Nexus 9 im Dauertest – Teil 4 – Klang, Konnektivität und Fazit

Nexus 9 Hands-On (3)

Im vierten und damit letzten Teil im Nexus 9 Dauertest muss das Edel-Tablet ein bisschen was an Boden gut machen, um am Ende beim Fazit das Gütesiegel zu bekommen. Wie klingt denn das mit Stereolautsprechern und BoomSound ausgerüstete Brett? Wie gut sind die Empfangsqualitäten von WLAN, Bluetooth und Co.?

Übersicht
Teil 1 – Unboxing und Erster Eindruck
Teil 2 – Betriebssystem, Apps und Performance
Teil 3 – Display und Akku

Klang:

Nexus 9 Details (27)Bekanntlich wird das Nexus 9 von HTC gebaut. Da bekommt man direkt ein Leuchten in die Augen, denn wie wir alle wissen stopft HTC auch beim Nexus 9 die aus dem HTC One M8 (Testbericht) bekannten, wirklich sehr, sehr guten BoomSound Lautsprecher rein. Somit sind meinen Erwartungen als hoch einzustufen. Leider reicht die Klangqualität nicht einmal annähernd an die eines HTC One M8 heran. Keine Ahnung woran das liegt, denn die zu beiden Seiten des Displays angebrachten Speaker sind größer als bei den HTCs. Bässe sind zwar dezent wahrnehmbar, aber es fehlt der richtige Bumms. Die Mitten etwas zu dumpf und auch die Höhen klingen eher belegt den klar. Insgesamt wirkt das Klangbild eher dumpf. Aber es ist ok, wenn man nicht direkt High-End erwartet. Für Filme oder zum spielen reicht es vollkommen aus. Allerdings darf man nicht zu laut hören. Bis hin zu mittleren Lautstärken ist alles noch in Ordnung aber darüber hinaus klingt es immer mehr nach Blech. Ich bilde mir auch ein, irgendwas scheppern zu hören, wenn ich genau hinhöre.

Da hier auch nur der Standard Musikplayer von Android zum Einsatz kommt, kann man auch nicht per Equalizer irgendwas gerade biegen. Da bleibt nur die Installation eines Drittanbieter-Players. Auf ein Headset kann man auch nicht ausweichen, da keines mitgeliefert wird. Wer sich aber ein gutes gönnt, bekommt mächtig was auf die Ohren. Denn wie so oft, verändert sich der Klang nach Anschließen von einem Headset dramatisch. Das ist BoomSound, aber eben nur mit Stöpsel im, oder einem Bügel auf dem Ohr. Schade, denn in dieser Preisklasse muss das besser gehen. Das es besser geht, zeigt die Konkurrenz von Samsung oder Sony.

Konnektivität:

Wie es sich gehört steckt im Nexus 9 so gut wie alles drin, was man von so einem Tablet erwarten kann. Das WLAN Modul den aktuellen ac-Standard und funkt im 2,5 GHz und 5 GHz Band. Die Empfangsqualität ist sehr gut. Wie immer teste ich die Signalstärke mit einer App an drei festen Punkten. Durch einen Umzug, habe ich jetzt zwar neue Referenzpunkte, aber eine Aussage kann man trotzdem treffen. Im Wohnzimmer empfängt es mein Netzwerk mit einem hervorragenden Wert von -40 dBm. Normal ist hier ein Wert von -50 dBm oder höher. Draußen im Hof sind es immer noch -50 dBm und auf der gegenüberliegenden Straßenseite -80 dBm. Surfen klappt immer noch problemlos. Da ich gerade noch das Lenovo Tab S8-50F hier liegen habe, dazu noch das Galaxy Note 4 und das LG Flex 2, habe ich das ganz gut vergleichen können.

Das verbaute Bluetooth 4.1-Modul steht dem in nichts nach. Zu Hause höre ich so gut wie immer Musik über meinen Bose SoundLink Mini, der eben per Bluetooth verbunden wird. Selbst im Hausflur, fast eine Etage tiefer ist die Verbindung noch vorhanden. Reißt sie mal ab und man geht wieder ein Stück zurück, wird die Verbindung unverzüglich wiederhergestellt. Bei den NFC Tags ist das Nexus 9 nicht wirklich wählerisch. Egal welche Sorte ich in die Nähe der Antenne gebracht habe wurden diese erkannt.

Der GPS Empfang geht für ein Tablet dieser Größe in Ordnung. Der sog. Sat-Fix war nach wenigen Sekunden abgehakt und im Freien reichten 8 von 13 empfangbaren Satelliten aus, um auf eine Genauigkeit von 26 Fuß, also knapp 9 Meter zu kommen. Im Wohnzimmer waren es immer noch 8 Satelliten und eine Genauigkeit von 56 Fuß, also umgerechnet gute 17 Meter. Die sollten für den Alltag völlig ausreichen.

Das einzige, was mir fehlt ist DLNA. Zwar gibt es Miracast und das funktioniert auch ganz hervorragend, aber DLNA ist derzeit halt erheblich weiter verbreitet. Da ich das WiFi-Modell getestet habe, kann ich keine Aussage über den Empfang mit einer Simkarte berichten.

Nexus 9 Verbindungen (3)

Fazit:

Würde ich das Nexus 9 meinem besten Freund empfehlen? Leider müsste ich diese Frage mit einem klaren Nein beantworten. Dafür gibt es mehrere Gründe. Das Nexus 9 ist mitnichten ein schlechtes Tablet, aber ein Nexus ist ein Nexus und da dürfen solche groben Schnitzer wie die eher schlechte Akkulaufzeit und das Problem mit dem immer wieder zu wenig zur Verfügung stehenden RAM einfach nicht sein. Klar kann man das mit Updates beheben, aber bis dahin ist das einfach nur nervig. Aktuell  ist die 16GB Wifi-Version ab 369 € erhältlich. Als Alternativen fallen mir direkt zwei aus dem Hause Samsung ein. Einmal das Samsung Galaxy Tab S 8.4 (Testbericht), welches zwar etwas weniger Leistung bietet, dafür aber eine deutlich höhere Auflösung und die Möglichkeit den Speicher per microSD zu erweitern. Ab 299 € aktuell im Handel erhältlich, also günstiger. Mit 329 € preislich dazwischen liegt das Samsung Galaxy TabPro 8.4 welches wie das Tab S mehr Pixel, fast identische Power und eben noch den microSD Slot in die Waagschale wirft. Oder legt auf das Nexus einen Fünfziger drauf und man bekommt ein iPad Air 2 16 GB WiFi…

Und genau deswegen kann und werde ich das Gütesiegel nicht vergeben.

 

About Peter W.

Mit meinen Tests will ich den "normalen" Interessenten davor bewahren, sein hart verdientes Geld für Müll auszugeben. Denn leider ist es Fakt, das nicht alles Gold ist, was glänzt. Daher gibt es von mir kein Technik-Chinesisch sondern Klartext. Wie ich teste könnt ihr hier nachlesen: http://mobi-test.de/uber-uns/ Wenn ihr Fragen habt, dann verfasst einen kurzen Kommentar und wir versuchen diesen zu beantworten.

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