Im Test – der Xiaomi Amazfit Equator / Moonbeam Fitnesstracker im Schmuckdesign

Zunehmend freuen sich auch Frauen mit dem Tragen eines Fitnesstrackers an. Nicht verwunderlich, denn auch die moderne Frau will wissen, wie aktiv sie ist. Dumm nur, dass die allermeisten Tracker auch nach Tracker aussehen. Eher maskulin und so gar nicht weiblich. Abhilfe könnte hier der Amazfit Equator bzw. Moonbeam schaffen, denn dieser Tracker sieht mehr nach Schmuckstück denn nach Technik aus.



Ich teste ja wirklich fast alles, aber beim Equator war mir eines sofort klar – meine Frau ist die perfekte Probandin für diesen Test. Die Bezeichnung Equator klingt männlicher als er ist. Eine Scheibe mit Loch und wenn man es nicht weiß, sieht man darin direkt ein Schmuckstück. Das in dem überaus schicken Äußeren richtig ein kompletter Fitnesstracker steckt, sieht man ihm absolut nicht an. Zudem wird die Trägerin beinahe ein Unikat tragen, denn in der freien Wildbahn habe ich den noch nie gesehen. Ein Grund mehr das Teil mal zu testen.

Technische Daten:

  • Android ab 4.3 und iOS ab 7.0
  • Bluetooth 4.0
  • Schrittzähler
  • Schlaf
  • Strecke
  • Kalorien
  • Wecker
  • Anrufbenachrichtigung
  • Wasser- und Staubdicht nach PI68
  • 25 g inkl. Armband
  • 15 mAh

Produktseite: us.amazfit.com/equator

Ausführliche deutsche Bedienungsanleitung: n/a

Erhältlich ist der Amazfit Equator i schwarz oder weiß, wobei sich dann auch die Farbe des Armbandes unterscheidet. Schwarz oder Rose Gold. Bestellen kann man es direkt über den Onlineshop von Amazfit zum Preis von 68 € oder aber auch Amazon* zum Preis von 53,99 €. Dort bekommt man dann auch weitere Armbänder und Halsbänder als Zubehör.

Verarbeitung und Ausstattung:

Im der schicken Verpackung befindet sich neben dem Tracker mit dem Armband noch die Ladestation und eine englische Kurzanleitung. Der Tracker an sich ist eine Scheibe mit Loch in der Größe eines 2 Euro Stücks. Dieses Loch ermöglich das Tragen an einem Hals- oder Armband und besteht aus Zirconiumdioxid. Dieses Material ist auch unter dem Begriff Zirkonia bekannt und wird in der Schmuckindustrie häufig eingesetzt. Genauso in der Zahnmedizin, denn diese Keramik ist extrem widerstandsfähig. Sehr hart und damit kratzfest. Also das ideale Material für einen Tracker. Und genau in diesem nur 14 g schweren Gehäuse steckt die komplette Technik inkl. Akku.

Der Tracker zählt die Schritte, überwacht den Schlaf, berechnet zurück gelegte Distanzen, verbrauchte Kalorien und informiert über eingehende Anrufe. Was fehlt ist ein Display oder die Pulsmessung. Anrufe und der Wecker werden über einen eingebauten Vibrationsmotor signalisiert. Und dessen Vibrationen sind wirklich gut zu spüren.



Die Verarbeitungsqualität ist hervorragend. Die Scheibe ist laut Hersteller tausende male geschliffen worden, um ein perfektes Finish zu erhalten und das ist absolut gelungen. Auch das Armband aus TPU ist für sich schon ein Hingucker. Sehr fein und filigran aber trotzdem hält es sehr gut. Der Tracker wird an einer Art Klammer eingeklickt. Und der hält bombenfest. Auch das Armband sollte sich trotz einfacher Klemmung nicht von alleine öffnen. 

Dank IP68 Zertifizierung ist der Equator / Moonbeam spritzwassergeschützt. Duschen, Hände waschen usw. ist kein Problem. Schwimmen wird aber ausdrücklich nicht empfohlen.

Der Akku soll bis zu 10 Tage halten, was auch der Test bestätigt hat. Auch wenn der Tracker keine aktiven Elemente wie LEDs oder einn Display hat, ist die Ausdauer bei diesen Abmessungen absolut überzeugend. Geladen wird der Tracker kabellos über Induktion. Dazu nimmt man es vom Armband ab und legt es auf die Ladeschale. Während des Ladevorgangs blinkt die LED im Zentrum. Ist der Akku voll aufgeladen, leuchtet die LED dauerhaft.

Verbindung und Bedienung:

Die zum Tracker gehörende App nennt sich Amazfit Activity Tracker (Android / iOS) und beschränkt sich auf das absolut nötige. Somit ist die Bedienung ein Kinderspiel. Beim ersten Verbinden wird man durch einen Assistenten begleitet und muss sich zunächst einen Account anlegen. Die Verbindung an sich steht dann sofort und es kann losgehen.

Im Hauptbildschirm sieht man auf den ersten Blick die bislang zurückgelegten Schritte. Durch swipen nach links bekommt die verbrauchten Kalorien angezeigt. Darunter der Schlaf der letzten Nacht. Tippt man auf eine der Anzeigen, gelangt man in die jeweiligen Detailansichten, die dann z.B. den Schlaf genau analysieren nach Schlafphasen. In den Einstellungen kann man dann solche Sachen wie den Wecker einstellen und aktivieren. Auch die täglichen Ziele können hier festgelegt werden. In Punkto Benachrichtigungen gibt es nur eine Anrufsignalisierung. Benachrichtigungen von Apps wie Whatsapp oder Facebook gibt es nicht. Auch können keine Aktivitäten gestartet oder überwacht werden.

Die App ist auf das absolut nötigste reduziert, was auch nicht weiter verwunderlich ist, denn der Amazfit Equator unterstützt einfach nicht mehr. Dafür läuft die Synchronisation blitzschnell und ohne Probleme.

Praxistest:

Der Tracker ist im Alltag nicht zu spüren. Egal ob als Halskette getragen oder am Arm mit einem Armband. Die Vibrationen sind stark genug, so dass man vom Wecker zuverlässig geweckt wird. Das gilt auch für eingehende Anrufe. Die App ist schnell eingerichtet und ist sehr leicht zu bedienen, was auch den wenigen Funktionen geschuldet ist. Die Schlafüberwachung läuft automatisch und passt auch soweit. Was aber gar nicht passt sind die Schritte. Das Band zählt viel zu viele Schritte. Im Schnitt bis zu 30% zu viel. Vor allem am Arm getragen, fällt dieser Umstand extrem auf. Dadurch stimmen dann auch Streckenangaben und der Kalorienverbrauch nicht mehr. 

Fazit:

Würde ich den Amazfit Equator weiter empfehlen? Ganz klar nein. Die ermittelten Werte sind derart ungenau, dass man sich das Tragen gleich sparen kann. Das Teil sieht wirklich gediegen aus, aber es taugt im Endeffekt nur als Motivationsverstärker. Wer also nur ganz grob wissen will, wie viele Schritte er macht und etwas Motivation braucht, könnte mit dem Amazfit Equator glücklich werden. Daher vergebe ich das Gütesiegel nicht.

Wenn es ein günstiger Einstieg sein soll, dann besser gleich etwas vernünftiges wie das Xiaomi Mi Band 2 (Testbericht) kaufen, für das es auch jede Menge Armbänder gibt oder sein lassen. Wer es einigermaßen ernst meint, kann sich mal die Nokia Steel HR anschauen oder eine ähnliche Hybrid-Smartwatch wie die Amazfit Pace (Testbericht).

     

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About Peter W.

Mit meinen Tests will ich den "normalen" Interessenten davor bewahren, sein hart verdientes Geld für Müll auszugeben. Denn leider ist es Fakt, das nicht alles Gold ist, was glänzt. Daher gibt es von mir kein Technik-Chinesisch sondern Klartext. Wie ich teste könnt ihr hier nachlesen: http://mobi-test.de/uber-uns/ Wenn ihr Fragen habt, dann verfasst einen kurzen Kommentar und wir versuchen diesen zu beantworten.

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