Im Test – der JKR KR – 1000 NFC aka SL-1000S Wireless Bluetooth Lautsprecher

Im Test habe ich einen echten Geheimtipp. Da ich viel bei myDealz unterwegs bin und auch sonst oft genug über die ganzen Tellerränder hinausschaue, stolpert man auf der Suche nach einem brauchbaren und dabei günstigen Bluetooth Lautsprecher über kurz oder lang über einen gewissen SL-1000S oder JKR KR1000 NFC. Wobei beide identisch sind. Jetzt habe ich dieses Prachtstück tatsächlich einen Ort weiter original verpackt über die ebay Kleinanzeigen für 36 € schießen können und direkt getestet. Und was ich da erlebt habe, hätte ich nicht für möglich gehalten.


Ich bin ja eher der „Im-Hintergrund-Hörer“. Bei uns zu Hause läuft von morgens bis abends Google Play mit diversen Playlist im Dauerbetrieb. Auch auf der Wache ist eine Bluetooth Box immer dabei und wird ausgiebig zum Musik hören genutzt. Dabei habe ich von winzigen Bluetooth Speakern für 10 € bis hin zu mehreren hundert Euro teuren Vertretern namhafter Hersteller alles mögliche getestet. Jeder kennt die Bose Soundlink Mini, JBL Charge oder Logitech UE Boom. Allesamt richtig gut, aber auch richtig teuer und viele wollen nicht mehr als 100 € ausgeben. Aktuell spielt bei mir im Wohnzimmer ein Magnat Sounddeck 150 für Musik, im Bad der JBL Charge 2 und im Schlafzimmer der Roverbeats T12 (Testbericht). Auf der Wache hält mich der Xiaomi Mi Square (Testbericht) bei Laune. Das es auch günstiger richtig guten Klang mit der gewissen Portion Bumms gibt, davon hat mich der JKR richtig schnell überzeugt.

Technische Daten:

  • 2 x 10W
  • 60 Hz – 20 kHz
  • Bluetooth 4.1
  • 3,5 mm Aux-IN
  • NFC
  • microSD bis 512 MB
  • 3 Audioeffekte
  • 285 x 48 x 58 mm
  • 543 g
  • 4400 mAh

Produktseite: n/a

Der JKR KR 1000 NFC ist wohl der leicht verbesserte Nachfolger des SL-1000S, welcher auch unter dem Namen iSoundbar bekannt ist. Technisch hat sich nicht viel getan. Den JKR erkennt man nur an der Glossy-Oberfläche im Bereich der Tasten. Es ist in den Farben schwarz und gold erhältlich. Bei Amazon findet man ihn z.B. als LUFA Kr-1000*QHGstore Kr1000*ELEGIANT Wireless Speaker* Sl-1000s iSoundbar*EIVOTOR HIFI Subwoofer* oder ToxTech SL-1000s*. Dort ist jeweils für um die 49 € zu haben. Etwas günstiger, aber mit teilweise sehr langen Lieferzeiten und der Angst vor dem Zoll bekommt man den Lautsprecher über Gearbest* für 38,94 €. Im Sale dann auch mal für 29,95 €.

Getestet wird wie immer sehr praxisnah. Aufladen, verbinden, Musik hören und das an verschiedenen Orten wie dem Wohnzimmer, Bad usw. Auf Google Play Music habe ich eine eigene Playlist mit zahlreichen Titeln quer durch alle Musikrichtungen. Mit dabei unter anderem Paul Kalkbrenner mit elektronischer Musik, diverse Unplugged Songs von Sportfreunde Stiller, dann noch ein bisschen was aus den aktuellen Charts, Peter Fox, David Bowie, Queen, Red Hot Chili Peppers, The Prodigy, Rammstein, Enya, ein bisschen Klassik, Jazz usw. Dazu von der App Audio Test Tone Generator diverse Testtöne auf verschiedenen Frequenzen. Dabei beurteile ich den Klang nach einem ganz einfachen Schema. Gefällt oder gefällt nicht. Die Akkulaufzeit ermittel ich ebenso einfach wie effektiv. Voll aufladen und dann per Bluetooth verbunden so lange bei normaler Lautstärke Musik hören, bis der Akku leer ist. Dazu bewerte ich noch die Verarbeitungsqualität, Ausstattungsmerkmale und Bedienung.

Verarbeitung und Ausstattung:

Die Verpackung ist schon mal schlicht gehalten. Ein einfacher weißer Karton und darin befindet sich die Box, ein Micro-USB Kabel, ein 3,5 mm Chinchkabel und eine Kurzanleitung in englischer Sprache. Die Box als solches schon mal überraschend. Sie ist ziemlich lang und wiegt (nachgewogen) 543 g, aber es kommt einem viel leichter vor. Da habe ich ja schon Bedenken, ob das nicht eine billig verarbeitet, scheppernde und herumhüpfende Box sein wird. Aber weit gefehlt. Die Verarbeitung ist trotz Plaste rundherum, nur das Gitter scheint aus Alu zu sein, absolut in Ordnung. Am Boden verhindern zwei leicht klebrige Pads ein rutschen der Box und das ziemlich effektiv. Rechts das NFC Empfangsteil. Gerade dieses NFC ist in dieser Preisklasse fast schon ein Novum. Wer NFC auf dem Handy hat, kann die Box ohne weiteres zutun automatisch koppeln. An der Oberseite befinden sich vier Sensortasten. Links oben die Taste zur Auswahl der Effekte, wovon es drei Stück gibt. Daneben die Play/ Pause- Taste. Unten links die Leiser-Taste, die bei kurzem drücken die Lautstärke reduziert und gedrückt halten einen Titel zurück springt. Daneben die Lauter-Taste, wo kurzes Drücken die Lautstärke erhöht und gedrückt halten zum nächsten Titel springt. Die Rückseite besitzt einen Softgrip Überzug und dort sind dann die Power-Taste, der microSD Slot, der USB Anschluss zum Laden der Box und die 3,5 mm AUX-Buchse zu finden. Eine Freisprecheinrichtung gibt es nicht, was aber nicht stört, denn die allermeisten ihrer Art kann man getrost in die Tonne treten.

Wer über eine microSD Speicherkarte Musik hören will, kann alle Titel direkt ohne Unterordner auf die Karte kopieren. Leider ist das alles dann etwas durchwachsen bei der Bedienung, weil man die Liste nur plump von oben nach unten durchhören kann. Eine Navigation durch eigene Ordner ist nicht möglich.

Der Akku soll bis zu 8 Stunden durchhalten. Bei mir waren es bei „normaler“ Lautstärke exakt 7 Stunden und 22 Minuten. Die rot blinkende LED zeigt an, wenn sich der Akku dem Ende neigt. Allerdings ist die Zeit zwischen dem Akkualarm und der Abschaltung extrem kurz. Nicht einmal 5 Minuten. Beim Aufladen leuchtet auf der Rückseite neben der Ladebuchse eine kleine rote LED. Übrigens kann man während des Ladens problemlos weiter Musik hören. Man liest sehr oft, dass das nicht gehen soll. Bei mir hängt die Box permanent am Strom und ich höre täglich darüber Musik, womit diese Aussage nachgewiesenermaßen totaler Quatsch ist. 

Die Verarbeitungsqualität geht für diese Preisklasse absolut in Ordnung, auch wenn die Oberfläche bei den Sensortasten nach kurzer Zeit vor Fingerabdrücken strotzt.




Verbindung und Bedienung:

Nach dem Einschalten ertönt eine englische, weibliche Stimme, die darüber informiert, dass die Box nun im Bluetooth Modus ist und auf eine Verbindung wartet. Die LED blinkt im Wechsel blau und rot. Sobald die Verbindung steht, leuchtet die LED dauerhaft rot und befindet sich dann auch. Die Gute meldet sich dann jedes mal, wenn die Verbindung steht oder getrennt wird. Auch wenn man das AUX Kabel einsteckt oder eine Speicherkarte in die Box schiebt. Echt nervig und kann leider nicht deaktiviert werden. Steckt man das AUX Kabel in die Buchse, wird auch dieses mit einer Sprachausgabe quittiert. Die Bluetooth Reichweite liegt in der Wohnung bei guten 10 Meter. Die Bedienung ist kein Thema. Die Box macht Musik ohne Schnickschnack. Über die Taste links oben lassen sich ingesamt 3 Modis auswählen: 

  • Rot – maximale Höhen
  • Grün – maximaler Bass
  • Blau – 3D Sound 

Die drei Klangeinstellungen spreche ich gleich beim Kapitel Klang genauer an. Ein echter Nachteil ist aber, dass sich die Box den letzten Zustand nicht merkt. Schaltet man sie aus und wieder ein, ist rot voreingestellt und man muss wieder umstellen. Das gilt leider auch für die Lautstärke und den Wiedergabemodus. Erschwerend kommt hinzu, dass die Sensortasten ab und an mal einen Druck nicht richtig erkennen und man mehrfach drücken muss.

Es gibt übrigens auch eine App, aber nur für iOS und nennt sich iSoundbar App für iOS. Hier kann man ein paar Sachen per App steuern, was in meinen Augen aber unnötig ist. Man braucht nicht für alle eine App. Im echten Leben habe ich schneller eine Taste gedrückt, bevor ich das Handy entsperre, die App starte usw.

Klang:

Kommen wir zum wichtigsten Punkt bei einem Lautsprecher. Wie klingt denn das gute Stück? Und da ich ja bei Lobeshymnen gerade bei Amazon immer sehr, sehr vorsichtig bin, war ich mehr als überrascht, was da aus der Box heraus kam. Im Modus Rot werden die Höhen betont, was sich vor allem für Hörbücher und Podcasts eignet. Im grünen Modus werden hingegen die Bässe bevorzugt und da bekommt man schon mal einen ersten Eindruck, das Bass hier wirklich Bass ist. Unglaublich, was aus diese beiden kleinen Lautsprechern herauskommt. Satt, druckvoll und ein wirklich guter Bass. Wow.

Aber den Vogel schießt der blaue Modus ab. Nennt sich 3D Sound und ist einfach grandios. Der Klang scheint sich von der Box zu lösen. Die Bühne wird richtig breit und tief. Fast schon Surround. Echt der Wahnsinn. Bei Zimmerlautstärke gefällt mit dieser Klang besonders gut. Vor allem untenherum bollert es ganz ordentlich. Aber die JKR kann nicht nur Bass, sondern kommt auch mit den anderen Frequenzen sehr gut zurecht. Die Mitten verleihen vor allem weiblichen Sängerinnen das passende Volumen und die hohen Töne schließen sich unauffällig an. Es fehlt zwar etwas Brillanz und Klarheit, dafür gibt es die gewisse Portion Spritzigkeit. Ich habe die JKR dann auch mal mit einem JBL Charge 2 und einer Bose Soundlink Mini 2 verglichen und ich muss zugeben, dass die JBL beim Bass nicht an die JKR herankommt, die Bose aber in Punkto Klangbild harmonischer und feiner klingt. Ist eben eine Bose, auch wenn die Bose bei den Bässen absolut den Kürzeren zieht. Bei der Lautstärke gibt es lautere und leider ist es ein Fakt, dass es mit zunehmender Lautstärke nicht wirklich gut klingt. Es fängt an zu scheppern und dröhnen. Die Höhen beginnen zu zischeln und verzerren.

Was bei der JKR aber richtig ins Gewicht fällt, ist der Aufstellungsort und die Art der Verbindung. Ideal ist ein Ort auf Brusthöhe. Schön luftig auf einer festen Unterlage wie z.B. eine Fensterbank oder ein Sideboard. Bloß nicht in ein enges Regal. Das klingt dann nur noch dumpf. Per Bluetooth verbunden klingt gut, aber per AUX-Kabel klingt es noch einen Ticken besser weil voluminöser. Allerdings kann ich hier ein minimales Hintergrundrauschen vernehmen. Aber angesichts des Preises absolut verschmerzbar, da man dafür richtig hinhören muss. 

Fazit:

Ich will nicht lange herumreden. Die JKR KR1000 NFC ist jeden Cent wert und stellt alle bisher von mir getesteten Lautsprecher bis 100 Euro in den Schatten und das mit großen Abstand. Ich für meinen Teil bin begeistert und kann diese Box jedem empfehlen, der Musik nicht auf extremen Lautstärken hören will. Gerade bei normalen Lautstärken kann die JKR absolut überzeugen. Mir ist aktuell keine Box bekannt, die für unter 40 € besser klingt und dann noch NFC bietet. Wenn ihr eine kennt, dann bitte nennt mir das Modell, dass ich diese gegen die JKR testen kann. 

Und noch ein Tipp zum Schluss. Sucht euch die Box bei ebay bzw. den ebay Kleinanzeigen. Vielleicht habt ihr Glück und könnt lange Wartezeiten und eventuellen Ärger mit dem Zoll und langen Lieferzeiten ersparen.

Produkte von Amazon.de

About Peter W.

Mit meinen Tests will ich den "normalen" Interessenten davor bewahren, sein hart verdientes Geld für Müll auszugeben. Denn leider ist es Fakt, das nicht alles Gold ist, was glänzt. Daher gibt es von mir kein Technik-Chinesisch sondern Klartext. Wie ich teste könnt ihr hier nachlesen: http://mobi-test.de/uber-uns/ Wenn ihr Fragen habt, dann verfasst einen kurzen Kommentar und wir versuchen diesen zu beantworten.

9 comments

  1. Meine Box kann keine Musik wiedergeben wenn sie am Strom hängt. Wenn man sie einschaltet, kommt ständig die Ansage Line-In immer und immer wieder. Auch wenn manuell auf Bluetooth umgeschaltet wird.

    • Ich habe es eben noch einmal ausprobiert. Bei mir funktioniert es ohne Probleme. Egal ob ich erst das Ladekabel anschließe und dann verbinde oder umgekehrt. Eine Ansage von wegen Line-In kommt bei mir nicht. Vielleicht mal ein anderes Ladekabel ausprobieren?

      Gruß
      Peter

  2. Hi Peter, ich habe das gleiche Problem. Sobald ich die Box auflade, ertönt in Dauerschleife die Ansage, genau wie bei Samuel. Total nervig. 🙁

    Habe die Box erst gerade erhalten, mir ist auch aufgefallen das die Box schon ein paar Kratzer hatte. Weiß jertzt nicht, was ich machen soll.. :/

    Liebe Grüße,

    David

  3. Meine Box ladet nicht mehr sich auf . Habe ich sie zu lange unbenutzt liegen gelassen

  4. Hm, wie kamst du auf 7,5h Wiedergabe? Die Laufzeit wird überall in den Shops selbst mit ca 4h aufgeführt und das sagen auch andre Reviewer

    • Hinstellen, per Bluetooth verbinden, das Soundprofil nicht umstellen und dann bei normaler Lautstärke solange laufen lassen, bis er sich ausschaltet. Bei mir im Mittel eben knapp 7,5 Stunden. Ich wette, die schalten alle entweder den Bass- oder Surroundmodus an. Damit reduziert sich die Laufzeit drastisch.

      Gruß
      Peter

      • Hmm ok, gerade beim Bassmodus wäre das wohl nachvollziehbar – allerdings würde ich persönlich vermutlich fast immer den 3D Modus benutzen, da er, wie du ja selbst auch sagst, ziemlich gut klingen soll und die Laufzeit an der „Realität“ messen 😉

        Habe ihn gestern bei Gearbest mal für unter 30€ bestellt, bin gespannt. Wenn er so gut klingt, wie die >=80€ Teile, ist die Laufzeit auch mit 4-5h absolut akzeptabel für meine Zwecke. Wie auch du bei Mydealz aufgeschnappt, als ich nach einem JBL Flip/Charge Ausschaue hielt ^^

        • Gut klingen liegt im Auge bzw. Ohr des Hörers. Künstliches Surround ist für viele ein No-Go und am ehrlichsten vergleicht man halt ohne irgendwelche Verbiegungen der Frequenzen.

          Für mich ist der JKR nach wie vor eine Granate, wenn es um Bass für unter 50 € geht.

          Grau
          Peter

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter.

Schließen