Im Test – das Solar Ladegerät PowerTAB von SunnyBag

Sommer, Sonne, Sonnenschein…Akku leer…der blanke Horror. Ihr liegt am See oder im Schwimmbad und der Akkustand fällt gefährlich nahe der 0%. Was tun? Steckdosen sind auf der Liegewiese eher Mangelware. Wohl dem, der ein Solarladegerät bei sich hat. Ein solches habe ich mit dem SunnyBag PowerTAB getestet. Taugt sowas wirklich oder ist das eher ein Gimmick für jemanden, der schon alles hat? Genau das gilt es heraus zu finden.


Solarstrom ist total in. Grün geht immer. Und warum die Steckdose nehmen, wenn man unendlich Sonnenlicht verstromen kann? Jetzt sind Solarpanels nicht wirklich effektiv, aber das war kein Grund für die Entwickler von SunnyBag das Projekt handliche Solarladegeräte per Kickstarter in Angriff zu nehmen. Am Ende war die Kampagne erfolgreich und mittlerweile ist man mit einer eigenen Homepage inkl. Shop und Amazon recht erfolgreich. Zum Test habe ich mir von SunnyBag dann mal das kleine Modell PowerTAB kommen lassen. Mal sehen, ob das war in der Praxis taugt oder nicht.

Technische Daten:

  • 5W Leistung
  • 1 USB Anschluss
  • max. 1,5A / 5V 
  • 5000 mAh Powerbank
  • 2 LED Leuchten
  • 217 x 164 x 20 mm
  • 350 g

Produktseite: sunnybag.at/solar-ladegerat-powertab

Deutsche Bedienungsanleitung: Bedienungsanleitung_PowerTAB-Solar-Ladegerat-DE.pdf

Erhältlich ist das Solarladegerät über die Homepage und auch bei Amazon* zum Preis von 74 €. Also nicht ganz billig, aber hocheffiziente Solarpanels kosten richtig Geld.

 

Verarbeitung und Ausstattung:

Geliefert wird das Ladegerät, ein Micro-USB Ladekabel und eine deutsche Kurzanleitung. Die SUNPOWER© Solarzelle nimmt die gesamte Front ein und soll mit einer Panelleistung von 6000 mWp bis zu 5W liefern. Unterhalb des Panels zeigen 3 blaue LEDs den Stand des verbauten 5000 mAh Akkus an. Somit steht jede LED für 33,3% Kapazität. Die vierte LED ganz links leuchtet grün, sobald das Panel von der Sonne angestrahlt wird und Strom produziert. Je heller die LED, desto besser. Verdeckt man das Panel oder geht aus der Sonne, erlischt auch die grüne LED.

Die USB-Buchse nebst Mikro-USB Buchse zum Laden des eingebauten Akku über die Steckdose, findet man unter einer Abdeckung auf der Rückseite. Dort ist auch ein ausklappbarer Fuß, um das Panel zur Sonne hin auszurichten. Rückseitig oben links und rechts dann noch zwei wirklich helle LEDs, um Nachts für Beleuchtung zu sorgen. Ein- und Ausschalten geschieht durch gedrückt halten der Power-Taste. Diese auf der linken Seite verbaut und hat noch weitere Funktionen. Durch einen kurzen Druck bekommt man den Akkustand angezeigt. Ist ein Gerät an die USB-Buchse angeschlossen, wird durch einen kurzen Druck der Ladevorgang gestartet. Die Verarbeitung ist ordentlich, und der PowerTab erfreulich handlich und leicht. Macht ja auch Sinn, denn so eine Ladegerät nimmt man idealerweise mit.

Keinesfalls darf man das Ladegerät knicken, werfen oder anderweitig grob damit umgehen. Die Panels sind sehr empfindlich und brechen sehr leicht. Erfreulich, dass sich das Panel selbst nach mehreren Stunden in praller Sonne nicht auf mehr als knapp 52,7°C aufheizt. Da hatte ich schon einen anderen Kandidaten. Auf dessen Panel hätte man bei über 80°C locker ein Spiegelei braten können.

Praxistest:

Getestet habe ich das Ladegerät auf dem Balkon an mehreren Tagen. Einem eher wechselhaften Tag mit bis zu 28 °C. Dann bei überwiegend strahlenden Sonnenschein und an einem weiteren, eher bewölkten Tag. Ich habe das Ladegerät wie in der Anleitung beschrieben immer zur Sonne hin auszurichten. Idealerweise im 90° Winkel zur Sonne. Klappt auch ganz gut. Dank des Klappfußes steht das Ladegerät auch recht stabil. Laut Hersteller soll der eingebaute 5.000 mAh Akku innerhalb von 8 Stunden aufgeladen werden, wenn den die Sonne ununterbrochen scheint. Dürfte in unseren Breiten eher schwer werden. Bei mir war es an einem bewölkten Tag selbst nach 12 Stunden nicht mehr als 1 LED, also rund 33% der Kapazität. An dem sonnigen Tag haben zwar alle drei LEDs geleuchtet, aber trotzdem hatte ich beim kontrollierten Entladen über einen Widerstand nur 82% der Nennkapazität bekommen. Allerdings ist das für eine Solarzelle in dem Format ein überdurchschnittlicher Wert, wenn man Wikipedia glauben schenken darf.



Um vergleichbare Daten zu erhalten, „lade“ ich zunächst nur zwei schaltbare Lastwiderstände mit 1A und 2A. Gemessen wird mit dem PortaPow Premium USB + DC Power Monitor V2*. Beide USB Buchsen werden mit je einem Lastwiderstand verbunden und exakt 1 Stunde „geladen“. Das ganze insgesamt dreimal, um aus allen Werten einen Mittelwert zu bekommen.

Die Leistung steht und fällt mit der Sonne und der Ausrichtung zu ihr. Sobald die Sonne scheint, steigt die Ladeleistung sichtbar an. Um das zu testen, habe ich den internen Akku zunächst komplett entladen und dann mein OnePlus 5 drangehängt. Nur mit der Kraft der Sonne wurde es in knapp einer Stunde um ordentliche 28% geladen. Das bei 4,93V und einem Wert von 0,25A bis zu 1,76A bzw. 3,92W, was am Ende 851 mAh waren bzw. 4,23 Wh. Sobald aber die Bewölkung zunimmt, bricht die Leistung massiv ein. Bei geschlossener Wolkendecke ist ein Laden so gut wie nicht mehr möglich. Ist die Powerbank komplett aufgeladen, dann liefert sie bis zu 1,59A bei 4,71V, was 7,64W entspricht. Also sogr über der Werksangabe. Von ganz voll bis zur Abschaltung weil leer sind 3292 mAh entnommen worden. Das entspricht erstaunlichen 91% der theoretischen Kapazität von 3623 mAh oder 15,71 Wh. 

Fazit:

Würde ich das SunnyBag PowerTAB empfehlen? Da es prinzipiell gut funktioniert schon. Kommt halt auf den Einsatzzweck an. Man muss sich bewusst sein, dass so ein Solarladegerät nur bei voller Sonneneinstrahlung vernünftige Werte liefert. Mal so eben ein paar Minuten am Strand laden bringt es nicht. Idealerweise lädt man über den Tag den internen Akku auf, um dann mit der Powerbank am Abend oder über die Nacht das Smartphone oder was auch immer zu laden. Und am nächsten Tag von vorne. Mitnehmen z.B. auf eine Wanderung kann man es nicht so ohne weiteres. Es gibt faltbare Solar Ladegeräte von der Konkurrenz, die man an einen Rucksack schnallen kann und die dann quasi im gehen Energie tanken. Das geht mit dem PowerTab nicht wirklich. Somit sehe ich dieses Gadget eher auf einem Campingplatz. Das Gütesiegel vergebe ich nicht, da der Nutzen doch zu sehr eingeschränkt ist und die Konkurrenz ähnlich leistungsfähige Solarladegeräte im Programm hat, die noch ein bisschen flexibler sind und günstiger. 

     

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About Peter W.

Mit meinen Tests will ich den "normalen" Interessenten davor bewahren, sein hart verdientes Geld für Müll auszugeben. Denn leider ist es Fakt, das nicht alles Gold ist, was glänzt. Daher gibt es von mir kein Technik-Chinesisch sondern Klartext. Wie ich teste könnt ihr hier nachlesen: http://mobi-test.de/uber-uns/ Wenn ihr Fragen habt, dann verfasst einen kurzen Kommentar und wir versuchen diesen zu beantworten.

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