Im Test – das Y2 Plus Smart Bluetooth Wristband

Bei myDealz bin ich auf das Y2 Plus Smart Bluetooth Wristband aufmerksam geworden. Bei Gearbest* kostet es unter 12 € und sieht aus wie das Xiaomi Mi Band 2 (Testbericht) kann aber noch zusätzlich die Sauerstoffsättigung im Blut messen und sogar den Blutdruck. Also habe ich mir diesen Fitnesstracker gekauft und ausprobiert.

Das Xiaomi Mi Band 2 (Testbericht) ist nach wie vor der Klassenprimus bei den Fitness Armbändern. Keiner bietet mehr für das Geld und funktioniert so problemlos. Das Y2 Plus ist von der Optik her ein 1:1 Klon des Mi Band 2. Als Hersteller finde ich überall den Namen Yuanhang. Als ich es ausgepackt habe, ist mir sofort die Ladeschale ins Auge gefallen. Sieht aus wie das vom Mi Band 2 und in der Tat sind die Ladeschalen identisch. Das gilt auch für die Abmessungen des Trackers, denn das Y2 passt problemlos in die Armbänder des Mi Band 2 und umgekehrt. Hier kopiert ein Chinese einen Chinesen. Aber egal. Hauptsache das Y2 Plus taugt. Und genau das wollte ich herausfinden. 

Technische Daten:

  • Android ab 4.3 und iOS ab 8.0
  • 0,42″ OLED Display
  • Pulsmesser
  • Plusoxymetrie
  • Blutdruckmessung
  • Wecker
  • Schlafüberwachung
  • Benachrichtigungen
  • Wasser- und staubdicht nach IP67
  • Bluetooth 4.0 LE
  • 40,3 x 15,7 x 10,5 mm (Tracker)
  • 7 g (Tracker)
  • 18 g (komplett)
  • 60 mAh

Produktseite: n/a

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, ist das Y2 Plus bei GearBest* für schlappe 11,92 € zu haben. Und weil es unter das Einfuhrlimit fällt, sollte man keinen Stress mit dem Zoll bekommen. Bei Amazon bekommt man es ebenfalls. Allerdings deutlich teurer unter der Bezeichnung dxable Smart Band Pulse*YUNTAB Smartband* oder LISABOBO @ y2*. Bei den Farben kann man zwischen Schwarz, Blau, Gelb und Orange wählen.

Links Xiaomi Mi Band 2 und rechts das Y2 Plus



Verarbeitung und Ausstattung:

In der Verpackung ist neben dem Tracker noch das dazu passende Ladegerät und eine Kurzanleitung in chinesischer Sprache zu finden. Das Ladegerät ist eine Ladeschale, in die der Tracker eingeschoben wird und dann per USB an ein (nicht im Lieferumfang enthaltenen) Netzteil angeschlossen wird. Daher ist der Tracker auch aus dem Band herausnehmbar. Und wie schon erwähnt, passen die Armbänder des Mi Band 2 perfekt. Das Armband ist in der Länge von 155 – 210 mm verstellbar und besteht aus TPE. Also einer Art Silikon, welches aber beim Y2 Plus im Vergleich zum Armband des Mi Band 2, erheblich steifer ausfällt. Der Verschluss ist eher ungünstig, da der Plastikstift nicht weit genug heraussteht und sich bei mir öfter mal herausgerutscht ist. Das Tragegefühl ist nicht unangenehm und durch das niedrige Gewicht von 18 g inkl. Tracker stört es nicht beim Tragen. Dank IP67 Einstufung ist es spritzwassergeschützt. Duschen, Hände waschen usw. ist kein Problem. Zum Schwimmen würde ich es aber nicht anziehen.

Der Tracker selbst besteht aus ABS Kunststoff und ist trotz Monochrom Display gerade bei strahlenden Sonnenschein nur schwer ablesbar. Die Bedienung erfolgt über die unterhalb des Display angedeutete kapazitive Taste.

Der 60 mAh Akku soll bis zu 25 Tage halten, was ich aber für ein Gerücht halte. Bei aktivierten Benachrichtigungen, Pulsmessung, also einer ganz normalen Nutzung, war bei mir der Akku nach 5 bis 6 Tagen leer. Misst man öfter noch die Sättigung oder den Blutdruck, dann geht es noch etwas schneller.

Bedienung und App:

Die dazu gehörende App nennt sich Fundo Bracelet und gibt es für Android und iOS. Die Bedienung des Tracker ist ein Kinderspiel, da es am Tracker bis auf das Sensorfeld keinerlei Tasten oder ähnliches gibt. Einmal auf die „Taste“ drücken, schaltet das Display ein und Zeit die Uhrzeit an. Das Display kann man auch durch die typische „Auf-die-Uhr-schauen“ Geste aktivieren. Durch Tippen schaltet man durch Anzeigen wie Schritte, Entfernung, Kalorien, Puls und Sauerstoffsättigung und Blutdruck. Die Pulsmessung funktioniert derzeit noch nicht automatisch. Diese startet man über den Tracker oder die App. Leider funktioniert die Messung nur, wenn man wirklich still hält. Und lustigerweise auch ohne, dass man es trägt. Für die Fotos habe ich es ausgezogen und es hat trotzdem Werte für einen Puls und Blutdruck angezeigt. Mehr als bezeichnend.

Die App ist in deutscher Sprache, wobei einige Übersetzungen recht skurril ausfallen. So liest man da was von „Erzielt das Ziel“ oder „Gerät unverbinden“. Bei der Eingabe des Gewichts zeigt eine Skala an, wo man steht. Ich bin „normal“. Aber wehe es werden mehr Kilos. Dann ist man ganz schnell „ein bisschen fett“. Ansonsten ist die App in drei Bereiche unterteilt. Zuerst die Startseite, auf der man zunächst einmal seine aktuellen Schritte inkl. Schrittziel. Durch swipen nach links gelangt man zur Schlafanalyse und dann weiter zu den Pulsmessungen. Tippt man eine Anzeige an, wird man zur monatlichen Übersicht geleitet. Gelbe Balken auf weißen Hintergrund. 

Als nächstes die „Ich“- Seite mit dem eigenen Profil und der Verwaltung des Tracker. Hier kann man es verbinden, die Firmware aktualisieren und sein Schrittziel einstellen. Unter „Mehr“ findet man dann alle weiteren Funktionen wie „Armband finden“, um es vibrieren zu lassen, einzustellen, bei welchen Apps es benachrichtigen soll und den Wecker. Bei den Benachrichtigungen kann man übrigens alle installierten Apps auswählen. Der Erinnerungsmodus ist etwas unglücklich beschrieben. Hier entscheidet man, ob bei einer Benachrichtigung nur das Display aufleuchten soll und/ oder ob es vibrieren soll.

Workouts wie joggen kann man weder über die App noch das Armband tracken. Sie werden auch nicht erkannt. 




Alltagstest:

Was erwarte ich von einem Fitnessracker? Eigentlich nur, dass er funktioniert. Also der Tracker und die App. Und genau hier versagt das Gespann aus Y2 Plus und App auf ganzer Linie. Der Tracker ist schnell verbunden, die aktuelle Firmware installiert und mein Profil eingerichtet. Das war es aber auch schon, was funktioniert. Der Rest ist ein Trauerspiel und gipfelte darin, dass ich den Test nach nicht einmal drei Tagen abgebrochen habe. Hier nur eine kurze Zusammenfassung.

Egal was man einstellt, das Band vibriert bei allem, sobald irgendwas auf dem Smartphone ankommt. Selbst ein Screenshot erstellen lässt das Armband vibrieren. In der ersten Nacht habe ich es nach kurzer Zeit ausgezogen, weil es trotz Stumm-Modus meines OnePlus 5 bei jeder ankommenden Nachricht vibriert hat. Davon ab, hat es sowieso keinen Schlaf erfasst. Auch die Schritte hat er nur am ersten Tag etwas gezählt. Genauer gesagt soll ich laut Y2 Plus an einem ganzen Tag gerade einmal 632 Schritte geschafft haben. Interessant, denn mein Fitbit Blaze hat derer über 10.000 gezählt. Die Pulsmessung ist auch eher eine grobe Schätzung. Egal ob direkt beim Sport oder in absoluter Ruhe. Ich habe immer exakt 73 Schläge pro Minute. Ein Witz ist die angebliche Messung der Sauerstoffsättigung im Blut. Normal sind 100%. Vielleicht mal 99 oder 98%. Asthmatiker kommen in etwa auf 95%. Das Band zeigt mir gerade einmal 91% an. Ich bin ausgebildeter Rettungsassistent und war 20 Jahre im Rettungsdienst tätig. Ein Patient mit einem derart schlechten Wert hätte von mir direkt einmal reinen Sauerstoff bekommen. Der Wert hat bei dem Band also 0 Aussagekraft. Das gilt auch für die sinnlose Blutdruckmessung. Das ist irgendein zufälliger Wert. Anders kann ich mir das nicht erklären. Wie will das Band ohne Blutdruckmanschette oder arterieller Blutdruckmessung einen brauchbaren Wert ermitteln? Geht nicht und so sind die Werte einfach nur falsch. Ich habe mich auf der Wache an das EKG angeschlossen und den Blutdruck mitsam Puls und Sättigung messen lassen. Keiner der Werte stimmte auch nur annähernd mit denen des Y2 Plus überein. Auf die sollte man sich auf keinen Fall verlassen.

Und so geht es weiter. Ich habe das Band am Tag 2 und 3 ununterbrochen getragen. Beim Sport, in der Freizeit und auf der Arbeit. Gezählt hat es irgendwas, aber nichts in der App angezeigt. Habe das Band mehrfach getrennt, neu verbunden usw. Nichts hat geholfen. Daher habe ich den Test am Abend des dritten Tages abgebrochen.




Fazit:

Kurz und schmerzlos. Das Y2 Plus Smart Bluetooth Wristband ist Elektroschrott und keinen müden Cent wert. Also bitte liegen lassen und das Xiaomi Mi Band 2 (Testbericht) kaufen.

About Peter W.

Mit meinen Tests will ich den "normalen" Interessenten davor bewahren, sein hart verdientes Geld für Müll auszugeben. Denn leider ist es Fakt, das nicht alles Gold ist, was glänzt. Daher gibt es von mir kein Technik-Chinesisch sondern Klartext. Wie ich teste könnt ihr hier nachlesen: http://mobi-test.de/uber-uns/ Wenn ihr Fragen habt, dann verfasst einen kurzen Kommentar und wir versuchen diesen zu beantworten.

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