruhe ist. Einfach klasse. Und Last but not Least der “Startmanager” über den man Apps effektiv am automatischen Starten hindern kann. Etwas verwirrend ist der Menüpunkt “Geschütze Apps”. Hier kann man festlegen, welche Apps im Standby laufen dürfen und welche beendet werden. Alleine mit dieser Option lässt sich einiges an Akku sparen, wenn man ein paar Apps ausbremst. Last but not least eine mächtige Backup-Funktion die nicht nur den Standardkram wie SMS und WLAN Netze sichert, sondern auch die Apps mitsamt ihren Einstellungen.

Etwas nervig finde ich aber, dass beim Aufrufen der Tastatur immer die englische angezeigt wird. Man muss jedes mal von Hand auf deutsch umstellen, da diese Einstellung offensichtlich nicht gespeichert wird. Schade finde ich auch, dass es nur bei der englischen Tastatur eine Doppelbelegung der Tasten gibt. Bei der deutschen sind es erheblich weniger.

Das Schönste ist aber, dass alles funktioniert und eigentlich selbsterklärend. Gerade für Einsteiger ist das nicht unwichtig, weil man hier doch eine Menge an Zusatzfunktionen mitgeliefert bekommt.

 

Leistung:

Es überrascht war ich von der Performance des M1 8.0. Der mit 1,6 GHz getaktete HiSilicon Kirin 910 Quad-Core Prozessor und die Mali 450 MP4 GPU sind die exakt gleiche Bestückung wie beim X1 7.0. Der einzige Unterschied ist er RAM. Das hier getestete M1 bietet 1 GB RAM und das kleinere X1 mit 7 Zoll hat 2 GB. Trotzdem liegen Welten zwischen beiden. Beim X1 lief alles sehr flüssig und Hänger sind mir nicht aufgefallen. Zumindest nicht in dem Maße, wie es hier beim M1 auftritt. Selbst einfachste Dinge wie ein Wechsel der Homescreens oder das Einblenden der Tastatur bringen das M1 immer wieder komplett zum stehen. Zum Teil geht mehrere Sekunden gar nichts mehr. Um sicher zu gehen, habe ich das Tablet noch mal komplett zurück gesetzt und neu eingerichtet. Geholfen hat es leider nichts. Die Hänger und Ruckler sind geblieben. Ein komplett anderes Bild, als ich GT Racing 2 und dann noch Real Racing 3 ausprobiert habe. Hier läuft alles flüssig und nahezu ruckelfrei über den Bildschirm. Gerade durch den tollen Sound macht Spielen auf dem M1 richtig viel Spaß. Und so wirklich warm wird es trotz des Aluminiums auch nicht.

Schade, dass es solche Probleme beim normalen Gebrauch macht. Vielleicht behebt ein Update dieses Problem, denn ich scheine nicht der Einzige zu sein, der dieses kritisiert.

Hier noch ein paar Benchmark Ergebnisse:

  • Anomaly 2 Benchmark: 521563 / 308772 / 118127
  • AnTuTu: 27208
  • Base X Mark: 8420 / –
  • Basemark OS II: 379 / 971 / 185 / 371 / 308
  • CF-Bench: 28984 / 8714 / 16822
  • Epic Citadel: 41,4 fps
  • Geekbench 3: 512 / 1474
  • Icestorm Unimited: 4814
  • Icestorm Extreme: 4018
  • Icestorm: 5914
  • NenaMark 2: 60,0 fps
  • Quadrant Standard: 5045
  • Sunspider Browser Benchmark: 1436.0 ms
  • Vellamo: 806 / 1053 / 1946

Huawei MediaPad M1 8.0 Leistung (13)

→ Teil 3 – Display und Akku

About Peter W.

Mit meinen Tests will ich den "normalen" Interessenten davor bewahren, sein hart verdientes Geld für Müll auszugeben. Denn leider ist es Fakt, das nicht alles Gold ist, was glänzt. Daher gibt es von mir kein Technik-Chinesisch sondern Klartext. Wie ich teste könnt ihr hier nachlesen: http://mobi-test.de/uber-uns/ Wenn ihr Fragen habt, dann verfasst einen kurzen Kommentar und wir versuchen diesen zu beantworten.

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