MEDION LIFE X6001 (MD 98976) im Dauertest – Teil 3 – Display, Kamera und Akku

Medion Life X6001 Display (1)

Kurz bevor das OnePlus 2 für den Dauertest eintrifft, versucht das Medion Life X6001 im dritten Teil des Dauertest wieder Boden gut zu machen. In den Disziplinen Display, Kamera und Akku steckt viel Potential, nur leider schafft es das Aldi-Phablet nicht wirklich zu überzeugen.

 

Übersicht
Teil 1 – Unboxing und Erster Eindruck
Teil 2 – Betriebssystem, Apps und Performance

Display:

Medion Life X6001 Screenshots (23)In Punkto Display setzt Medion beim X6001 auf ein IPS Display mit 6″ Diagonale und darauf verteilen sich 1920 x 1080 Pixel, also ein waschechtes Full-HD Display. Daraus resultiert ein Wert von 367 ppi (Pixel per Inch). Links und rechts des Bildschirms bleibt ein Rand von ca. 2,5 mm. Ich denke, dass man nicht mehr extra erwähnen muss, dass heutige Displays mit diesen Auflösungen allesamt „knackscharf“ sind oder einzelne Pixel nur noch mit einer Lupe auszumachen sind. So auch beim X6001. Die Farben wirken lebendig und nicht übertrieben. Auch die Kontraste gehen völlig in Ordnung. Es gibt zwar eine automatische Helligkeitsregelung, aber hier hat Medion zum Nachteil Hand angelegt. Entweder man legt die Helligkeit manuell fest oder aktiviert die „Adaptive Helligkeit“, um diese automatisch einstellen zu lassen. Beides zusammen geht nicht. Normalerweise stelle ich das Display auf 75% ein und aktiviere die Automatik. Geht nicht beim X6001. Entweder oder. Zieht man die Nachrichtenleiste ganz herunter, sieht man einen Slider für die Helligkeit, um diese schnell händisch anzupassen. Wer das macht, deaktivert damit die Automatik. Um diese wieder zu aktivieren, muss man erst wieder in die Einstellungen wechseln. Dem nicht genug, spinnt die automatische Helligkeitsregelung öfter man herum. Entweder regelt sie erst mit vielen Sekunden Verzögerung nach, oder in die völlig falsche Richtung. So ist es mir öfter passiert, dass ich Nachts das Display eingeschaltet habe, um auf die Uhr zu schauen und das Phablet die maximale Helligkeit einstellt. Nicht wirklich witzig. Oder umgekehrt regelt die Automatik bei Sonnenschein nicht hoch auf Maximum, sondern dunkelt das Display ab. Zu erkennen ist dann rein gar nichts mehr, denn bei strahlenden Sonnenschein ist das Display ohnehin schon nicht so toll ablesbar.

Weiterer Kritikpunkt ist die Reaktion bzw. Empfindlichkeit des IPS-Panels. Die linke Hälfte scheint extrem empfindlich zu sein und die rechte Hälfte im Gegenzug ziemlich träge was die Reaktion angeht. Man muss wirklich schon sehr genau gerade nach unten oder oben wischen, denn es passiert mir immer noch sehr oft, dass ich nach unten scrollen will , das Display aber nach links oder rechts scrollt. Keine Ahnung, wie ich das beschreiben soll. Oder dass es in der rechten Displayhälfte oft genug gar nicht, oder erst stark verzögert reagiert. Entweder ist das Display zu empfindlich, und/oder erkennt die Bewegungen nicht ganz korrekt. Es gibt ja diverse Apps zum Testen der Displayreaktion und da kann man dieses Problem ganz gut nachvollziehen. Multitouch funktioniert zwar, aber das ist mehr ein Glücksspiel als planbar. Tippt man mit drei Fingern gleichzeitig auf das die linke Displayhälfte, kann es durchaus passieren, dass plötzlich noch ein vierter oder gar fünfter Druckpunkt angezeigt wird. Auf der rechten Displayhälfte dann anstatt drei Touchpunkten nur einer oder zwei. Alles sehr seltsam und so vertippt man sich des öfteren, obwohl man ein Wort an sich richtig geschrieben hat.

Dafür gibt es bei der Blickwinkelstabilität nichts zu meckern und auch das Thema Lichthöfe kann schnell abgehandelt werden. Bis auf einen im Alltag nicht weiter störenden Lichteinfall rechts oben (wenn man es im Querformat hält) ist alles finster.

Alles in allem lässt das X6001 auch hier wieder ein paar Federn…

Medion Life X6001 Display (8)

Kamera:

Medion Life X6001 Kamera (11)13 Megapixel Kamera mit einem Dual-LED Blitz und dazu eine mit 8 Megapixel mehr als üppig dimensionierte Frontkamera. Aber auch bei der Kamera und deren Einstellungen gibt es leider einiges zu kritisieren. Das fängt schon mal auf dem Hauptbildschirm an, wenn man die Kamera startet. Hier kommt nämlich wieder die Reaktionsträgheit des Display an der rechten Seite voll zum tragen. Dort sind mehrere Icons zu sehen wie z.B. die Victoty-Geste, also die zu einem V gespreizten Finger, um die Kamera damit auszulösen. Apropo V-Geste. Hat bei mir nie funktioniert. Also das auslösen der Kamera über diese Geste. Oder direkt darunter das Icon für HDR. Wie oft man da tippen muss, bis das mal reagiert. Etwas unglücklich ist auch die Anordnung der Leiste ganz oben, wo man zwischen diversen Kameramodis wechseln kann. Wie oft zieht man die Benachrichtigungsleiste herunter statt durch die Modis zu scrollen.

Das Zahnrad unten links führt in das Menü. Hier findet man noch mehr Funktionen wie z.B. diverse Farbeffekte und die Szenemodis und Funktionen wie „ZSD“ (bei der Kamera) und „EBS“ (bei der Videokamera), die sich mir nicht wirklich erschließen. Auch in der Anleitung findet man dazu keinerlei Hinweise, was das denn bedeutet. „ZSD“ steht für „Zero-Shutter-Delay“, wodurch es zu keinerlei Verschlussverzögerung der Kamera kommen soll. Klick und gespeichert. Soweit die Theorie, denn auch hier grätscht das RAM Problem oft genug hinein. Es kann durchaus sein, dass es eine gefühlte Ewigkeit dauert, bis ein Foto gespeichert ist und die Kamera wieder einsatzbereit. Wenn die Kamera nicht direkt abstürzt, was oft genug vorkommt. Dieses „EBS“ steht für die Elektronische Bildstabilisierung. Mein Tipp. Direkt abschalten, denn wie ein Video mit aktivierten EBS aussieht, könnt ihr gleich ein paar Zeilen weiter unten sehen. Ohne EBS, also Freihand wirken Aufnahmen viel ruhiger, als mit dieser Stabilisierung. Warum schreibt man das nicht gleich so ins Menü? Leider nicht so optimal gelöst ist, dass man die automatische Szenenerkennung erst in den Einstellungen für die Kamera aktivieren muss. Etwas selttsam ist auch, dass man bei der Einstellung der Videoauflösung anstatt griffigen Bezeichnungen wie HD oder Full-HD nur sowas wie „Niedrig“, „Mittel“, „Hoch“ und „Fein“ zu lesen bekommt.

Durch solche Kleinigkeiten verliert das X6001 weiter an Boden, was sehr schade ist, denn an der Technik liegt es hier nicht.

Bei der Qualität der Fotos gibt es eigentlich nicht viel auszusetzen, wenn die Sonne scheint und optimale Bedingungen herrschen. Ich gebe zu, dass ich Automati-Knipser bin. Genau wie vermutlich 99% aller Smartphone-Fotografen. Kamera an, abdrücken, fertig. Da hätte ich dann schon gerne, dass die ganzen Automatiken vernünftig arbeiten. Tun sie aber nicht immer. So kann es durchaus vorkommen, dass Teile des Bildes über- oder unterbelichtet werden. Und wehe es zieht sich zu, oder man fotografiert in geschlossenen Räumen mit künstlichen Licht. Da verrauschen die Fotos sehr schnell und sehen nur noch als Vorschau gut aus. Sobald man die Fotos in Originalgröße z.B. auf einem großen Fernseher anschaut, wird es echt unansehnlich. Je dunkler die Umgebung, umso schlechter die Fotos. Nachts kann man die gemachten Fotos direkt löschen weil komplett unbrauchbar.

Wie immer findet ihr alle Fotos in ihren vollen Auflösung und unbearbeitet bei Flickr -> Link

Medion Life X6001 Testfoto (2)

Und hier noch ein kurzes Testvideo in 1080p Full-HD aufgenommen:

Akku:

Kann das X6001 wenigstens beim Akku punkten? Leider auch nicht wirklich, denn mit seinem 3000 mAh Saftspender ist es wirklich gut bestückt, aber es reicht nicht für einen ganzen Tag ohne sich einzuschränken. Die im Screenshot gezeigten knapp 13 Stunden waren mein absolutes Maximum, wo ich wirklich bis wenige Minuten vor der Abschaltung gewartet habe. Wie man sehen kann, ist bei mir WLAN, Bluetooth und GPS immer aktiv. Genauso wie Sync und was man noch so alles braucht.

Eine Stunde spielen von rechenintensiven Apps wie GT Racings 2 ziehen dann auch gleich einmal bis zu 32% aus dem Akku oder eine Stunde Film in HD Qualität derer 21%. Zum Navigieren sollte man das Ladegerät direkt anschließen. Pro Stunde werden bis zu 47% Akku verbraucht, was schon enorm hoch ist. Der Akkufresser Nr.1 ist aber das Display. Satte 34% der Akkuladung vom gezeigten Screenshot gingen auf das Konto des Displays und das bei einer wirklich mageren Displaylaufzeit von 2 Stunden, 39 Minuten und 57 Sekunden. Um wirklich einen kompletten Tag durchzuhalten, muss man sich schon etwas einschränken. Wer kein Bluetooth braucht kann dieses zwar abschalten, aber seit Bluetooth 4.0 ist der Stromverbrauch hierbei kein Thema mehr. Es wirkt sich nicht mehr aus.

Medion bietet keine eigenen Energiesparoptionen an und so gibt es nur den Android 5.1 bekannten Energiesparmodus. Aber besser als nichts.

Hervorzuheben ist, dass das kabellose laden nach Qi-Standard unterstützt wird, was auch problemlos funktioniert. Besser wäre aber bei diesem Akkuprofil die Unterstützung von Quick Charge 2.0 gewesen, um dem Akku innerhalb kürzester Zeit wieder auf die Sprünge zu helfen.

Medion Life X6001 Akku (1)

→ Teil 4 – Klang, Konnektivität und Fazit

About Peter W.

Mit meinen Tests will ich den "normalen" Interessenten davor bewahren, sein hart verdientes Geld für Müll auszugeben. Denn leider ist es Fakt, das nicht alles Gold ist, was glänzt. Daher gibt es von mir kein Technik-Chinesisch sondern Klartext. Wie ich teste könnt ihr hier nachlesen: http://mobi-test.de/uber-uns/ Wenn ihr Fragen habt, dann verfasst einen kurzen Kommentar und wir versuchen diesen zu beantworten.

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