Im Test – der TaoTronics TT-SK06 Bluetooth Lautsprecher mit 20W

Auf den Namen TaoTronics stößt man bei Amazon immer wieder, wenn man z.B. nach Bluetooth Lautsprechern sucht. Oft genug heben die sich von der Masse etwas ab, weil sie richtig viele Rezensionen haben und immer öfter auch mal der Banner „Bestseller“ bei einem zu sehen ist. Kurz nach dem TaoTronics TT-SK09 (Testbericht) ist mir dann aus Versehen der TaoTronics TT-SK06 in den Amazon Warenkorb reingefallen. Ich bin schon sehr gespannt, wie dieses „Bassmonster“ wirklich aufspielt.




Wir alle wissen ja mittlerweile, wie das bei Amazon und den Rezensionen lief und nach wie vor im Verborgenen läuft. Da richte ich mich mittlerweile eher nach persönlichen Erfahrungen von myDealz.de Nutzern. Dort bin ich dann auch auf den TaoTronics TT-SK06 aufmerksam geworden. Eine wahre Bassmaschine soll das sein und auf der Produktseite liest man dann auch was von „…einem Bass, der Sie wegblasen wird.“ Da werde ich hellhörig und vor allem sehr neugierig. Und wie der Zufall es will, war kurz darauf ein Prachtexemplar in den Warehouse-Deals günstig zu schießen und landete im Warenkorb. Als Vergleichskandidaten habe ich eine illustre Truppe versammelt. Zum einen den Aukey SK-S1 (Testbericht), der mich im Test mit einem tollen Klang für 44 € begeistern konnte. Und da der TT-SK06 so viel Bass haben soll, habe ich dann noch den JBL Flip 4 (Testbericht) und meinen aktuellen Basskönig JKR KR 1000 NFC (Testbericht) dazu geholt. Viele fragen mich nach einem Vergleich zum Bose SoundLink Mini II, allerdings kann ich den aktuell nicht liefern, da ich mir keinen extra dafür kaufe und Bose mich leider nicht mit Testgeräten ausstattet.

  • 2 x 10W
  • 90Hz – 18kHz
  • Bluetooth 4.0
  • 3,5 mm Aux-IN
  • Freisprechfunktion
  • 199 x 57 x 60 mm
  • 714 g
  • 4000 mAh (nicht wechselbar)

Produktseite: de.taotronics.com/TT-SK06

Deutsche Bedienungsanleitung: TT-SK06_Anleitung.pdf

Erhältlich ist der TaoTronics TT-SK06 bei Amazon* für 49,99 €.

Getestet wird wie immer sehr praxisnah. Ich lade den Kandidaten auf, verbinde ihn per Bluetooth mit meinem Smartphone und stelle ihn bei mir im Wohnzimmer auf ein Sideboard. Wie sich verschiedene Standorte auf den Klang auswirken, habe ich hier ausführlich beschrieben -> Link

Naja und dann höre ich halt Musik. Stundenlang. Bis der Akku schlapp macht. Auf Google Play Music habe ich eine eigene Playlist mit zahlreichen Titeln quer durch alle Musikrichtungen. Mit dabei unter anderem Paul Kalkbrenner mit elektronischer Musik, diverse Unplugged Songs von Sportfreunde Stiller, ein paar Titel aus den aktuellen Charts desweiteren Faithless, Peter Fox, Frankie goes to Hollywood, David Bowie, Queen, Red Hot Chili Peppers, The Prodigy, Rammstein, Enya, ein bisschen Klassik, Jazz usw. Eben querbeet, um auch wirklich alle Stilrichtungen zu hören. Dazu von der App Audio Test Tone Generator diverse Testtöne auf verschiedenen Frequenzen, um zu hören, ob eine Box wirklich Bass unterhalb von 100 Hz zu Gehör bringen kann. Um verschiedene Boxen direkt miteinander zu vergleichen, verbinde ich alle zusammen über einen Belkin Rockstar Audiosplitter* mit meinem Smartphone. Als zweite Meinung hole ich meine Frau dazu. Den Klang beurteilen wir dann nach einem ganz einfachen Schema. Gefällt oder gefällt nicht. Irgendwann geht dem Kandidaten die Puste bei Akku aus und ich schaue, wie lange der Testkandidat durchgehalten hat. Dazu noch die Verarbeitungsqualität, Ausstattungsmerkmale und Bedienung.

Verarbeitung und Ausstattung:

In der Verpackung befindet sich zum einen der Lautsprecher nebst einem Micro-USB Ladekabel, einem 3,5 mm Klinkenkabel und einer deutschen Kurzanleitung.

Eines muss man dem TT-SK06 schon mal lassen. Das Design hebt sich von der langweilen Masse ab. Sieht echt spacig aus. Das Gehäuse besteht komplett aus einer Aluminiumlegierung. Selbst das Gitter besteht aus diesem Material. Lediglich die Einfassung des Gitters scheint mir hier aus Plastik zu sein. Das viele Metall merkt man auch am Gewicht. Satte 714 g bringt das gute Stück auf die Waage. Also wahrlich kein Leichtgewicht und das wird hoffentlich dem Klang zu gute kommen. Stabilität und Standfestigkeit ist auf jeden Fall mal sichergestellt. Alles ist sehr sauber und präzise verarbeitet. Keine scharfen Kanten oder ähnliches. Für die Preisklasse bis 50 € mehr als hervorzuheben. Allerdings werde ich das Gefühl nicht los, dass man sich beim Design beim Bose Soundlink Mini bedient hat. Aber ich kann mich auch täuschen.

Bestückt ist er mit zwei Lautsprechern mit jeweils 10W und gleich zwei Bassradiatoren und damit einem mehr als 99,99% aller Konkurrenten in dieser Preisklasse. Selbst zwei Etagen höher findet man selten einer derart üppige Bestückung. Das lässt schon mal hoffen und meine Latte der Erwartungen an den Klang ein ganzes Stück nach oben legen.



Apropos oben. Dort findet man die runde Taste für die Bedienung der Box. Gummiert und ebenfalls sauber in den Ring aus Aluminium eingesetzt mit satten Druckpunkten und einer runden LED im Zentrum. Auf der Rückseite die Micro-USB Buchse und eine AUX-In Buchse. Optisch der ansprechend ist der Auslass für den rückseitigen Bassradiator. Damit die ganze Kiste nicht ins rutschen kommt, ist die ganze Box auf einer breiten Gummibasis aufgestellt. Sieht zwar nicht schick aus, aber ist sehr effektiv und ich schaue mir eine Box eher selten länger von unten an.

Der Akku ist mit seinen 4000 mAh schon sehr üppig und soll bis zu 8 Stunden durchhalten, was sich aber mit der Angabe von 6 Stunden auf der Produktseite etwas beißt. Der JBL Flip 4 bringt es auf 3000 mAh, der Bose SoundLink Mini 2 auf mickrige 2300 mAh, der JKR allerdings auf 4400 mAh. In der Realität kommt man bei einer Bluetooth Verbindung und Zimmerlautstärke auf gute 9 Stunden, also über der Werksangabe. Allerdings, ist das nur eine Seite der Medaille, wie sich beim Hörtest herausstellen sollte. Denn je lauter man hört, umso schneller geht der Akku zur Neige und dann ist sicher auch mal bei 6 Stunden Feierabend. Geht der Akku zur Neige, wird dieses durch eine rot blinkende LED und einer Tonfolge zur Kenntnis gebracht. Beim Laden leuchtet die LED dauerhaft orange. Sobald der Akku voll aufgeladen ist, erlischt die LED. Geladen wird der Akku über ein herkömmliches, im Lieferumfang befindliches, Micro-USB Kabel. Ein Netzteil fehlt aber. Und während des Ladens kann mit der Box weiter Musik gehört werden.

Was mir so ein bisschen fehlt ist NFC. Der kleinere Bruder TaoTronics TT-SK09 (Testbericht) hat dieses Feature.

Verbindung und Bedienung:

Wie eigentlich bei allen Bluetooth Lautsprecher ertönt leider auch beim TaoTronics TT-SK06 beim Einschalten eine Tonfolge. Zwar nicht so laut wie bei vielen anderen, aber die Tonfolge ist trotzdem störend. Dasselbe beim Ausschalten oder bei einer erfolgreichen Verbindung. Wann wird das mit diesen nervtötenden Tönen endlich aufhören? Viele Nutzer beschweren sich. Man braucht den Mist nicht. Wir wissen schon, wann wir eine Box einschalten und ausschalten. Und sehen können wir es an der LED. Somit fallen Möglichkeiten wie Musik hören zum Einschlafen oder als Wecker direkt aus, da man von den Tönen aus dem Schlag gerissen wird. Bislang bietet nur die DOSS SoundBox (Testbericht) die Möglichkeit, diese Töne zu deaktivieren.

Direkt nach dem Einschalten ist die Box im Bluetooth-Modus, was durch eine blau blinkende LED signalisiert wird. Unterstützt wird Bluetooth 4.0 mit A2DP, AVRCP, HSP und HFP. Bei einer erfolgreichen Verbindung ertönt dann nochmals eine dieser lästigen Tonfolgen und die LED blinkt langsam blau. Steckt man ein 3,5 mm Klinkenkabel in die Buchse, schaltet die Box direkt um, was durch eine dauerhaft rot leuchtende LED signalisiert wird.

Die Tasten erklären sich eigentlich von selbst. Die untere Taste ist die Multifunktionstaste und startet bzw. pausiert die Musik. Kommt ein Anruf rein, dann kann man hierüber durch kurzes Drücken das Telefonat annehmen und auch wieder auflegen. Zum Ablehnen eines Telefonats ist die Anleitung fehlerhaft. Hier wird beschrieben, dass man es durch einfaches drücken ablehnen kann. Das stimmt nicht, denn wie eben schon beschrieben, nimmt man das Telefonat genau so an. Man muss die Taste gedrückt halten, um ein Telefonat abzulehnen. Drückt man die Multifunktionstaste doppelt, aktiviert man die Wahlwiederholung. Für einen Reset der Box hält man die Multifunktionstaste mindestens 1 Sekunde gedrückt. Die beiden Tasten links und rechts sind für Lauter und Leiser zuständig. Einen Titelsprung vor oder zurück gibt es leider nicht und muss über das Handy bzw. Tablet erfolgen. Oben die Power-Taste, über die man durch gedrückt halten die Box ein- oder eben ausschaltet.

Klang:

Kommen wir zum wichtigsten Punkt bei einem Lautsprecher. Wie klingt denn das gute Stück? Druckvoll umschreibt es wohl am besten. Der TT-SK06 hat richtig Wumms. Auch unten herum, was schon erstaunlich ist, denn laut Datenblatt geht es bei ihm erst bei 90Hz los. Aber diese Tatsache täuscht nicht darüber hinweg, dass sich hier wirklich was im Bassbereich tut. Es wummert so schön.

Allerdings hat man seitens TaoTronics zu sehr wert auf den Bassbereich gelegt. Die Mitten und Höhen scheinen sich irgendwie hinter den tiefen Tönen zu verstecken. Es klingt doch vergleichsweise dumpf. Das hören selbst Laien direkt heraus, wenn man mal ein paar Boxen direkt vergleichen lässt. Die Bühne ist zudem relativ eng, was mich bei der Bestückung etwas verwundert. Stellt man sich in ein paar Meter Entfernung vor die Box und schließt die Augen, kann man die Box ganz klar orten. Eine gute Box mit breiter Bühne lässt den Standort verblassen und verteilt die Musik auf einer virtuellen Bühne. Nicht so die TT-SK06. Bei eher klassischer Musik drängt sich das Orchester in einer kleinen Besenkammer. Also bildlich gesprochen, dass man sich vorstellen kann, was ich meine.



Aber in Punkto Spielfreude mit der richtigen Musik, macht der TaoTronics so schnell keiner was vor. Vor allem basslastige Musik kommt hier voll zur Geltung und das mit Nachdruck. Selbst bei verhältnismäßig hohen Lautstärken geht die Box nicht in Knie. Zwar werden die Mitten und Höhen regelrecht zermatscht, aber das Gewummer ist eine wahre Pracht. Zwar ich weit davon entfernt weggeblasen zu werden, wie es die Produktbeschreibung nennt, aber es macht echt Spaß mit der Box die passende Musik auch mal richtig laut zu hören. Und die maximale Lautstärke liegt für mein persönliches Empfinden sehr, sehr hoch.

Im direkten Vergleich zur Aukey SK-S1 (Testbericht) ist das dann auch ganz klar hörbar. Die TaoTronics hämmert den Bass raus, vergisst aber so ein wenig die hohen Töne. Die wiederum bringt die Aukey sauber zu Gehör, lässt aber den Bass hinten runter fallen. In Punkto Bass geht bei mir aktuell nix über die JKR KR 1000 NFC (Testbericht). Allerdings muss ich gleich dazu sagen, dass ich beim JKR in der normalen Einstellung teste. Denn sobald man den Bass-Modus des JKR aktiviert, bebt zwar die ganze Hütte, aber laut hören geht damit nicht mehr. Dasselbe im Surround-Modus des JKR. Klingt gigantisch, aber eben nicht laut. Im direkten Vergleich spielt die TaoTronics dann doch präziser im Bassbereich, als der JKR. Bässe kommen etwas druckvoller und besser auf den Punkt. Hier merkt man schnell, dass JKR elektronisch nachhilft. Dafür passt das Gesamtklangbild bei der JKR besser als bei der TaoTronics. Und überraschenderweise muss sich die TT-SK06 beim Bass nicht einmal hinter der deutlich teureren JBL Flip 4 (Testbericht) verstecken. Klar klingt die JBL insgesamt klarer und strukturierter, aber wenn es um den Bass geht, spielen beide in der gleichen Liga.

Die Freisprechfunktion ist absolut brauchbar. Man muss zum Sprechen zwar schon relativ nahe an die Box heran, aber dann wird man klar und deutlich verstanden. Das gegenüber ist ebenfalls sehr gut zu verstehen, auch wenn man ein ganz leichtes Rauschen im Hintergrund hören kann. Aber alles im allem wirklich gut. Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten, bei denen man diese Freisprechfunktion getrost vergessen kann.

Fazit:

Würde ich den TaoTronics TT-SK06 meinem besten Freund empfehlen? Kommt auf den Musikgeschmack des Freundes an. Hört dieser eher basslastige Musik, dann ein absolutes Ja. Oder man möchte eine Party lautstark beschallen, dann ebenfalls ja. Für unter 50 € habe ich bisher nichts vergleichbares gehört. Aber eben nur dafür. Wenn man auf Bass auch bei „normaler“ Musik steht und weniger auf den Rest hört, dann würde ich eingeschränktes Ja aussprechen. Bei der Vergabe des Gütesiegel tue ich mir jetzt ehrlich gesagt schwer. Auf der einen Seite ist die Box richtig gut und macht sehr viel Spaß, aber höre ich mal genauer hin und vergleiche sie mit anderen preislich fast identischen Lautsprechern, dann wiegen die Probleme im Mittel-Hochtonbereich zu scher und daher vergebe ich das Gütesiegel dieses mal nicht, da die Box doch zu sehr auf einen bestimmten Käuferkreis eingeschränkt ist und ich suche ja Preis/Leistungssieger für jedermann/frau.

     

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About Peter W.

Mit meinen Tests will ich den "normalen" Interessenten davor bewahren, sein hart verdientes Geld für Müll auszugeben. Denn leider ist es Fakt, das nicht alles Gold ist, was glänzt. Daher gibt es von mir kein Technik-Chinesisch sondern Klartext. Wie ich teste könnt ihr hier nachlesen: http://mobi-test.de/uber-uns/ Wenn ihr Fragen habt, dann verfasst einen kurzen Kommentar und wir versuchen diesen zu beantworten.

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