Ich liebe Tracker, ich liebe Smartwatches. Noch lieber mag ich aber Hybriden. Wie die Amazfit Bip Watch Lite. Sie vereint das geniale Xiaomi Mi Band 2 (Testbericht) und die Amazfit Pace Smartwatch (Testbericht). Und genau die durfte ich jetzt dank tradingshenzhen.com testen.Zum Shop von tradingshenzhen.comVor kurzem habe ich ja schon die Amazfit Pace (Testbericht) getestet und ziemlich begeistert. Eine Smartwatch für unter 100 €, die nicht viel schlechter ist, als meine Fitbit Ionic für 349 €. Bei der Bezeichnung gibt es einiges durcheinander. In den diversen Shops findet man sie mal unter dem Namen Xiaomi Huami Amazfit Watch oder auch mal unter Amazfit Smartwatch Lite oder noch anderen ähnlichen Namen. Einzig richtig und offiziell ist aber Amazfit Bip Watch Lite A1608. Die Amazfit Bip bezeichnen viele als den kleine Bruder der Pace, was aber nicht so ganz stimmt. Kommt wohl vom Lite in der Bezeichnung Lite. Das irritiert, denn dieses Lite hat nichts mit der Ausstattung zu tun, sondern eher der Größe und Gewicht. Denn im Gegensatz zur Pace ist die Bip um einiges kleiner, dezenter und eben leichter. 

Technische Daten:

  • Android ab 4.4 und iOS ab 8.0
  • 1,28″ LCD Display mit 176 x 176 Pixel
  • Gorilla Glass 3
  • Bluetooth 4.0 LE
  • GPS / GLONASS
  • Gyroskop
  • 6-Achsen Beschleunigungsmesser
  • Pulsmesser
  • Schlaftracker
  • Schrittzähler
  • Barometer
  • Wasser- und staubdicht nach IP68
  • Armbandlänge 110 – 195 mm
  • 24,5 x 24,5 x 15 mm
  • 32 g (inkl. Band)
  • 190 mAh

Produktseite: amazfit.com/watch-lite

Ausführliche deutsche Bedienungsanleitung: n/a

Die Amazfit Bip Watch Light kann man in einer deutschen Version bei tradingshenzhen.com/de zum Preis von 57 € bekommen. Wer möchte, kann sich dort auch gleich andere Armbänder bestellen. Vorteil ist hier, dass der Versand schnell vonstatten geht und man einen deutschen Ansprechpartner hat. Gerade bei China Ware ein riesiger Vorteil. Als bisheriger Gearbest Besteller bin ich einiges an Leid gewohnt und habe etliche Euros verloren. Wer die Amazfit Bip Watch Lite woanders bestellen möchte, sollte aufpassen, denn da gibt es nur eine chinesische und eine internationale Version in englischer Sprache. Allerdings kann man die mit etwas Knowhow auch auf Deutsch umflashen -> Anleitung

Verarbeitung und Ausstattung:

Der Lieferumfang der Amazfit ist Bip ist eher spartanisch. In der quadratischen Verpackung findet man neben der Uhr noch ein Ladegerät und eine Kurzanleitung in chinesischer Sprache.

Die Uhr selbst besteht zwar komplett aus Polycarbonat. Ein anderer Name für einen etwas besseren Kunststoff, ist aber sehr gut verarbeitet. Auch wenn die Uhr weit weniger als die Konkurrenz kostet, macht sie trotz des eigentlich geringen Gewichts von 32 g inkl. Armband einen hochwertigen Eindruck. Liegt aber auch am großen 1,28″ messenden Display, welches einen Großteil der Front einnimmt. Das kratzfeste Gorilla Glas ist im 2,5D-Curved Design gewölbt und verleiht der Uhr dieses edle Äußere. Nichts stört das gefällige Design. Obwohl sie „nur“ über ein LCD-Display verfügt und nicht über eines mit OLED, zeigt sie dank Always-On-Display permanent die wichtigsten Infos wie die Uhrzeit an. Ja ich weiß, die Uhr sieht der Apple Watch zum verwechseln ähnlich, aber das stört mich nicht wirklich. 

Von der Apple Watch abgeschaut ist auch der Knopf an der rechten Seite, der aber nur gedrückt werden kann. Er lässt sich zwar drehen, aber ohne Funktion. 

Als eine der ganz wenigen Smartwatches verfügt die Bip, genau wie die Pace, über ein eingebautes GPS-Modul. Heißt, dass man kein Handy mitnehmen muss und trotzdem die Strecken aufgezeichnet werden. Das funktionierte im Test richtig gut und vor allem exakt, auch wenn es immer bis zu 30 Sekunden gedauert hat, bis ein GPS Signal empfangen wurde. Zum Thema Wasserdichtigkeit gibt es mit der Einstufung nach IP68 eine ganz klare Ansage. Die Amazfit Bip Smartwatch ist vollständig Wasser- und staubdicht und das bis zu 30 Minuten in bis zu 1,50 m Wassertiefe. Kann also auch zum schwimmen getragen werden, auch wenn sie diese Sportart nicht unterstützt.



Das Armband hat die Standardbreite von 20 mm und ist problemlos wechselbar. Es gibt bei Amazon und Co. eine riesige Auswahl an Armbändern und durch den standardisierten Verschluss passen alle ohne Werkzeug. Ttradingshenzhen hat mir freundlicherweise gleich noch zwei Wechselarmbänder aus Metall und ein gelochtes auf Silikon mitgeliefert. Der Tausch ist wirklich kinderleicht und in wenigen Sekunden erledigt. Das original Armband besteht aus Silikon und trägt sich wirklich sehr angenehm. Direkt aus der Verpackung heraus gibt es keinerlei Geruch ab. Selbst wenn man stark schwitzt, riecht es nicht unangenehm. Der Verschluss ist ebenfalls top und lässt sich sehr gut einhändig öffnen und schließen. Das Metallarmband macht für den Preis von gerade einmal 12 Euro einen wirklich hervorragenden Eindruck. Eine vernünftige Schließe, saubere Verarbeitung, sehr gute Passgenauigkeit. Einfach top, auch wenn ich kein Fan von Metallarmbändern bin. Eher das zweite gelochte TwoTone Silikon Armband für lächerliche 7 Euro. Sieht gut aus, passt perfekt, lässt sich sehr gut tragen und mein Favorit, welches ich auch nutze.

Der Akku der Amazfit Bip ist mit seinen 190 mAh auf dem Papier recht klein, aber er reicht locker 3 bis 4 Wochen und das trotz aktivierter Pulsmessung. Hängt natürlich stark davon ab, wie oft man das GPS nutzt. Wer viel läuft, wird mit der Smartwatch aber sicher an die 2 Wochen ohne Laden auskommen. Auch hier stellt die Bip die Konkurrenz in einen sehr dunklen Schatten. Meine Fitbit Ionic hält keine 5 Tage durch, hat aber auch nicht mehr Funktionen. also die Bip. Etwas umständlich ist aber die Ladeschale. Leider wird kein Netzteil mitgeliefert, aber das Ladekabel passt an jede USB Buchse und davon sollte jeder mehr als genug haben. Zurück zur Ladeschale. Auf der Rückseite der Amazfit Bip Smartwatch findet man neben der Diode für die Pulsmessung noch zwei Pins, die den Kontakt zur Ladeschale herstellen. Zwar passt die Uhr in die Schale nur in einer Position, aber man muss schon ordentlich fummeln und drücken, bis die Verbindung steht und die Smartwatch geladen wird.

Erfreulich ist die Tatsache, dass es immer wieder Updates gibt. In den knapp drei Wochen meines Dauertests gab es mehrere davon, die nicht nur die Software aktualisiert haben, sondern auch das GPS-Modul. Leider keine Selbstverständlichkeit bei den Chinateilen, aber bei Amazfit bzw. Xiaomi Standard.

Verbindung und Bedienung:

Als App kommt die bekannte Xiaomi Mi Fit App (Android / iOS) zum Einsatz, welche in einem einwandfreien Deutsch auf dem Display erscheint. Als Alternative gibt es noch Notify & Fitness for Amazfit. Für den Anfang reicht die Mi Fit App vollkommen aus. Die Notify ist deutlich umfangreicher, ist aber sehr unübersichtlich und wird viele eher unbedarfte Nutzer mit der Funktionsvielfalt verwirren. Hier im Test beschränke ich mir rein auf die Mi Fit App.

Die Verbindung selbst ist in wenigen Sekunden erledigt. Die Uhr einschalten, App starten, Account anlegen, sie wird gefunden und verbunden. Eine extra Bluetooth Verbindung muss nicht eingerichtet werden. Ohne Account ist die Smartwatch übrigens nicht zu benutzen. Wer Angst um seine Daten hat, das diese in China gespeichert und verarbeitet werden, sollte also nichts aus China kaufen. Wobei auch namhafate Hersteller nicht ohne Account auskommen und ihre Daten auch irgendwo abspeichern.

Die App an sich ist übersichtlich und aufgeräumt. Im Hauptbildschirm sieht man auf einen Blick alle wichtigen Daten und kann von hier aus auch alles einstellen. Wie schon erwähnt, ist die App komplett auf Deutsch, was Neulingen den Einstieg massiv erleichtert. Wer seine Daten auswerten möchte, kann alle Daten zu Google Fit hochladen lassen. Andere Anbieter wie Strava oder MyFitnessPal werden leider nicht unterstützt.



In der App kann man übrigens noch weitere Watchfaces aktivieren, die auf der Amazfit Bip nicht auswählbar sind. Ob das jetzt ein Bug ist oder nicht, ist mir nicht bekannt. Die Auswahl ist wirklich groß und so sollte jeder die für sich passende Anzeige finden können. Die wichtigsten Aktivitäten wie Laufen, Laufband, Radfahren oder Wandern können direkt über die Uhr gestartet, Pausiert und beendet werden. Über die App dann noch weitere wie Seilspringen, Situps oder auch kuriose wie Busfahren, Baden oder Stehen.

Aktiviert, also das Display einschalten, wird die Uhr über die typische „Auf-die-Uhr-schauen-Geste“. Also drehen des Handgelenks. Benachrichtigungen können von allen installierten Apps aktiviert werden. Dazu noch bis zu 10 Wecker, Benachrichtigungen bei Inaktivität usw.

Die Bedienung der Amazfit Bip Smartwatch erfolgt durch swipen auf dem Display. Vom Startscreen aus streicht man nach links und scrollt so durch die Funktionen der Amazfit Bip Smartwatch. nach oben swipen öffnet die Benachrichtigungen. Nach unten sliden ermöglicht die Uhr auf lautlos zu stellen, sieht den Akkustand und die Verbindung.

Praxitest:

Die Amazfit Bip macht Spaß. Anders kann man das nicht sagen. Sie trägt sich sehr angenehm und hält mich zu jeder Zeit auf dem Laufenden. Durch das eingebaute GPS muss man das Smartphone beim Sport nicht immer bei sich tragen. Allerdings dauert es mitunter recht lange, bis die richtige Positionierung abgeschlossen ist. Das kann zwar auch die Konkurrenz nicht besser oder schneller, aber nervt eben, weil man startbereit ist und man warten muss.

Die App synchronisiert zügig, wenn sie denn mal direkt verbindet. Das war bei mir ab und zu mal ein Problem. Die Anzeige stand ewig auf „Connecting…“. Erst ein Aus- und wieder einschalten von Bluetooth hat dann die Verbindung aufbauen lassen. Ansonsten macht die App während des Tests keinerlei Probleme. Man findet sich sofort zurecht und kann sehr schnell seine Daten einstehen und auswerten. Benachrichtigungen von Apps kommen zwar an, aber man bekommt nicht genau angezeigt von welcher App und nur einen Standardtext „Ausklappen für Details“ oder das man auf dem Handy schauen soll. Nachrichten von Whatsapp und Co. können somit auf der Smartwatch nicht direkt gelesen und schon gar nicht beantwortet werden.

So ein Tracker soll primär richtig zählen und messen. Und genau das tut die Amazfit Bip Smartwatch richtig gut. Egal ob Schlafdaten, Puls oder Schritte. Die ermittelten Werte wissen zu überzeugen. Im direkten Vergleich mit einem professionellen Pulsmesser zeigt die Bip eine Abweichung von wenigen Schlägen und kann als Toleranz bezeichnet werden. Genauere Messungen wird man über die Haut am Handgelenk sowieso nicht bekommen. Obwohl in der App eine kontinuierliche Pulsmessung aktiviert werden kann, erfolgt diese nicht. Man muss diese über die Watch im Status aktivieren und auch nur diese wird dann im Display fest angezeigt. Das scheint offensichtlich ein Bug zu sein. 



Den Schlaf trackt die Uhr übrigens automatisch. Den Lautlos-Modus, den man über die Uhr aktivieren kann, benötigt man wohl dann eher nur temporär bei Terminen usw. Was aber gar nicht funktioniert, ist die Sache mit dem Display einschalten durch die Auf-die-Uhr-schauen Geste. In der App kann man einstellen, von wann bis wann diese Funktion aktiv ist. Also eher tagsüber, damit sich das Display nicht jedes mal in der Nacht einschaltet, wenn man sich bewegt. Bei mi ist es von 7 Uhr bis 23 Uhr eingestellt. Aber es funktioniert nicht. Erst wenn man in der App diese Funktion permanent aktiviert, funktioniert es. Dann aber eben auch Nachts. Somit habe ich diese Funktion direkt komplett deaktiviert und schalte das Display über die Taste ein.

Der Wecker der Amazfit Bip hat mich zuverlässig geweckt. Es gibt zwar keinen smarten Wecker, aber das ist nicht weiter schlimm, da der Wecker ansonsten alles bietet, was man benötigt. Sehr gut funktioniert auch das tracken von Aktivitäten. Si können direkt an der Uhr gestartet werden, pausiert und auch fortgesetzt werden. Mir persönlich fehlen noch ein paar Aktivitäten wie Bodyweight Übungen. Also „normale“ Fitness Workouts. Sehr hilfreich ist auch der Timer und die Stoppuhr der Amazfit Bip. Beim Laufen bzw. Radfahren kann man sich nach gewissen Zeitintervallen oder Kilometer benachrichtigen lassen.

Ein Gimmick und nicht mehr ist die Anzeige des Wetters. Die Werte und auch die Vorhersage passten bei mir eigentlich nie.

Fazit:

Würde ich die Amazfit Bip Watch Lite weiter empfehlen? Ja absolut, auch wenn sie noch zwei kleine Bugs hat bei der Pulsmessung und der Aktivierungsgeste für das Display. Gerade für Einsteiger, die das Thema Fitnesstracker und/oder Smartwatch erst einmal ausprobieren wollen, oder vom Xiaomi Mi Band 2 (Testbericht) oder einem anderen Fitnesstracker umsteigen wollen, können bedenkenlos zugreifen. Für weniger als 60 € bekommt man nirgends mehr Smartwatch für sein Geld. Zumindest keine die wirklich taugt. Vor allem wenn man mal den Preis der Uhr erwähnt, erntet man viele erstaunte Gesichter. Die riesige Auswahl an passenden Armbändern ist dank Standardbreite schier unerschöpflich und lässt Raum für persönliche Vorlieben. Ein weiterer Pluspunkt.

Sie wirkt an der Hand auch nicht so klobig wie viele andere, so dass auch Frauen an ihr gefallen finden könnten. An Funktionen bietet sie alles, was man braucht. Nicht mehr und nicht weniger. Und genau dafür gibt es dann auch das Gütesiegel. Für Profisportler ist das aber keine Alternative. Das muss man ehrlich zugeben. Wer wissen möchte welche Fitnesstracker die Besten sind, dem sei unsere Bestenliste ans Herz gelegt

     

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4 KOMMENTARE

  1. Danke für den ausführlichen Test! Wie sieht es denn mit der Synchronisierung mit Apple Health aus? Ist das direkt per Koppeln oder über einen Umweg über eine App möglich?

    • Wenn man bei den bekannten Shops wie GearBest bestellt, dann fallen keine Zollgebühren an, da der Versandkosten von China wohl über Belgien geht. Frage mich nicht nach Details. Bestelle da zwar öfter, habe mich aber nie näher damit beschäftigt.

      Gruß

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