NFC und diese SmartTags – Was, wie, wofür und warum eigentlich?

Wenn ihr den Artikel über SmartTags von Peter liest, denkt da nicht auch „krasse Sache“?
Die einen sagen vermutlich super die anderen wissen noch nicht wozu wieder der Mist gut sein soll. So ist das nun mal, aber für die, die es interessiert möchte ich in diesem Artikel einfach mal verdeutlichen, wie das Ganze funktioniert und was für Türen sich in diesem Bereich noch öffnen könnten. Seid ihr bereit?

Also gut ich merke schon, wenn ihr gerade das hier liest, habt ihr wohl Interesse, also will ich mal anfangen. Ich glaube viele haben es noch nicht gehört „NFC“ nennt sich die coole Technik. Oh nein, schon wieder so ein Fachchinesisch, also ich erkläre:

  • NFC = Near Field Communication

Also nichts anderes als, „Nahfeld Kommunikation“ und genau so ist es ja auch. Wie Peter schreibt klappt das ganze nur auf wenige Zentimeter Entfernung, aber das ist eigentlich auch ein großer Vorteil, dazu kommen wir später. Erinnert doch irgendwie an Infrarot von früher oder? Ein paar Paraellen gibt es, aber natürlich ist NFC viel neuer und toller.

Man könnte fast sagen, QR Code nur noch besser, sparsamer und ohne Kamera. Die Übertragung erfolgt drahtlos und völlig automatisch. Entweder erkennt der NFC Chip den anderen automatisch oder man startet eben die dazugehörige App oder drückt eine bestimmte Taste und schon geht es los. Die Datenübertragungsrate liegt dabei zwischen 106 – 424 kBit/s, somit ein ganzes Stück langsamer als Bluetooth, zumindest in der Theorie. Und das schöne ist, dass ein NFC Gerät sogar senden und empfangen gleichzeitig kann ohne, dass es zu Problemen kommt.

Und nun kommt ein weiterer Hit. Der NFC Chip kann auch als Energieversorger dienen, das bedeutet, dass das Ziel in unserem Falle das SmartTag, keine eigene Stromversorgung braucht.

Was sind dir Vorteile von dieser Technik:

  • Sicherheit
    Dadurch, dass die Übertragung nur auf eine Distanz von wenigen Zentimetern, möglich ist, ist diese Technik auch im Gegensatz zu Wlan oder ähnlichen Techniken sehr sicher.
  • Bedienung
    Das ganze ist eigentlich immer kinderleicht, selbsterklärend und fast automatisch
  • Vielseitigkeit
    Es gibt ein Undenkbar großes Spektrum an Möglichkeiten, wo sich diese Technik nutzen lässt. (dazu gleich mehr)
  • Weitestgehend offen
    NFC ist grundsätzlich offen, um den Anwendungsentwicklern maximale Möglichkeiten zu bieten. Trotzdem folgt sie aber fest definierten, oder fest eingeführten Industrienormen wie ISO oder ECMA.

Wozu brauch ich das denn jetzt?

Das habe ich mir vor kurzem gedacht, denn diese SmartTags sind ja ganz nett, aber nicht jeder braucht sowas, also wozu brauch ich nun dieses Zeug? Ja also, das war ja noch lange lange nicht alles.

Ich möchte mal ein paar Szenarien nennen:

  • Bargeldloses bezahlen
    Stellt euch vor man geht einkaufen und kann ohne Bargeld, ja sogar ohne EC oder Kreditkarte bezahlen, sondern einfach mit dem Smartphone, das einzige was man tun muss ist eben sein Gerät an eine Stelle halten und fertig. Oder seine Taxi Fahrt eben schnell bezahlen. Keine Zukunft sondern in vielen asiatischen Ländern schon Realität.
  • Schlüssel
    Wozu denn ein Haustürschlüssel oder eine Karte für mein Hotelzimmer, wenn ich einfach mein Smartphone benutzen kann? Auch als Autoschlüssel wäre es denkbar. Es wäre sogar möglich dann schon die gewünschte Sitzposition und Einstellungen des jeweiligen Benutzers direkt zu aktivieren oder beim betreten der Wohnung, sofort das Licht im Flur einschalten und den Computer starten.
  • Ticket
    Bahn Ticket oder Konzertkarte? Hä, was ist das denn? Brauch ich alles nicht, denn ich habe NFC.
  • Gutscheine
    Ich bin im Restaurant oder einkaufen und möchte einen Gutschein einlösen, den ich bekommen habe. Kurz Smartphone raus und an die Kasse halten und fertig.
  • Streaming
    Ich bin in einem netten Plattenladen und finde Musik die mir gefällt, vorher möchte ich sie aber hören. Kein Problem. Kurz an den NFC Tag gehalten und schon kann ich den Titel probe hören.
  • Wichtige Infos
    Ich bin in einem Laden oder einem Museum und möchte weitere Infos über das gewünschte Objekt, also kurz ran halten und los gehts, Ähnlich wie bei QR Codes.

Um nur einige Beispiele zu nennen. Natürlich ist das ganze etwas unsicher, wenn man wirklich alles damit macht, denn ist das Smartphone mal verloren gegangen ist alles weg und zwar so richtig alles. Aber auch heutzutage ist es schon eine Tragödie wenn das eigene Smartphone in falsche Hände kommt. 😉

Super bald ist der Akku also nach 2 Stunden leer und ich kann nicht mal einkaufen gehen oder wie?

NFC verbraucht zum Glück fast gar keinen Strom, aber das Problem mit den Laufzeiten von Smartphones ist natürlich trotzdem ein kleines Haar in der schönen Suppe. 🙁

Seit wann gibt es das, und wo bekomme ich das her?

Also eigentlich gibst die Technik schon sehr lange. Sony und Nokia gründeten bereits 2004 das „NFC Forum“. Seit 2006 gibt es schon das Nokia 6131 mit NFC Reader, unglaublich oder? Aber so richtig los geht es erst seit kurzem. Aktuelle Vertreter wären dann wohl Google Nexus S oder Samsung Galaxy SII sowie Sony Xperia S.

Erkennbar sollte das an dem Logo sein, dass sich irgendwo auf der Packung oder in der Beschreibung befinden sollte.

Prognosen sagen, dass bis zum Jahre 2014 etwa die Hälfte aller Smartphones die Möglichkeit haben wird die NFC Technologie zu nutzen. Naja, würde mich nicht wundern, wenn das schon Anfang nächsten Jahres der Fall ist.

Wer mehr Interesse an „bargeldlosem bezahlen“ und was da alles auf zu kommen könnte hat, dem kann ich nur den aktuellen Podcasts, des Chaos Computer Clubs ans Herz legen.

Ich hoffe ich konnte euch mit diesem Artikel einen recht umfangreichen Überblick über diese doch nette Technik geben. Falls ihr Fragen habt oder euch der Artikel gefallen hat, schreibt es mir doch einfach in den Kommentaren. 😉

About Peter W.

Mit meinen Tests will ich den "normalen" Interessenten davor bewahren, sein hart verdientes Geld für Müll auszugeben. Denn leider ist es Fakt, das nicht alles Gold ist, was glänzt. Daher gibt es von mir kein Technik-Chinesisch sondern Klartext. Wie ich teste könnt ihr hier nachlesen: http://mobi-test.de/uber-uns/ Wenn ihr Fragen habt, dann verfasst einen kurzen Kommentar und wir versuchen diesen zu beantworten.

5 comments

  1. Danke. Sehr informativer Artikel. Ich stehe der Sache offen gegenüber. Bin auch sicher dass es sinnvolle und auch brauchbare Einsatzgebiete geben wird. Diese beschäftigen mich im Moment am meisten. Kann mir zwar noch nicht so ganz vorstellen, all die wichtigen Dinge wie Schlüssel, bezahlen, etc. mit einem Gerät zu machen. Einfach wegen der Abhängigkeit wenn man es verliert. Aber vielleicht muss man sich auch enfach erst daran gewöhnen. Sicher wird es auch hier viele spannende Einsatzgebiete geben.

    • Ich könnte mir auch vorstellen oder was wünschenswert wäre, wenn es ums bezahlen, Schlüssel ersatz oder ähnliches geht dass man sein Smartphone nur in Verbindung mit einem weiteren Smarttag was man auch dabei haben muss benutzen kann. Also sollte man sein Handy verlieren kann es keiner benutzen da er dein Smarttag nicht hat. Ich hoffe ich habe nicht halbwegs verständlich ausgedrückt.

  2. Ja das stimmt Peter

  3. Hallo Peter,

    der Artikel liegt nahe, dass da eine Antenne mit vorverarbeitendendem Chip letztlich an eine dahinterliegende Gerätschaft angeschlossen ist. Bezahlen, Tür öffnen etc..

    Jetzt finde ich zufällig bei eBay Folgendes:

    Anti-Metall 25mm 13.56mhz RFID NFC 1k S50 Sticker-Tag -8pcs

    Die verkauft der Chinese für gut 1 € das Stück. Die Dinger sehen nicht so aus, als wenn sie auf der Rückseite angeschlossen werden. Und wenn das so ist, was kann man dann damit anfangen?

    Danke und Gruß, Helmut

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