Im Test – das YG3 Plus Smart Band aka ID115HR

Ist man bei ebay oder Amazon auf der Suche nach einem günstigen Fitnesstracker, wird man sehr schnell feststellen, dass es die Auswahl schier unendlich ist. Aber irgendwie sehen die alle gleich aus. Dem ist auch so. Gerade der mit dem Codenamen ID115HR ist so ein Tausendsassa. Er ist unter vielen Namen zu finden und genau den habe ich mir mal gekauft und ausprobiert.



Es ist tatsächlich so, dass gerade bei den günstigen Modellen einfach nur ein anderes Label draufgeklebt wird und der Name etwas verändert. Der Inhalt ist dabei aber immer der gleiche. Technisch wie auch optisch und selbst die App ist absolut identisch. Es gibt nämlich nur eine. Das muss aber an sich nicht schlecht sein, denn auch unter den China-Trackern gibt es die ein oder andere Perle. Allen voran natürlich mein absoluter Preis/Leistungssieger Xiaomi Mi Band 2 (Testbericht). Mal schauen, ob das YG3 Plus ähnlich gut abschneidet.

Technische Daten:

  • Android ab 4.4 und iOS ab 7.1
  • 0,86″ OLED Display
  • 3-Achsen Beschleunigungssensor
  • Pulsmesser Silicon Labs Si1142
  • Schrittzähler
  • Distanz
  • Kalorien
  • Schlafüberwachung
  • Wecker
  • Benachrichtigung für Apps / Anrufe / SMS
  • Bluetooth 4.0 BLE
  • Staub- und Spritzwassergeschützt nach IP67
  • Armbandlänge von 120 – 240 mm
  • Abmessungen Tracker: 40 x 20 x 12,5 mm
  • 20 g
  • 50 mAh

Produktseite: idoosmart.com/ID115HR

Deutsche Bedienungsanleitung: manual-de-yg3.pdf

Das in Fitnessarmband gibt es in den Farben Blau, Schwarz, Grün, Lila und Orange. Die Preise variieren sehr stark je nachdem wo man bestellt. Bei Amazon* oder ebay geht es ab 17,99 € los. Bei den bekannten China-Shops wie GearBest* und Co ab ca. 15 €. Muss jeder für sich selber entscheiden. Bei Amazon findet man das Band unter anderen unter folgenden Bezeichnungen

Diese Auflistung könnte man noch erheblich erweitern. Dazu einfach mal dem Codenamen ID115 HR suchen und nicht nach dem „Hersteller“. Sie sind alle zu 100% identisch. Nur der Name unterscheidet sich. Alle verkaufen ein und dasselbe Produkt und hier kann man wirklich bares Geld sparen. Allerdings muss man aufpassen, denn oft liest man auch was von ID115 Plus HR. Dieses Modell gibt es nicht und ist nichts anderes als das hier getestete ID115 HR.

Verarbeitung und Ausstattung:

In der Verpackung findet man neben dem Tracker nur noch eine englische Bedienungsanleitung in Kurzfassung. Der eigentliche Tracker besteht aus Plastik in hochglanzoptik und ist ganz offensichtlich vom Fitbit Alta inspiriert worden. Es sieht ihm zum verwechseln ähnlich. Die Besonderheit ist das Armband bzw. die Verbindung zum Tracker, denn dieser kommt ohne eine Buchse zum laden aus oder einem Ladekabel. Zieht man das eine Armband ab, erscheint darunter ein USB Anschluss. Heißt, man steckt den kompletten Tracker in eine USB-Buchse. Kannte ich so noch nicht und ist echt eine tolle Lösung, denn eine USB-Buchse hat man mittlerweile überall. Das spart jede Menge Platz und damit fällt der Tracker trotz vieler Funktionen sehr klein aus. Im Alltag bemerkt man das Armband gar nicht, so leicht und dezent ist es. Das Armband besteht aus TPU und fühlt sich auf der Haut angenehm an. Es riecht auch nicht und hat einen eine weiten Verstellbereich mit einer Schließung, die man auch mit einer Hand bedienen kann. Bei Amazon und ebay findet man jede Menge Bänder zum tauschen. Die Verarbeitung geht absolut in Ordnung.

Unterhalb des Display ist eine imaginäre Taste angedeutet. Ansonsten gibt es keinerlei Tasten. Einzig auf der Rückseite die beiden grünen LEDs für die Pulsmessung. Das Display ist monochrom und im Verhältnis zur Front sehr klein, aber völlig ausreichend. Aktiviert wird das Display durch drücken der Taste oder durch die typische „Auf-die-Uhr-schauen“ Handbewegung. Zumindest in der Theorie. Hat bei mir nicht wirklich funktioniert. Es aktiviert sich genau dann, wenn man es gar nicht braucht und nie, wenn man die Hand in alle möglichen Richtungen dreht. Zum Glück kann man diese Geste zum einschalten z.B. über Nacht deaktivieren. Im Freien, selbst bei bedeckten Himmel, ist das Display aber nicht mehr abzulesen. Schlicht unmöglich, da irgendwas zu erkennen.




Übrigens besitzt auch das YG3 Plus aka ID115HR kein GPS Modul, auch wenn es viele Shops so beschreiben. Das GPS Signal holt sich das Band vom verbundenen Smartphone. Ist dieses nicht dabei, wird auch keine Strecke aufgezeichnet.

Dank IP67 Klassifizierung ist das Band spritzwassergeschützt. Nicht wasserdicht, wie man auch immer wieder lesen kann. Das heißt, dass alltägliche Dinge wie Duschen, Haare waschen oder Hände waschen kein Problem darstellen. Aber schwimmen sollte man damit nicht gehen.

Der 50 mAh Akku soll im Standby bis zu 7 Tage durchhalten. Das erreicht man nur, wenn man die dauerhafte Pulsmessung deaktiviert. Mit aktivierter Pulsmessung hielt der Akku bei mir gerade einmal 4 Tage. Geladen wird das ID115HR wie bereits erwähnt über einen eingebauten USB-Stecker. Absolut geniale Sache, denn so braucht man nie mehr ein extra Ladegerät oder Ladekabel herumschleppen. Nach knapp 2 Stunden ist der Akku voll aufgeladen.

Bedienung und App:

Für das ID115HR heißt die dazu passende App Veryfit Pro und gibt es für Android und iOS. Die Übersetzung ist zwar nicht mehr ganz so schlimm, wie bei der VeryFit 2.0, aber stellenweise doch noch verbesserungswürdig. Aber das sind rein kosmetische Geschichten. Zum Glück wurde die App in Punkto Synchronisation und Stabilität verbessert. Endlich verbindet sich das Band zuverlssig und synchronisiert sich ohne murren. Die Bedienung der App ist sehr einfach und auch die erstmalige Einrichtung ist schnell erledigt. Übrigens muss man den Tracker nicht extra per Bluetooth koppeln. Geschieht alles in der App. Es gibt sogar eine Synchronisation mit Google Fit. Auf dem Hauptbildschirm bekommt man direkt die Schrittzahl angezeigt. Dazu in jeweils einem extra Reiter die Schlafdaten und den Pulsverlauf. Tippt man auf eine der Angaben, gelangt man durch eine schöne Animation zu den jeweiligen Details des Tages.

Über die App kann man dann einiges einstellen wie den Wecker mit bis zu 10 Weckzeiten, Benachrichtigungen von Apps wie Facebook, dessen Messenger, Whatsapp, Instagramm, Twitter und Linkedin. Leider ist die Liste fest und man kann keine anderen Apps auswählen. Dann noch, ob der Pulsmesser dauerhaft messen soll oder nicht, ob und bei welchem Puls ein Alarm ausgelöst werden soll, ob die Anzeige des Display waagerecht oder senkrecht angezeigt werden soll, die jeweiligen Ziele für die Schritte und Schlafdauer, die Profildaten usw.

Die Bedienung des Trackers ist denkbar einfach. Eine Power-Taste gibt es nicht, somit ist der Tracker immer aktiv. Durch antippen des Display oder anheben des Arms wird das Display aktiviert. Durch weiteres tippen auf das Touchfeld gelangt man zu den verschiedenen Anzeigen. Zuerst die Uhrzeit mit Datum und Akkustand, dann Puls, Schritte, Starten und Stoppen eines Lauftrainings, Schritte, Distanz, verbrauchte Kalorien und aktive Zeiten.

Alltagstest:

Der Tracker ist im Alltag kaum zu spüren und auch wenn man schwitzt wird es nicht unangenehm. Hier scheint ein hochwertiges TPU bzw. Silikon verwendet zu werden. Der Verschluss hält dank einer vernünftigen Dornschließe sehr gut und ein unbeabsichtigtes Öffnen sollte kein Thema sein. Wie schon erwähnt, ist das Display im Freien bei Sonnenschein nicht mehr wirklich ablesbar. Ein riesiges Problem, weil man wirklich rein gar nichts sieht und selbst die Hand darüber halten reicht nicht aus.

Ansonsten muss ich zugeben, dass ich positiv überrascht bin. Also vom ID115HR. Die Vorgänger waren ja allesamt grottenschlecht, aber dieses hier funktioniert richtig gut. Sobald man die App startet, wird das Band sofort verbunden und synchronisiert. Das dauert zwar ein paar Sekunden, aber da sind selber teurere von Fitbit nicht viel schneller. Der Schrittzähler des ID115HR zählt richtig präzise. Ganz im Gegensatz zum Vorgänger. Auch beim Schlaftracking gibt es nichts auszusetzen. Passt alles auf die Minute. Der Wecker weckt pünktlich, die Benachrichtigungen funktionieren ebenfalls. So kann man z.B. WhatsApps Nachrichten als scrollender Text lesen, was aber aufgrund des kleinen Display nicht so einfach ist. Aber immerhin. Wer möchte, kann sich über die App die jeweiligen Sportarten aktivieren, so dass eine davon direkt über das Band gestartet und gestoppt werden kann. Alle anderen werden über die App gestartet. Der Musikplayer ist auswählbar, in meinem Fall Google Play Music und so kann ich über das Armband auch zum nächsten Titel springen. Klappt einwandfrei. Also alles im Butter und supergut? Leider nein…




Denn es gibt leider auch einiges, was nicht so funktioniert. Pulsmessungen sind ein Beispiel. Im Großen und Ganzen sind die Messungen relativ genau, aber beim Sport, also da, wo es interessant wird, zeigt das Band entweder gar nichts oder Phantasiewerte an. Und obwohl die automatische Pulsmessung aktiviert ist, scheit der Puls nicht permanent gemessen zu werden. Oft musste ich die Pulsmessung auf dem Band händisch auswählen und starten. Und hat die Sache mit der „Auf-die-Uhr-schauen“ Geste. Funktioniert leider nicht wirklich und wenn, dann nur, wenn man es nicht braucht. Etwas nervig auch, dass sich ab und an mal die Einheiten von Metrisch auf Imperial ändert. Ist aber schnell gelöst. 

Fazit:

Alles in allem ist das YG3 Plus aka ID115HR leider keine wirklich brauchbare Alternative zum Xiaomi Mi Band 2 (Testbericht). Es ist teurer als das Xiaomi, welches man mittlerweile auch mit Prime bei Amazon* bekommt ist viel schlechter von der Akkulaufzeit, die App durchaus brauchbar, aber nach wie vor funktioniert einiges nicht richtig und somit sehe ich keinen Grund, warum man sich den YG3 Plus  antun sollte. Also gibt es kein Gütesiegel. 

     

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About Peter W.

Mit meinen Tests will ich den "normalen" Interessenten davor bewahren, sein hart verdientes Geld für Müll auszugeben. Denn leider ist es Fakt, das nicht alles Gold ist, was glänzt. Daher gibt es von mir kein Technik-Chinesisch sondern Klartext. Wie ich teste könnt ihr hier nachlesen: http://mobi-test.de/uber-uns/ Wenn ihr Fragen habt, dann verfasst einen kurzen Kommentar und wir versuchen diesen zu beantworten.

One comment

  1. Ich habe das selbe Gerät, weil mein MiBand 2 verloren ging. Das Armbanddesign des MiBand2 ist nicht perfekt. Ein wesentlicher positiver Faktor für mich ist also, dass das Armband eine Schnalle hat. Ein nettes Feature ist auch, dass man mit dem Gerät Fotos mit der Kamera des Smartphones machen kann. Allerdings sind die Sensoren des MiBand 2 in der Tat wesentlich genauer, auch ist es schmaler und dadurch noch unauffälliger. Die Lösung mit dem USB-Anschluss gefällt mir recht gut, auch die Synchronisation ist wesentlich weniger fehleranfällig als bei Xiaomi – dort gab es recht oft Probleme beim Verbinden.

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