Im Test – der Bluetooth Lautsprecher Fresh ’n Rebel Rockbox Brick Fabriq Edition

Diese tragbaren Bluetooth Lautsprecher sind beliebt. Kaum ein Tag an denen kein neues Modell bei Amazon auftaucht. Gerade bekannte Namen wie Bose, JBL oder Ultimate Ears kennt jeder. Aber nicht jeder will hundert Euro für so einen kabellosen Lautsprecher ausgeben. Also habe ich mich mal wieder umgeschaut und bin beim Fresh ’n Rebel Rockbox Brick aus der Fabriq Edition hängen geblieben. Mal sehen, was er gegen ähnlich teure Konkurrenten wie den brandneuen Xiaomi Mi Bluetooth Speaker (Testbericht) ausrichten kann.

Fresh ’n Rebel sollte ebenfalls schnell in der Trefferliste auftauchen, wenn man z.B. bei Amazon nach Bluetooth Lautsprechern sucht. Kein Wunder, denn das Portfolio des Herstellers ist riesig und umfasst alles mögliche an Lautsprechern und Headsets. Einige habe ich schon getestet und sie alle waren ihr Geld wert. Von der neuen Fabriq Edition gibt es nicht weniger als 5 Bauformen in jeweils 8 Farben, wobei diese immer mehr werden. In dem Moment, in dem ich diesen Artikel schreibe, sind wohl auch schon zwei neue Farben dazugekommen. Entschieden habe ich mich wieder einmal nach einem ganz einfachen Muster:

  • unter 50 €
  • Bluetooth und Klinke
  • handliche Bauform
  • einigermaßen namhafter Hersteller
  • Primeversand

Prime deshalb, weil ich es immer wieder nervig finde, dass Artikel am Ende wochenlang nicht geliefert werden, obwohl ein Versand am nächsten Tag auch ohne Prime versprochen wird. Wie gesagt habe ich mir dann aus vielen Modellen den Fresh ’n Rebel Rockbox Brick Fabriq Edition in grün bestellt. Er tritt an gegen den brandneuen und gleich teuren Xiaomi Mi Bluetooth Speaker (Testbericht) und meinen aktuellen Preis/Leistungssieger JKR KR 1000 NFC (Testbericht).

Technische Daten:

  • max. Input 5V / 2A
  • max. Output 5V / 1A
  • 2 x 6 W
  • Bluetooth 4.0
  • AUX-IN
  • Freisprechfunktion
  • Powerbankfunktion
  • 155 x 59 x 59 mm
  • 421 g
  • 4000 mAh (nicht wechselbar)

Produktseite: http://www.freshnrebel.com/de/produkte/rockbox/63/rockbox-brick-fabriq-edition/

Ausführliche deutsche Bedienungsanleitung: freshnrebel.com/brick_anleitung.pdf

Die Fabrique Serie ist es in fünf verschiedenen Größen Round*, Cube*, Chunk*, Fold* und Brick*. Sie alle gibt es dann noch in jeweils acht Farben. Die Preise beginnen bei 25 € und reichen bis zu 95 € je nach Modell und Farbe. Bei mir ist der Brick in der Army Grün.

Getestet wird wie immer sehr praxisnah. Bei mir im Wohnzimmer werde ich den Testkandidaten mit diversen anderen gleichwertigen Konkurrenten mit dem gleich Musikmaterial füttern. Um direkt vergleichen zu können, sind alle per Klinke mit meinem Smartphone verbunden und können durch einfaches umstecken miteinander verglichen werden. Dazu natürlich noch den Klang per Bluetooth. Auf Google Play Music habe ich eine meine persönliche Playlist mit zahlreichen Titeln quer durch alle Musikrichtungen. Mit dabei unter anderem Paul Kalkbrenner mit elektronischer Musik, diverse Unplugged Songs wie von Sportfreunde Stiller, dann noch ein bisschen was aus den aktuellen Charts, Peter Fox, David Bowie, Queen, Red Hot Chili Peppers, The Prodigy, Rammstein, Enya, ein bisschen Klassik, Jazz usw. Dazu von der App Audio Test Tone Generator diverse Testtöne auf verschiedenen Frequenzen. Bei den einzelnen Titel schalte ich abwechselnd von einem auf den anderen Lautsprecher um und beurteile den Klang nach einem ganz einfachen Schema. Gefällt oder gefällt nicht. Nacheinander geht den Kandidaten dann die Akkupuste aus und ich schaue, wie lange der Testkandidat durchhält. Dazu noch die Verarbeitungsqualität, Ausstattungsmerkmale und Bedienung.

Verarbeitung und Ausstattung:

Die Verpackung ist typisch Fresh ’n Rebel eine wuchtige Plexiglaskiste. In deren Sockel versteckt sich das Micro-USB Ladekabel, das 3,5 mm Klinkekabel und eine Kurzanleitung. Sieht ja schon stylisch aus, ist aber eine Verpackung und interessiert mich nicht weiter. Also weg damit.

Der Lautsprecher hat die typische Backsteinform. Rechteckig, praktisch und ziemlich handlich. Er wirkt auf den Bilder wuchtiger, als er in Wirklichkeit ist. Das Gehäuse besteht aus Kunststoff, welches komplett bis auf die Front und die beiden Seitenflächen mit einer gummiartigen Softgripbeschichtung versehen sind. Ergibt eine herrliche Haptik, zieht aber Fingerabdrücke magisch an und sieht nach einiger Zeit alles andere als schön aus. Eher dreckig, speckig. Der Rest ist mit mehrfarbigen einem Stoff bezogen. Rechts außen eine Schlaufe, die aber wohl nur Show ist, denn um die Box daran zu tragen ist sie eindeutig zu klein. Also schmückendes Beiwerk ohne Funktion.

An der Oberseite sind fünf touchbasierten Tasten zu sehen. Sie sind hinterleuchtet und auch ohne Beschriftung eindeutig zu erkennen. Auf der Rückseite sind alle Anschlüsse zu finden. Zuerst einmal eine 4-stufige Akkuanzeige. Dann der Ein/Ausschalter, eine Bluetooth-Taste, eine Micro-USB Buchse zum laden des eingebauten Akkus, eine USB Buchse an die z.B. ein Handy zum laden angeschlossen werden kann. Leider keine USB-Sticks mit Musik. Dann noch die 3,5 mm Klinkenbuchse und noch eine Kopfhörerbuchse (!?!?!). An der Unterseite sollen zwei Gummifüße das tanzen bei lauter Musik verhindern, was auch einigermaßen gelingt.


Im Inneren werkeln zwei Neodym Lautsprecher mit je 6W. Für den Bass ist ein Passiv Radiator zuständig. Das Mikrofon für die eingebaute Freisprechanlage verbirgt sich offensichtlich unter dem Stoff. Eine microSD Buchse sucht man leider vergeblich. 

Im Inneren ist ein 4000 mAh Akku verbaut und damit mit das potenteste, was ich bei dieser Baugröße bislang gesehen habe. Dadurch kann die Box locker auch mal den Akku eines Handys laden, auch wenn die USB-Buchse nur 1A bei 5V liefert. Aber besser als ein leerer Akku. Die Akkulaufzeit gibt der Hersteller mit bis zu 20 Stunden an. An diesen Wert kommt man aber nur heran, wenn man bei moderaten Lautstärken hört und wirklich am Stück ohne größere Aktionen. Wenn man mal etwas lauter hört, viel springt und sonstiges macht, dann sind es immer noch sehr, sehr gute 16 Stunden.

Die Verarbeitung ist bis auf Kleinigkeiten sehr gut. Da die Tasten keinen Druckpunkt haben, fehlt mir ein haptisches Feedback, aber es ist ok. Die beiden Buchsen sind leider etwas schief eingebaut, was bei dieser Preisklasse als grober Schnitzer zu werten ist. Das kann die Konkurrenz besser. Auch günstigere Modelle wie z.B. die Xiaomi oder Anker.

Verbindung und Bedienung:

Nach dem Einschalten blinken die Tasten zeigen die Bereitschaft zum verbinden im Bluetoothmodus. Sobald man ein Klinkenkabel einsteckt, schaltet die Wiedergabe sofort automatisch um und umgekehrt wieder auf Bluetooth, wenn man das Kabel wieder entfernt. Sobald man sicher per Bluetooth mit dem „Rockbox Brick“ verbunden hat, ertönt ein sehr lauter und vor allem extrem nerviger Ton. Ich finde so etwas nervig, da er selbst bei niedriger Lautstärke des Lautsprechers in einer sehr hohen Lautstärke erklingt und auch sobald sich der Akku dem Ende neigt. Die hohe Lautstärke ist wirklich extrem störend, aber wenigstens quatscht mich die Box nicht voll. Die Verbindung ist auch über Distanzen von gut 10 m stabil. 

Die Tasten zum bedienen erklären sich von selbst. Die „-“ und „+“ Taste erhöhen oder reduzieren die Lautstärke. Die Tasten daneben springen einen Titel vor und zurück. Erfreulich, dass diese Tasten getrennt vorhanden sind. So kommt man nicht ins Schleudern, ob man jetzt zum lauter machen nur kurz oder lange drücken muss. In der Mitte die Play/ Pause-Taste. Über die nimmt man auch Telefonate an und beendet diese. Abweisen kann man ein Telefonat durch längeres drücken dieser Taste. Mit der Bluetooth-Taste auf der Rückseite erzwingt man eine neue Verbindung z.B. zu einem anderen Gerät. 

Klang:

Kommen wir zum wichtigsten Punkt bei einem Lautsprecher. Wie klingt denn das gute Stück? Wenn man bei normalen Lautstärken hört, dann richtig gut. Zwar kommt der Bassbereich nicht so aus dem Quark und klingt ziemlich verwaschen, was aber prinzipbedingt durch die geringe Membranfläche zu erklären wäre. Zumindest theoretisch. Dafür kann der Mittel- und Hochtonbereich klanglich absolut überzeugen. Sängerinnen bekommen eine gute Fülle ohne überzeichnet zu wirken und die Höhen sind spritzig ohne zu nerven. Gerade hier patzen viele Bluetooth-Lautsprecher, in dem sie sich mit ihren oft viel zu hervorgehobenen Höhen direkt ins Gehirn bohren. Nicht so der Fresh ’n Rebel. Die Bühne ist für diese Größe relativ breit und tief gestaffelt, könnte aber ruhig noch ein wenig tiefer sein. Das hört man ganz gut, wenn man Musik hört, in denen Orchester spielen. Bei einem guten Lautsprecher hört man, wo welche Instrumente im Raum stehen. Vorne oder hinten, links oder rechts. Hier klingt es zwar relativ breit aber es hört sich an, als ob das Orchester in einer Reihe sitzt und nicht gestaffelt. Aber das spielt bei vielen Hörern wohl eher eine untergeordnete Rolle. 

Viel mehr die maximale Lautstärke und da wächst das gute Stück über sich hinaus. Erstaunlich wie laut der Backstein kann. Allerdings verliert sich der Klang zunehmend in einem Brei. Es ist einfach nur laut und macht nur hartgesottene Liebhaber der maximalen Pegel Spaß zu hören. Für mich klingt es nicht sehr schön. Noch weniger bis gar keine tiefen Töne mehr, die der untere Mitteltonbereich fängt das Dröhnen an und die Höhen sind nur noch am schreien, so dass S-Laute nur noch aus zischeln bestehen.

Im direkten Vergleich mit dem Xiaomi Mi Bluetooth Speaker (Testbericht) und meinen aktuellen Preis/Leistungssieger JKR KR 1000 NFC (Testbericht) wird es dann spannend, denn der Fresh ’n Rebel Rockbox Brick spielt zwar spritziger als der Xiaomi, kommt dafür aber beim Tief- und unteren Mitteltonbereich nicht mit. Der JKR ist die Bassmaschine. Da kommen beide nicht mit. Allerdings muss der JKR beim Hochtonbereich die beiden ziehen lassen. Hier klingt der Fresh ’n Rebel deutlich frischer und spritziger. Bei der Bühnenbreite geben sich alle drei Kandidaten nichts. Wobei ich beim JKR die Standardeinstellung für den DSP gewählt habe. Mit aktivierten Raumklang geht beim JKR die Post ab, wäre aber unfair. Also aktiviere ich die Standardeinstellung.

Beim maximalen Pegel steht der Fresh ’n Rebel beide in den Schatten, allerdings klingen bei vergleichbar hohen Lautstärken der Xiaomi und JKR besser. Und wer mich jetzt nach einem direkten Vergleich mit dem Bose Soundlink Mini 2 oder einer UE Boom fragt, dem sei gesagt, dass dieser total unrealistisch ist. Die Bose kostet das dreifache und selbst der kleine UE Boom immer noch mehr als das Doppelte. Ich habe beide, aber das wäre ein Vergleich zwischen Äpfel und Birnen. Solche bescheuerten Vergleiche überlasse ich anderen.

Die Freisprechfunktion kann man getrost vergessen. Wie bei allen anderen ist das eher was für den absoluten Notfall. Man muss sich die Box fast schon an den Mund halten, um gut verstanden zu werden. Geht man auch nur einen Schritt weg, wird man nur noch schwer bis gar nicht mehr gehört. Der Anrufer klingt etwas blechern und durch ein unüberhörbares Echo leidet das Gespräch merklich.

Fazit:

Die Fresh ’n Rebel Rockbox Brick Fabriq Edition ist ein wirklich schicker Bluetooth-Lautsprecher, der alles bietet, was man braucht (oder auch nicht). Bei normalen Lautstärken klingt er richtig gut und obwohl er auch richtig laut könnte, ist er für Lauthörer eher nicht empfehlenswert. Wer allerdings in einer Preisklasse bis 50 € was optisch auffälliges und gut verarbeitetes haben möchte, der kann gerne zum Rockbox greifen. Gerade durch die vielen Farben wird man den für sich passenden zu den Gardinen finden. Würde ich ihn empfehlen?

Ja durchaus, auch wenn der Xiaomi bei gleichem Preis besser klingt, hat der Xiaomi einen entscheidenden Nachteil. Man bekommt ihn nicht so ohne weiteres hier in Deutschland. Aktuell muss man ihn z.B. bei GearBest* in China bestellen. Das ist nicht jedermanns Sache und da man den Fresh ’n Rebel ganz einfach bei Amazon bestellen kann und er für den Preis absolut taugt, bekommt er das Gütesiegel.

About Peter W.

Mit meinen Tests will ich den "normalen" Interessenten davor bewahren, sein hart verdientes Geld für Müll auszugeben. Denn leider ist es Fakt, das nicht alles Gold ist, was glänzt. Daher gibt es von mir kein Technik-Chinesisch sondern Klartext. Wie ich teste könnt ihr hier nachlesen: http://mobi-test.de/uber-uns/ Wenn ihr Fragen habt, dann verfasst einen kurzen Kommentar und wir versuchen diesen zu beantworten.

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