Es wird mal wieder Zeit für ein tragbares Erdbeben. Dieses kommt in Form des Teufel Boomster 2.Gen, also der Neuauflage eines Klassikers. Schwarz, stark, tragbar und Bumms. Mal sehen, wie er sich im Alltag schlägt, denn die Messlatte liegt hoch.



Ich liebe Musik, also zu hören. Von morgens bis Abends läuft bei uns zu Hause Musik von Spotify. Für mich zählt ein guter Klang. Nicht High-End, dafür höre ich zu wenig hin, aber unten herum es muss schon etwas rumpeln, klare Mitten und angenehme Höhen. Sehr laut brauche ich es auch nicht, aber es darf gerne auch mal etwas lauter sein, wenn es die Nachbarn zulassen. Zu Hause haben wir diverse Bluetooth Lautsprecher, die jetzt aber nach und nach von einem Sonos Multiroom System abgelöst werden. Was mir aber noch fehlt ist was ordentliches tragbares und am besten mit eingebauten Radio. Sowas wie der Teufel Boomster 2.Gen eben. Und weil da gerade die 2. Generation auf den Markt gekommen ist, habe ich mir mal ein Exemplar für einen Test kommen lassen. 

Technische Daten:

  • 38 W RMS
  • 3- Wege Bassreflex
  • 96 dB/1m
  • 50 – 20.000 Hz
  • bis zu 192 kHz
  • 2x 20 mm Gewebe Hochtöner
  • 2 x 65 mm Zelluslose Mitteltöner
  • 1 x 90 mm Zellulose Tieftöner
  • Class D 3-Kanal Verstärker mit 2 x 8W + 1 x 15W Sinus
  • NFC
  • Powerbank Funktion
  • Bluetooth 4.0 aptX
  • 3,5 mm Line-IN
  • DAB+
  • FM Radio
  • 370 x 180 x 145 mm
  • 3,35 kg
  • 4400 mAh (wechselbar)

Produktseite: teufel.de/boomster

Ausführliche deutsche Bedienungsanleitung: teufel.de/boomster-de.pdf

Normalerweise klebt auf dem nur in schwarz erhältlichen Prachtstück ein Preisschild mit 299,99 €. Wer die Augen offen hält, kann ihn aber auch in den Amazon Blitzangeboten* für 249 € ergattern. Aktuell gibt es 50 € Cashback direkt von Teufel. 

Im Karton findet man folgendes:

  • Teufel Boomster
  • Netzkabel
  • Akku
  • Anleitung

Der Akku ist bereits verbaut und vorgeladen. Man kann also direkt loslegen.

Verarbeitung und Ausstattung:

Der Teufel Boomster 2.Gen ist keine komplette Neuentwicklung, sondern wurde in bestimmten Bereichen verbessert. Rein optisch erinnert er (zum Glück) immer noch an einen Ghettoblaster. Er ist nicht unbedingt eine filigrane Schönheit, sondern eher ein echtes Männerspielzeug. Mächtig und alles andere als bescheiden. Er zeigt was in ihm steckt. Mir gefällt das. Erst beim zweiten Hinsehen bemerkt man eine kleine aber wichtige Änderung. So wurde der Griff ergonomischer gestaltet. Er ist jetzt besser zu greifen.

Im Inneren werkeln zwei 20 mm Hochtöner, dazu noch zwei 65 mm Mitteltöner und ein 90 mm Bass, welches dann als 3-Wege System nach dem Bassreflexprinzip aufgebaut ist. Den Bass und das Reflexrohr sieht man übrigens an der Oberseite des Tunnels. Ein Class D Verstärker befeuert diese Kombo mit zusammen 38W RMS, also echten Watt und nicht wie viele andere Hersteller, die mit Max Angaben protzen und diese nicht liefern. Also nicht von den „nur“ 38W täuschen lassen.

Das Äußere erstrahlt in einem matt schwarz lackierten ABS-Kunststoff in Verbindung mit Aluminium. Das Plastik wirkt aber zum Glück nicht billig und das Frontgitter ist aus Alu sowie der verschraubte Griff aus Alu sitzen passgenau und fest an ihrem Ort. Trotz Plastik kommt der Teufel Boomster auf 3,35 kg Lebendgewicht. Das gibt auf Dauer ordentlich Muckis beim Tragen. War aber früher (so in den 80ern) bei den riesigen Ghettoblaster nicht anders. Je größer und schwerer, desto geil lautete die Devise.



Links und rechts des Griffs befinden sich zwei schwarz glänzende Touch-Bedienfelder. Hier findet man links alles zur Steuerung der Box in Form einer Power-Taste, einer Taste für die Lautstärke und jeweils eine eigene Taste zur Steuerung des Subwoofer Pegel. Die Bluetooth-Taste findet man nun auf der rechten Seite. Dort sind noch 4 Stationstasten, zwei Tasten für die Suche der Radiosender bzw. DAB+ Sender, AUX, FM und DAB+. 

Auf der Rückseite ist zunächst einmal eine weitere Neuerung zu sehen. Es gibt jetzt eine Stabantenne, die die Wurfantenne ersetzt. Mit ihr habe ich selbst bei uns auf der Feuerwache einen super Empfang, auf der es sonst massive Empfangsprobleme gibt. Rechts dann 4, ziemlich staubanziehende, Gummiabdeckungen, unter denen sich ein Umschalter für den Akku- und Batteriebetrieb befindet, dann die USB Buchse, mit der andere Geräte mit 500 mA aufgeladen werden können. desweiteren eine AUX-In Buchse und dann noch die Buchse für das Netzteil.

Unter einer großen, verschraubten Abdeckung die sich aber leichtz.B. mit einer Münze öffnen lässt, befindet sich der Akku mit 4400 mAh mitsamt einer Besonderheit. Ist der Akku nach runde 10 Stunden leer und keine Steckdose in Reichweite, kann man mit 8 handelsübliche AA-Batterien bis zu 6 Stunden weiter Musik hören. Das Netzteil liefert 1A und so ist der Akku des Teufel Boomster 2.Gen nach knapp 4,5 Stunden wieder voll aufgeladen. 

Die Verarbeitung ist absolut top. Nichts klappert und das selbst nicht bei maximaler Lautstärke. Damit das gute Stück nicht das Tanzen anfängt, hat es an der Unterseite vier dicke Gummiauflagen.

Einrichtung und Bedienung:

Beim Einschalten sieht man direkt die nächste Neuerung in Form eines großen und gut ablesbaren LED Display. Wurde auch Zeit, denn dieses Display erleichtert die Bedienung doch enorm. So kann man jetzt unter anderem die Frequenzen des Radios sehen oder die Sendernamen im DAB+ Betrieb. Das habe ich beim Vorgänger schmerzlich vermisst.

Die Verbindung ist ein Kinderspiel. Am Handy bzw. Tablet Bluetooth aktivieren, die Box einschalten und sie geht direkt in den Bluetoothmodus, welche durch die Anzeige „BT“ im Display angezeigt wird. Sobald sich beide gefunden haben, verbindet man sie. Dieses sog. Pairing muss nur einmal durchgeführt werden. Die Box kann sich bis zu 8 Geräte merken und verbindet sich dann automatisch. Noch einfacher ist es per NFC. Wessen Handy bzw. Tablet das unterstützt bringt es nur kurz in die Nähe des NFC Labels an der rechten Oberseite des Boomster. Ruckzuck und ohne weiteres zutun wird die Verbindung hergestellt.



Auch die Bedienung sollte niemanden vor Rätsel stellen. Die Tasten reagieren sehr gut, allerdings ist deren Beleuchtung im Freien bei Sonnenschein nicht mehr wirklich zu erkennen. Ist aber nicht weiter schlimm, da man alles im Display ablesen kann. Mit der Sub-Taste schaltet man die Pegeleinstellung des Subwoofers ein, den man dann mit der „+“ und „-“ Taste seinen Wünschen nach mehr oder weniger Bass einstellen kann.

Die Bluetooth-Taste kurz drücken schaltet Bluetooth ein, bei einem eingehenden Telefonat wird dieses mit einem kurzen Druck angenommen. Gedrückt halten dieser Taste ermöglicht das Pairing mit einem anderen Gerät. Die Tasten „AUX“, „FM“ und „DAB“ aktivieren die jeweilige Funktion. Über die beiden Pfeiltasten kann man die Lautstärke der Box steuern. Die 4 Stationstasten lassen sich jeweils mit einem Radio- und DAB Sender belegen. 

Eine App oder ähnliches gibt es nicht, was in meinen Augen aber auch unnötig ist, da die komplette Steuerung direkt an der Box geschieht.

Klang:

Der wichtigste Punkt ist natürlich der Klang und der ist typisch Teufel. Dynamisch, kraftvoll, wuchtig und lebendig mit einer weiten Bühne. Echt der Wahnsinn und braucht sich vor meiner Sonos Playbase für den mehr als doppelten Preis nicht verstecken. Egal welche Lautstärke an hört. Und laut kann sie. So richtig laut. Um das zu testen habe ich die Box mit zum Sport in einer großen Sporthalle mitgenommen. Mit der Boomster beschallt man locker jede Party. Egal ob drinnen oder draußen. 

Zum Testen habe ich wieder meine prall gefüllte Spotify-Playlist genommen. Von Klassik bis hin zu Rammstein ist alles dabei. Bei den Einstellungen stelle ich den Bass erst einmal auf die Stufe 1.

Die Musik füllt mein Wohnzimmer mit tiefen, satten Bässen und tollen Mitten und Höhen. Dazu eine unglaublich räumliche Tiefe. Das alles ohne irgendwelche akustischen Tricksereien, wie man es z.B. von einer JKR KR1000 NFC (Testbericht) kennt. Es passt alles zusammen und macht einen irren Spaß auch mal lauter aufzudrehen. Dazu muss man nicht einmal den Basspegel aufdrehen. Wer das macht, bekommt ein echtes Erdbeben frei Haus geliefert. Sehr zum Leidwesen der Nachbarschaft. In der Sporthalle konnte ich aber mal richtig aufdrehen. 

Selbst bei sehr, sehr hohen Pegeln brummt nichts, dröhnt nichts, nichts verzerrt oder scheppert. Die Höhen werden zwar etwas spitzer und vorlaut, verlieren aber nicht die Details. Es macht einfach nur mächtig Laune, sich das Hirn heraus hämmern zu lassen. Und das aus einem so kleinen Gehäuse.

Bei der Nutzung als Freisprecheinrichtung ist die Stimme des Anrufers gut zu verstehen. Vielleicht einen ticken zu dumpf, aber das stört nicht weiter. Man selbst wird aber wohl mit einem leichten Hall und etwas zu leise gehört. Hier hilft es, noch näher an die Box zu gehen. Für den Notfall ok, aber telefonieren sollte man besser direkt mit dem Handy.

Fazit:

Bekommt der Teufel Boomster 2.Gen das Gütesiegel? Ja, aber sowas von. Die Evolution ist geglückt und Teufel hat an genau den richtigen Stellen Hand angelegt. Denn selbst wenn man sie zum normalen Preis kauft, ist er sein Geld absolut wert. Klanglich ist der Boomster sicher nichts für den Klassik hörenden Feingeist mit High-End Ambitionen, aber für alle, die Spaß an guten Klang aus einer kleinen Hütte haben. Dazu ein eingebautes DAB+ Radio und eine Powerbankfunktion, mit der man im Notfall auch sein Handy laden kann. Bislang ist der Beste jemals von mir getestete Bluetooth Lautsprecher.
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1 KOMMENTAR

  1. Das Teil hat einen Megasound und der Bass für das kleine Teil ist einfach Weltklasse. Irgendwelche Störgeräusche kann ich nicht hören, zumal man damit auch ordentlich Mucke hören soll, wobei selbst wenn es ein Grundrauschen gäbe dieses garnicht vernehmbar wäre, es sei denn man hört auf Stufe 1 ,dann sollte man sich lieber ein Spielzeugradio kaufen:-) uch DAB läuft bei mir super und ich muss dazu sagen ich habe bereits ein DAB Radio in meiner Küche und das hat öfters mal Aussetzer gehabt was ziemlich nervig war. Beim Boomster allerdings alles tadellos vom allerfeinsten.

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