Mediatek Helio X20 – zehn Kerne sind geboten

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Wer geglaubt hat, dass mit den aktuellen 8-Kern Prozessoren vorerst das Ende der Fahnenstange erreicht wurde, der musste sich gestern eines besseren belehren lassen. MediaTek hat mit dem Helio X20 den ersten Deca-Core Prozessor für mobile Geräte vorgestellt. Somit ist die Hatz auf neue GHz-Rekorde erneut im Gange und hier findet ihr alle wichtigen Infos zu diesem Teil.

Ich muss zugeben, dass ich kein echter Prozessor-Insider bin, denn mich interessiert primär nur das, was unten raus kommt. Das ist ja bislang schon eine ganze Menge, aber wie wir alle wissen, werden vor allem die Apps immer anspruchsvoller und morgen ist dann auch schon wieder heute. Die Entwicklung schreitet voran und macht eben auch vor den winzigen Kraftwerken nicht halt.

Bislang waren 8-Kerne, auch Octa-Core genannt, das Maß der Dinge, aber nun sind es derer zehn. Wobei bei Mediateks Helio X20 eigentlich 11 Kerne verbaut sind. Und auch beim Aufbau geht man einen etwas anderen Weg. Bislang war ein Prozessor aus X Kernen aufgebaut. MediaTek setzt auf sogenannte Cluster, also Verbünde von einzelnen Prozessoren. Drei Cluster mit zusammen 10 Kernen bilden das Herzstück des Helio X20. Dazu kommt dann noch ein elfter Prozessor, der besonders sparsam sein soll und für eher einfache Alltagsaufgaben zuständig sein soll. Dadurch verspricht Mediatek einen um bis zu 30% reduzierten Akkuverbrauch. Aber nicht nur das. Durch die neue 3-Cluster-Architektur möchte man die Effizienz steigern, weil man noch gezielter auf die aktuellen Anforderungen reagieren kann und der Prozessor nicht nur 5 oder gleich alle 10 Kerne aktivieren muss, sondern eben auch Zwischenlösungen aktivieren kann. So besteht das erste Cluster aus zwei Cortex A72 Bausteinen, die mit bis zu 2,5 GHz takten. Also die Powerfraktion. Das zweite Cluster setzt sich aus vier Cortex A53 Chips mit bis zu 2 GHz zusammen. Die sollen eher mittelmäßig anspruchsvolle Aufgaben erledigen. Das Dritte Cluster wird von vier Cortex A53 besetzt, die jeweils bis zu 1,4 GHz takten. Und dann eben noch der elfte Low-Power Kern mit der Bezeichnung Cortex M4 und max. 364 MHz. Aber der Chip hat noch mehr zu bieten. Klingt in der Theorie zumindest schon mal logisch und sinnvoll.

MediaTek Helio X20_1

Natürlich wurden auch Benchmarks gezeigt. Bei Geekbench 3 hat der Helios X20 die Konkurrenten Snapdragon 810 und Samsung Exynos 7420 ziemlich alt aussehen lassen. Wie immer muss man solche Angaben mit äußerster Vorsicht genießen. Zu oft wurde gerade hierbei getrickst.

Neben einem LTE Cat.6 Modem gibt es noch diverse Chips für noch bessere Kameras mit bis zu 32 Megapixel oder 13 Megapixel Dual-Kameras, noch schneller Auslösezeiten und natürlich nochmals verbesserte Medienwiedergabe.

Kommen soll diese Wunderkiste im Dezember 2015. Was man bei dem ganzen GHz-Wahn aber nicht vergessen darf. Mit Energie versorgt wird alles über die verbauten Akkus und da tut sich seit geraumer Zeit leider nicht mehr viel. Vielleicht sollten die Hersteller mal ihr Know-How bündeln und auf diesem Gebiet für Erfolge sorgen. Ich glaube, da wär uns am meisten geholfen. Oder wie seht ihr das? Brauchen wir wirklich mehr Kerne oder doch eher mehr mAh?

Produktseite: heliox20.com

Pressemitteilung / via

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