Im Test – der JKR KR-8800 NFC aka Zinsoko KR-8800 NFC

Wieder einmal teste ich einen Speaker, der unter einem ganz anderen Namen ziemlich bekannt geworden ist. Und zwar den Zinsoko KR-8800 NFC, besser bekannt unter der Bezeichnung JKR KR-8800 NFC. Gerade bei den Schnäppchenjägern von myDealz.de genießt er einen guten Ruf. Daher habe ich mir mal einen gekauft und ausprobiert, ob er hält, was andere versprechen.



Den Namen JKR kennen eigentlich nur eingefleischte China-Kenner. Also die Spezies, die sich mit Smartphones und Zubehör aus dem Reich der Mitte beschäftigen. Und das werden immer mehr, denn vorbei die Zeiten, als von dort nur kopierter Plastikschrott kommt. Gerade der JKR KR-1000 NFC (Testbericht) hat eine große Fangemeinde. Wer nicht auf maximale Pegel wert legt, aber ordentlich Bumms für kleines Geld, der wird hier fündig. Und genau das erwarte ich vom Testkandidaten Zinsoko KR-8800 NFC aka JKR KR-8800 NFC. Auch hier sind beide technisch absolut identisch und werden einfach nur umgelabelt. Das alt bekannte Spiel eben. Aber egal. Solange dasselbe drinnen steckt, soll uns der Aufdruck egal sein. Überall liest man was von 3D Surround Sound, NFC, Touch Sensitive usw. Das macht doch neugierig und zum Glück konnte ich ein original verpacktes Exemplar für gerade einmal 20 € bei den ebay Kleinanzeigen ergattern.

Technische Daten:

  • 2 x 5W
  • 85 dB
  • 60 Hz – 18 kHz
  • FM Radio 87,5 – 108 MHz
  • 3,5 mm Aux-IN
  • NFC
  • Bluetooth 3.0
  • microSD bis 64GB
  • USB
  • 230 x 65 x 65 mm
  • 456 g
  • 1200 mAh / 44Wh

Produktseite: n/a

Am günstigsten ist der KR-8800 NFC für 23,00 € derzeit bei Gearbest* zu haben. Wenn man Glück hat sogar für unter 20 € im Flash-Sale. Bei Amazon ist er unter seinem original Namen Zinsoko KR-8800 NFC* nur in schwarz zum Preis von 36,99 € erhältlich. Mit der Bezeichnung JKR KR-8800* in den Farben Blau, Rot, Schwarz, Weiß, Gelb und Grün für 30,61 €. Oder als LUFA Kerry Audio* ebenfalls in allen Farben für 32,30 €. Oder unter Ostra 8800 NFC* für 36,99 €. Oder Excelvan KR8800* für 39,99 €.

Getestet wird wie immer sehr praxisnah. Aufladen, verbinden, Musik hören und das an verschiedenen Orten wie dem Wohnzimmer, Bad usw. Auf Google Play Music habe ich eine eigene Playlist mit zahlreichen Titeln quer durch alle Musikrichtungen. Mit dabei unter anderem Paul Kalkbrenner mit elektronischer Musik, diverse Unplugged Songs von Sportfreunde Stiller, dann noch ein bisschen was aus den aktuellen Charts, Peter Fox, David Bowie, Queen, Red Hot Chili Peppers, The Prodigy, Rammstein, Enya, ein bisschen Klassik, Jazz usw. Dazu von der App Audio Test Tone Generator diverse Testtöne auf verschiedenen Frequenzen. Dabei beurteile ich den Klang nach einem ganz einfachen Schema. Gefällt oder gefällt nicht. Die Akkulaufzeit ermittel ich ebenso einfach wie effektiv. Voll aufladen und dann per Bluetooth verbunden so lange bei normaler Lautstärke Musik hören, bis der Akku leer ist. Dazu bewerte ich noch die Verarbeitungsqualität, Ausstattungsmerkmale und Bedienung.

Verarbeitung und Ausstattung:

Die Verpackung ist schon mal schlicht gehalten. Ein einfacher weißer Karton und darin der Lautsprecher, ein Micro-USB Kabel, ein 3,5 mm Audiokabel und eine Kurzanleitung in englischer Sprache. Zuerst einmal fällt das vergleichsweise niedrige Gewicht für die Größe auf. Also die Röhre ist 23 cm lang und wer den JKR KR-1000 NFC (Testbericht) kennt, der weiß, dass dieser erheblich schwerer ist. Das der KR-8800 komplett aus Plastik besteht, merkt man ihm leider auch an. Da hilft auch die Softgrip-Beschichtung nichts. Er fühlt sich irgendwie billig an, auch wenn es an der Verarbeitung an sich nichts auszusetzen gibt. Schade, denn stylisch sieht das Ding ja schon aus.

Die Front, wenn man das bei einer Röhre so bezeichnen kann, ziert zum einen ein riesiger NFC Schriftzug. Ganz rechts außen das Herstellerlogo. Nach dem Einschalten erscheinen dort dazwischen dann die rot beleuchteten einzelnen Softtouch-Buttons. Also keine echten Tasten, sondern Touch. Von links nach rechts sind dann die Zurück-Taste, de Vor-Taste, Play/ Pause, aktuelle Betriebsart, Lautstärke hoch, Lautstärke runter und Modus. Erfreulich ist, dass bis auf die Modus-Taste alle Tasten direkt auf Berührung reagieren. Bei der Modus-Taste muss man etwas zeit lassen, sonst verschluckt sich die Box etwas und fängt an herum zu spinnen. Dann hilft nur noch das Aus- und wieder einschalten.

An den beiden Außenseiten sitzen die beiden je 52 mm großen Lautsprecher. Bei meinem sitzt das Gitter passgenau und fest im Gehäuse. Es soll etliche Modelle geben, bei denen diese Gitter direkt beim auspacken herausfallen sollen. Auf der Rückseite befinden sich die ganzen Anschlüsse. Zuerst einmal die 3,5 mm AUX-In Buchse, der Slot für die Micro-SD Speicherkarte, Die USB-Buchse, die Micro-USB Buchse zum Laden der Box und dann noch die Power-Taste, welche eine sehr guten Druckpunkt besitzt. Kurios ist der verbaute Akku. Der ist auswechselbar und ein alter Bekannter. Der Typ BL-5B hat eine Kapazität von 1200 mAh und tat früher in unzähligen Nokia Handys oft über Jahre klaglos seinen Dienst. Man bekommt ihn heute noch für kleines Geld und kann sich damit unterwegs mit Ersatzakkus behelfen. Leider kann der Akku in der KR-8800 nicht überzeugen. Keine 3 Stunden hält er durch. Das ist zwar länger als die Werksangabe, aber für diese Größe und das was am Ende rauskommt einfach zu wenig. Man muss also zwangsläufig Ersatzakkus für unterwegs kaufen oder die Box ständig am Strom hängen . Übrigens kann man während dem Laden problemlos weiter Musik hören.




Die Box hat keinen Anschlag oder ähnliches, der das herumrollen verhindern könnte. Ich vermute, dass das über den Schwerpunkt der Box bewerkstelligt werden soll, was aber nicht immer funktioniert. Gerade bei etwas lauter gehörten, basslastigen Musikstücken kann es durchaus passieren, dass die Box wegrollt und in meinem Fall dann auch mal von der Kommode knapp 1 Meter auf den Fliesenboden. Sehr ärgerlich und am Ende legt man etwas unter, um genau das zu verhindern.

Eine Freisprechfunktion bietet die Box übrigens nicht, auch wenn die kleine Öffnung an der Front auf ein Mikrofon schließen lässt.

Verbindung und Bedienung:

Sobald man die Box einschaltet, befindet sie sich im Bluetoothmodus. Bis die Verbindung steht, pulsieren die beleuchteten Tasten sanft. Ist die Verbindung hergestellt, egal ob per NFC oder Bluetooth, leuchten die Tasten dauerhaft rot. Um sein Smartphone per NFC zu verbinden, muss man es an das NFC-Logo halten. Mit meinem OnePlus 5 hat es schon mal nicht funktioniert. Ich tippe mal, dass das NFC des OnePlus 5 nicht mit dem NFC des Lautsprecher kompatibel ist, denn da gibt es leider Unterschiede. Aber per Bluetooth hat es direkt geklappt.

Die Box spricht englisch. Besser gesagt eine Frau und das so geschwollen, dass man nicht weiß, ob man sich gruseln oder lachen soll. Es klingt echt fürchterlich. Wer mal die Modus-Taste länger als 3 Sekunden gedrückt hält, kann sich auch chinesisch anhören. Leider kann man dieses sinnlose Gesabbel nicht ganz abschalten. Es ist fast schon peinlich so grottig klingt das.

Die Bedienung erklärt sich eigentlich von selbst. Der Titelsprung kann leider nicht spulen. Und über die Modus-Taste kann man nur zwischen Bluetooth und dem Radio-Modus umschalten. Steckt man einen USB-Stick, eine Speicherkarte oder ein AUX-In Kabel in die entsprechende Öffnung, schaltet die Box automatisch um. Zumindest in der Theorie, denn die Wiedergabe von einem USB-Stick funktionierte bei mir nicht. Habe es mit mehreren Sticks probiert. Verschiedene Größen, verschiedene Formatierungen, eingesteckt bevor ich die Box einschalte, nach dem Einschalten. Es klappte einfach nicht. Dafür von der Speicherkarte auf Anhieb. Allerdings müssen alle Titel im Rootverzeichnis der Speicherkarte liegen. Mit Ordnern kommt die Box nicht zurecht. Das Radio kann man nur nutzen, wenn man das Ladekabel als Antenne reinsteckt. Ohne habe ich keinerlei Empfang. Mit dem Kabel kann man es mit einigen Rauschen hören. Es gibt aber keine Speicherplätze oder ähnliches. Zum Glück merkt sich die Box die letzte eingestellte Frequenz.

Klang:

Kommen wir zum wichtigsten Punkt bei einem Lautsprecher. Wie klingt denn das gute Stück? Ganz ehrlich? Gewöhnlich. Schlapp. Mau. Langweilig. Sucht es euch aus. Von wegen 3D Surround Sound. Den bekommt man mit der JKR KR-1000 NFC (Testbericht), aber nicht mit dem KR-8800. Bass gibt es sehr wenig bis gar nicht. Mitten sind so naja genauso wie die Höhen. Sind vorhanden und ganz ok, aber mehr auch nicht. Die Box spielt lustlos vor sich hin. Ich nenne es mal gelangweiltes Gedudel ohne Substanz und ohne Spielfreude. Der Klang kommt nicht einmal annähernd an den der JKR KR-1000 NFC (Testbericht) heran. Laut kann die 8800er durchaus, aber je lauter, umso mehr verzerrt die ganze Geschichte und nähert sich schnell der Schmerzgrenze. Selbst für eine kleine Party völlig ungeeignet.

Übrigens hat der Aufstellort einen großen Anteil am Klang und dieses habe ich in diesem Artikel beschrieben -> Tipps zum richtigen aufstellen für besseren Klang

Fazit:

Würde ich die JKR KR-8800 NFC aka Zinsoko KR-8800 NFC empfehlen? Ein ganz klares Nein. Ist ein ähnlicher Reinfall wie die DBPower BX-100 LED (Testbericht), die ebenfalls über ein Radio funktioniert. Klanglich ist selbst die viel kleinere und günstigere JBL Go (Testbericht) besser. Wer richtig guten Klang für kleines Geld sucht, der sollte sich mal die Aukey SK-M7 (Testbericht). Wer auf Touchbedienung steht, kann ich mal die DOSS Soundbox (Testbericht) anschauen. Wer es richtig krachen lassen will, dem empfehle ich nach wie vor den JKR KR-1000 NFC (Testbericht).

     

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About Peter W.

Mit meinen Tests will ich den "normalen" Interessenten davor bewahren, sein hart verdientes Geld für Müll auszugeben. Denn leider ist es Fakt, das nicht alles Gold ist, was glänzt. Daher gibt es von mir kein Technik-Chinesisch sondern Klartext. Wie ich teste könnt ihr hier nachlesen: http://mobi-test.de/uber-uns/ Wenn ihr Fragen habt, dann verfasst einen kurzen Kommentar und wir versuchen diesen zu beantworten.

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