Im Test – das Teufel Move BT Bluetooth Headset

Nicht erst seit dem der Teufel Boomster (Testbericht) bei mir für die Musik Wiedergabe zuständig ist, bin ich ein Fan von Teufel. Dazu habe ich mir seit einiger Zeit den regelmäßigen Sport auf meine Agenda geschrieben. Außerdem wird es in naher Zukunft wohl immer weniger Smartphones mit einer Headsetbuchse geben. Somit werden kabellose Headsets nötig und so passte es hervorragend, dass Teufel sein neues Bluetooth Headset Move BT für einen Test zur Verfügung stellte.


Während ihr diese Zeilen lest, bin ich auf der Flucht, um der bevorstehenden Rücksendung des Headset zu entgehen…

Spaß beiseite. Kabellose Headsets sind gerade für Sportler eine tolle Sache. Wenn man sich auf dem Markt umschaut, dann findet man bei Amazon und Co. eine schier unendliche Auswahl von total billig bis billig. Höherwertige findet man auch, aber auch hier gibt es mehr als genug Auswahl. Und bei einem Preis von über 100 Euro möchte man ungern die Katze im Sack kaufen. Dummerweise wird man wohl keinen Laden finden, in dem man ein In-Ear Headset testen kann. Stichwort Hygiene. Meine Erwartungen sind hoch, also ich das Move BT dann endlich in den Händen halte. 

Wie nennt man diese Dinger eigentlich, die man sich ins Ohr steckt? Stöpsel? Ohrteil? Earpiece? Egal, ich nenne sie Stöpsel.

Technische Daten:

  • 100 dB
  • 16 Ohm
  • 20 Hz – 20.000 Hz
  • 1 x 5 mm Treiber pro Seite
  • Fernbedienung
  • Freisprecheinrichtung
  • wasserabweisen nach IP54
  • Bluetooth 4.0 aptX
  • 18 g

Produktseite: teufel.de/move-bt

Ausführliche deutsche Bedienungsanleitung: teufel.de/teufel-bt-move-de.pdf

Aktuell ist das Teufel Move BT ausschließlich über den Teufel Onlineshop zum Preis von 119 € erhältlich.

Teufel Move BT (1)

Unboxing:

In der schmucken Verpackung befindet sich folgendes: 

  • Headset
  • Micro-USB Ladekabel
  • 6 Aufsätze in verschiedenen Größen (+2 montierte)
  • Tragetasche
  • Klammer
  • Anleitung

Also ein Ladekabel ist zwar dabei, aber es fehlt ein Netzteil. Natürlich hat heute jeder so ein USB Netzteil zu Hause, aber bei dem Preis wäre so ein kleines Teils sicher noch verkraftbar gewesen. Interessant ist diese Röhre, wo die verschiedenen Stöpsel aufbewahrt werden. Zuerst dachte ich, was das soll, aber ein Blick in die Anleitung gibt es Hinweis. In dieser Röhre kann man die Aufsätze reinigen. Stöpsel rein, Wasser oder oder Desinfektionsmittel rein, schütteln, fertig. Absolut genial und habe ich so noch nirgends gesehen. Die Tragetasche ist ziemlich voluminös. Mir schon zu groß und zu schwer, denn drin ist ein vergleichsweise riesiger Halter, auf den das Headset aufgewickelt wird. Gut gedacht, aber leider total unpraktisch. Lieber auf einen einfachen Fishbone Kabelmanager* aufgewickelt. Die Klammer kann man am Kabel befestigen und es sich dann an die Klamotten klammern. Was mir auch noch fehlt sind diese Outdoor-Bügel für einen noch besseren Sitz. Mal sehen, ob die beiden Stöpsel auch ohne Bügel beim Seilspringen und Freeletics Workout im Ohr bleiben.

Teufel Move BT (2)

Verarbeitung und Ausstattung:

Die beiden Stöpsel bestehen aus Aluminium. Trotzdem sind sie im Vergleich zu meinen bislang genutzten Bluetooth Headset Lace Wireless von Fresh´n´Rebel (Testbericht) nur 1 g schwerer. Liegt wohl aber auch daran, dass in den Stöpsel von Teufel keine Magnete stecken, wie beim Lace. Mittlerweile für mich ein unverzichtbares Feature, denn wenn ich die Stöpsel aus dem Ohr nehme, verbinden sich die beiden Stöpsel magnetisch zu einer Kette und fallen nicht herunter.

Richtig viel Zeit sollte man sich für die Wahl der passenden Aufsätze nehmen. Ich habe mehrere Anläufe gebraucht, die für mich passenden zu finden und den Sitz im Ohr zu optimieren. Gerade jetzt wünsche ich mir diese Bügel. Nur leider gibt es keine. Dazu aber später mehr beim Praxistest. Auf jeden Fall halten die Aufsätze sehr gut und fühlen sich im Ohr angenehm an.

Die im Kabel liegende Fernbedienung besteht aus Kunststoff. Sie wirkt etwas billig, auch wenn die drei Tasten hervorragende Druckpunkte aufweisen und durch die Vertiefung bzw. Knubbel gut ertastbar sind. Die LED ist unsichtbar aber vorhanden. Im Betrieb ist sie dann sehr gut sichtbar. Die Micro-USB Buchse zum Laden des Headset ist unter einer etwas fummelig zu öffnenden Abdeckung zu finden. Dadurch ist es gegen Spritzwasser wie Regen oder Schweiß geschützt. Selbiges gilt auch für die beiden Stöpsel. Auch die Position der Fernbedienung sehr nahe am Ohr ist gut gewählt, da man nicht lange suchen muss damit auch ausgeschlossen ist, dass das Bedienteil beim Sport irgendwo hinten in den Kragen rutscht. Was aber absolut nicht zum Rest passt, ist dieses dünne Kabel. Bei dem Preis hätte ich ein hochwertiges Kabel erwartet. Vielleicht ein Flachband oder wenigstens eine Ummantelung. Hier wird sicher über kurz oder lang ein Wackelkontakt auftreten, denn es gibt nicht einmal einen richtigen Knickschutz. Der vorhandene an der Fernbedienung ist doch etwas kurz geraten. Sehr, sehr schade.

Alles in allem ist die Haptik des Headset sehr gut, was auch für die Verarbeitung gilt.

Teufel Move BT (10)

Verbindung und Bedienung:

Die Verbindung ist mittlerweile ein Kinderspiel. Bluetooth am Smartphone einschalten, das Headset einschalten, in dem die mittlere Taste für 3 Sekunden gedrückt wird und schon sollte es als „Teufel MOVE BT“ gefunden werden. Die LED signalisiert die Bereitschaft zur Kopplung durch blaues, langsames pulsieren. Steht die Verbindung, blinkt die LED alle paar Sekunden dreimal in Folge blau. Das stört aber keinesfalls, wie ich zunächst befürchtet hatte. Einschalten, Ausschalten und die erfolgreiche Verbindung werden durch eine weibliche Stimme in englischer Sprache bestätigt.

Die Bedienung ist eingängig und sinnvoll. Allerdings ist die beiliegende Anleitung in diesem Punkt fehlerhaft. In der oben verlinkten PDF ist es hingegen richtig beschrieben. Hier beschreibe ich kurz die richtige Belegung:

Taste mit Knubbel: 

  • 1x drücken = Lauter
  • Gedrückt halten = Nächster Titel

Taste mit Vertiefung:

  • 1x drücken = Leiser
  • Gedrückt halten = Anfang des Titel / vorheriger Titel

Mittlere Taste:

  • 3 Sekunden drücken = Ein- und Ausschalten
  • 1x drücken = Play / Pause
  • 1x drücken bei eingehenden Anruf = Annehmen / Auflegen
  • 1x deücken während Telefonat und es kommt ein weitere Anruf = Gespräch beenden und neuen Anruf  annehmen 
  • 2x drücken = Sprachsteuerung aktivieren
  • 2x drücken bei eingehenden Anruf = Abweisen
  • 2x während eines Telefonats = auf  das Handy umleiten

Taste mit Knubbel und Taste mit Vertiefung zusammen drücken:

  • 3 Sekunden drücken = letzte gewählte Nummer anrufen

Bei eingehenden Telefonaten wird die Musikwiedergabe pausiert und nach Beendigung wieder gestartet. Allerdings direkt mit der vorherigen Lautstärke. Hier wäre ein leichtes Fading, also einblenden der Musik, besser gewesen.Teufel Move BT (6)

Praxistest:

Dieser Teil widmet sich einer speziellen Sache und zwar dem Sport. So ein Headset hält beim normalen Laufen ohne Probleme. Egal ob billig oder teuer. Interessanter ist es doch, ob die Stöpsel an Ort und Stelle bleiben, wenn man sich etwas heftiger bewegt wie z.B. beim Sport. Egal ob joggen, radfahren oder wie bei mir Seilspringen und Freeletics. Nichts ist nerviger, als ein Headset, welches ständig herausfällt. Und gerade beim Sport nutzen viele solche Headsets. Und genau das teste ich sehr ausgiebig.

Leider muss ich hier dem Move BT einen Punkt in der B-Note abziehen. Zuerst einmal muss man sich wie schon beschrieben richtig Zeit nehmen, um die passenden Aufsätze zu finden und dann auch den perfekten Sitz ausprobieren. Bei mir waren es die etwas kleineren Aufsätze, die ich vergleichsweise tief ins Ohr schiebe. Dann sitzen die Stöpsel richtig gut und kapseln mich komplett von der Umwelt ab. Also Vorsicht, wenn man die Dinger im Straßenverkehr nutzt. Man hört wirklich nichts mehr von außen. Beim warm machen hielt ja noch alles. Aber sobald ich mit dem Workout angefangen habe, also Burpees, Jumping Jacks oder Climbers machen, fallen beide Stöpsel nach kurzer Zeit heraus. Noch kürzer halten sie beim Seilspringen. Hier machen sich die fehlenden Bügel wirklich sehr bemerkbar.

Der Akku soll laut Teufel bis zu 20 Stunden durchhalten. Ich halte das für einen eher theoretischen Wert. Bei mir war nach etwas über 11 Stunden Schluss, was absolut nicht zu verachten ist und deutlich über dem Durchschnitt liegt. Nach knapp 2 Stunden ist das Headset wieder voll aufgeladen. Die Reichweite ist ok, hängt aber von zu vielen Faktoren ab, um eine vernünftige Aussage dazu zu treffen. Für den Alltag reicht es allemal und eher  selten entferne ich mich mehr als 10 oder 12 Meter von meinem Handy.Teufel Move BT (8)

Klang:

Teufel ist Teufel. Der Name genießt unter Kennern einen beinahe schon legendären Ruf. Gerade wer gerne etwas basslastiger hört, wird mit Teufel den passenden Spielpartner finden. Im direkten Vergleich zum Fresh´n´Rebel Lace (Testbericht) klingt das Teufel Headset um Klassen besser. Um nicht zu sagen in einer höheren Liga. Klar, das Move BT ist auch mehr als doppelt so teuer. Und wer mehr als hundert Öcken ausgeben will, erwartet nicht weniger als einen absoluten Top Klang. Und da liefert das Move BT ohne Gnade. Vereinfacht ausgedrückt würde ich sagen, dass der Teufel Move BT einen eher kräftigen aber auch frischen Klang bietet, was wohl auch an einer leichten Anhebung der Höhen liegt. Egal welche Art von Musik, die beiden Stöpsel drücken bei guter Positionierung einen ungemein sauberen, aber auch druckvollen Klang in die Gehörgänge. Bässe grummeln schön in der Magengegend, Gesangsstimmen bekommen eine gewisse Portion der Fülle spendiert und die Höhen liefern das Gewisse Etwas. Alles passt wie aus einem Guss und das ohne jede Klangverbiegung durch einen Equalizer. Ihr wollt laut hören? So richtig laut? Kein Problem. Mit 100 dB drückt es euch das Ohrenschmalz bis ins Gehirn und macht euch über kurz oder lang schwerhörig. Aber es klingt einfach zu geil. Denn selbst bei maximaler Lautstärke verzerrt nichts oder fängt an zu nerven. Ich habe ja schon einige Headsets gehört, aber dieses hier gehört eindeutig  an die Spitze. Der Klang ist nicht zu analytisch sondern stellt den Hörspaß in der Vordergrund. Die breite Bühne bzw. Räumlichkeit ist fantastisch. 

Ganz wichtig, vor allem für Sportler. Mikrofonie, also Kabelgeräusche, gibt es nicht. Bei einigen, vor allem günstigeren, Headsets kennt man das Phänomen, dass man beim berühren der Kabel oder an der Kleidung ein dumpfes Geräusch zu hören bekommt. Gerade beim Sport, wo man sich ständig bewegt echt nervig und inakzeptabel. Nicht so beim Teufel Move BT.

Das Noice Cancelling leistet dabei gute Dienste, auch wenn es in sehr lauter Umgebungen an seine Grenzen kommt, was aber wirklich in Ordnung geht. Die hohe Maximallautstärke kompensiert das locker.

Beim Telefonieren gibt es nichts auszusetzen. Selten habe ich mit einem auf Musik spezialisierten Headset so gut telefonieren können. Eigentlich noch gar nicht. Man vergisst direkt, dass man kein reines Headset nutzt. Man selber wird sehr gut verstanden und hört auch den Anrufer sehr gut. Nur selten war ein leichtes Hintergrundrauschen zu hören, was ich aber eher auf die Verbindung, als auf das Headset schiebe.

Fazit:

Das Fazit ist eindeutig. Ist das Tezufel Move BT Bluetooth Headset zu empfehlen? Ja absolut, aber…nur wenn man damit keinen Sport macht. Für 120 € bekommt man mächtig was auf die Ohren. Ein sehr, sehr guter Klang, sehr lange Akkulaufzeit, sehr hoher Tragekomfort und eine sehr gute Freisprechfunktion. Da muss man sicher lange suchen, um einen Konkurrenten zu finden, der nicht viel teurer ist. Aber eben nur zum Hören im Alltag ohne schnelle Bewegungen. Wenn Teufel dem Headset noch ein paar Bügel spendiert und das Kabel verbessert, dann wäre es nahezu perfekt.

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About Peter W.

Mit meinen Tests will ich den "normalen" Interessenten davor bewahren, sein hart verdientes Geld für Müll auszugeben. Denn leider ist es Fakt, das nicht alles Gold ist, was glänzt. Daher gibt es von mir kein Technik-Chinesisch sondern Klartext. Wie ich teste könnt ihr hier nachlesen: http://mobi-test.de/uber-uns/ Wenn ihr Fragen habt, dann verfasst einen kurzen Kommentar und wir versuchen diesen zu beantworten.

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