Im Test – die Soonpam Pano S1 360 Grad VR Video Action Kamera by Eken

360 Grad Kameras sind nach wie vor ein Nischenprodukt. Vor allem hochpreisige Geräte wie die Ricoh Theta S oder Samsung Gear 360 kennt man. Aber nicht jeder möchte gleich mal mehrere hundert Euro zum ausprobieren ausgeben. Also sucht man günstige Alternativen. Es gibt nicht viele, aber die Soonpam Pano S1 360 Grad VR Kamera von Eken ist eine und genau die habe ich getestet.



Virtual Reality oder kurz VR ist in aller Munde. Gibt es übrigens schon länger und nicht erst seit dem iPhone 8. Dieser Technik prophezeien viele goldene Zeiten, die unser aller Leben verändern könnte und wohl auch wird. Mich interessiert dieses Thema sehr und so habe ich schon mal eine Ricoh Theta M15 zum ausprobieren gekauft. War ganz witzig, aber für den damaligen hohen Preis waren die Fotos einfach nur schlecht. VR Brillen habe ich hier auch einige herumliegen. Also beste Voraussetzungen so eine 360° Kamera zu testen. Nach einiger Recherche habe ich dann mit der Soonpam Pano S1 Kamera bei Amazon etwas passendes gefunden. Mit 69 € nicht sehr teuer und die Beschreibung liest sich sehr gut. Genauso die überaus positiven Bewertungen. Auf die gebe ich zwar nichts mehr, seit dem ich alle Rezensionen mit dieser Webseite überprüfen lasse. Also habe ich mir das Teil einfach mal bestellt.

Technische Daten der Soonpam Pano S1:

  • min. Android 5.0
  • 2 Linsen mit jeweils 2 Megapixel
  • 960P Videoaufnahmen in 1920 x 960 Pixel
  • Micro-USB bzw. USB Typ-C Stecker
  • 41 x 41 x 42 mm
  • 35 g

Herstellerseite: eken.com/Pano-S1

Deutsche Bedienungsanleitung: n/a

Der eigentliche Hersteller ist Eken. Bei Amazon* ist sie unter der Bezeichung Soonpam Pano S1 Kamera in rot zum Preis von 69 € erhältlich. Aktuell gibt es noch einen 40% Gutschein, den man vor dem Kauf aktivieren muss. Damit sinkt der Preis auf 41,40 € und genau so viel habe ich für mein Exemplar auch bezahlt. Ab und zu ist sie auch unter dem Namen EYEYOU Air 360*Insta 360 Air* oder auch unter XIAOWU 360 Degrees Cam* zu finden.

Verarbeitung und Austattung:

In der Blisterpackung befindet sich neben der Soonpam Pano S1 noch ein USB Typ-C/Micro-USB Adapter. Wer also wie ich eine USB Typ-C Buchse hat, kann die Kamera direkt verbinden. Alle anderen mit einer Micro-USB Buchse müssen den Adapter verwenden. Eine Anleitung gibt es nicht. Aber halb so schlimm, denn es erklärt sich eigentlich von selbst. Da keine Tasche mitgeliefert wird, habe ich sie in einem kleines Case für Headsets untergebracht. Etwas irreführend sind die Angaben zur Auflösung. Auf der Herstellerseite liest man was von 2 Megapixel pro Linse, auf Amazon und anderen Seiten dann wieder was von Full-HD oder ähnliches. Im Endeffekt hat jede der beiden Linsen wirklich nur 2 Megapixel und deckt jeweils 210° ab. Die Software errechnet daraus dann ein Rundumfoto mit einer Auflösung von 1920 x 960 Pixel. Also kein Full-HD, denn es müssten dann 1920 x 1080 Pixel sein. Bei Videoaufnahmen wird dieselbe Auflösung verwendet. Die Kugelförmige Kamera besteht aus Kunststoff und ist mit 41 mm Durchmesser und nur 35 g ist sie überaus handlich. Passt perfekt in jede Tasche und somit immer dabei. Gegenüberliegend sitzen die beiden Linsen. Ich gehe mal davon aus, dass die Gläser nicht speziell kratzfest sind, daher sollte man wirklich aufpassen. An einer Seite der USB Typ-C Stecker, der mit besagten Adapter auf Micro-USB adaptiert werden kann. Einen Akku hat die Kamera nicht. Den Strom liefert das Smartphone. Es gibt auch keine Tasten. Ausgelöst wird über die App.

Steckt man die Soonpam Pano S1 an das Smartphone, sitzt sie sehr straff. Das ist insofern wichtig, da man ja auch mal das Hand dreht und wenn sie dann abfällt, wäre das nicht wirklich gut. Bei meinem OnePlus 5 wie auch bei vielen anderen Smartphones sitzt die Buchse an der Unterseite. Die Kamera steht also auf dem Kopf. Das ist aber kein Problem. Für die Aufnahme dreht man das komplette Handy um damit die Kamera oben ist. Das Bild wird automatisch gedreht.

Aktuell unterstützt die Soonpam Pano S1 nur Android und auch nur Smartphone mit Android 5.0 oder neuer, da die Ansteuerung per OTG des Smartphones erfolgt. Das beherrscht Apple nicht, daher kein iOS Support.



Praxistest:

Die zur Soonpam Pano S1 passende App nennt sich EZ Pano und ist nur für Android erhältlich. Sie kann nicht viel und die Bedienung ist gelinde gesagt eine Katastrophe. Nicht nur, dass die App nicht immer die bereits verbundene Kamera erkennt, weiß man eigentlich nicht wirklich, wofür die Buttons stehen. So weiß ich bis heute nicht, was dieses „Motion“ bedeuten soll. Egal wie oft ich es antippe. Es ändert sich nichts. Dasselbe bei „Touch“. Kann man zwar aktivieren und deaktivieren, aber es ändert sich nichts in der Bedienung oder Ansicht. „VR“ teilt den Screen in zwei Hälften. Soweit verstanden, aber wie löse ich dann die Kamera aus? Logischerweise habe ich „Touch“ aktiviert, aber ich kann touchen so viel ich will. Die Kamera löst nicht aus. Nicht für Geld und gute Worte. Dasselbe, wenn ich unter „Pano“ die beiden anderen Perspektiven „Chrsytal Ball“ oder „Asteroid“ auswähle. Es ändert sich zwar die Ansicht in ein 360° Fischaugen-Ansicht bzw. Erdkugelansicht, aber ich kann die Kamera nicht auslösen. Da es keine Anleitung gibt, auf der Produktseite auch nichts zu finden ist und auch die App keine Hilfe anbietet, steht man recht ratlos davor. Wenigstens kann man in der Standardansicht Fotos und Videos machen, was ich dann auch getan habe.

Dazu bin ich auf der Wache mit der Drehleiter auf 30 m gefahren und habe Frankfurt von oben aufgenommen. Desweiteren noch einmal ein 360° Foto im Shoppingscenter MyZeil in Frankfurt. Wer möchte, kann Fotos bzw. Videos sogar live zu Facebook oder Youtube streamen. Ein echtes Problem bei diesen 360° Cams ist das Thema mit der eigenen Hand. Hat die Kamera keinen Fernauslöser, sieht man immer sich selbst recht prominent. Die Finger sogar in Megagroßaufnahme. Einige Kameras rechnen einen aus dem Foto heraus. Das macht die Eken natürlich auch nicht. 

Die Qualität würde ich mal als bescheiden bezeichnen. Details sind selbst in der Nähe nicht zu erkennen. Gegenstände in der Ferne wenn überhaupt nur noch schemenhaft. Auf dem Handydisplay ist es gerade noch ertragbar, aber schaut man sich die Fotos mal auf einem etwas größeren Fernseher an, dann sieht es einfach nur noch grauenhaft aus. Hässlicher Pixelsalat ohne Ende. Videos sind nicht besser. Eher noch grausamer, da hier ja noch Bewegung dazu kommt und das überfordert die Kamera komplett. Da ich in den anderen Modis die Kamera nicht auslösen konnte, kann ich keine Aussage machen, wie so ein Fotos in einer VR-Brille aussieht. Aber ich kann es mir denken. 

Übrigens soll man die Kamera auch an den PC anschließen können. Hat bei mir gar nicht funktioniert. Es wird zwar eine neue Hardware erkannt, aber dann ist tot. Man findet auch keinerlei Treiber oder ähnliches. Also auch hier Murks total.

Die Fotos könnt ihr euch übrigens auch nur auf dem eigenen Smartphone in 360° anschauen. Wenn man sie jemanden anderen schickt, ist da nichts mehr von 360° zu sehen.

Fazit:

Vergesst die Eken Pano S1. Die taugt nix. Punkt. Nicht einmal für einfache Aufgaben würde ich diese Kamera nehmen. Teurer Elektroschrott und daher geht die Kamera direkt wieder zurück. Spart euch das Geld und kauft etwas vernünftiges wie eine Ricoh Theta*, die es schon ab 200 € gibt. Die hat jeweils 12 Megapixel und die Fotos sind um Welten besser. Wer kein Geld ausgeben möchte und trotzdem gute 360° Aufnahmen machen möchte, der installiert sich die Google Camera App. Obwohl original von Google, gibt es sie leider nicht im deutschen Playstore, aber auf APK-Mirror von Androidpolice. Einer absolut vertrauenswürdigen Quelle. Einmal installiert, ist die App komplett in deutsch und kann dann auch über den Playstore aktualisiert werden. In der App gibt es den „Photo Sphere“ Modus und mit ihm kann man richtig tolle 360° Aufnahmen machen.

     

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About Peter W.

Mit meinen Tests will ich den „normalen“ Interessenten davor bewahren, sein hart verdientes Geld für Müll auszugeben. Denn leider ist es Fakt, das nicht alles Gold ist, was glänzt. Daher gibt es von mir kein Technik-Chinesisch sondern Klartext. Wie ich teste könnt ihr hier nachlesen:

http://mobi-test.de/uber-uns/

Wenn ihr Fragen habt, dann verfasst einen kurzen Kommentar und wir versuchen diesen zu beantworten.

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