Im Test – der Huawei Band 2 Pro Fitnesstracker mit GPS

Fitnesstracker Test die 286. Dieses mal in der Hauptrolle das Huawei Band 2 Pro mit eingebauten GPS. Die Bekanntheit niedrig, der Preis Mittelklasse , aber meine Erwartungen sind groß, genau wie die Konkurrenz. Mal sehen wie sich der neueste Spross aus dem Hause Huawei im Alltag so schlägt. Und genau das habe ich in einem Dauertest herausgefunden.




Fitnesstracker gibt es viele. Von billig bis teuer ist alles dabei und viele habe ich schon getestet. Marke, aber auch No-Name aus China. Gerade die Geräte von Markenherstellern wie z.B. Fitbit haben den Nachteil, dass sie entsprechend teurer sind. Man munkelt, dass man hier auch den Namen mit bezahlt. Soll aber nicht das Thema sein. Ähnliches gilt dann auch für Huawei. Die haben auch diese neumodischen Fitnessarmbänder im Programm. Das neueste ist das Huawei Band 2 Pro, welches mit einer UVP von 99 € aufgerufen wird. Da ich auch schon mal das Fitbit Charge 2 getestet habe, kann ich also direkt mal vergleichen, ob das etwas günstigere aber besser ausgestattete Band 2 gegen das Charge 2 von Fitbit bestehen kann.

Technische Daten:

  • Android und iOS
  • 0,91″ PMOLED Display
  • Pulssensor
  • Schrittzähler
  • Schlafüberwachung
  • Bluetooth 4.0
  • GPS
  • Wasserdicht bis 50 m
  • 44 x 19,7 x 10,3 mm
  • 21 g inkl. Armband
  • 100 mAh

Produktseite: huawei.com/de/band2-pro

Ausführliche deutsche Bedienungsanleitung: huawei.com/HUAWEI_Band_2 Pro_Anleitung.pdf

Wie schon erwähnt ruft man für das Huawei Band 2 Pro eine UVP von 99 € auf. Allerdings ist es aktuell bei Amazon* mit 76,23 € am günstigsten zu haben.

Verarbeitung und Ausstattung:

Im Lieferumfang befindet sich neben dem HUAWEI Band 2 Pro, noch ein Ladeadapter, ein kurzes Micro-USB Ladekabel und eine deutsche Kurzanleitung, die aber mit zwei mickrigen Seiten wirklich nur alles das allernötigste wie das Herunterladen der App und Verbinden erklärt. Mehr auch nicht. Ausgestattet ist es mit allem, was bei einem solchen Fitnesstracker wichtig ist. Also einem Schrittzähler, Schlafüberwachung, Pulssensor usw. Und für viele ganz wichtig…es hat einen einen eigenen GPS Empfänger eingebaut. Heißt, dass man das Smartphone nicht bei sich haben muss, wenn man z.B. laufen geht und die Strecker aufzeichnen möchte. Und es ist wasserdicht. Nicht nur spritzwassergeschützt wie viele andere, sondern so richtig wasserdicht. Man kann damit problemlos schwimmen und sogar bis zu 50 Meter tief tauchen.

Der Tracker sieht eigentlich aus wie alle anderen auch, macht aber einen wertigeren Eindruck, was wohl an den beiden silberfarbenen Rändern liegt, denn der Tracker besteht komplett aus Plastik. Das Display ist vergleichsweise klein bzw. schmal. Es nimmt nicht einmal 1/3 der Front ein. Unterhalb des Display ist eine virtuelle Taste angedeutet, über die das Band gesteuert wird. Auf der Rückseite der Pulsssensor und die Pins für das Ladegerät. Das Armband lässt sich wechseln, bietet aber ein anderes System als üblich, denn es wird verschraubt. Hat den Vorteil, dass sich da nix ausleiert und abfallen kann. Das Armband besteht aus einem sehr weichen und dadurch angenehmen Silikon. Es riecht überhaupt nicht und selbst wenn man stark schwitzt, macht es sich am Band nicht bemerkbar. Der Verschluss ist in einem weitem Bereich vestellbar und sollte selbst breitere Unterarme sicher umschließen. Über den Verschluss kann man streiten. Ich finde ihn gut und hatte keinerlei Probleme. Egal ob einhändiges Öffnen oder Schließen. Klappt einwandfrei und durch den breiten Clip sollte es sich auch nicht selbstständig öffnen. Bei mir hat es das zumindest nicht getan und ich habe das Band wirklich 2 Wochen lang 24/7 getragen. Bei der Arbeit (ich arbeite bei der Berufsfeuerwehr Frankfurt), beim Sport, im Bett oder wo auch immer.




Da Display ist sehr gut ablesbar und lässt sich durch die typische „Auf-die-Uhr-schauen“ Geste aktivieren. Auch bei strahlenden Sonnenschein und damit hebt es sich schon mal von den allermeisten Konkurrenten positiv ab. Habe hier zwei günstige Kandidaten um die 30 € hier liegen, die man im Freien überhaupt nicht mehr erkennen kann. Das Huawei strahlt einen förmlich an. Um nicht ständig alles um 90° gedreht lesen zu müssen, hat man sich beim Huawei Band 2 Pro entschieden, die Anzeige hochkant zu lassen. Längere Texte scrollen über das Display. 

Die Verarbeitung geht absolut in Ordnung, was man bei diesem Preis aber wohl auch erwarten kann. Das Gewicht von 23 g spürt man im Alltag nicht. Die Taste reagiert zuverlässig, lässt aber ein haptisches Feedback vermissen. 

Der Akku ist ok, reißt aber keine Bäume aus. Je nachdem, wie oft man per GPS unterwegs ist, hält der Akku bei mir 5 bis 6 Tage. Die überall beschriebenen 21 Tage sind reine Theorie, wenn man das Band ungenutzt hinlegt. Je öfter ich laufen gehe, umso weniger lang hält er durch. Allerdings ist die Lösung mit der Ladeadapter etwas fummelig. Zwar rastet es sauber ein, aber man muss schon sehr genau hinschauen, wie rum und wohin das Teil muss. Das ist aber der Wasserdichtigkeit geschuldet. Denn eine Buchse wird man nicht 100%ig wasserdicht bekommen. Von daher verschmerzbar.

Bedienung und App:

Die Bedienung des Huawei Band 2 Pro ist kinderleicht, denn es besitzt nur eine Taste und nur wenige Funktionen. Mittels der virtuellen Taste lassen sich die Anzeigen durchschalten und durch gedrückt halten können Aktivitäten gestartet, pausiert oder beendet werden. Gerade für Läufer dürfte interessant sein, dass man über die Huawei Health App auf einen Marathon trainieren kann, genauso auch für andere Distanzen oder man kreiert sich selbst einen Trainingsplan. Auch die lassen sich über das Band direkt starten und überwachen. Ansonsten hat das Band keine Funktionen. Mir fehlt die Möglichkeit die Musikwiedergabe auf dem Smartphone zu steuern. Ein Feature, welches ich nicht mehr missen möchte und selbst von der billigen Konkurrenz aus Fernost ermöglicht wird.

Das mit der App ist so eine Sache…es kommt darauf an, ob man mit iOS oder Android unterwegs ist. Aber der Reihe nach. Zuerst benötigt man die Huawei Wear App (AndroidiOS). Wer Android nutzt, braucht zusätzlich noch die Huawei Health App, um sich Details wie man z.B. geschlafen hat, den Pulsverlauf, sportliche Aktivitäten usw. anzeigen lassen kann. Ansonsten kann man bei Android mit der Huawei Wear App nur das Band verbinden, einrichten und bekommt die wichtigsten Daten wie Schrittzahl usw. angezeigt. Für Details und weitere Aktionen muss man dann zur Huawei Health App wechseln. Bei iOS ist das alles in der Huawei Wear App zusammengefasst. Hört sich seltsam an und ist es auch. Warum weiß ich leider auch nicht und es nervt. Denn ich habe mich immer wieder dabei ertappt, dass ich irgendwelche Funktionen gesucht habe und natürlich in der falschen App war. Ist irgendwie so halbfertig bzw. nicht zu Ende gedacht. 

Hat man sich mal zurecht gefunden, dann kann das Band eigentlich alles, was das Herz so begehrt (bis auf die Steuerung von Musik). Alle Daten werden optisch sehr ansprechend angezeigt und laden zur weiteren Ansicht ein. Der Wecker bietet sogar Smart Wakeup, erkennt also eine Leichtschlafphase kurz vor dem eigentlichen Wecker und weckt den Träger schon vorab. Leider hat das im Test nicht wirklich funktioniert. Habe den Wecker auf 5:20 eingestellt und um kurz nach 4 Uhr reißt mich das Teil aus dem Schlaf. Das ist mir dann doch etwas zu früh. Das „Bitte noch stören“ verhindert effektiv, dass man in einer voreingestellten Zeitspanne z.B. Nachts nicht geweckt wird. Das wiederum funktioniert hervorragend. Benachrichtigungen lassen sich von allen Apps auf das Band bringen, allerdings ist es relativ mühselig die jedes mal zu entfernen, wenn man sie gelesen hat. Das kleine Display macht es zudem etwas schwer die Texte zu lesen, auch wenn es immer nur die erste Zeile ist.

Alltagstest:

Kommen wir zum wichtigsten Teil eines Tests. Wie sich das Ding so im Alltag schlägt. Also Akku laden, anziehen und erst wieder zum Testende ausziehen. Dabei muss ich zugeben, dass ich das Huawei Band 2 ab und zu mal gegen die Wand hätte werfen können. Das liegt nicht daran, dass es ungemütlich ist. Ganz im Gegenteil. Das Armband ist angenehm weich und stört überhaupt nicht. Auch kann ich behaupten, dass ein unbeabsichtigtes Öffnen nahezu ausgeschlossen ist. Der Verschluss sitzt bombenfest. Allerdings funktioniert diese Geste mit dem Arm anheben, um das Display zu aktivieren nicht immer. Am Ende habe ich dann immer auf die Taste gedrückt. Geht schneller, als zig mal diese Geste zu probieren.

Der Pulsmessung sollte man bei Fitnesstrackern nicht zu sehr vertrauen. Zu ungenau sind die Messungen, aber sie geben eine Tendenz zuverlässig an. So wurde mein Ruhepuls vom Huawei Band 2 mit 62 Schlägen viel zu hoch gemessen. Am Profi-EKG aus unserem Rettungswagen wurden derer 52 Schläge angezeigt, was schon eher passt. Während eines Bodyweight Workout zeigte das Huawei Band 138 Schläge die Minute an, das EKG dagegen nur 114 Schläge die Minute. Das ist schon ein großer Unterschied. ich  Wer wirklich genaue Werte braucht, sollte zu einem Brustgurt greifen, den man aber nicht mit dem Huawei Band 2 Pro verbinden kann. Leider kann man nicht einstellen, wann das Band den Puls messen soll. Beim Sport ist es kontinuierlich, im normalen Betrieb wohl nur alle halbe oder ganze Stunde. So genau kann man das leider nicht erkennen.




Den Schlaf erkennt das Band automatisch und das auch sehr präzise. Dafür aber keine sportliche Aktivitäten. Diese muss man händisch starten, pausieren und beenden. Um eine sportliche Aktivität zu starten, wählt man sie auf dem Band aus. Zur Auswahl stehen „Rennen“, „Radfahren“, „Atmen“ und „Schwimmen“, wobei Atmen für die Atemübungen stehen. Dank eingebauten GPS braucht man kein Smartphone, aber bis das Armband ein gutes GPS Signal hat, kann es gerne mal dauern. Beim ersten Lauf habe ich nicht lange genug gewartet und erst kurz vor Kilometer 1 wurde der Standort richtig erkannt und die Aufzeichnung gestartet. Also beim nächsten mal knapp 2 Minuten auf GPS Empfang gewartet und schon passten die Angaben, wie man auf dem Screenshot sehen kann. Gefallen hat mir die detaillierte Auswertung, die man gerne auch zu Google Fit, MyFitnessPal oder Up von Jawbone hochladen lassen kann. In zwei Fällen hat das Band die Strecke zwar korrekt aufgezeichnet, aber dann nicht in die App synchronisiert. Ergo fehlte diese Aktivität und ich konnte die nicht nachträglich hochladen, egal wie oft die Synchronisation manuell gestartet habe. Sehr ärgerlich, wenn man gewissenhaft trainiert und alles auswerten möchte.

Das mit den Schritten ist aber so ein Ding, was mich wahnsinnig gemacht hat. Alle modernen Smartphone haben einen eingebauten Beschleunigungssensor, den die Huawei App zum Schritte zählen über das Smartphone heranzieht. Am Ende des Tages hat man fantastische Schrittzahlen, weil die App die Schritte des Armbandes und aus dem Smartphone addiert. Ist totaler Quatsch und lässt sich leider nicht verändern, obwohl man drauf tippen kann. Das verfälscht sämtliche Daten wie Schritte, Strecke, Kalorien usw. und macht das Band damit nahezu unbrauchbar. Die Etagen sollen ebenfalls gezählt werden, was bei mir aber an keinem Tag funktioniert hat, obwohl ich täglich bis zu 40 Stockwerke gelaufen bin. Auch das gibt einen Abzug in der B-Note, genauso dieses ständige Wechseln zwischen der Huawei Wear und Huawei Health App. 

Ich bin jetzt nicht übertrieben sportlich und gehe zweimal die Woche ca. 1 Stunde laufen. Während des Trainings reduziert sich der Akku dank GPS und permanenter Pulsmessung um 30% laut Akkuanzeige. Somit drei bis vier Tage mit einem Akku völlig normal und auch akzeptabel angesichts der Größe. Mein Fitbit Ionic hält auch nicht länger durch.

Fazit: zum Huawei Band 2 Pro

Würde ich das Huawei Band 2 Pro weiter empfehlen? Im Moment ehrlich gesagt nicht. Das liegt aber nicht an der Hardware, denn das Band 2 Pro ist absolut top was Haptik, Verarbeitung und vor allem Ausstattung angeht. Wo sonst bekommt man für knapp 80 € ein komplett wasserdichtes mit GPS ausgestattetes Gerät? Mir ist zumindest keines in dieser Preisklasse bekannt. 

Aber…so lange Huawei mehrere Dinge nicht löst, würde ich die Finger davon lassen. Das erste ist die Sache mit den zwei benötigten Apps, wenn man auf Android unterwegs ist. Das macht die Sache unnötig chaotisch und unübersichtlich. Als nächstes dieses summieren der Schritte aus dem Tracker und dem Smartwatch. Unnötig wie sonstwas und macht die Auswertung komplett unbrauchbar. Da ist das mit den etwas ungenauen Pulswerten und dem nicht erkennen der Etagen fast schon zur Nebensache. Das alles sind Punkte, die Huawei per Update sehr schnell lösen könnte. Aber bis dato ist kein Update in Sicht und somit vergebe ich vorerst kein Gütesiegel.

     

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About Peter W.

Mit meinen Tests will ich den „normalen“ Interessenten davor bewahren, sein hart verdientes Geld für Müll auszugeben. Denn leider ist es Fakt, das nicht alles Gold ist, was glänzt. Daher gibt es von mir kein Technik-Chinesisch sondern Klartext. Wie ich teste könnt ihr hier nachlesen:

http://mobi-test.de/uber-uns/

Wenn ihr Fragen habt, dann verfasst einen kurzen Kommentar und wir versuchen diesen zu beantworten.

2 comments

  1. Ist praktisch baugleich mit dem honor band 2 oder?
    Kostet noch weniger. Habs um 49€ bekommen.

    • Naja, nicht wirklich. Das Huawei hat eingebautes GPS. Das Honor nicht. Das Honor ist eher baugleich mit vielen anderen ID Trackern. So pauschal würde ich das nicht sagen.

      Gruß
      Peter

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