Im Test – die Eierlegendewollmilchsau RAVPower RP-WD02 Wireless Filehub für iOS und Android

RAVPower FileHub Banner

Der Begriff Eierlegendewollmilchsau ist zwar total abgedroschen, aber auf den RAVPower RP-WD02 Wireless Filehub für iOS und Android passt er wie die Faust aufs Auge. Ich habe diese kleine Box getestet und mich ganz schnell gefragt, wie man bislang ohne diesen kleinen Tausendsassa überleben konnte. Lest einfach, was alles in dem Ding steckt und was es euch unterwegs ermöglicht.

Den RAVPower Filehub habe ich bei meinen Streifzügen bei Amazon gefunden. Ich suche da immer wie der nach netten Gadgets und habe mir den dann einfach mal für ein Review bestellt. Erhätlich ist er wohl nur bei Amazon in den Farben Schwarz* und Weiß* zu je 39,99 €. Klingt im ersten Moment viel, aber dafür, was der alles kann, bräuchte man normalerweise mehrere einzelne Geräte:

  • Powerbank mit 6000 mAh
  • MicroSD Cardreader
  • Dateimanager für iOS und Android
  • DLNA / NAS Server
  • kabelloser Router (AP / Router / Bridge)
  • kabelloses Mediastreaming

Das alles steckt wirklich in dieser kleinen Box. Sie ersetzte also einen mobilen Akku, einen mobilen WLAN-Router und einen externen Speicherkartenleser.

Produktseite: ravpower.com/ravpower-rp-wd02-filehub

Ausführliche deutsche Bedienungsanleitung: Instruction for FileHub.pdf

Der Lieferumfang ist wenig aufregend:

  • RAVPower FileHub
  • Micro-USB Kabel
  • Anleitung

Ich schreibe bewusst Anleitung und nicht Kurzanleitung, weil die wirklich ausführlich auf 30 Seiten mit vielen farbigen Bildern alle Funktionen und Möglichkeiten sehr gut erklärt. Absolut lobenswert und selbst wer sich nicht auskennt, wird nicht vor unlösbare Rätsel gestellt. Hut ab. Das USB Kabel findet man übrigens unterhalb des Kunstoffeinsatzes.

Der Filehub besteht aus Kunststoff, misst 118 x 77 x 13 mm und wiegt gerade einmal 125 g. Und damit ist er kompakter und teilweise auch leichter als einige Konkurrenten mit nur 5000 mAh und ohne weitere Zusatzfunktionen. Die Verarbeitung ist sehr gut, auch wenn die Oberfläche jeden Fingerabdruck deutlich sichtbar macht. Sämtliche Anschlüsse, und das sind einige, sind durch Gummiabdeckungen geschützt. An der Oberseite befinden sich drei LEDs, die über den Betriebszustand Auskunft geben. Zum einen über den Ladezustand des Akku, eine WLAN Verbindung und einer aktiven Verbindung ins Internet. An der Unterseite die Power-Taste und der Anschluss für das USB Kabel. Links außen ein echter Reset-Knopf, der Schacht für die MicroSD Speicherkarte und die Buchse für das Mikro-USB Kabel. An der Oberseite die RJ45 LAN-Buchse. Links außen und die Rückseite ist frei.

RAVPower FileHub Hands-On

Über die Power-Taste nimmt man den FileHub in Betrieb. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten. Einmal kurz drücken, um die Funktion als Powerbank zum aufladen anderer Geräte zu aktivieren, oder die Power-Taste gedrückt halten, um den FileHub als Server zu starten.

Zuerst einmal habe ich den FileHub als Powerbank ausprobiert. Wie immer nehme ich dafür mein iPad Mini 2. Die Powerbank wird voll aufgeladen und damit das iPad. Insgesamt dreimal wiederhole ich die Prozedur, wobei der RAVPower nach jedem Ladevorgang erneut voll aufgeladen wird. Aus den Werten errechne ich dann jeweils einen Mittelwert. So wurde das iPad Mini 2 im Schnitt nach 3 Stunden und 38 Minuten um 65% aufgeladen.  Geladen wurde es mit 0,95A bei 5,1V. Da die Kapazität des iPad Mini 2 Akku exakt 6471 mAh beträgt, kann man ausrechnen, dass die Powerbank insgesamt 4206 mAh in das iPad gepumpt hat. Gegenüber der nominalen Kapazität von 6000 mAh ergibt sich daraus eine Effizienz von 70,1%. Ein sehr, sehr guter Wert. Dabei hat er sich nur minimal erwärmt.

Nicht zwingend notwendig ist die Erstkonfiguration. Er ist bereits vom Werk aus so eingestellt, dass man direkt loslegen kann. Allerdings sollte man sich ein kurz die Zeit nehmen und wenigstens das Login Passwort für die Konfigurationsoberfläche zu ändern. Am einfachsten geht das über den Browser am PC. Zuerst einmal muss man den PC per WLAN mit dem RAVPower verbinden. Dazu muss man, wie schon erwähnt, beim Einschalten die Power-Taste ca. 3 Sekunden gedrückt halten. Kurz darauf leuchtet auch die mittlere blaue LED und signalisiert, dass das WLAN Netzwerk bereit ist. Auf der Rückseite des RP-WD02 ist die SSID und auch das Passwort für den Zugang zu finden, welche vom PC mittlerweile gefunden sein sollte. Nun verbindet man den PC mit dem FileHub und gibt im Browser 10.10.10.254 ein. Es erscheint die, zugegebenermaßen potthässliche Oberfläche, die einem einem direkt nach dem ersten Login (Daten findet man ebenfalls auf der Rückseite), die Vergabe eines neues Passwortes verlangt. Hier kann man dann auch gleich bei Bedarf die WLAN Einstellungen ändern und auch direkt auf eine eingelegte Speicherkarte zugreifen.

Ansonsten ist die Oberfläche aufgeräumt und leicht verständlich. Bei Fragen hilft die schon beschriebene Anleitung sehr gut weiter. Damit der FileHub eine Verbindung ins Internet herstellen kann, benötigt FileHub einen externen Internetzugang. Ein Internetstick wird nicht als solcher erkannt. Die USB Buchse besitzt nur eine Host-Funktion, kann also nur Dateien von einem USB-Stick oder Festplatte erkennen. Entweder über ein WLAN, LAN oder Hotspot eines mobilen Gerätes. Am einfachsten ist es, wenn man einen Zugang per LAN hat. Dann steckt man einfach das LAN-Kabel in den FileHub und er verbindet sich direkt. Gibt es einen Zugang per WLAN z.B. in einem Hotel oder per HotSpot im Smartphone/ Tablet wird dieses gefunden und als Zugangspunkt angeboten. Daraufhin baut der FileHub ein eigenes WLAN auf, über das sich bis zu 8 Geräte verbinden und auch auf die eingelegte Speicherkarte zugreifen können. Es gibt nur zwei Voraussetzungen . Erstens müssen alle Geräte per WLAN mit dem FilHub verbunden sein und es muss auf jedem die kostenlose App RAV FileHub (Android / iOS) installiert sein und laufen.

Ein mögliches Szenario wäre zum Beispiel der Urlaub in einem Hotel mit einem WLAN Zugang. Die sind ja meist auf ein Gerät beschränkt. Den Filehub verbindet man mit dem WLAN und kann dann so über einen Zugang mehrere Geräte online bringen. Oder Sohnemann will einen Film schauen, die Tochter einen anderen. Wenn beide ein eigenes Tablet haben, können beide unabhängig voneinander vom FileHub streamen. Papa kann derweil vden prall gefüllten Speicher seines Smartphones von hunderten Urlaubsfotos befreien und wieder Platz schaffen. Mama kann derweil Musik hören. Funktioniert alles tadellos.

Was nicht funktioniert, ist der direkte Zugriff auf ein verbundenes Apple oder Android Gerät. Also Mama kann nicht mit ihrem Handy direkt auf Papas iPhone verbinden, um dort Fotos zu sortieren oder zu löschen. Um Dateien hin und her zu kopieren, muss man den Umweg über die Speicherkarte nehmen. Also möchte z.B. Fotos und Videos von einem Smartphone holen, kopiert bzw. verschiebt man diese zunächst auf die Speicherkarte und kann dann mit anderen Geräten per WLAN, DLNA oder Samba darauf zugreifen. Wenn man einen Fernseher mit DLNA besitzt, kann man über diesen auf die Speicherkarte ebenso zugreifen.

Fazit:

Die Möglichkeiten sind so vielfältig, dass man einfach nur begeistert sein muss. Einen mobilen Akku für den Notstrom, ein mobile Festplatte mit bis zu 128 GB und ein mobiler Router in einem kompakten Gehäuse. Einfache Bedienung und die Möglichkeit Firmwareupdates zu installieren. Damit spart man sich das mitnehmen von mehreren einzelnen zusätzlichen Helferlein. Herz, was willst du mehr. Perfekt wäre der RAVPower FileHub, wenn es noch eine Simkarte intus haben könnte, um völlig unabhängig arbeiten zu können. Trotzdem gibt es das Gütesiegel, denn bis auf die eben genannte Einschränkung und die hässliche Benutzeroberfläche im Browser gibt es nichts zu meckern.

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About Peter W.

Mit meinen Tests will ich den "normalen" Interessenten davor bewahren, sein hart verdientes Geld für Müll auszugeben. Denn leider ist es Fakt, das nicht alles Gold ist, was glänzt. Daher gibt es von mir kein Technik-Chinesisch sondern Klartext. Wie ich teste könnt ihr hier nachlesen: http://mobi-test.de/uber-uns/ Wenn ihr Fragen habt, dann verfasst einen kurzen Kommentar und wir versuchen diesen zu beantworten.

13 Comments

  • Andreas Grunwald sagt:

    Jetzt erklärt mir doch nochmal, ihr SUPERTESTER??? wie man an die Windows Software für das eigenartige Teil kommt. Und bitte verschont mich damit, die Bedienungsanleitung zu zitieren.

    • Peter W. sagt:

      Erst einmal erbitte ich mir mal eine etwas andere Ansprache. So kommt man nämlich nicht weiter und wartet vergeblich auf Hilfe..

      Als nächstes…welche Software? Es gibt keine. Die Konfiguration läuft über den Browser. Und was man da eintippt steht im Artikel und, man wird es kaum glauben, in der Anleitung

  • Mirko sagt:

    Hi,

    danke für den Review. Nun stellt sich mir noch eine Frage, ich würde das Tel gerne nutzen, um unterwegs daten von der SD Karte meiner Kamera auf eine angeschlossene USB Festplatte zu kopieren. Ist es möglich ? Und vor allem muss ich dazu einen Pc nutzen (WEB oberfläche) oder geht dies auch mit Drücken eines Kopierknopfes od. ähnlichem ?

    • Peter W. sagt:

      Wie schon im Test nachzulesen ist, muss man den Umweg über eine eingelegte Speicherkarte im Hub nehmen. Diesen kann man nicht direkt an eine externe Festplatte anschließen, muss also einen PC dabei haben. Viel einfacher wäre wohl ein USB-Stick mit einem Micro-USB Stecker wie es ihn z.B. von SanDisk gibt: http://amzn.to/2dBaaom

  • karl sagt:

    Hallo,
    wie kann ich Fotos von iPhone / iPad auf einen im Powerbank mit 6000 mAh eingesteckten USB Stick übertragen?
    Ausserdem, ist die o.a. angefürte Bedienungsanleizung leider auf Englisch.

    • Peter W. sagt:

      Wenn die FileHub App den Stick erkennt, sollte das funktionieren. Wird der Stick aber nicht erkannt, dann kann ich leider nicht weiterhelfen, aber vielleicht der Support vom Hersteller

  • karl sagt:

    Sehr geehrter Peter W.
    nachdem ich nach vielem hin und her nun die Lösung gefunden habe, möchte ich keinen Mac Anwender dumm sterben lassen,
    Die einzusteckenden SD Cards / od.USB Sticks müssen über ( Dienstprogramme ) Festplattendienstprogramm MS-DOS Formatiert werden.
    MAC OS Fomatierte werden nicht erkannt !
    Leider ist auch wie schon erwähnt die „Ausführliche deutsche Bedienungsanleitung: Instruction for FileHub.pdf“ immer noch nicht auf Deutsch.

    Fazit das Gerät ist also für unerfahrene MAC User nur bedingt zu Empfehlen.

  • karl sagt:

    Hier nun noch ein Nachsatz.
    Die Sticks werden nun erkannt. Leider lässen sich weder vom iPhone noch vom iPad Fotos auf Die Sticks im File Hub übertragen. Der umgekehrte Weg ist OK.
    Sollte das nicht Funktioniern währe das Gerät für mich unbrauchbar, da ich das Übertragen von SD zu iPhone/iPad mt einem USB-Lightning Kabel bisher schon gemacht habe.

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