Im Test – die Somikon 360° Kamera DV-2160 von Pearl

360° Kamera die Zweite. Wieder eine für weit unter 100 Euro und wieder eine, die man mit einem Stecker an das Smartphone andocken kann. Sie kommt von Pearl, besser gesagt von Somikon und verspricht tolle Rundumfotos ohne viel Aufwand. Ich bin echt gespannt, ob diese Kamera hält, was sie verspricht, denn genau die habe ich auch getestet.




Vor kurzem hatte ich mit der Soonpam Pano S1 (Testbericht) eine relativ günstige 360° Kamera im Test und war ziemlich enttäuscht. Es wurde viel versprochen, aber nichts davon gehalten. Kurz gesagt ist das Teil Schrott. Jetzt gibt es von Pearl auch so eine kompakte 360° Kamera zum gleichen Preis. Auch hier lesen sich die Daten und die Beschreibung äußerst gut. Und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, zumal es bei Pearl wirklich das  ein oder anderen geniale Gimmick zum kleinen Preis zu kaufen gibt. Ich liebe es den Katalog durchzublättern und bestelle immer wieder mal was. Mal aus purer Neugier, mal echte Alltagshelferlein. Jetzt halt mal eine 360° Kamera, denn seit meinem letzten Urlaub in den Alpen bin ich mal wieder total von diesem Thema angefixt. VR-Brillen habe ich mehr als genug hier herumliegen und solche 360° Fotos sind schon ein echter Hingucker. 

Technische Daten:

  • min. Android 6.0
  • 2 Linsen mit jeweils 2 Megapixel
  • Fotos mit 2160 x 1080 Pixel
  • Videos max. 2160 x 1080 Pixel bei 30 fp
  • Micro-USB bzw. USB Typ-C Stecker
  • 46 x 46 x 19 mm
  • 35 g

Herstellerseite: somikon.de/NX-4374-919

Deutsche Bedienungsanleitung: NX4374_919.pdf

Wie gesagt ist der eigentliche Hersteller Simokon. Bei Pearl ist es unter der Bezeichnung NX4374-1306 zu finden und kostet aktuell 69,90 €. Bei Amazon* ist sie unter derselben Bezeichnung ebenfalls von Pearl zum gleichen Preis zu bekommen. 

Verarbeitung und Austattung:

Im Karton befindet sich neben der Kamera noch ein USB Typ-C/Micro-USB Adapter sowie eine deutsche Kurzanleitung. Wer also wie ich eine USB Typ-C Buchse hat, muss zuerst den Adapter auf die Kamera stecken und dann dieses Konstrukt ins Handy. Alle anderen mit einer Micro-USB Buchse brauchen keinen Adapter und können die Kamera direkt anschließen. 

Die Kamera an sich besteht aus Plastik und ist sehr handlich und leicht. Besser als die runde Pano S1. Allerdings wirkt die Pano S1 insgesamt wertiger und robuster, als das schlichte Plastikgehäuse der Somikon Kamera. Die beiden gegenüberliegenden Linsen mit jeweils 210° Blickwinkel liefern zusammen ein waschechtes 360° Bild. Die Linsen verfügen laut Herstellerangabe über eine 6-Schichten Mehrfachvergütung. Was auch immer das im Detail sein soll. Für mich hört es sich doppeltgemoppelt an. Trotzdem erscheint mit die Beschaffung einer kleinen Tasche wie z.B. diese hier* für 6,90 €, durchaus sinnvoll da durchaus die Gefahr besteht die Linsen zu verkratzen. 

Einen Akku hat die Kamera nicht, auch wenn das auf diversen Seiten erwähnt wird. Mit den 500 mA ist lediglich der Ladestrom genannt, den das Smartphone maximal liefern darf, denn den Strom liefert das Smartphone. Es gibt auch keine Tasten an der Kamera. Ausgelöst wird über die App.

Steckt man die Kamera an das Smartphone, sitzt sie sehr straff. Das ist insofern wichtig, da man ja auch mal das Hand dreht und wenn sie dann abfällt, wäre das nicht wirklich gut. Bei meinem OnePlus 5 wie auch bei vielen anderen Smartphones sitzt die Buchse an der Unterseite. Die Kamera steht also auf dem Kopf. Das wurde aber bedacht und so wird man beim starten der App gezwungen die Rotation des Display einzuschalten. 

Aktuell unterstützt die Kamera nur Android und auch nur Smartphone mit Android 6.0 oder neuer, da die Ansteuerung per OTG des Smartphones erfolgt. Das beherrscht Apple nicht, daher kein iOS Support.

Praxistest:

Die zur Kamera passende App nennt sich XW720 und ist nur für Android erhältlich. Beim ersten mal anschließen der Kamera wollte sie von der App nicht erkannt werden. Ich habe schlicht vergessen die OTG-Funktion im Smartphone zu aktivieren. Bei vielen Smarrphones ist das permanent aktiv, aber bei einigen eben nicht und von daher erst einmal im Menü schauen, ob es dort eine derartige Funktion gibt und man diese vorher einschalten muss. Dann klappt das auch mit der Verbindung direkt. Wie schon erwähnt muss dann auch die Displaydrehung aktiviert werden. Ist dieses geschehen, dreht sich bei meinem OnePlus 5 alles um 180° und ich muss das Handy umdrehen. Ergo befindet sich die Kamera oben. Damit minimiert sich die Gefahr, dass die Kamera herunterfällt.

Die App bietet nicht viele Funktionen. Auf dem Hauptbildschirm kann man zwischen vier Modis umschalten: Planeten, Klartext, Hyper und VR. Das VR steht für Virtual Reality und erschließt sich ja noch, bei Planeten wird es schon schwerer, aber wenn man dieses aktiviert, erkennt man was gemeint ist. Hier wird das ganze Bild zu einer Erdkugel zusammengezogen. Sieht echt witzig aus. Aber Klartext? Sobald aktiviert, bekommt man hier die Möglichkeit ein „echtes“ 360° Bild zu machen. Also eines, welches man in alle Richtungen bewegen kann und was man halt so als 360° Bild so kennt. Keine Ahnung, was das mit Klartext gemeinsam haben soll. „Hyper“ ist so ähnlich wie dieses Planeten. In den Einstellungen kann selbige vornehmen. Am oberen rechten Rand der App sieht man eine Art Gyroskop. Aktiviert man dieses, kann man schon vor der Aufnahme die Kamera bzw. Bild so bewegen, wie man es später auch sehen wird.

Ebenfalls unterstützt wird Livestreaming zu Youtube, was ich aber mangels Kanal nicht ausprobieren kann. Und zu Facebook wollte ich das jetzt nicht direkt hochladen, da hierbei jede Menge MB durch die Luft rauschen. 

Für die Fotos bin ich mit unserer Drehleiter auf 30 m gefahren und habe Frankfurt von oben aufgenommen. Wer möchte, kann Fotos bzw. Videos sogar live zu Facebook oder Youtube streamen. Ein echtes Problem bei diesen 360° Cams ist das Thema mit der eigenen Hand. Hat die Kamera keinen Fernauslöser, sieht man immer sich selbst recht prominent. Die Finger sogar in Megagroßaufnahme. Einige Kameras rechnen einen aus dem Foto heraus. Das macht die Somikon leider nicht. 

Hier mal jeder der vier Modis und was man da so sieht. Störend wirkt aber der riesige rote Ball oder was auch immer das sein soll. Den kann weder ausblenden noch anderweitig loswerden. Wie auch bei der Pano S1 würde ich die Bildqualität als bescheiden bezeichnen. Auf dem Handydisplay sieht da ja noch ganz passabel aus, aber spätestens wenn man etwas zoomt hat man schnell nur noch einen Pixelbrei vor sich. So ist die Skyline von Frankfurt als solche absolut nicht zu erkennen. Auch Details in der Nähe sind nur schwer erkennbar. Videos sind leider nicht besser. Eher noch grausamer, da hier ja noch Bewegung dazu kommt und das überfordert die Kamera komplett. Mit einer passenden VR-Brille sind die Fotos ganz ok, aber hauen niemanden vom Hocker. Das Gefühl in 30 Meter Höhe auf einer Drehleiter zu stehen kommt absolut nicht rüber, auch wenn man sich wirklich rundum umschauen kann. Dafür ist die Qualität einfach zu schlecht.

Um die Fotos in 360° anzuschauen, muss man sie mit der XW720 App anschauen. Ohne diese App bekommt man folgendes zu sehen:

 

Fazit:

Das Gütesiegel vergebe ich nicht. Die Somikon 360° Kamera ist eine nette Spielerei, die man ziemlich in die Ecke werfen wird. Die Qualität der Bilder ist einfach zu schlecht, um damit dauerhaft Spaß zu haben. Wer mal seine Wohnung fotografieren will, der wird das einmal machen. Mehr aber auch nicht. Jede Wette. Denn die Qualität der Bilder kommt nicht einmal annähernd an die einer Ricoh Theta SC* heran. Diese kostet zwar das dreifache, macht aber hundert mal mehr Spaß. Und da spreche ich aus eigener Erfahrung, denn genau die habe ich mir direkt nach dem Test bestellt.

     

Über eine PayPal- oder Flattr Spende, oder einem Kauf über einen mit einem * gekennzeichneten Link unterstützt ihr mobi-test.de, da ich einen kleinen Prozentsatz des Bestellwertes erhalte, um so weitere Testobjekte zu kaufen. Ich bedanke mich schon mal im voraus für eure Unterstützung.

About Peter W.

Mit meinen Tests will ich den "normalen" Interessenten davor bewahren, sein hart verdientes Geld für Müll auszugeben. Denn leider ist es Fakt, das nicht alles Gold ist, was glänzt. Daher gibt es von mir kein Technik-Chinesisch sondern Klartext. Wie ich teste könnt ihr hier nachlesen: http://mobi-test.de/uber-uns/ Wenn ihr Fragen habt, dann verfasst einen kurzen Kommentar und wir versuchen diesen zu beantworten.

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