Im Test – der Xiaomi Roidmi 2S Bluetooth V4.2 FM-Transmitter by Gocomma

Xaomi ist ja bekanntlich ein Vollsortimenter. Es gibts nichts, was die nicht im Programm haben. Der Kult um diese Marke ist legendär und alle Neuheiten werden gehypt ohne Ende. Ein Dauerbrenner ist dabei der Roidmi 2S. Ein Bluetooth FM-Transmitter mit eingebauten FKZ-Ladegerät und Freisprecheinrichtung. Viele Infos bzw. echte Tests findet man dazu nicht. Zumindest nicht in deutscher Sprache, also habe ich mir einen gekauft und selbst ausprobiert.


Übrigens ist der Roidmi 2S gar nicht von Xiaomi. Wie so oft ist auch dieses Teil nur umgelabelt, wird also nur das Xiaomi Logo aufgedruckt und verkauft. „Erfinder“ ist die Firma Roidmi, die allerdings von Xiaomi direkt unterstützt wird. Ursprünglich war das mal eine Crowdfundingkampagne auf Indiegogo und mega erfolgreich. Aber soviel zur Geschichte. Wichtiger ist, ob dieses Ding was taugt. Schon länger habe ich mit dem Gedanken gespielt mir den Roidmi 2S zu kaufen, als das gute Stück plötzlich bei Amazon im Angebot war. Derlei KFZ Ladegeräte habe ich ja auch schon etliche getestet (Testbericht), aber der Roidmi kann noch viel mehr. Eben per Bluetooth Musik vom Handy per FM-Transmitter zum Radio streamen, ein Dual-KFZ-Ladegerät mit 20W und noch eine eingebaute Freisprechanlage. Das alles in einen normalen Zigarettenanzünder gestopft. Ja ich weiß, dass es bei Amazon gefühlt 10 Millionen solcher Transmitter gibt, aber sie alle haben nicht diesen Funktionsumfang.

Nicht jedes Auto hat einen USB Anschluss für USB Sticks oder kann direkt per Bluetooth vom Handy auf das Radio streamen. Mein Toyota Corolla Verso Bj. 2009 hat das alles nicht. Vor einiger Zeit habe ich mir bei Pearl den Streaming-Stick BTA-28 (Testbericht) gekauft, getestet und für gut befunden. Seitdem kann auch ich streamen. Und dann kam plötzlich der Roidmi bei Amazon als Angebot und da habe ich zugeschlagen.

Technische Daten: 

  • Android / iOS
  • Input 12V / 24V
  • Output 2x 5V / 2,4A max.
  • Output 3,8A max.
  • Output 20W max.
  • Bluetooth 4.2
  • FM-Transmitter
  • Freisprecheinrichtung
  • Überspannungs-, Überhitzungs- und Überladeschutz
  • 68 g

Produktseite: n/a

Den Roidmi 2S gibt es in den einschlägigen China-Shops wie Gearbest* oder AliExpress. Aber halt mit ewigen Lieferzeiten und der Angst, dass der Zoll die Waren einkassiert. Mittlerweile gibt es die Dinger auch bei Amazon und sind dort in schwarz oder weiß zum Preis von ca. 25 € zu haben. Zu finden unter Bezeichnungen wie GoComma Roidmi 2S*KKmoon Roidmi 2S*roidmi Smart Drive Edition 2S*BTEK Roidmi* oder auch Ollivan Original XIAOMI roidmi2S. Aber Achtung. Vom Roidmi gibt es mehrere Versionen. Zuerst einmal die alte Version ohne den Zusatz „2S“. Erkennbar daran, dass die USB-Ausgänge jeweils nur 2,1A bei max. 15W liefern. Diese Angabe findet man bei den originalen immer an der Front zwischen den USB Buchsen. Dann gibt es vom Roidmi 2S eine inernationale und eine asiatische Version. Erkennt man von außen leider gar nicht und auch die Leistungsdaten sind identisch. Da muss man genau hinschauen, ob da was von international steht oder halt mal nachfragen. Ich selber habe die internationale Version gekauft. Und natürlich die Gefahr einen Nachbau zu erwischen. Daher sollte man immer darauf achten, dass die Angabe „5V  2,4A“ zwischen den USB Buchsen vorhanden ist und die Daten auch noch mal auf der Frontkappe. Im Zweifel lieber Finger weg und/ oder nachfragen.

Verarbeitung und Ausstattung:

Das Unboxing kann man sich sparen, denn in der schlichten Pappschachtel ist bis auf das Ladegerät und einer kurzen Anleitung in Englisch nichts drin. Auch das Ladegerät ist als solches eher unspektakulär abgesehen vom etwas anderes Aussehen vorne. Denn hiesige KFZ Ladegeräte haben vorne eine Spitze, die den Kontakt zum Zigarettenanzünder herstellen und anstatt zwei Klammern an der Seite einen Ring zur Masseverbindung. Und hier liegt das nächste Problem. Die Kompatibilität. Da sich der Roidmi am internationalen Standard orientiert, muss man in den eigenen Zigarettenanzünder reinschauen, ob der kompatibel ist. Bei meinem Toyota (linkes Bild) sind die beiden Bügel vorhanden und demnach kompatibel. Sieht die Buchse hingegen etwas anders aus, dann gibt es schlicht keinen Kontakt.

Das KFZ-Ladegerät selbst besteht zum größten Teil aus Kunststoff. Nur der Kontakt vorne und der Ring besteht aus Metall. Am Kopfende neben den beiden USB-Buchsen noch das Mikrofon für die Freisprechanlage. Die Buchsen sitzen fest und vor allem mittig in den Öffnungen. Nicht unwichtig, denn nur so passen die Ladekabel problemlos in die Buchsen, ohne zu fummeln. Gerade im Auto wird man das Kabel auch mal „blind“ einfädeln und wenn dann die Buchse schief sitzt oder locker. Auch sonst geht die Verarbeitung absolut in Ordnung. Sobald man das Ladegerät in die Buchse steckt, fängt im Inneren eine LED an zu leuchten. Zum Glück stört die nicht weiter und gar sogar in der App farblich angepasst werden.

Verbindung und Bedienung:

Die dazugehörige App nennt sich“Roidmi Driver“ und ist für iOS und Android erhältlich. Nach der Installation steckt man das Ladegerät in den Zigarettenanzünder und verbindet diesen per Bluetooth mit dem Smartphone. Die App ist sehr übersichtlich gehalten. Zuerst einmal stellt man die Übertragungsfrequenz ein. Also die Frequenz, auf die der Roidmi 2S sendet und am Radio für den Empfang eingestellt werden muss. Das geht sehr einfach per Drehrad. Dazu bietet die App Infos zur Batteriespannung und bietet an, eine beliebige Musik-App automatisch zu starten. Desweiteren kann man bestimmen, ob die Wiedergabe automatisch starten soll, sobald man verbunden ist, ob das eingebaute Mikrofon aktiviert werden soll und welche Farbe die LED haben soll.

Praxistest:

Da im Auto bekanntermaßen die Spannung immer etwas schwankt, habe ich für vergleichbare Ergebnisse einen 230V/12V Adapter genutzt und zu Hause an der heimischen Steckdose die Werte ermittelt. Zunächst „lade“ ich zwei Lastwiderstände parallel mit 1A und dann noch mal mit 2A Last. Damit schaffe ich eine bessere Vergleichbarkeit, da z.B. ein Smartphone mit steigenden Akkustand die Ladespannung reduziert und somit die Werte etwas verfälscht. Die Lastwiderstände belasten die das Ladegerät dauerhaft mit einer definierten und vor allem gleichbleibenden Last und so kann ich auch testen, ob beim Laden von mehreren Geräten gleichzeitig die Leistung einbricht und einzelne USB-Ports abgeschaltet werden. Während des Ladevorgangs habe ich dann jeweils mit dem PortaPow Premium USB + DC Power Monitor V2* den Ladestrom, Spannung und Leistung abgelesen. Um das ganze dann auch praxisnah zu testen, wird das Huawei Mate S meiner Frau ebenfalls exakt eine Stunde lang aufgeladen. Einmal am 230V Adapter zu Hause und noch im Auto beim Fahren. Und das sind die Messwerte:

An dem 1A Lastwiderstand lieferte es 5,1V bei 0,89A  und 4,57W. Nach einer Stunde zeigte das Messgerät einen Wert von 901 mAh an. Bei einer Last von 2A waren es 5,05V bei 1,67A und 8,47W. Nach einer Stunde wurde der Widerstand um exakt 1629 mAh bzw. 8292 Wh „geladen“.


Allerdings muss erwähnt werden, dass bei einer Last von jeweils 2A an beiden Ausgängen zur gleichen Zeit die Leistung doch erheblich einbricht. Zwar wird kein Port abgeschaltet, aber die Leistung fängt massiv an zu schwanken. Jeder Port bekommt abwechselnd mal mehr oder weniger Leistung ab. Im Auto mit zwei Smartphone unkritisch, aber zwei potente Tablets oder Smartphones stellen das Roidmi vor eine echte Herausforderung. Positiv ist, dass das Ladegerät, bei normaler Nutzung, zu keiner Zeit unangenehm warm wurde oder irgendwelche Geräusche von sich gab.

Das Streamen klappt sehr gut und ohne größere Verzögerungen. Leider rauscht es hörbar und eine Änderung der Frequenz hilft nicht wirklich. Der Klang geht bis auf das Rauschen in Ordnung. Wichtig ist auch noch, dass die Bedienung des verwendeten Players ausschließlich über das Smartphone läuft. Nur die Lautstärke kann über das Autoradio reguliert werden. Zwar kann man durch Schütteln des Handys den Titel wechseln, aber wer das Smartphone so wie ich in einer Halterung hat, wird es kaum schütteln können. Ein echter Nachteil gegenüber dem auvisio Bluetooth-Musik-Adapter BTA-28 (Testbericht), der aber eine USB Buchse voraussetzt.

Die eingebaute Freisprecheinrichtung arbeitet erstaunlicherweise sehr gut. Wer die „OK Google“ Erkennung aktiviert hat (Anleitung), kann Telefonate tätigen, ohne die Hände vom Steuer zu nehmen. Die Anrufannahme erfolgt mittels schütteln oder über die normalen Tasten des Handys. Die Sprachqualität ist ok, auch wenn hier das bereits erwähnte Rauschen deutlich zu hören ist. Aber erheblich sicherer, als das Handy während der Fahrt zu benutzen. Man selber wird ganz gut verstanden, wenn auch etwas leise un dumpf. Das Gegenüber kommt ebenfalls etwas dumpf und mit einem leichten Echo aber gut verständlich rüber.

Fazit:

Lohnt sich der Kauf des Roidmi 2S? Jein. Wer absolut keine Möglichkeit hat eine USB Buchse ins Auto zu bekommen, sei es durch Selbsteinbau oder eine Werkstatt, für den ist der Roidmi 2S ein Segen. Das gilt auch für die Freisprecheinrichtung. Keine Kabel, kein Bohren, nix was im Auto lose herumfliegt. Einfach reinstecken, verbinden und los geht es. Einfacher geht es nicht mehr. Wie das Überraschungsei bietet der Roidmi 2S gleich drei Dinge. Auch wenn keines der Features perfekt ist, taugt die Kombi allemal. Und vor allem ist es günstiger, denn die ganzen Konkurrenten können entweder nur Laden, Freisprechen oder Streamen. Der Roidmi 2S kann alles. 

Wer nur streamen möchte und schon eine USB Buchse besitzt, der sollte besser zu einem Bluetooth Adapter wie dem BTA-28 (Testbericht) greifen. Da rauscht nix und die Bedienung funktioniert komplett über das Radio bzw. Lenkrad. 

Rauschen hin oder her. Für dieses Geld und minimalen Aufwand ist der Gewinn an Sicherheit enorm und alleine dafür gibt es schon das Gütesiegel.

     

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About Peter W.

Mit meinen Tests will ich den "normalen" Interessenten davor bewahren, sein hart verdientes Geld für Müll auszugeben. Denn leider ist es Fakt, das nicht alles Gold ist, was glänzt. Daher gibt es von mir kein Technik-Chinesisch sondern Klartext. Wie ich teste könnt ihr hier nachlesen: http://mobi-test.de/uber-uns/ Wenn ihr Fragen habt, dann verfasst einen kurzen Kommentar und wir versuchen diesen zu beantworten.

One comment

  1. uper Qualität. Einfach einzurichten. Optisch ansprechend. Mit der dazugehörigen App lässt sich die FM Frequenz ganz simple einstellen. Zuvor ebenfalls mit der App das Gerät mit dem Telefon über Bluetooth verbinden. Einfach nur noch am Radio die entsprechende Frequenz auswählen. Fertig!
    Sobald der Roidmi mit dem Telefon verbunden ist, ertönt ein netter Signalton. Damit ist man auch ohne Blick auf das Handydisplay informiert, dass die Verbindung steht.

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