Im Test – der DBPower BX-100 LED Bluetooth Lautsprecher mit Radio und Wecker

Ich weiß nicht, ob ihr es wusstet, aber ich bin bei myDealz.de sehr aktiv. Gerade wenn es um günstige Bluetooth Lautsprecher geht, lese ich fleißig mit und diskutiere mit den anderen Usern. Dabei fällt auf, dass immer wieder die gleichen Namen fallen. Xiaomi, JKR, DBPower oder JBL. Immer und immer wieder. Nun habe ich ja schon alle drei aktuellen Xiaomi Bluetooth Speaker getestet. Auch den JKR KR-1000 NFC. Aber der DBPower BX-100 LED fehlt noch in meiner Sammlung. Also was lag da näher, als sich das Teil mal zu besorgen. Wie so oft habe ich dann bei ebay ein günstiges B-Ware Angebot gefunden und zugeschlagen. Ich bin sehr gespannt, wie sich diese Multi-Box im Vergleich schlägt.


Mittlerweile finde ich bei myDealz.de sehr oft meine Testobjekte der Begierde. Oft deswegen, weil es keine Tests gibt oder die vorhandenen haarsträubend den größten Elektroschrott über den Klee loben. Und nicht zuletzt, weil ich mitreden will. Echte Erfahrungen aus direkten Vergleichen. Eben Infos aus erster Hand liefern. Xiaomi ist bei myDealz.de absoluter Kult. Und jedes mal kommen fragen nach Alternativen in der Preisklasse von 20 bis 40 €. Und genau dann werden immer wieder diese Typen genannt. Natürlich die drei Xiaomi Bluetooth Lautsprecher (Testbericht), dicht gefolgt vom JKR KR-1000 NFC (Testbericht) und dem DBPower BX-100 LED. Aber auch der JBL Go kommt immer wieder zur Sprache. Der liegt bereits hier bei mir und wartet als nächstes darauf von mir getestet zu werden. Aktuell ist meine Referenz im Segment unter 50 € ganz klar der JKR KR 1000 NFC (Testbericht). Klanglich stellt er selbst erheblich teurere Konkurrenten in den Schatten, aber das kann sich ja ändern. Also lassen wir die Spiele beginnen…

Technische Daten:

  • 2 x 3 W + 2 x 5 W
  • max. 90 dBA
  • 80 Hz ~ 20 kHz
  • Bluetooth 4.0
  • Freisprechfunktion
  • UKW-Radio 87,5 – 108 MHz
  • microSD bis 32 GB
  • USB Slot
  • 3,5 mm Aux-IN
  • 240 x 79 x 58 mm
  • 446 g
  • 1500 mAh (nicht wechselbar)

Produktseite: dbpow.com/bx100

Bedienungsanleitung: DBPower_BX_100_LED_User_manaul.pdf

Erhältlich ist der DBPower BX-100 LED Bluetooth Lautsprecher in den Farben Schwarz/Schwarz, Schwarz/Rot und Mint/Grün zum Preis von ca. 30 €. Aber wie so oft, findet man auch diesen Lautsprecher bei Amazon oder ebay unter mehreren Bezeichnungen wie z.B. DBPOWER BX-100 LED*, ECHTPower Tragbarer Bluetooth Lautsprecher*, Expower 10W Bluetooth Stereo Lautsprecher*, GamutTek Bluetooth-Stereo-Lautsprecher* oder EIVOTOR tragbar Lautsprecher*.

Getestet wird wie immer sehr praxisnah. Ich lade den Kandidaten auf, verbinde ihn per Bluetooth mit meinem Smartphone und stelle ihn bei mir im Wohnzimmer auf ein Sideboard. Naja und dann höre ich halt Musik. Stundenlang. Bis der Akku schlapp macht. Auf Google Play Music habe ich eine eigene Playlist mit zahlreichen Titeln quer durch alle Musikrichtungen. Mit dabei unter anderem Paul Kalkbrenner mit elektronischer Musik, diverse Unplugged Songs von Sportfreunde Stiller, ein paar Titel aus den aktuellen Charts desweiteren Faithless, Peter Fox, Frankie goes to Hollywood, David Bowie, Queen, Red Hot Chili Peppers, The Prodigy, Rammstein, Enya, ein bisschen Klassik, Jazz usw. Eben querbeet, um auch wirklich alle Stilrichtungen zu hören. Dazu von der App Audio Test Tone Generator diverse Testtöne auf verschiedenen Frequenzen, um zu hören, ob eine Box wirklich Bass unterhalb von 100 Hz zu Gehör bringen kann. Um verschiedene Boxen direkt miteinander zu vergleichen, verbinde ich alle zusammen über einen Belkin Rockstar Audiosplitter* mit meinem Smartphone.

Den Klang beurteile ich nach einem ganz einfachen Schema. Gefällt oder gefällt nicht. Nacheinander geht den Kandidaten dann die Puste bei Akku aus und ich schaue, wie lange der Testkandidat durchhält. Dazu noch die Verarbeitungsqualität, Ausstattungsmerkmale und Bedienung.


Verarbeitung und Ausstattung:

Die Verpackung ist schon mal schlicht gehalten. Ein einfacher Karton und darin dann ein Ladekabel und ein Klinkenkabel. Seltsamerweise wird keine Anleitung mitgeschickt. Auf der Homepage ist auch keine zu finden. Zum Glück sollte das aber im Test kein Problem darstellen, da die Bedienung selbsterklärend ist.

Das Äußere fällt schon mal durch die ungewöhnliche Formgebung auf. Die Front wird zum größten Teil vom Gitter eingenommen. Zentral das Display mit einer ziemlich groben Matrix. Hier sieht man den Akkustand in Form dreier Punkte, also ziemlich ungenauen 33% Schritten. Dazu den aktuellen Betriebszustand wie z.B. – bt – für Bluetooth und daneben dasselbe noch mal in Form eines Icons. Im ausgeschalteten Zustand kann man sich die Uhrzeit anzeigen lassen nebst einem aktivierten Wecker. Leider kann man sich die Uhrzeit im Betrieb nicht anzeigen lassen. Im Radiobetrieb sieht man hier die aktuelle Frequenz. RDS hat das Teil leider nicht.

An der Oberseite sind alle Tasten zu finden. Diese haben allesamt einen guten Druckpunkt und sieht durch ihre Beschriftung eindeutig zu erkennen. Beleuchtet sind sie aber nicht. Auf der Rückseite dann noch die 3,5 mm Aux-In Buchse, der Schacht für die microSD Speicherkarte, die Buchse für einen USB-Stick, der Ein/Ausschalter und die Micro-USB Buchse zum Laden der Box.

Bei der Speicherkarte muss man aber aufpassen, da nur max. 32 GB erkannt werden. Meine Sandisk mit 64 GB bzw. 128 GB werden nicht erkannt.

Damit das gute Stück bei hohen Lautstärken nicht das Wandern anfängt, sind auf der Unterseite zwei Gummifüße angebracht, die das Wandern aber nicht wirklich verhindern können. Sehr empfindlich für Fingerabdrücke ist die komplette Softgrip-Beschichtung. Sieht zwar am Anfang toll aus und fasst sich gut ab, aber wehe man nimmt die Box in die Hand. Auf Dauer sieht das echt schlimm aus und man rubbelt wie ein Irrer, um die Fingerabdrücke loszuwerden. Ob diese Größe noch tragbar ist, muss jeder für sich entscheiden. Für mich persönlich ist die Box schon einen Ticken zu lang.

Im Inneren werkeln übrigens zwei Lautsprecher mit 45 mm Durchmesser und jeweils 3W. Für den Bass ist ein Bass Radiator zuständig, der mit 2x 5W angegeben wird. Schon seltsam, denn der Radiator verfügt über nur eine Membran an der Vorderseite. Die Verarbeitung geht dagegen absolut in Ordnung und ist für diese Preisklasse mehr als vorbildlich.

Der Akku mit seinen 1500 mAh hält bei normalen Lautstärken und Bluetooth Verbindung etwas über 8 Stunden durch. Das ist ganz ordentlich und aufgeladen wird es über ein Micro-USB Kabel, wie es viele Smartphones haben. Wer aber dauerhaft die Uhrzeit anzeigen lässt, muss den Akku alle 48 Stunden laden. Die Uhr scheint ein echter Akkukiller zu sein. Zum Glück funktioniert die Box auch bei angeschlossenen Ladegerät.

DBPOWER BX-100 LED (1)

Verbindung und Bedienung:

Einschalten und schon ist die Box im Bluetooth-Modus. Die Tonfolge beim Einschalten und erfolgreicher Verbindung klingt ähnlich wie bei Xiaomi. Die Tasten von links nach rechts sind folgende. Zuerst die Play/Pause bzw. die Taste zum Annehmen und Beenden von Anrufen. Ablehnen kann man einen Anruf nicht. Daneben die beiden Tasten für den Titelsprung nach vorne und zurück. Gedrückt halten erhöht bzw. verringert die Lautstärke in 16 Stufen. Das folgende kleine Loch ist das Mikrofon für die Freisprechanlage. Dann die Taste für den Wecker. Kurzes drücken schaltet den Wecker an oder aus. Hält man diese Taste gedrückt, kann man die Weckzeit mittels der Titel-Tasten einstellen. Allerdings nur eine. Eine Snooze-Taste zum Schlummern gibt es nicht und der Alarmton ist echt schräg und sollte seine Wirkung nicht verfehlen.

Die Radio-Taste aktiviert das eingebaute FM Radio. Über die beiden Titel-Tasten kann man manuell einen Sender einstellen. Hält man die Radio-Taste kurz gedrückt, beginnt ein Sendersuchlauf, der am Ende die 18 stärksten Sender speichert. Zwischen den Sendern umschalten kann man über die Play-Taste. Eine eigene Reihenfolge kann man nicht speichern. Obwohl es keine externe Antenne gibt, ist der Empfang besser als erwartet. Viele Sender kommen bei mir komplett ohne Rauschen ein.

Musik über einen USB-Stick oder eine microSD Speicherkarte abzuspielen ist problemlos möglich. Zumindest in der Theorie. In der Praxis funktionierte das Abspielen von einem USB Stick überhaupt nicht. Zwar schaltete die Box auf den Stick um, aber dann spiele die Box verrückt und wechselte im Sekundentakt die Quelle, was jedes mal mit einem Ton quittiert wurde. Also weiter mit einer Speicherkarte. Bis zu 32 GB darf die haben, allerdings spielt die Box alle Titel stur nacheinander ab. Unterordner anlegen bringt nichts, da die Navigation über das kleine Display eine Katastrophe ist. Übrigens kann man den Wecker auch mit Musik oder einem Ton von der Speicherkarte ertönen lassen. Dieser Weckton muss dann an erster Stelle stehen.

Was aber nirgends beschrieben steht ist die Sache mit dem Reset der Bluetooth Verbindungen. Da die Box leider immer nur mit einer Verbindung umgehen kann, muss man die Box vor einer neuen Verbindung reseten. Dazu drückt man die Play-Taste und hält diese 5 Sekunden gedrückt.

Unten: JKR KR-1000 NFC
Mitte: DBPower BX-100 LED
Oben: Xiaomi Mi Bluetooth

Klang:

Kommen wir zum wichtigsten Punkt bei einem Lautsprecher. Wie klingt denn das gute Stück?

Mein allererster Eindruck nach den ersten Takten Musik? Langweilig…

Sorry, aber anders kann ich das nicht beschreiben. Es klingt ok, aber mehr auch nicht. Spielfreude klingt anders. Tiefe Töne kann die gar nicht. Unterhalb 100 Hz ist tote Hose. Danach kommt halt der Rest in Form geradliniger Töne ohne Spaß an der Musik. Bühne? Staffelung? Räumlichkeit? Fehlanzeige. Die Box dudelt halt so vor sich hin. Die maximale Lautstärke? Schon heftig, aber es tut weh. Im Ernst. Das kann man sich nicht länger als eine Sekunde anhören. Schrill, sägend, übersteuert, dröhnend. Nennt es wie ihr wollt, es ist einfach nur grausam.

Schon im direkten Vergleich mit dem etwas günstigeren Xiaomi Mi Internet Speaker 2 (Testbericht) fällt der vergleichsweise dumpfe Klang auf. Selbst der erheblich kleinere und günstigere JBL Go klingt eine ganze Klasse besser. Der JBL hat aufgrund seiner Größe zwar auch keine echten Bässe, aber man kann sie wenigstens erahnen, während der BX-100 nur ein müdes „Plopp“ rüber bringt. Der JBL spielt auch oben heraus spritzig auf und macht einfach nur Spaß. Im Vergleich zum 40 € teuren Xiaomi Mi Bluetooth Speaker (Testbericht) ist es ein Trauerspiel. Also für den DBPower. Und gegen den wuchtigen Bass des JKR KR-1000 NFC (Testbericht) kommt mein Kandidat nicht einmal annähend ran. Selbst diese riesige Wuchtbrumme spielt luftiger und klingt um Längen besser als der BX-100.


Die Freisprechfunktion kann man komplett vergessen. Ein Totalausfall. Es kann immer nur einer sprechen, während der andere nur zuhören kann. Nennt sich unidirektionale Verbindung und ich dachte, das wäre schon lange Vergangenheit. Damit ist ein normales Telefonat nahezu unmöglich. Davon ab ist auch hier alles dumpf und eher schlecht zu verstehen. Man muss sich die Box fast schon an den Mund halten, um einigermaßen verstanden zu werden.

Fazit:

Lange Rede kurzer Sinn. Wer eine Bluetooth Box mit Radio und Wecker bis 50 € sucht, wird wohl oder übel zur DBPower BX-100 LED greifen müssen. Aber auch nur, weil es in dieser Preisklasse nichts anderes auf dem Markt mit dieser Ausstattung gibt. Zumindest ist mir keine bekannt. Um im Hintergrund ein bisschen zu dudeln taugt die Box allemal. Also zu Hause beim kochen oder zum Einschlafen. Wer aber auch nur einen Hauch von Anspruch an den Klang hat, oder gerne auch mal bei etwas höheren Lautstärken hat, sollte sich anderweitig umsehen. Hier bietet Xiaomi oder auch der JBL Go erheblich mehr. Daher vergebe ich auch kein Gütesiegel.

     

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About Peter W.

Mit meinen Tests will ich den "normalen" Interessenten davor bewahren, sein hart verdientes Geld für Müll auszugeben. Denn leider ist es Fakt, das nicht alles Gold ist, was glänzt. Daher gibt es von mir kein Technik-Chinesisch sondern Klartext. Wie ich teste könnt ihr hier nachlesen: http://mobi-test.de/uber-uns/ Wenn ihr Fragen habt, dann verfasst einen kurzen Kommentar und wir versuchen diesen zu beantworten.

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