Im Test – das Zeblaze ZeBand Plus Fitness Armband

Ich suche ja immer noch einen würdigen Konkurrenten für das Xiaomi Mi Band 2 (Testbericht). In den Ring steigt jetzt das Zeblaze ZeBand Plus für knapp 20 €. Also ein klassischer China-Tracker, der aber laut Datenblatt durchaus Potential hat. Also habe ich mir dieses Fitnessarmband kurzerhand gekauft und getestet.


Behaupte mal einer, dass ich nicht leidensfähig wäre. Kurz nach dem Y2 Plus (Testbericht) teste ich das nächste China-Gadget in Form des Zeblaze ZeBand Plus. Immer wieder liest man davon bei myDealz.de und bei Gearbest und Co. ist es immer wieder mal im Flashsale. Also Grund genug, sich das Teil mal zu bestellen und auszuprobieren. Ich hatte Glück und konnte bei ebay per Sofortkauf ein 2 Tage „altes“ für gerade einmal 11 € inkl. Versand ergattern. Mittlerweile weiß ich auch warum er es mir so günstig verkauft hat…aber egal. Es gilt immer noch einen ebenbürtigen Konkurrenten für das allseits beliebte Xiaomi Mi Band 2 (Testbericht) zu finden. Nach wie vor der Klassenprimus bei den Fitness Armbändern und irgendwo muss es doch eine brauchbare Alternative geben.

Technische Daten:

  • Android ab 4.3 und iOS ab 8.0
  • 0,94″ OLED Display mit 160 x 68 Pixel
  • Pulsmesser
  • Wecker
  • Schlafüberwachung
  • Benachrichtigungen
  • Wasser- und staubdicht nach IP67
  • Bluetooth 4.0 LE
  • 43 x 16 x 10 mm (Tracker)
  • 28 g (komplett)
  • 90 mAh

Produktseite: zeblaze.com/zeband_plus

Deutsche Bedienungsanleitung: n/a

Das Zeblaze ZeBand Plus ist bei GearBest* in den Farben Schwarz, Blau und Burgundrot ab ca. 17 € inkl. Versand per Priority Line erhältlich. In anderen China-Shops wie zapals.com ist es ab 20 € zzgl. Versand zu haben. Bei Amazon* mit Prime für 27,99 €.

Verarbeitung und Ausstattung:

In der Verpackung ist neben dem Tracker noch das dazu passende Ladegerät und eine deutsche (!!!) Kurzanleitung. Kein Witz. Die Anleitung ist zwar kurz, aber vollständig und vor allem in deutscher Sprache, auch wenn die Übersetzung wie so oft bei China-Gadgets üblich in einem eher dürftigen Deutsch ist. Aber man weiß worum es geht und sollte sich schnell zurechtfinden.

Das Gehäuse des Trackers soll aus Aluminium aus dem Flugzeugbau stammen. Für mich sieht das aus wie Plastik, es fühlt sich an wie Plastik und ist ganz sicher auch Plastik. Allerdings in Silber lackiert, so dass der Eindruck von Alu entsteht. Das Display und die Rückseite sind in schwarz abgesetzt. Rein optisch gefällt mir das Zeband Plus richtig gut, wenn nicht sogar eines der schönsten unter den günstigen. Sieht richtig gut am Arm aus und alles andere als billig. Das Display ist für diese Preisklasse relativ groß ausgefallen und zeigt mit seinen großen Ziffern neben der Uhrzeit auch das Datum und den Tag an. Direkt unterhalb des Display befindet sich ein Sensorfeld für die Bedienung des Trackers. Auf der Rückseite die 3 Pins für das Ladegerät und der Pulssensor.

Das Armband besteht aus TPU, also eine Silikonähnlichen Material, welches aber in diesem Fall etwas steifer und damit fester ist. Das ist kein Nachteil sondern eher ein Vorteil. Der Verschluss hält deutlich besser, als beim Mi Band 2, welches auf die gleiche Art und Weise verschlossen wird. Das Armband ist abnehmbar und so gibt es in den einschlägigen Shops auch passende Armbänder zu kaufen. Die Länge ist von 155 – 210 mm verstellbar. Das Tragegefühl ist sehr angenehm und stört nicht beim Tragen. Dank IP67 Einstufung ist es wasserdicht. Und das wohl so richtig, denn laut Hersteller kann man damit schwimmen gehen. Im Menü des Trackers findet man dann auch einen eigenen Punkt für das Tracken von Schwimmaktivitäten.

Der 90 mAh Akku soll bis zu 15 Tage halten, was ich aber für ein Gerücht halte. Bei aktivierten Benachrichtigungen, permanenter Pulsmessung, also einer ganz normalen Nutzung, war bei mir der Akku nach 4 Tagen leer und das ohne jede Vorwarnung. Irgendwann habe ich bemerkt, dass es einfach aus ist. Schon mal sehr schlecht. Das Ladegerät ist eine Art Klammer mi USB Anschluss, welche an den drei Pins auf der Rückseite andockt. Allerdings muss man schon etwas fummeln, bis dann auch wirklich alle Pins Kontakt haben und lädt. Ein Netzteil ist nicht im Lieferumfang enthaltenen, allerdings passt jedes handelsübliche USB-Ladegerät.

Bedienung und App:

Die dazu gehörende App nennt sich HPlus Watch und gibt es für Android und iOS. Die Bedienung des Tracker ist ein Kinderspiel, da es am Tracker bis auf das Sensorfeld keinerlei Tasten oder ähnliches gibt. Einmal auf die „Taste“ drücken, schaltet das Display ein und Zeit die Uhrzeit an. Das Display kann man auch durch die typische „Auf-die-Uhr-schauen“ Geste aktivieren. Zumindest in der Theorie, denn hier gibt es einen netten Bug. Drehe ich den Arm mit der Uhr von mir weg, also genau das Gegenteil von auf die Uhr schauen, schaltet sich das Display ein. Drehe ich den Tracker zu mir, dass ich was sehen kann, schaltet es sich ab. Also die Funktion ist an sich vorhanden, allerdings unbrauchbar. Also muss man sich durch tippen auf das Sensorfeld durch die Anzeigen klicken. Zuerst Uhrzeit, Datum und Tag. Dann erscheint der Puls, der auf Wunsch permanent gemessen wird. Danach die zurückgelegten Schritte, Aufzeichnung von Schwimmen, zurückgelegte Strecke, verbrauchte Kalorien, „Auf-die-Uhr-schauen“ Geste ein- oder ausschalten, Infos zur Firmware und die Einstellungen. In den Einstellungen kann man das Band ausschalten oder auch einen Reset machen als zurücksetzen. Um einen Menüpunkt auszuwählen muss man die Taste kurz gedrückt halten.

Die App ist in deutscher Sprache, wobei einige Übersetzungen echt skurril ausfallen. So liest man bei den aktuellen Daten was von „…dass nur gesunden Schlaf besser helfen tun kann man die Müdigkeit, die zu erleichtern ist, weil man der Hirnrinde bei voller Ruhe während gesunden Schlaf ist“. Aha…und so einen Mist liest man überall. Zu Beginn sieht man eine Übersicht auf der direkt die Schrittzahl zu sehen ist. Darunter bekommt man Zugriff auf die Daten für den Schlaf, seine Aktivitäten und eine langfristige Auswertung. Beim Puls bekommt man den aktuellen Puls angezeigt allerdings nur vom aktuellen Tag. Für eine längere Auswertung muss man zurück in die Tabelle und auf die Auswertung für die Daten gehen. In den Einstellungen kann man den Tracker verbinden, einen Alarm einstellen, eine Bewegungserinnerung aktivieren und die Benachrichtigungen steuern. Hier kann man auf ein paar bekannten Apps auswählen und dann noch pauschal „Other Notifications“.

Als nächstes die „Benutzer“- Seite mit dem eigenen Profil und der Verwaltung des Schrittziels. Workouts wie joggen kann man weder über die App noch das Armband tracken. Das funktioniert nur mit dem Schwimmen, welches man aber händisch starten und stoppen muss.

Alltagstest:

Was erwarte ich von einem Fitnessracker? Eigentlich nur, dass er funktioniert und ich habe ja schon einige getestet. Darunter auch richtig schlechte. Aber es geht tatsächlich noch schlechter. Das Zeblaze ZeBand Plus ist so ein Fall. Dabei ist das Band an sich nicht schlecht, aber die App ist eine einzige Katastrophe. Ich beschreibe zuerst einmal was funktioniert. Das geht schneller.

Die App ist sehr übersichtlich und leicht zu bedienen. Die Verbindung zum Tracker war ruckzuck erledigt. Genauso schnell läuft die Synchronisation über die Bühne. Der Schrittzähler zählt auch fleißig und korrekt mit. Der Schlaf wird automatisch aufgezeichnet und das ebenfalls sehr präzise. Das war es aber auch schon.



Denn was hilft mir ein Fitnesstracker, wenn er sich mehrmals täglich zurücksetzt? Irgendwann bemerkt man, dass der Tracker wieder überall bei 0 anfängt. Und das nicht nur einmal am Tag, sondern teilweise alle paar Stunden. Erschwerend kommt hinzu, dass der Tracker oder die App dann die letzten Daten vergisst oder löscht. Die Schlafdaten bekommt man zwar in einem Kuchendiagramm angezeigt aber auch die sind dann plötzlich weg. Dasselbe beim Puls oder gerne auch mal beim Profil, welches komplett zurückgesetzt wird. Alleine dadurch ist das Band komplett unbrauchbar und daher auch die 0 Punkte für die Alltagstauglichkeit. Ihr wollt mehr? Gibt es. Durch die fehlerhafte Auf-dieUhr-Schauen-Geste aktiviert sich das Display nachts ständig, da man auch keine Pause einstellen kann. Die Benachrichtigungen funktionieren. Zu gut sogar. Denn sobald man den Punkt „Other Notifications“ aktiviert, wird echt alles vom Band signalisiert. Selbst sperren des Handys, Änderungen der Lautstärke oder wenn man auf dem Handy eine Mail löscht. Total nervig und habe ich nach 30 Minuten entnervt deaktiviert. Das Display ist trotz Monochrom Display im Freien selbst bei starker Bwölkung nicht mehr ablesbar.

So habe ich mich echt 5 Tage durch den Test gequält und tapfer durchgehalten. Aber irgendwann nach dem zehnten mal einrichten des Profils und dem zwanzigsten Reset war ich dann durch.

Fazit:

Kurz und schmerzlos. Das Zeblaze ZeBand Plus ist Elektroschrott und keinen müden Cent wert. Also bitte direkt vergessen und das Xiaomi Mi Band 2 (Testbericht) kaufen.

     

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About Peter W.

Mit meinen Tests will ich den "normalen" Interessenten davor bewahren, sein hart verdientes Geld für Müll auszugeben. Denn leider ist es Fakt, das nicht alles Gold ist, was glänzt. Daher gibt es von mir kein Technik-Chinesisch sondern Klartext. Wie ich teste könnt ihr hier nachlesen: http://mobi-test.de/uber-uns/ Wenn ihr Fragen habt, dann verfasst einen kurzen Kommentar und wir versuchen diesen zu beantworten.

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