Vor nicht ganz 3 Wochen wurde per Pressemitteilung der Pearl FBT-50.HR PRO.V4 Fitnesstracker vorgestellt. Der als ID130 HR bekannte Fitnesstracker verspricht ein Fitness-Coach, Nachrichtenzentrale und Bedienhilfe für das Mobilgerät in einem zu sein. Ich habe es getestet und ausprobiert.

Wie so oft bin ich also eher zufällig an den jetzigen Testkandidaten geraten. Per Mail erreichte mit die Pressemitteilung von Pearl über den etwas sperrig benannten Pearl FBT-50.HR PRO.V4 Fitness Tracker. Statt 79,90 € kostet der laut Katalog nur noch 29,90 € und sollte damit durchaus für preisbewusste Einsteiger sein. Also Grund genug den mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Und siehe da. Das ist ein alter Bekannter…

Technische Daten Pearl FBT-50.HR PRO.V4:

  • Android ab 4.4 und iOS ab 7.1
  • 0,96″ OLED Display
  • 3-Achsen Beschleunigungssensor
  • Pulsmesser
  • Schrittzähler
  • Distanz
  • Kalorien
  • Schlafüberwachung
  • Wecker
  • Benachrichtigung für Apps / Anrufe / SMS
  • Bluetooth 4.0 BLE
  • Staub- und Spritzwassergeschützt nach IP67
  • Armbandlänge von 120 – 240 mm
  • Abmessungen Tracker: 40 x 20 x 12,5 mm
  • 25 g
  • 65 mAh

Produktseite: pearl.de/FBT-50.HR_PRO.V4

Deutsche Bedienungsanleitung: letscom-id130hr-manual.pdf

Zu bekommen ist der Pearl FBT-50.HR PRO.V4 Fitnesstracker unter der Bestell-Nr. NX-4395-901 zum Preis von 29,90 €.

Verarbeitung und Ausstattung:

Schon bei den Produktfotos hatte ich eine Vorahnung und spätestens nach dem Auspacken war eines klar. Hinter dem Pearl FBT-50.HR PRO.V4 steckt kein geringerer als ein etwas modifizierter ID107 Plus HR (Testbericht) und dieser ist in meiner aktuellen Bestenliste in der Preisklasse bis 50 € auf Platz 1. Außerdem ist er baugleich mit dem Letscom ID130 HR.

Nach wie vor findet man in der Verpackung neben dem Fitnessarmband nur noch eine deutsche Bedienungsanleitung in Kurzfassung.

Viel hat sich nicht verändert. Nur die Optik des Trackers wurde etwas modifiziert und das Armband ist zweiteilig. Die Technik im Innerren ist identisch.

So besteht der eigentliche Tracker aus grauen Kunststoff, das abnehmbare Armband ist schwarz. Die Besonderheit ist nach wie vor das Armband bzw. die Verbindung zum Tracker, denn dieser kommt ohne eine Buchse zum laden aus oder einem Ladekabel. Zieht man das eine Armband ab, erscheint darunter ein USB Anschluss.

Heißt, man steckt den kompletten Tracker in eine USB-Buchse. Kannte ich so noch nicht und ist echt eine tolle Lösung, denn eine USB-Buchse hat man mittlerweile überall. Das spart jede Menge Platz und damit fällt der Tracker trotz vieler Funktionen sehr klein aus. Im Alltag bemerkt man das Armband nach wie vor nicht, auch wenn es gegenüber dem ID107 Plus HR minimal schwerer wurde. Keine Ahnung warum dem so ist, aber der Unterschied ist nicht spürbar.




Das Armband des Pearl FBT-50.HR PRO.V4 besteht aus TPU und fühlt sich auf der Haut angenehm an. Es riecht auch nicht und hat einen eine weiten Verstellbereich mit einer Schließung, die man auch mit einer Hand bedienen kann. Die Verarbeitung geht in Ordnung.

Die schwarze Front wird zum größten Teil vom Display eingenommen. Darunter ist eine imaginäre Taste angedeutet. Ansonsten gibt es keinerlei Tasten. Einzig auf der Rückseite die beiden grünen LEDs für die Pulsmessung. Das Display ist monochrom, aber völlig ausreichend. Aktiviert wird das Display durch drücken der Taste oder durch die typische „Auf-die-Uhr-schauen“ Handbewegung. Zumindest in der Theorie.

Hat bei mir leider nicht immer funktioniert. Es aktiviert sich genau dann, wenn man es gar nicht braucht oder man hat die Hand ziemlich verrenkt. Zum Glück kann man diese Geste zum einschalten z.B. über Nacht deaktivieren. Bei strahlenden Sonnenschein ist das Display nur noch schwer ablesbar.

Übrigens besitzt auch das Pearl FBT-50.HR PRO.V4 kein eigenes GPS Modul, auch wenn man es so lesen könnte. In der detaillierten Beschreibung auf der Homepage steht es dann richtig, dass es sich das GPS Signal vom verbundenen Smartphone holt. Ist dieses nicht dabei, wird auch keine Strecke aufgezeichnet.

Dank IP67 Klassifizierung ist das Band spritzwassergeschützt. Nicht wasserdicht!!! Das heißt, dass alltägliche Dinge wie Duschen, Haare waschen oder Hände waschen kein Problem darstellen. Aber schwimmen sollte man damit nicht gehen.

Der 65 mAh Akku soll im Standby bis zu 8 Tage durchhalten. Das erreicht man nur, wenn man die dauerhafte Pulsmessung deaktiviert. Mit aktivierter Pulsmessung hielt der Akku bei mir gerade einmal 5 Tage. Geladen wird das Pearl FBT-50.HR PRO.V4 wie bereits erwähnt über einen eingebauten USB-Stecker. Absolut geniale Sache, denn so braucht man nie mehr ein extra Ladegerät oder Ladekabel herumschleppen. Nach knapp 2 Stunden ist der Akku voll aufgeladen.

Bedienung und App:

Wie auch beim ID107 Plus HR bzw. ID130 HR, kommt auch beim Pearl FBT-50.HR PRO.V4 die App Veryfit Pro (AndroidiOS) zum Einsatz. Zum Glück sind mittlerweile die meisten Fehler in der Übersetzung ausgebessert und die Nutzung dadurch erheblich einfacher. 

Die erstmalige Verbindung ist schnell abgeschlossen und die Synchronisation nach dem Start der App funktioniert tadellos. Übrigens muss man den Tracker nicht extra per Bluetooth koppeln. Geschieht alles in der App. Bis zu 7 Tage speichert der Tracker die Daten ab, ohne verbunden werden zu müssen.

Die Bedienung der App ist sehr einfach und es gibt sogar eine Synchronisation mit Google Fit. Auf dem Hauptbildschirm bekommt man direkt die Schrittzahl angezeigt. Dazu in jeweils einem extra Reiter die Schlafdaten und den Pulsverlauf. Tippt man auf eine der Angaben, gelangt man durch eine schöne Animation zu den jeweiligen Details des Tages.




Über die App kann man dann einiges einstellen wie den Wecker mit bis zu 10 Weckzeiten, Benachrichtigungen von allen installierten Apps wie Facebook, von denen man dann auch den Text der Benachrichtigung lesen kann, was aber auf dem kleinen Display ziemlich sinnfrei ist.

Dann noch, ob der Pulsmesser dauerhaft messen soll oder nicht, wobei in der Einstellungen „Automatisch“ unklar ist, in welchen Intervallen gemessen wird. Dazu vier verschiedene Watchfaces , die jeweiligen Ziele für die Schritte und Schlafdauer, die Profildaten usw.

Die Bedienung des Trackers ist denkbar einfach. Eine Power-Taste gibt es nicht, somit ist der Tracker immer aktiv. Durch antippen des Display oder anheben des Arms wird das Display aktiviert. Durch weiteres tippen auf das Touchfeld gelangt man zu den verschiedenen Anzeigen bzw. durch gedrückt halten startet und beendet man Aktivitäten oder gelangt in Untermenüs. 

Alltagstest:

Der Tracker ist im Alltag kaum zu spüren und auch wenn man schwitzt wird es nicht unangenehm. Hier scheint ein hochwertiges TPU bzw. Silikon verwendet zu werden. Der Verschluss hält dank einer vernünftigen Dornschließe sehr gut und ein unbeabsichtigtes Öffnen sollte kein Thema sein. Wie schon erwähnt, ist das Display im Freien bei Sonnenschein aber nicht mehr wirklich ablesbar. 

Ansonsten ist der Tracker wirklich gut. Es gibt etliche von mir getestete Tracker in dieser Preisklasse, die wesentlich schlechter sind, als der Pearl FBT-50.HR PRO.V4. 

Sobald man die App startet, wird das Band sofort verbunden und synchronisiert. Das dauert zwar ein paar Sekunden, aber da sind selber teurere von Fitbit nicht viel schneller.

Der Schrittzähler des Fitness Trackers zählt präzise. Ganz im Gegensatz zu einigen anderen Konkurrenten. Auch beim Schlaftracking gibt es nichts auszusetzen. Passt alles auf die Minute. Der Wecker weckt pünktlich und die Vibration ausreichend stark. Schade, dass es keine Snooze Funktion gibt. Ich habe das über drei Weckzeiten im Abstand von 5 Minuten realisiert.

Benachrichtigungen von allen installierten Apps funktionieren ebenfalls. So kann man z.B. WhatsApps Nachrichten lesen, was aber aufgrund des kleinen Display wirklich nicht so einfach ist. Aber immerhin. Beim ID107 Plus HR (Testbericht) hat man leider nur ein paar vorgegebene Apps wie Facebook, die Benachrichtigungen schicken können. Das größte Manko für alle, die das unbedingt benötigen.




Bei den Aktivitäten kann man sich auf 13 Sportarten bis zu 3 aussuchen, die man direkt über den Tracker starten, pausieren und beenden kann. Allerdings erfolgt dann keine Aufzeichnung der Strecke per GPS. So wurde mein erster Lauf nicht korrekt aufgezeichnet und es fehlte am Ende fast ein ganzer Kilometer. Ich vermute mal, dass das GPS Signal von meinem Galaxy S8 zu spät vom Tracker richtig empfangen wurde. Da es keine Streckenaufzeichnung gibt, konnte ich das leider nicht auf der Karte nachvollziehen.

Übrigens werden die Aktivitäten Gehen, Laufen und Fahrrad fahren automatisch erkannt, allerdings auch nur ohne GPS Unterstützung.

Startet man die Aktivität aber über die App, kann man aus allen 13 Sportarten auswählen, bekommt eine Streckenaufzeichnung basierend auf Google Maps und auf Wunsch auch jeden Kilometer oder einer bestimmten Zeitspanne ein akustisches Feedback.

Was aber nicht mehr vorhanden ist, ist die Steuerung des Musikplayers wie z.B. Spotify. Die fehlt hier beim Pearl FBT-50.HR PRO.V4 komplett. Weiß der Himmel warum. Da bietet das ID107 Plus HR (Testbericht) einiges mehr an Funktionen an.

Die Pulsmessungen sind soweit in Ordnung, allerdings darf man niemals präzise Werte erwarten. Für medizinische Zwecke sind alle derzeit erhältichen Fitnesstracker viel zu ungenau. Ein Beispiel. Beim Sport, also da, wo es interessant wird, zeigt das Band ab und zu entweder gar nichts an oder absolute Phantasiewerte. Und obwohl die automatische Pulsmessung aktiviert ist, scheint der Puls nicht permanent gemessen zu werden. Oft musste ich die Pulsmessung über den Tracker händisch starten. 

Fazit:

Alles in allem ist der Pearl FBT-50.HR PRO.V4 auf Augenhöhe mit meinem aktuellen Preis/Leistungssieger ID107 Plus HR (Testbericht). Sie sind baugleich und kosten beide das gleiche. Die Hauptunterschiede liegen in den Funktionen und der Optik des Trackers. 

Wem Benachrichtigungen wichtig sind, der sollte zum Pearl greifen, erkauft sich dieses Feature aber damit, dass es keine Musiksteuerung besitzt, weniger Sportarten erkennt. 

Ansonsten schenken sich beide nichts und daher vergebe ich das Gütesiegel.




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2 KOMMENTARE

    • Die Bedienung ist eigentlich sehr einfach und die App ist im Testbericht direkt verlinkt. in der Anleitung ist ein QR-Code zu sehen. Den scannt man mit der Handykamera (kann sein, dass man dafür eine extra App benötigt) und wird dann direkt in den Playstore geführt.

      Gruß
      Peter

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