Nokia Lumia 820 Testbericht Teil 3 – Kamera und Display

Kommen wir mal zum 3. Teil unseres Testberichtes zum Nokia Lumia 820. Diesmal wollen wir uns die Kamera sowie das Display näher betrachten. Und hier gibt es die ersten Wolken am bisher strahlend schönen Lumia 820 Himmel. Genauer gesagt mit der Kamera. Ich glaube übrigens nicht das es mit der Qualität der verbauten Einzelteile zusammenhängt. Das ist nicht das Problem. Es handelt sich scheinbar um ein Software problem. Ich erinner mich deutlich das es beim Lumia 800 ähnlich war und das dann in kurzer Zeit diverse Updates von Seiten Nokias gekommen sind die die Kameraqualität massiv verbessert haben.


Übersicht – Die Übersicht
Teil 1 – Unboxing
Teil 2. Erstes Einschalten der Startbildschirm und die Geschwindigkeit
Teil 3. Kamera und Display
Teil 4. Medienwiedergabe

Starten möchte ich aber zunächst mit dem Display.

Schauen wir uns die technischen Daten noch einmal im Detail an.

  • Größe des Displays: 4,3 Zoll
  • Touchscreen-Technik: Multipoint-Touch, kapazitiv
  • Auflösung des Displays (Höhe): 800 Pixel
  • Auflösung des Displays (Breite): 480 Pixel

Display-Funktionen

  • Polarisierungsfilter
  • Anpassen der Beleuchtungsdauer
  • Umgebungslichtsensor
  • Helligkeitssteuerung
  • Lagesensor
  • Abstandssensor
  • High Brightness-Modus
  • RGB-Streifenmatrix
  • Spezielle Algorithmen zur optimalen Lesbarkeit bei Sonneneinstrahlung
  • 15:9-Breitbildformat
  • Hochempfindlicher Touchscreen
  • Farbverstärkung
  • Höhe des Displays: 93,0 mm
  • Breite des Displays: 56,0 mm
  • Displayfarben: 16777216
  • Display-Technik: ClearBlack-AMOLED

Was auf den ersten Blick auffällt ist die Auflösung. Mit 800×480 Pixel holt man schon seid 2 Jahren niemanden mehr hinter den Ofen hervor. Schade eigentlich denn mir reicht diese Auflösung vollkommen. Auch wenn ein Samsung Galaxy S3 eine Auflösung von 1280 x 720 Pixel bietet so hat das Gerät einen wesentlich größeren Bildschirm. Als Referenzen dürften derzeit das HTC One S (Testbericht) oder das Motorola RAZR i (Testbericht in Vorbereitung) dienen. Beide haben die selbe Displaygröße des Lumia 820 mit 4.3 Zoll bieten aber dafür eine qHD Auflösung von 960×540 Pixel. Wie ihr seht ist der Unterschied zu den 800×480 plötzlich nicht mehr so riesig.

Und er schmilzt weiter. Denn aus meiner Sicht ist das Display der Lumia Geräte einfach nur der Knaller. Sei es das 800 das 900 (beide habe ich über ein halbes Jahr als Haupthandy genutzt) oder jetzt das Lumia 820. Das liegt an der von Nokia verwendeten Clear-Black AMOLED Technologie
In das AMOLED des Lumia 820 wurden Filter eingebaut. Diese sorgen dafür das das Umgebungeslicht welches normalerweise von den Displays reflektiert wird, reduziert wird. Das Licht wird polarisiert und ändert seine Richtung bevor es vom Hintergrund reflektiert wird. Ich erinner mich an ein Treffen mit Peter im Sommer. Er hatte das Galaxy S3 sowie das HTC One X dabei, ich das Lumia 900. Während man das Display des Nokias noch gut ablesen konnte, waren die Displays der anderen beiden Geräte nur noch als Spiegel zu gebrauchen.

Das Display des Lumia 820 ist übrigens Plan in das Gehäuse eingelassen. Ein guter Kompromiss zwischen dem Lumia 800 welches sich ja Über das Gerät wölbte um dann in den Ecken auszulaufen und dem auf dem Korpus aufgesetzten Display des Lumia 900. Dieses steht ja einen Millimeter über den Gehäuserand. Allerdings kommen wir hier zum ersten echten Schwachpunkt des Lumia 820.

Leider besteht das Display nicht aus Corning Gorilla Glas. Dieses besonders Kratzfeste Glas, ein Aluminiumsilikatglas mit 0,7–2 mm, ist 2007 im ersten iPhone zum Einsatz gekommen und seitdem in über 500 Millionen Handys, Tabletts oder Notebooks verbaut worden. Auch das Lumia 800, 900 sowie das neue Lumia 920 sind mit diesem besonders sicherem Glas ausgestattet worden. Ich habe trotz täglichem Gebrauchs der Geräte niemals eine Schutzfolie genutzt. Das Lumia 800 hat einen Sturz aus 1.50 Meter höhe auf den Asphalt überstanden. Kein Kratzer, nichts. (Ok, mein Bürostuhl der direkt über das Display fuhrt hat es nicht überstanden)
Leider ist das Lumia 820 eben nicht mit diesem Glas versehen so das ich mir wohl oder über wieder eine Schutzfolie zulegen muss.

Das Display als solches reagiert sehr schnell und smooth auf Eingaben. Die Beleuchtung ist sehr gut. Lichthöfe wie noch beim Lumia 900 habe ich nicht entdeckt. Ja ich weiß, soll es bei AMOLED Displays generell nicht geben. Aber unabhängig von mir hatte auch Peter auf seinem Lumia 900 solche Lichthöfe. Hier nicht.

Der Ablesewinkel ist wie bei allen Lumia mit sehr gut zu bezeichnen. Selbst wenn das Geät schräg gehalten wird kann man noch sehr gut erkennen was dort geschieht.

Die Farben wirken sehr natürlich und lebendig, der Schwarzwert ist unschlagbar. Logisch, beim Lesen von Webseiten macht sich ein Treppen-Effekt bemerkbar. Besonder bei den großgeschriebenen Headlines. Aber, ich halte diese Treppenabsätze nun für nicht so störend. In normaler Punktgröße fällt es kaum auf. Und die Bilder sehen immer gut aus. Ich will hier gar nichts beschönigen. An ein Retina Display vom iPhone kommt es natürlich nicht heran. Aber mir reicht es vollkommen aus. Muss halt jeder für sich selber wissen. Wenn jemand- Auf der Suche nach der verlorenen Zeit- auf seinem Handy lesen möchte, sollte er sich ggf. ein höher auflösendes Display zulegen. Wer aber 4000 Seiten Romane auf einem Handy ließt… tja…
Hier mal ein Screenshot um es zu verdeutlichen.

Alles in allem geht das Display für mich voll in Ordnung. Nur die Geschichte mit dem „Corning Gorilla Glas“ ist etwas zwiespältig.

Was schön ist, das diesmal nicht das Problem mit dem Umgebungslichtsensor besteht. Das Gerät merkt sofort wenn die Lichtverhältnisse sich ändern und regelt automatisch die Display Helligkeit nach. Klasse

Kamera:
Kommen wir mal zur Kamera. Auch hier zunächst die technischen Daten in aller Ausführlichkeit.

  • Kamerasensor (Auflösung): 8,0 Megapixel
  • Blitz(licht): Kurzpuls-Hochleistungs-Dual-LED-Blitzlicht
  • Objektiv: Tessar-Objektiv von Carl Zeiss
  • Kameraauflösung: 3.264 x 2.448 Pixel
  • Autofokus: Kamerataste mit zwei Druckpunkten
  • Blendenwert: 2.2
  • Zoomrate (Digitalzoom): 4 x
  • Brennweite: 26,0 mm
  • Blitz/Blitzlicht (Reichweite)
  • Dual-LED-Blitzlicht
  • Fokussierung durch Antippen
  • Sucherbild im Querformat
  • Geotagging (Automatisches Versehen von Fotos/Videos mit Informationen zum Aufnahmestandort)
  • Automatischer und manueller Weißabgleich
  • Foto-Editor direkt im Gerät
  • Foto-App
  • Echter 16:9-Sensor

Video Kamera

  • 30 Frames/s
  • Video camera resolution
  • 1080p (Full HD, 1.920 x 1.080 Pixel)
  • Videoaufzeichnungsfunktionen
  • Videolicht
  • Videozoom
  • Bildwiederholrate Aufnahme
  • 30 Frames/s
  • Weißabgleicheinstellungen für Videoaufnahmen
  • YouTube: Zugriff und Video-Streaming
  • Video-Sharing über soziale Netzwerke
  • Video-Sharing über Facebook
  • Video-Sharing über SkyDrive

Darüber hinaus verfügt das Lumia 820 noch über eine Front Kamera die allerdings nur mit 640×480 Pixel auflöst.

Gleich mal vorneweg. Die Kamera des Nokia Lumia 820 ist gut. Sie sticht nicht heraus durch besonders gute Bilder, aber auch nicht durch besonders schlechte Fotos. Ich denke aber dass bei den verbauten Einzelteilen der Kamera noch deutlich Nachbesserungs-Potential besteht. Die Bilder sind etwas verrauscht. Ein wirklich unschönes Detail ist die Aufnahme Geschwindigkeit. Man drückt den Auslöser und dann wird ein Bild gemacht. Dies geschieht wohl auch recht zügig. Bis die Mitteilung aber an den Bildschirm weitergegeben wird dauert es seine Zeit. Ich habe also schon längst das Foto geschossen und erst nach 2-3 Sekunden ist die Kamera wieder einsatzbereit. Das ist nicht gut. Sollte aber mit einem Software Update zu beheben sein.

Auch die etwas verrauschten Bilder sowie die ab und an auftretende Unschärfe deuten auf ein Software Problem hin. Schade eigentlich da ich beim Lumia 800 genau dieselben Probleme mit der Kamera hatte, Nokia dort aber sehr schnell für Nachbesserungen gesorgt hat.
Die Frontkamera löst leider mit einer heutzutage kaum noch annehmbaren Auflösung aus. 640×480 auf. Das ist so was von 2009. Schade eigentlich bei einem OS bei dem Skype ja sehr tief inkludiert wurde. Bildtelefonate sind natürlich möglich, aber die Qualität ist echt mies.

Wie immer bei Windows Phone kann die Kamera auch bei gesperrtem Bildschirm gestartet werden. Also, Handy aus der Tasche, dunkler gesperrter Bildschirm. Seitliche Kamera Taste Gedrückt und in nicht einmal 3 Sekunden ist die Kamera bereit das erste Foto zu schießen. Wie immer toll.
Die Einstellungsmöglichkeiten sind Windows Phone Standard. Nicht überladen aber alles da was man braucht.

Fotoeinstellungen:

  • Automatik
  • Nahaufnahme
  • Nacht
  • Nachtportrait
  • Sport
  • Hintergrundbeleuchtet

ISO: 1-800 und Automatik
Belichtung: 0 bis +-2 in 1/3 Schritten

Weißabgleich

  • Automatik
  • Wolkig
  • Tageslicht
  • Leuchtstoff
  • Glühlampe

Mit dem kleinen Pfeil-Icon (ganz links) kommt man zu weiteren Foto-Apps wie Panorama, Smart-Shoot, Cinemagraph etc. Dort kann man direkt in den Market gehen und weitere Foto-Apps suchen. Nähere Erklärungen der einzelnen Apps folgen in unserer Windows Phone 8 Übersicht.

Die gewählten Einstellungen kann man natürlich Speichern umso nicht mehr jedes Mal an der Kamera rumzustellen wenn man sich längere Zeit an einem Ort aufhält bei dem bestimmte Einstellungen von Nöten sind.
Es muss hier ganz dringend darauf hingewiesen werden das es sich bei der verbauten Kamera nicht um die, im Lumia 920 vorkommende, Nokia Pureview Technologie handelt. Es ist eine Stinknormale 8 Megapixel Kamera.
Ein weiteres Manko, ich habe in den Einstellungen der Kamera keine Möglichkeit gefunden die Bildgröße Runterzudrehen. Für ein kurzes Twittpic zwischendurch sind 8Megapixel etwas übertrieben.

Aber, das ist jammern auf Verhältnis mäßig hohem Niveau. Ich habe ja das Nokia Pureview testen dürfen und muss sagen, das die Kameraqualität sicherlich überragend gut ist, aber ich habe ein schlankes Smartphone gesucht mit dem man zwischendurch Fotos machen kann. Das ist das Lumia 820 geworden.

 

Wenn einem die Kamera-Qualität über alles geht, sollte man wohl zum 920 greifen (oder besser noch eine Kompaktkamera nehmen). Für alle anderen die Twittpicen, Facbooken reicht die Kamera dicke aus. Nein, Instagram ist noch nicht im Markt vorhanden. Soll aber demnächst folgen. Pinterest hingegen ist bereits seit Monaten mit einer tollen App am Start.

Ich hoffe aber das Nokia bei der Kameraqualität noch etwas Hand anlegt und das ganze nach oben korrigiert.

Hier mal einige Testbilder

Video
Was für die Fotokamera gilt, gilt natürlich auch für die Videokamera.
Die Einstellungsmöglichkeiten sind im Vergleich zur Fotokamera sehr beschränkt.
Neben dem Weißabgleich ähnlich dem der Fotokamera gibt es nur noch die Möglichkeit einen Fortlaufenden Fokus zu wählen oder die Videoqualität zwischen 720p oder 1080p zu wählen.
Ich habe euch mal ein Testvideo, allerdings bei perfektem Wetter, in der 720p Auflösung angehangen. Ich werde noch eines mit 1080p aufnehmen und es ebenfalls einstellen. Viel ändern wird sich aber nicht.

Die Videokamera geht in Ordnung, aber auch hier ist noch Luft nach oben.

Schön sind die Möglichkeiten bei Fotos und Videos die Gemachten Aufnahmen mit einem Klick in alle erdenklichen Netzwerke zu teilen. Ebenso einfach kann man die Bilder versenden. Sei es als Mail, WhatsApp oder Skydrive. Aber auch dieser Punkt ist seit 2 Jahren Standard bei Windows Phone.

Abschließend kann man diesen Teil folgendermaßen bewerten.

Display
Negativ:
Auflösung
Kein Corning Gorilla Glas

Positiv:
Schwarzwert
Darstellung der Farben
Ansprechverhalten des Displays
Geschwindigkeit
Leuchtkraft
Umgebungsanpassung

Kamera:
Negativ:
Manchmal verrauschte Bilder
Verzögerungen beim Wechsel zwischen Speicher und Display

Positiv:
Schnell Start der Kamera
Netzwerke

Generell muss gesagt werden dass die Kamera noch etwas Luft nach oben hat. Aber das ist wie schon gesagt eine Software Geschichte und hat nichts mit der verbauten Hardware zu tun. Alles in allem ist hier alles im „noch“ grünen Bereich.

Im nächsten teil widmen wir uns mal den Medien Eigenschaften sowie dem Akku des Nokia Lumia 820

About Markus

Seit Jahren tummel ich mich in der mobile-gadget Szene und wenn ein neues Produkt auf den Markt kommt, muss ich es haben. Als Peter mir die Idee eines eigenen „Newsblog“ vortrug, war ich natürlich begeistert. Innerhalb kürzester Zeit haben wir mobi-test.de aus dem Boden gestampft. Folgen könnt ihr mir auf Twitter oder ihr schaut auf meinem privaten Blog, emmtee.de vorbei .

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