Im Test – die smarte Medisana BS 444 connect Körperanalysewaage

Smarte Waagen sind total im Trend. Auch wenn sich niemand gerne wiegt, ist der Markt dafür riesig. Man kann locker mehr als hundert Euro für so eine intelligente Waage ausgeben, aber das wollen die wenigsten. Es muss doch auch günstiger gehen, ohne große Abstriche zu machen. Also habe ich mir insgesamt drei solcher Körperanalysewaagen bis 50 € gekauft und gegeneinander getestet. Hier teste die Medisana BS 444 connect, welche bei Amazon als meist verkaufte angezeigt wird. Mal sehen, was die 25 € Waage drauf hat.

Eine Waage hat jeder zu Hause und immer öfter sind die Dinger derart aufgemotzt, dass sie neben dem Körpergewicht auch allerlei andere Daten messen und anzeigen. Einige sogar mit einer richtigen App, um die Daten noch genauer auszuwerten (und sich aufzuregen). Wer sich auf dem Markt etwas umschaut, wird sehr schnell über Withings WS-50* stolpern. Die kennt man und wird immer wieder als die Beste ihrer Art genannt. Direkt dahinter die Fitbit FB201B*. Dummerweise kosten beide knapp 100 €, sind also alles andere als günstig. Für mich zu teuer. Ich will mich drauf stellen, meine Daten sehen, die Daten in die App übertragen lassen, ärgern und dann wieder wegstellen. Wozu also 100 Euro oder mehr ausgeben? Die Konkurrenz hat auch schöne Waagen mit Extras und so. Also habe ich mir die Medisana BS 444 connect* für 24,90 €, die 1byone Smart* für 35,99 € und zu guter Letzte noch die brandneue Xiaomi Smart Weight Scale 2* für 48,99 €. Sie alle messen diverse Werte, besitzen eine App und sollten idealerweise alle das Gleiche anzeigen. Den Anfang macht die Medisana BS 444 Connect. Übrigens habe ich schon mal die halbsmarte Xiaomi Mi Smart Scale (Testbericht) getestet.

Technische Daten:

  • Android und iOS
  • LCD Display
  • Glasfläche
  • Bluetooth 4.0
  • Körperfettanzeige
  • Körperwasseranzeige
  • Muskelmasseanzeige
  • Knochenmasseanzeige
  • Body Mass Index (BMI)
  • Integrierte Kalorienbedarfsanalyse (BMR)
  • 2 Elektroden
  • 8 Benutzer
  • bis 180 kg
  • 300 x 300 x 23 mm
  • 1600 g

Produktseite: medisana.de/BS-444-connect-Koerperanalysewaage

Deutsche Bedienungsanleitung: medisana.de/bs444connect_de.pdf

Die Medisana 40444 BS 444 connect gibt es nur in weiß und ist mit 24,90 € bei Amazon* mit Abstand am günstigsten zu haben. Unter der Bezeichnung Medisana 99522 BS 444 Connect* ist sie aber auch mit dem ViFit MX3 Fitnesstracker zum Preis von 77,90 € erhältlich.

Verarbeitung und Ausstattung:

Die Verpackung ist unspektakulär, also weg damit. Drinnen die Waage, drei AAA Batterien (sehr löblich) und eine deutsche Kurzanleitung. Die ausführliche deutsche Bedienungsanleitung ist ein paar Zeilen weiter oben verlinkt. Wie sich später herausstellte, helfen leider beide nicht weiter, da beide fehlerhaft sind.

Das Design ist eher schlicht und passt damit in jedes Badezimmer. Wie viele andere Waagen auch, besitzt auch die Medisana eine Oberfläche aus Glas. Das macht die Sache nicht ganz ungefährlich, weil sehr rutschig. Daher sollte man niemals mit feuchten oder nassen Füßen auf die Waage steigen. Vier Elektroden aus Edelstahl sind für die Erfassung der meisten Daten zuständig. Das Display ist angenehm groß und zumindest die Zahlen sehr gut ablesbar. Das trifft aber nicht auf die zahlreichen Icons zu, über deren Bedeutung sich die Anleitung leider ausschweigt. Unterhalb des Display drei Softtasten für Hoch, Runter und die Set-Taste. Auf der Unterseite das Batteriefach und ein Reset-Taster. Auch von dieser Taste liest man in keiner Anleitung. Kurzes gedrückt halten setzt die Waage zurück.

Einrichtung und Verbindung:

Laut Anleitung ist die Einrichtung total einfach. Waage einschalten, Profil anlegen, Wiegen, App öffnen und Daten von der Waage empfangen. Ist es aber nicht. Denn die Bilder in den Anleitungen entsprechen nicht denen aus der App. Das macht die Sache nicht unbedingt leichter. Zuerst einmal braucht man die passende App, die auf den Namen VitaDock+ hört und es für iOS und Android gibt. Aber jetzt bloß noch nicht verbinden oder ein Profil anlegen. Einfach nur installieren.

Danach drückt man auf der Waage die Set-Taste, wählt das erste freie Profil aus, bei mir natürlich die „1“ und schon geht es mit den Problemen los. Denn die nächsten Schritte und Symbole sind in beiden Anleitungen nicht erläutert. Nicht einmal in der Online-Hilfe. Also hier mal der Reihe nach.

Hat man seine Profilnummer gefunden, drückt man die Set-Taste. Es erscheinen Symbole, deren Sinn man zunächst nicht erkennt. Männlich, männlich sportlich, Weiblich und weiblich sportlich zwischen denen man durch die Hoch- und Runter-Taste wechseln kann. Erkennbar daran, das die Frau eine Art Kleid anhat und sportlich anhand einer rennenden Person daneben. Muss man wissen, sonst passen die Daten nicht. Mit Set erreicht man dann noch die Größe und das Alter. Sobald die Anzeige auf 0.0 steht, steigt man barfuß auf die Waage und kurze Zeit später werden die ermittelten Daten angezeigt.

Anschließend die App starten und rechts oben auf die 3 Striche tippen, um in die Einstellungen zu gelangen. Weiter zur „Geräteliste“ und nun die Waage per Bluetooth verbinden. Das klappte im Test auf Anhieb. Dann weiter zu den „Persönlichen Einstellungen“ und dem Assistenten folgen, um sein Profil zu erstellen. Ja, richtig gelesen. Noch einmal ein Profil erstellen. Und genau hier liegt das Problem. Warum muss man zweimal ein Profil erstellen? Einmal auf der Waage und dann noch einmal in der App? Ich hatte zuerst in der App das Profil erstellt und die Waage zunächst außer Acht gelassen. Ein Fehler, denn so war meine erste Messung komplett falsch. Zwar stimmte das Gewicht, aber da die Waage von 160 cm und 30 Jahre ausging, passte natürlich nichts zusammen. Mehr Sinn macht es doch, wenn die Waage und die App miteinander kommunizieren und das auch beim Profil.

Insgesamt können bis zu 8 Profile angelegt werden. Aber auch da gibt es zwei Vorgehensweisen. Entweder man öffnet die App und die Waage erkennt automatisch, wer da drauf steht, in dem die Werte verglichen werden. Hat man das Handy nicht zur Hand, tippt man zuerst auf der Waage so oft auf die Set-Taste, bis man sein Profil findet. Dann steigt man auf die Waage, lässt sich wiegen und öffnet später die App zur Synchronisation.


Die App an sich wirkt im ersten Moment sehr aufgeräumt. Der Startbildschirm zeigt die Daten der letzten Messung im Überblick. Allerdings verschenkt sie zu viel Platz an die Farbe weiß ohne Inhalt. Den Platz hätte man sicher besser nutzen können. Möchte man einen Verlauf sehen, tippt man unweigerlich auf einen dieser Daten wie z.B. „Körperfett“. Aber anstatt einer Statistik erscheint eine kurze Erklärung. Erst wenn man auf dieses kleine Balkendiagramm tippt, erscheint der Verlauf. Durch tippen auf das Icon rechts oben, wechselt man zwischen den einzelnen Anzeigen. Zwischendrin zeigt sich auch mal eine Art Coach, der in meinen Augen eher unnötig ist. Aber vielleicht hilft es dem ein oder anderen. 

Übrigens kann man das alles auch online verwalten und bekommt sogar noch mehr Möglichkeiten zur Auswertung -> VitaDock+ Online

Praxistest:

Ich wiege mich einmal die Woche. Daher erscheinen in meiner App aktuell nur zwei Messwerte. Das Gewicht ist auf dem Display gut ablesbar. Auch die anderen Werte, aber nicht, was diese im einzelnen bedeuten, denn die Abkürzungen sind zu klein und die Anzeige wechselt zu schnell. Dummerweise schaltet die Waage auch nach ein paar Sekunden ab, selbst wenn man drauf steht. Also bleibt einem nichts anderes übrig, als das alles später in der App nachzuschauen. Hier mal die einzelnen Anzeigen der Reihe nach: 

  • Körpergewicht 
  • Fettanteil (FAT)
  • Wasseranteil (TBW) 
  • Muskelmasseanteil (MUS)
  • Knochengewicht (BONE)

Um korrekt zu messen, muss die Waage zwingend auf einem harten Untergrund stehen. Das ist ein bekanntes Problem aller Waagen. Je weicher der Untergrund z.B. auf einem Teppich, umso leichter ist man. Dann sollte man wirklich direkt drauf steigen und dann ein paar Sekunden absolut still stehen. Sobald man seinen Stand nur ein wenig korrigiert, verfälscht es die Werte. Da macht auch die Medisana keine Ausnahme. Daher teste ich alle Waagen direkt nebeneinander,direkt nacheinander und auf dem Fliesenboden im Bad.

Hat man einmal das Zusammenspiel zwischen Waage und App verstanden und alles eingerichtet, dann geht die  Wiegerei problemlos von statten. Egal ob man sich einmal, zweimal oder fünfmal hintereinander auf die Waage stellt. Es wird immer das selbe Gewicht ermittelt. Ist ja logisch wird jeder sagen, aber das ist keine Selbstverständlichkeit. So hat meine vorher genutzte Xiaomi Mi Smart Scale (Testbericht) jedes mal ein anderes Gewicht angezeigt. Abweichungen bis zu 700 g sind eher die Regel als die Ausnahme. Hier liefert die Medisana konstant gleiche Werte.

Fazit:

Würde ich die Medisana BS 444 connect empfehlen? Ja würde ich. Weil man für weniger als 25 € so viel mehr als eine Standardwaage bekommt. Eine „normale“ vernünftige Waage ist auch nicht günstiger zu haben und auch wenn die Ersteinrichtung wegen der fehlerhaften Anleitung etwas undurchsichtig ist und die App noch viel Potential nach oben hat, freundet man sich nach kurzer Zeit mit ihr an. Denn einmal eingerichtet macht es wirklich Spaß und funktioniert. Genauso muss es sein und daher vergebe ich das Gütesiegel.

*** Update vom 30.04.2017 ***

Ich habe das Gütesiegel nachträglich aberkannt. Der Grund dafür steht hier -> Link

About Peter W.

Mit meinen Tests will ich den "normalen" Interessenten davor bewahren, sein hart verdientes Geld für Müll auszugeben. Denn leider ist es Fakt, das nicht alles Gold ist, was glänzt. Daher gibt es von mir kein Technik-Chinesisch sondern Klartext. Wie ich teste könnt ihr hier nachlesen: http://mobi-test.de/uber-uns/ Wenn ihr Fragen habt, dann verfasst einen kurzen Kommentar und wir versuchen diesen zu beantworten.

2 comments

  1. Haben Sie schon mal im Playstore die Kritiken zu diesem Produkt gelesen ? Note 2.8 !!!

    Ich bin auch ein Opfer dieser Betrüger-Firma.

    Nix ,wirklich nix funktioniert.

    Wurden Sie bezahlt ?

    • Also wie man bei mir sehen kann, funktioniert die Waage sehr gut. Da gleich von Betrüger zu sprechen finde ich doch etwas arg übertrieben. Aber jedem seinem Meinung. Aber den Vorwurf, dass ich für den Test bezahlt wurde lasse ich nicht auf mir sitzen. Ich kann Ihnen gerne einen Screenshot der Amazonbestellung zukommen lassen. Trollen und Frust abbauen können Sie bitte woanders. Danke.

      Gruß
      Peter

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