Im Test – der Anker SoundCore 2 Bluetooth Lautsprecher mit 12W

Stöbert man bei Amazon durch die schier unendliche Auswahl, wird man sehr schnell auf den einen Hersteller mit dem Namen Anker treffen. Deren SoundCore 2 trägt das Banner für „Bestseller Nr.1“. Als dann noch ein Angebot von Amazon Frankreich inkl. Tragetasche mit fast 50% Rabatt kam, konnte ich nicht nein sagen und habe ihn für einen Test bestellt. Schließlich wissen wir alle, wie das bei Amazon so läuft und jetzt muss sich der Anker SoundCore 2 bei mir im Alltagstest beweisen.




Allerdings darf man sich bei Amazon nicht von den angezeigten 255 Rezensionen blenden lassen. Nachdem ich den Artikel mit dieser Seite überprüft habe, sind von diesen 255 nur noch 36 „echte“ Reviews zu genau diesem Modell übrig und davon sind noch mal 4 Fake. Trotzdem vergeben diese 32 Personen dem Lautsprecher 4,7 von 5 Sternen und das ist schon mal eine Hausnummer. Am 14. August postetet jemand auf mydealz.de dieses Angebot. Der Anker Soundcore 2 inkl. original Anker Case dafür für 37,63 €. Bei uns kostet der Lautsprecher 52,99 € und die original Tasche von Anker noch einmal 12,99. Also zusammen 62,98 € und ich knapp mehr als die Hälfte bezahlt. Also ab dafür und bestellt. Dank Amazon kam die Lieferung aus Frankreich nach 2 Tagen bei mir an und der Test konnte beginnen. Der Anker SoundCore 2 sieht sich zwei ähnlich teuren Konkurrenten gegenüber. Zum einen der TaoTronics TT-SK06 (Testbericht) zum Preis von 49,99 € und 20W. Desweiteren habe ich den Aukey SK-S1 (Testbericht) mit 16W zum Preis von 43,99 € dazu geholt. Ich bin echt gespannt, was der Anker so reißt, denn rein von den Daten her hat er die niedrigste Leistung und ist am teuersten. Also muss er ja irgendwelche Argumente für den Preis liefern und genau das werde ich herausfinden.

  • 2 x 6W
  • 70Hz – 20 kHz
  • Bluetooth 4.2
  • 3,5 mm Aux-IN
  • Freisprechfunktion
  • spritzwassergeschützt nach IPX5
  • Input 5V/ 2A
  • 168 x 47 x 56
  • 417 g

Produktseite: anker.com/dw/SoundCore-2

Deutsche Bedienungsanleitung: n/a

Erhältlich ist der Anker SoundCore 2 bei Amazon* zum Preis von 52,99 €.

Getestet wird wie immer sehr praxisnah. Ich lade den Kandidaten auf, verbinde ihn per Bluetooth mit meinem Smartphone und stelle ihn bei mir im Wohnzimmer auf ein Sideboard. Wie sich verschiedene Standorte auf den Klang auswirken, habe ich hier ausführlich beschrieben -> Link

Naja und dann höre ich halt Musik. Stundenlang. Bis der Akku schlapp macht. Auf Google Play Music habe ich eine eigene Playlist mit zahlreichen Titeln quer durch alle Musikrichtungen. Mit dabei unter anderem Paul Kalkbrenner mit elektronischer Musik, diverse Unplugged Songs von Sportfreunde Stiller, ein paar Titel aus den aktuellen Charts desweiteren Faithless, Peter Fox, Frankie goes to Hollywood, David Bowie, Queen, Red Hot Chili Peppers, The Prodigy, Rammstein, Enya, ein bisschen Klassik, Jazz usw. Eben querbeet, um auch wirklich alle Stilrichtungen zu hören. Dazu von der App Audio Test Tone Generator diverse Testtöne auf verschiedenen Frequenzen, um zu hören, ob eine Box wirklich Bass unterhalb von 100 Hz zu Gehör bringen kann. Um verschiedene Boxen direkt miteinander zu vergleichen, verbinde ich alle zusammen über einen Belkin Rockstar Audiosplitter* mit meinem Smartphone. Als zweite Meinung hole ich meine Frau dazu. Den Klang beurteilen wir dann nach einem ganz einfachen Schema. Gefällt oder gefällt nicht. Irgendwann geht dem Kandidaten die Puste bei Akku aus und ich schaue, wie lange der Testkandidat durchgehalten hat. Dazu noch die Verarbeitungsqualität, Ausstattungsmerkmale und Bedienung

Verarbeitung und Ausstattung:

In der Verpackung befindet sich zum einen der Lautsprecher noch ein Micro-USB Ladekabel und eine deutsche Kurzanleitung. Hier bietet die Konkurrenz mehr, in dem sie ein 3,5 mm Kabel dazu legt.

Von den Abmessungen ist er mit Abstand der Kleinste und Leichteste. Kommt aber auch daher, dass er mit einer Bestückung von zwei Treibern a 1,5″ und einem passiven Bassradiator die kleinste von den Dreien bietet und die braucht halt auch weniger Platz. Das komplette Gehäuse besteht wohl aus Plastik, welches aber rundherum mit einer Softgrip-Beschichtung versehen ist. Das macht die Sache robust und griffig, zieht aber hässliche Fingerabdrücke magisch an und das sieht dann nicht mehr so prickelnd aus. Vier kleine Standfüße aus weichem Gummi sollen ein herumrutschen verhindern. Unter dem Frontgitter aus Alu sieht man die beiden 1,5″ Breitbandlautsprecher und die mittig sitzende Passivmembran. Dieser strahlt nicht nach hinten ab, denn die Rückwand ist eine Fläche und ebenfalls gummiert.

An der Oberseite befinden sich zwei LEDs. Die linke zeigt, dass die Box eingeschaltet ist. Eine Akkustandsanzeige gibt es aber nicht. Ganz rechts eine weitere LED, die den Betriebszustand anzeigt. Und dann noch die wirklich großen Tasten. Allesamt ausgeformt und so auch blind ertastbar. Alle haben einen hervorragenden Druckpunkt und quittieren einen Druck mit einem satten Klick“. Sehr löblich. Von links nach rechts ist das die Power-Taste, die Leiser- Taste, die Play/ Pause-Taste, die Lauter-Taste und dann noch die Bluetooth-Taste. Rechts außen unter einer Abdeckung die AUX-In und die Micro-USB Buchse. Die Einstufung nach IPX5 bedeutet, dass Sie spritzwassergeschützt ist, aber nicht wasserdicht. Also mal ein Regenschauer macht der Box nichts aus, solange die Abdeckung verschlossen ist. Aber in den Pool sollte die Box lieber nicht fallen.



Der Akku soll bis zu 24 Stunden durchhalten. Leider finde ich nirgends Angaben zur Kapazität, aber wenn das stimmt, dann muss da schon ein ganz schöner Klotz von Akku drinstecken. Im Test war der Akku dann auch nicht klein zu kriegen. Erst nach knapp 23 Stunden meldete sich die Box mit einer rot blinkenden LED und kurz darauf war Feierabend, sprich der Anker hat sich abgeschaltet. Während der Akku geladen wird, leuchtet die LED dauerhaft rot und wechselt auf weiß, sobald er voll aufgeladen ist. Geladen wird der Akku über ein herkömmliches, im Lieferumfang befindliches, Micro-USB Kabel. Ein Netzteil fehlt aber. Und während des Ladens kann mit der Box weiter Musik gehört werden.

Die Verarbeitung ist tadellos, was man aber in Anbetracht von einem Preis von über 50 € auch erwarten kann. Alles andere wäre indiskutabel. Für diesen Preis fehlt mir aber NFC, was die Sache mit dem Verbinden massiv erleichtert.

Verbindung und Bedienung:

Wie eigentlich alle Bluetooth Lautsprecher ertönt leider auch beim Anker SoundCore 2 beim Einschalten ein Ton, aber das zum Glück eher dezent und vergleichsweise leise. Direkt nach dem Einschalten ist die Box im Bluetooth-Modus, was durch eine blau blinkende LED signalisiert wird. Leider finde ich auch keine Angaben über die unterstützten Bluetoothprofile. Bei einer erfolgreichen Verbindung ertönt dann wieder eine Tonfolge und die LED leuchtet dauerhaft blau. Steckt man ein 3,5 mm Klinkenkabel in die Buchse, schaltet die Box direkt um, was aber nicht weiter signalisiert wird.



Die Tasten erklären sich eigentlich von selbst. Die Power-Taste hält man kurz gedrückt, um die Box ein- oder auszuschalten. Die Bluetoothtaste hält man kurz gedrückt, um sich mit einem anderen Gerät zu koppeln. Die Leiser- und Lauter-Taste sind auch nur dafür zuständig. Durch gedrückt halten steigt oder sinkt die Lautstärke sanft an bzw. ab. Einen Titel weiter springt man durch doppeltes drücken der Play-Taste. Einen Titel zurück geht leider nicht. Das muss man über das Handy bzw. Tablet erledigen. Hält man diese Taste mal etwas länger gedrückt, dann startet entweder Siri oder der Google Assistant und man kann losquatschen, ohne das man irgendwas am Handy fummeln muss. Ein ziemlich geniales Feature, welches sich immer mehr durchsetzt.

Kommt ein Anruf rein, dann kann man dieses durch drücken der Play-Taste annehmen und auch wieder beenden. Etwas länger gedrückt halten, lehnt den Anruf ab. Während des Telefonats kann man durch Drücken der Play-Taste den Anruf pausieren und einen weiteren Anruf annehmen. Ein weiteres Drücken schaltet zwischen den Telefonaten hin und her. Ziemlich gut finde ich, dass man beim telefonieren die Play-Taste gedrückt halten kann, um das Gespräch auf das Handy zu legen. Ideal, wenn nicht jeder mithören soll.

Klang:

Kommen wir zum wichtigsten Punkt bei einem Lautsprecher. Wie klingt denn das gute Stück? Ganz ordentlich. Mehr aber auch nicht. Von einer Bassmaschine wie man bei Amazon lesen kann oder einem überragenden Klang zu sprechen bin ich sehr weit entfernt. Es klingt schlicht ok. Die Bässe sind bauartbedingt eher schmächtig mit einem leichten Hang zur Loudness. Also künstlich leicht erhöht und damit lauter gemacht. Die Mitten sind etwas unterrepräsentiert und geben weiter an etwas zu spitze Höhen. Auch hier macht sich beim genauen hinhören ein Loundness-Effekt bemerkbar. Also Bässe lauter, Höhen lauter und die Mitten dagegen eher leise. Bei normaler Zimmerlautstärke fällt das nicht weiter auf, aber je lauter man hört, umso krasser hört man es und vor allem im direkten Vergleich mit seinen beiden direkten Konkurrenten. Außerdem habe ich einen merkwürdigen Lauter-Leiser Effekt bemerkt. Nicht nur ich, sondern auch meine Frau. Während der Wiedergabe wird die Musik immer wieder mal hörbar lauter und kurz danach wieder leiser. Ein ständiges Auf und Ab, was auf Dauer echt nervt. Vor allem weil es eben ab und an auch mal plötzlich viel lauter wird und man sich zu Tode erschreckt.

Alle drei stehen dabei direkt nebeneinander und sind jeweils per Klinkenkabel an einer Weiche mit meinem OnePlus 5 verbunden. Durch umschalten kann ich wahlweise alle drei, nur zwei oder einen alleine parallel hören. Und genau hier hört man diesen Loudness-Effekt sehr deutlich. Der TaoTronics TT-SK06 (Testbericht) kommt nicht weit genug herunter, um Bässen den nötigen Nachdruck zu verleihen. Dafür verleiht er Stimmen das nötige Volumen. Nach oben hin schließen sich passende Höhen an. Alles zusammen klingt richtig ordentlich. Das gilt größtenteils auch für den Aukey SK-S1 (Testbericht), der aber untenrum noch etwas dünner rüberkommt. Der Anker SoundCore 2 liefert im direkten Vergleich die besseren Bässe, auch wenn das mehr ein Plopp, denn Bumm ist. Die fehlende Membranfläche kann auch Anker nicht groß zaubern. Dafür klingen vor allem Sänger eher dünn weil ohne Volumen und Sängerinnen klingen derart hohl, dass man meint, die Damen säßen in einem Eimer. Beim Hochtonbereich ist der Anker wieder spritziger, auch wenn es mit zunehmender Lautstärke immer nerviger wird.

In Punkto maximale Lautstärke geben sich alle drei nicht viel. Hier scheint die Anker aber von sich aus die Leistung herunterzuregeln. Ob das mit dem von mir beschriebenen Lauter-Leiser Phänomen zusammenhängt? Wenn ja, dann greift die leistungsregulierende Elektronik verdammt früh ein. Schon minimal über normaler Zimmerlautstärke und damit schießt sie über das Ziel hinaus. Dafür übersteuert der Anker nicht einmal annähernd so wie die beiden Kontrahenten von TaoTronics und Aukey. Kurzum. Eine Party wird man auch mit dem Anker SoundCore 2 nicht beschallen. Eher die kleine, gemütliche Beachparty mit einer bisschen Hintergrundberieselung. 

Die Freisprechfunktion ist dagegen richtig gut. Man selber wird sehr gut verstanden und das ohne Nebengeräusche. Auch das Gegenüber ist sehr gut zu verstehen. 

Fazit:

Würde ich den Anker SoundCore 2 meinem besten Freund empfehlen? Jein. Hervorzuheben ist der Schutz vor Spritzwasser. Das sie klein und handlich ist. Der Akku sehr, sehr lange hält und die Freisprechfunktion nicht nur ein Gimmick ist, sondern wirklich brauchbar. Aber ich kaufe mir so eine Box wegen des Klangs und da liefert der SoundCore 2 leider nur Durchschnittkost mit der Macke, dass die Musik ständig mal lauter und dann wieder leiser wird. Alleine schon diese Lauter-Leiser Macke verwehrt dem Anker das Gütesiegel. 

     

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About Peter W.

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