Medion Lifetab P9514 – Dauertest Teil 4 – Klang, Verbindungen und das Fazit

Im Vierten Teil unseres Dauertests nehmen wir einmal die Klangqualitäten des LifeTab genauer unter die Lupe, dazu die Verbindungsfreundlichkeit, dann ein kurzer Abriss meiner Erfahrungen aus der letzten Woche und das lang erwartete Fazit und vielleicht erhält es dann unser Gütesiegel, oder auch nicht…

Teil 1: Unboxing, erster Eindruck, Verarbeitung und Vergleich zum iPad
Teil 2: Bedienung, Leistung, Betriebssystem und Apps
Teil 3: Display, Kamera, Akku

Klang:

Wie ich heute schon im 4. Teil unseres Lenovo IdeaPad A1 Tests geschrieben habe, gehört Musik hören mit zu den am meisten genutzten Funktionen eines Tablet. Und da das Medion auch gleich ein schickes und richtig gutes AKG Headset mitliefert, war ich sehr gespannt, wie es klanglich so rüberkommt.

Erwähnen muss man dabei, das das LifeTab mit Dolby Mobile ausgestattet ist, also einem ziemlich bekannten Klangverbieger, der uns verspricht, das Letzte aus den Lautsprechern zu kitzeln und für einen nahezu perfekten Klang sorgen soll. Dafür ist die Konfiguration sehr einfach gehalten. An/ Aus, Höhen, Bässe und ein Equalizer mit 16 Voreinstellungen. Eigene Presets kann man leider nicht erstellen. Also erst einmal auf Neutral belassen.

Dann habe ich über LifeTab Media ein paar mp3 Querbeet aus allen möglichen Musikrichtungen laufen lassen, um zu hören, was die beiden eingebauten Lautsprecher leisten. Und was jetzt kommt ist die nackte Wahrheit.

Getestet habe ich es im Wohnzimmer (knapp 40 m²) auf einem Ständer bei mittlerer Lautstärke. Zuerst einmal Rammstein mit „Mein Land“…

Hm…habe ich vergessen die Lautstärke zu erhöhen? Nein, der Regler steht ziemlich genau in der Mitte, aber aus den Lautsprechern kommt nicht wirklich viel raus. So einen dünnen, faden Klang habe ich bei Smartphones oder Tablets noch nicht erlebt. Von Klang kann da absolut keine Rede sein. Also auf maximale Lautstärke. Laut wird es jetzt, aber immer noch kein Klang. Es klingt schlimmer, als das 5 € Spielradio meines Sohnes. Einfach grauenhaft. Selbst als ich es auf den Massivholztisch lege, um diesen als Klangkörper zu missbrauchen klingt es dünn wie Menschenhaar. Also im Dolby Mobile Equalizer ein paar Voreinstellungen ausprobiert.

„Metall“ (kein Schreibfehler…) klingt noch am besten, so das man zum ersten mal wirklich von klingen sprechen kann, aber die Maximal Lautstärke ist wirklich dürftig. Bei der Gegenprobe mit einem iPad 2 und meinem Galaxy Note hört selbst der größte Laie einen mehr als deutlichen Unterschied. Das LifeTab versagt in Punkto Lautstärke auf ganzer Länge. Schade, denn von den beiden Lautsprechern habe ich mehr erwartet.

Beim Spielen oder normalen Arbeiten fällt der dünne Klang nicht so auf, aber Videos schauen oder Musik hören sollte man wirklich nur bei mittleren Lautstärken machen.

Also das AKG Headset ins Ohr bzw. ins LifeTab gesteckt und holla…ein Unterschied wie Tag und Nacht. Vernünftige Bässe und feine nicht zu krasse Höhen, alles in allem ein wirklich ausgewogenens Klangbild und das in Neutralstellung beim Equalizer, selbst bei maximaler Lautstärke und das ist richtig laut.

Nach der Aktivierung des Metall-Presets fliegt die Kuh. In Verbindung mit dem Headset und Dolby Mobile macht es richtig Laune sich die Gehörgänge frei zu blasen. Hammerharte Bässe knallen auf das Trommelfell zusammen mit fetzigen Höhen. So muss es klingen.

Die Gegenprobe mit einem 08/15 Headset ist zwar nicht so spektakulär, aber immer noch besser als ohne. Daher mein Tipp: einen guten externen Lautsprecher besorgen, wenn man mit dem LifeTab Musik hören will und dabei kein Headset anziehen möchte.

Verbindungen:

Alles in bester Ordnung kann man da nur sagen, wobei es nach wie vor ein kleines Problem mit der USB Verbindung gibt. Aber dazu gleich mehr.

Per WLAN und Bluetooth verbindet man problemlos mit allem, was sich irgendwie verbinden lässt. Durch das eingebaute Modem, kommt die Tethering-Funktion voll zur Geltung, denn mit ihr kann man das LifeTab als WLAN,- Bluetooth- oder USB Hotspot missbrauchen und andere Geräte ins Netz bringen.

Wo wir schon beim Thema USB wären. Denn ich habe es nicht geschafft per USB mein Laptop zu verbinden um dann über das Tablet zu surfen. Es fehlen wohl die Treiber. Diese Problematik habe ich ja bereits im Zweiten Teil angesprochen und leider gibt es nach wie vor nur einen Treiber für Windows XP, der mit Win 7 nicht kompatibel ist. Per Bluetooth oder WLAN gibt es hingegen keinerlei Probleme. Binnen Sekunden ist ein Smartphone über das LifeTab im Netz.

Verbindet man das LifeTab per USB mit dem PC wird es nur als Massenspeicher erkannt und dafür muss USB Debugging deaktiviert, Mit aktivierten Debug-Modus bekommt man mangels Treiber keine Verbindung. Somit ist es z.B. nicht möglich mit externer Software wie dem Android SDK für Screenshots oder MyPhone Explorer zu verbinden. Sehr schade, denn damit geht einiges an Funktionalität verloren. Erschwerend kommt hinzu, das diese Datenkabelverbindung nicht die stabilste ist. Wie man auf diversen Seiten nachlesen kann, bricht die Verbindung öfter mal ab und wird sofort wieder aufgebaut, womit dann ein ständiges Ding-Dong von Windows einhergeht, weil es ein neues Gerät gefunden hat. Und davon bin ich einfach nur noch genervt. Mittlerweile verbinde ich mich per WLAN mit dem Tablet um Dateien hin- und her zu schieben oder hole die microSD Speicherkarte raus und arbeite direkt damit.

Eine Telefonfunktion hat das Medion übrigens nicht. Skype funktioniert dafür, auch wenn ich die Sprach- und Videoqualität nicht bewerten möchte, da diese zu sehr von der Verbindung abhängt.

Mit dem mitgelieferten HDMI-Kabel habe ich das Medion erfolgreich an meinen Fernseher anschließen können und darüber dann ein bisschen YouTube Videos geschaut usw. Klappt einwandfrei und macht richtig Laune. Vor allem meine Kinder hat es gefreut…

Auch beim Thema GPS gibt es keine Beanstandungen. Der Satfix geht schnell vonstatten und bei diversen Testfahrten als Navi hat es keinerlei Aussetzer gegeben. Apps wie Foursquare finden innerhalb von wenigen Sekunden das GPS Signal und von daher ohne jede Beanstandung.

Erfahrungen der letzten Tage:

Mittlerweile gibt es von der Front leider auch ein paar schlechte Nachrichten zu vermelden. Es häufen sich die Abstürze. Klar habe ich zig Apps installiert und eifrig herumprobiert, aber direkt nach dem Start des Tablet stürzen diverse Prozesse ab. Sind zwar keine lebenswichtigen, aber wenn Twitter, Googlemail und diverse andere Apps zwingend beendet werden müssen, ist das mehr als ärgerlich. Sobald man diese deinstalliert ist der Spuk vorbei, aber sorry, wozu ein Tablet, wenn ich damit nicht einmal meine wichtigsten Apps nutzen kann?

Megapeinlich war dann ein totaler Absturz bei einer kleinen Vorführung vor meinen Kollegen. Da ich ständig irgendwelche Bretter anschleppe ist auch deren Interesse geweckt und so wollten sie das Medion mal selber ausprobieren. Ich erinnere an das Wort „Volkstablet“…Zu Beginn die bekannten Abstürze einiger Apps und als meine Kollegen mitten im ausprobieren sind, stürzt es komplett ab. Nix geht mehr und es lässt sich nicht mehr starten. Aus die Maus…zum Glück kenne ich ja noch vom ersten Tag den Reset-Taster ganz gut und kann es wieder starten, aber eben inkl. Neueinrichtung.

Peinlich war dieser Auftritt deshalb, weil ich es bis dahin doch ziemlich gelobt hatte. Und so kommen wir dann auch zum Fazit.

Fazit:

Ich muss gestehen, das ich bisher noch nie so unschlüssig war, ob ein Gerät unser Gütesiegel bekommt oder nicht. Auf der einen Seite punktet es mit seiner aktuellen technischen Ausstattung zum vernünftigen Preis und einem sehr guten Lieferumfang. Die Performance kann man als sehr gut bezeichnen und auch die Ausdauer des Akkus bietet viele Stunden Spaß. Dazu noch das eingebaute 3G Modem, die Aussicht auf ein Update auf Android 4.0 im Frühjahr. Und das sind noch nicht allen positiven Eigenschaften.

Auf der anderen Seite hat es mich an zu vielen Stellen enttäuscht. Tag 1 mit den ständigen Neustarts lasse ich jetzt mal außen vor, obwohl ich nicht der Einzige mit diesem Problem war. Ein totaler Reinfall sind die eingebauten Lautsprecher. Es gibt gleich zwei davon und die klingen schlimmer als bei jedem anderen Tablet, welches ich bisher in den Fingern hatte. Dazu das völlig ungleichmäßig ausgeleuchtete Display. Am Tag fällt es nicht auf, aber im schummrigen Licht auf der Couch macht es keinen Spaß damit irgendwas zu machen. Und das es mich in den letzten Tagen immer öfter in Stich lässt, ist in meinen Augen ein Unding. Oder habt ihr Lust ein Tablet jeden zweiten Tag komplett neu einzurichten? Denn auch dieses scheint ein weit verbreitetes Problem zu sein. Und nicht zuletzt die fehlenden Treiber um es vernünftig mit einem PC zu verbinden.

Und als mich ein Kollege heute gefragt hat, ob ich das Medion LifeTab empfehlen kann, habe ich es ohne eine Sekunde zu zögern verneint. Und genau das ist eines der wichtigsten Kriterien für mich, ob ich einem Gerät unser Gütesiegel verpasse oder nicht. Und das LifeTab bekommt es von mir nicht. Vielleicht habe ich mit meinem einfach nur Pech gehabt, aber ich bin nicht alleine mit meinen Erfahrungen.

About Peter W.

Mit meinen Tests will ich den "normalen" Interessenten davor bewahren, sein hart verdientes Geld für Müll auszugeben. Denn leider ist es Fakt, das nicht alles Gold ist, was glänzt. Daher gibt es von mir kein Technik-Chinesisch sondern Klartext. Wie ich teste könnt ihr hier nachlesen: http://mobi-test.de/uber-uns/ Wenn ihr Fragen habt, dann verfasst einen kurzen Kommentar und wir versuchen diesen zu beantworten.

10 comments

  1. Klang:
    Mein Sohn und ich haben die Klangqualität des lifetab mit jener des iPad verglichen und haben einen ganz anderen Eindruck. Das AKG-Headset (die Marke verspricht einiges) hat uns enttäuscht, hingegen hat uns die Qualität der eingebauten Lautsprecher positiv überrascht.

  2. Wie ist das Display im Vergleich zu jenem vom Hannspad(1653)?
    Besser, gleichwertig oder gar schlechter?

    • Ich habe das HannsPad seiner Zeit nicht selber getestet, aber an sich ist das Display richtig gut. Nur eben die ungleichmäßige Ausleuchtung stört in einer dunklen Umgebung.

  3. Habe meins daher heute zurückgegeben. Kann ich alles, leider, nur bestätigen.
    Ich bleibe trotz „alter Technik“ beim Ipad 1.

    • Da steht nix anderes als im Testbericht hier 😉

      Die Treiber funktionieren nur für XP. Unter Win 7 kann man nur im Massenspeicher-Modus verbinden. Für dem Debug-Modus gibt es nach wie vor keine Treiber.

  4. Gütesiegel? Also mit solchen Schreibfehlern würde ich dieses Wort nichtmal in den Mund nehmen…

    • Man bermerke die Schreibweise bei dir von „nichtmal“…möp…

      Schade, aber du scheinst das Prinzip des Gütesiegels nicht verstanden zu haben. Daher erkläre ich es dir noch einmal kurz.

      Mit dem Gütesiegel bewerten wir hier nicht die Rechtschreibung oder Grammatik, sondern ob ein Gerät empfehlenswert ist oder nicht.

      Wenn dir die Grammatik wichtiger ist, als der Inhalt, dann kannst ja bei den Seiten lesen.

      So long…

  5. Also ich muß sagen das ich wohl mit meinem Livetab Glück hatte. Ok die ungleichmäßige Ausleuchtung und das das Licht leicht flackert, was aber nur auf hellen Seiten und im dunklem auffällt, hab ich keine Probleme. Ca. 10 Stunden Akkulaufzeit super Klang über die Lautsprecher (da kann sich manches Notebook ne Scheibe abschneiden)(aber an den Dell Inspirion 9200 kommt nix ran).Gut die Kopfhöhrer haben nur 3 Minuten gehalten dann fehlte ein Kanal. Einbindung ins Netzwerk ohne Probleme. Einschalten und Ausschalten normal und Abstürze nur am Anfang. Also ich bin zufrieden.

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