Im Test – der Aukey SK-S1 Bluetooth Lautsprecher mit 16W

Kurz nachdem der Aukey SK-M7 (Testbericht) bei mir mit Bravour das Gütesiegel kassiert hat, wurde ich neugierig und habe mir mit dem Aukey SK-S1 direkt noch den großen Bruder bestellt und ausprobiert. Mit einem Preis von unter 50 € sind meine Erwartungen jetzt umso höher. Ob er diese rechtfertigt?


Normalerweise sagt man ja, dass man immer etwas mehr Geld ausgeben sollte, um etwas vernünftiges zu bekommen. Der Aukey SK-M7 (Testbericht) für 19 € war für mich eine riesige Überraschung. Niemals hätte ich der vergleichsweise günstigen Kiste derartiges zugetraut. Da passte es hervorragend, dass der große Bruder, namentlich der Aukey SK-S1, ein paar Tage später bei Amazon in den Blitzangeboten zum Preis von 35,99 € zu haben war. Da musste ich einfach zuschlagen. Auch zum Normalpreis von 43,99 € liegt es preislich in einer höchst spannenden Preisklasse. Bislang war für mich hier der Xiaomi Mi Bluetooth Speaker (Testbericht) für knapp 40 € das Maß der Dinge. Wenn es mal so richtig krachen soll, dann geht bei mir aktuell rein gar nix über den JKR KR 1000 NFC (Testbericht). Auch der kommt auf etwas über 40 €. Und weil ich gerade einen JBL Flip 4 zum testen hier herumliegen habe, werde ich auch den mal als nächstgrößere Instanz mit antreten lassen. Mal sehen, ob auch der Aukey SK-S1 so leicht das Gütesiegel ergattern kann. Wie gesagt. Meine Erwartungen sind hoch.

Technische Daten:

  • 2 x 8W
  • > 80dB
  • 160Hz – 20kHz
  • Bluetooth 4.0
  • 3,5 mm Aux-IN
  • Freisprechfunktion
  • 200 x 65 x 60 mm
  • 675 g
  • 2000 mAh (nicht wechselbar)

Produktseite: aukey.com/sk-s1-wireless-speaker

Deutsche Bedienungsanleitung: n/a

Erhältlich ist der Aukey SK-S1* nur in silber zum Preis von 43,99 €.  In der Farbe schwarz ist der baugleiche Lautsprecher bei Amazon unter der Bezeichnung Blitzwolf 20W* zu finden.



Getestet wird wie immer sehr praxisnah. Ich lade den Kandidaten auf, verbinde ihn per Bluetooth mit meinem Smartphone und stelle ihn bei mir im Wohnzimmer auf ein Sideboard. Naja und dann höre ich halt Musik. Stundenlang. Bis der Akku schlapp macht. Auf Google Play Music habe ich eine eigene Playlist mit zahlreichen Titeln quer durch alle Musikrichtungen. Mit dabei unter anderem Paul Kalkbrenner mit elektronischer Musik, diverse Unplugged Songs von Sportfreunde Stiller, ein paar Titel aus den aktuellen Charts desweiteren Faithless, Peter Fox, Frankie goes to Hollywood, David Bowie, Queen, Red Hot Chili Peppers, The Prodigy, Rammstein, Enya, ein bisschen Klassik, Jazz usw. Eben querbeet, um auch wirklich alle Stilrichtungen zu hören. Dazu von der App Audio Test Tone Generator diverse Testtöne auf verschiedenen Frequenzen, um zu hören, ob eine Box wirklich Bass unterhalb von 100 Hz zu Gehör bringen kann. Um verschiedene Boxen direkt miteinander zu vergleichen, verbinde ich alle zusammen über einen Belkin Rockstar Audiosplitter* mit meinem Smartphone.

Den Klang beurteile ich nach einem ganz einfachen Schema. Gefällt oder gefällt nicht. Irgendwann geht dem Kandidaten  die Puste bei Akku aus und ich schaue, wie lange der Testkandidat durchhält. Dazu noch die Verarbeitungsqualität, Ausstattungsmerkmale und Bedienung.

Verarbeitung und Ausstattung:

Die Verpackung besteht, wie bei Aukey üblich, aus einem schmucklosen, brauen Karton. Ist auch völlig ok, denn wen interessiert das weiter? Der Inhalt ist wichtig. Und da kommt zum einen der Bluetooth Lautsprecher zum Vorschein nebst einem Mikro-USB Ladekabel, einem 3,5 mm Audiokabel und einer deutschen Bedienungsanleitung.

Drückt man jemanden mal den Aukey in die Hand und lässt ihn einen Preis nennen, dann werden alle in die Region 100+ tippen. Denn genauso sieht er aus und fühlt sich auch an. ehr hochwertig und edel. Das fängt an beim Gehäuse aus Aluminium und dem sehr feinmaschigen Gitter, welches sehr sauber gefertigt ist und absolut perfekt integriert ist. Bei der Farbgebung liegt man mit Silber und Anthrazit eigentlich immer richtig, da diese Farben mit so gut wie allem harmonieren. Und durch sein relativ hohes Gewicht von 675 g ist er zwar noch tragbar, aber so ein Schmuckstück gehört angemessen präsentiert. Da er wohl auch nicht für den Outdooreinsatz gedacht ist, sehe ich ihn eher auf der gediegenen Gartenparty denn am Badesee. 

Hinter dem Gitter findet man zwei Lautsprecher mit jeweils 8W und einem Bassradiator. An der Oberseite befindet sich mittig ein paar Tasten. Von links nach rechts sind das die Telefon-Taste, die einteilige Lautstärke-Taste, die einteilige Taste für den Titelsprung und die Play/Pause-Taste. Die Tasten sind vernünftig beschriftet und verfügen über gute Druckpunkte. In der Ecke ist dann auch noch die LED zu sehen. An der Rückseite sind dann noch die Micro-USB Buchse zum Laden, die 3,5 mm AUX-In Buchse und die Power-Taste zu finden. Die Power-Taste ist der einzige Kritikpunkt in Punkto Verarbeitung. Keine Ahnung, wer sich das hat einfallen lassen. Die Taste ist derart klein und wirkt so billig, dass sie so gar nicht zum hochwertigen Rest passen möchte. Platzmangel dürfte wohl nicht als Begründung taugen… 

Dank einer durchgehenden Gummiplatte an der Unterseite mit vier Füßen integrierten Füßen wird einem herumrutschen bei höheren Lautstärken wirksam vorgebeugt. 

Der Akku ist mit seinen 2000 mAh soll bis zu 8 Stunden durchhalten. In der Realität kam er aber nur auf knapp 7 Stunden bei einer Bluetooth Verbindung und Zimmerlautstärke. Geht der Akku zur Neige, wird das durch die rot blinkende LED und einen Warnton akustisch angezeigt. Beim Laden leuchtet die LED dauerhaft rot. Geladen wird der Akku über ein herkömmliches, um Lieferumfang befindlichen, Micro-USB Kabel. Und während des Ladens kann mit der Box weiter Musik gehört werden.

 

Verbindung und Bedienung:

Wie eigentlich alle Bluetooth Lautsprecher ertönt leider auch beim Aukey SK-S1 beim Einschalten eine Tonfolge. Daran könnte man sich ja noch gewöhnen, aber nicht die hohe Lautstärke. Selbst wenn man vorher nur leise Musik gehört hat, sind diese Töne viel zu laut und nerven einfach nur. Wann fängt der erste Hersteller endlich damit an, diesen unnötigen Mist wegzulassen?

Direkt nach dem Einschalten ist die Box im Bluetooth-Modus, was durch eine blau blinkende LED signalisiert wird. Bei einer erfolgreichen Verbindung ertönt dann nochmals eine kurze Tonfolge und die LED leuchtet dauerhaft blau. Steckt man ein 3,5 mm Klinkenkabel in die Buchse, schaltet die Box direkt um, was durch eine grüne LED signalisiert wird. Geht die Bluetoothverbindung verloren, schaltet sich der Bluetooth Lautsprecher nach 3 Minuten ab. Dabei ertönt wiederum ein kurzer Ton. 

Die Taste ganz links ist die „Anruf-Taste“ und erklärt sich damit von selbst. Kurzes drücken nimmt ein Telefonat an und beendet dieses. Gedrückt halten lehnt einen Anruf ab. Die Tasten laut und leiser tun genau dies. Das gilt auch für die beiden Tasten für den Titelsprung nach vorne oder zurück. Die Play- und Pause-Taste muss man wohl auch nicht weiter erläutern. Die Bedienung ist also schon mal kein Problem.




Klang:

Kommen wir zum wichtigsten Punkt bei einem Lautsprecher. Wie klingt denn das gute Stück? Und da muss ich gestehen, dass mich auch der Aukey SK-S1 überrascht hat. Der Aukey SK-M7 (Testbericht) hat ja meine Messlatte für Aukey Lautsprecher etwas höher gehängt und die Erwartungen kann der SK-S1 mehr als erfüllen. Der Klang ist für diese Preisklasse ausgesprochen gut, um nicht zu sagen eine Klasse höher angesiedelt, als der Preis. 

Beim Bass schwächelt der Aukey etwas, aber es ist immer noch im Rahmen des technisch machbaren aus dieser Größe und Bestückung. Dafür weiß der tiefe Mitteltonbereich und das restliche Frequenzband absolut zu gefallen. Stimmen bekommen den richtigen Nachdruck verliehen und selbst hohe Töne werden ohne zischen zu Gehör gebracht. Aber vor allem die breite der Bühne und die Räumlichkeit wissen zu gefallen. Das gesamte Klangbild passt zum Äußeren. Keine Effekthascherei, sonder Ehrlichkeit und Spaß an der Sache. Aber…und da muss der SK-S1 sich dann doch etwas Kritik gefallen lassen. Damit er so gut klingt, gerade für die Räumlichkeit, muss man mittig direkt vor dem Lautsprecher sitzen. Selbst wenn man nur einen Meter neben der Box sitzt oder steht, klingt es zwar noch gut, aber die Räumlichkeit geht fast komplett verloren. Aber zum Glück kann man das ja sehr schnell und leicht ändern, in dem man den Standort der Box ändert.  

Zum Vergleich habe ich zuerst mal den gleich teuren Xiaomi Mi Bluetooth Speaker (Testbericht) herangezogen. Und es tut mir leid Herr Xiaomi, aber der Aukey klingt eine ganze Klasse besser. Nicht nur das gesamte Klangbild ist sauberer und klarer, auch die besagte Breite der Bühne und Auflösung ist hörbar besser, als beim aktuellen Topmodell von Xiaomi. Im Vergleich zum JKR KR 1000 NFC (Testbericht) hat der Aukey beim Basse keine Chance. Und vom Gesamtklangbild her zieht der Aukey locker am JKR vorbei. Ok, die Preisklasse bis 50 € ist bei mir jetzt mit möglichen Vergleichspartnern ausgeschöpft. Nun muss der JBL Flip 4 her. Den habe ich zufälligerweise gerade für einen Test hier liegen. Der kostet zwar um die 10o € und ist damit mehr als doppelt so teuer, wie der Aukey SK-Sk1, aber probieren kann man es ja.

Und genau hier hat der Aukey dann seinen Endgegner gefunden. Der JBL klingt luftiger aber gleichzeitig auch wuchtiger unten herum. Kurzum einfach noch einen Tacken besser über das ganze Frequenzband. Aber sicher nicht doppelt so gut bzw. der nicht Aukey um die Hälfte schlechter. Im Punkto Preis/Leistung ist der Aukey dem JBL klar überlegen. 

Im Gegensatz zu vielen anderen von mir getesteten Bluetooth Lautsprechern ist die Freisprechfunktion durchaus brauchbar. Kommt ein Anruf rein, wird die Musikwiedergabe gestoppt und man kann das Telefonat mit der Telefon-Taste annehmen. Man selber wird dabei sehr gut verstanden, nur ein leichtes Echo ist zu hören. Das Gegenüber klingt natürlich, allerdings rauscht es hörbar aber immer noch gut verständlich.

Fazit:

Würde ich den AUKEY SK-S1 meinem besten Freund empfehlen? Die Antwort ist eindeutig ein Ja. Wer weniger als 50 € ausgeben möchte und nicht unbedingt eine Party mit maximaler Lautstärke beschallen möchte, darf gerne zugreifen und sich am Klang begeistern lassen. In der Klasse bis 50 € ist das der bislang beste von mir getestete Bluetooth Lautsprecher. Und ich habe einige getestet. Ab sofort ist der Aukey SK-S1 die Referenz, der sich selbst vor den wesentlich teureren Modellen der etablierten Konkurrenz nicht verstecken muss. Mich nerven nur diese lauten Bestätigungen. Aber die gibt es leider überall und übrigens ist der JBL Flip 4 in diesem Punkt noch krasser, als der Aukey SK-S1. Und wegen des sehr guten Preis/Leistungsverhältnis vergebe ich das Gütesiegel. Wer wissen möchte welche Bluetooth Boxen die besten sind dem sei unsere Bestenliste ans Herz gelegt.

     

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About Peter W.

Mit meinen Tests will ich den „normalen“ Interessenten davor bewahren, sein hart verdientes Geld für Müll auszugeben. Denn leider ist es Fakt, das nicht alles Gold ist, was glänzt. Daher gibt es von mir kein Technik-Chinesisch sondern Klartext. Wie ich teste könnt ihr hier nachlesen:

http://mobi-test.de/uber-uns/

Wenn ihr Fragen habt, dann verfasst einen kurzen Kommentar und wir versuchen diesen zu beantworten.

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