Spielspaß im Test II – Was taugen Joysticks und Co. wirklich?

Ich bin ja passionierter Gamer und daddel auch auf dem Handy oder dem Tablet gern mal eine Runde. Die Touchbedienung ist allerdings nicht für jedes Spiel und jedes Genre geeignet. Zwar versuchen die Entwickler ihr bestes, um die Bedienung ihrer Spiele an die Touchscreens anzupassen, aber meist gelingt das mehr schlecht als recht. Zur Unterstützung bietet der Markt viele Hilfsmittel wie Joysticks und ähnliches, aber was taugen die und kann man damit wirklich “besser zocken”?

Spielspaß im Test I: Vorstellung der Gadgets

Einige Tage sind ins Land gegangen und ich hatte ausreichend Gelegenheit, die drei Gadgets zum besseren Zocken zu testen. Es gab eine große Enttäuschung und eine große Überraschung oder sagen wir es anders: Das, was aussah, als würde es nichts taugen, schlug sich besser als gedacht, und das, was nach Pro-Gadget schlechthin aussah, entpuppte sich als Rohrkrepierer.

Ich spreche hier von den beiden Joysticks. Der klassische Stick, der eigentlich recht unscheinbar aussieht und dem man auf den ersten und auch zweiten Blick nicht wirklich zutraut, gute Arbeit zu leisten, ist die Überraschung des Tests. Aber der Reihe  nach…

1. Der klassische Joystick:

Der kleine Joystick hat sich überraschend gut geschlagen. Der kleine Saugnapf hält erstaunlich gut und fest, verrutscht nicht beim Spielen und lässt Freiheit nach allen Seiten. Egal, in welche Richtung man den Joystick neigt, er reagiert in jeder Position genau und hält wie Bombe. Es gibt kein Verrutschen und kein Verschieben.

In der Handhabung ist er sehr einfach. Man blobbt ihn einfach auf das virtuelle Steuerkreuz und schon kann es los gehen. Die Schaumstoffplatte auf der Unterseite dient dann als Steuerung in dem Sinne. Je nachdem, wohin man den Stick bewegt, berührt die Schaumstoffplatte den Bildschirm und zeigt dem Tablet, was man tun möchte. Ich habe den Joystick auf dem iPad 2 getestet und er zeigte durch die Bank weg – trotz meiner Displayfolie – sehr gute Ergebnisse. Je nach Spiel muss man seine Daumenbewegung ein wenig anpassen, da das virtuelle Steuerkreuz unterschiedlich stark reagiert. Aber das muss man bei der normalen Fingersteuerung ja auch variieren, beim Joystick fällt es nur gefühlt schwerer, da man durch den physischen Stick schlechter die Nuancen bemerkt.

Ich hab den Stick in Weltraumspielen und Rennspielen getestet, andere Genres sind leider eher selten mit Steuerkreuzen ausgestattet. Beide Disziplinen machten dem Joystick nichts aus. Vor allem fiel im Gesamteindruck auf, dass er wirklich gut hält und sich vor allem trotzdem sehr leicht wieder entfernen lässt. Man zieht ihn einfach vom Bildschirm und gut ist, man muss nicht dran zerren oder irgendwie basteln. Vor allem muss man keine Angst haben, etwas kaputt zu machen, der Stick ist stabil und hält einiges aus.

Besonders schön ist das Retro-Feeling, dass mit dem Joystick aufkommt, ich fühle mich an meine Zeiten mit dem N64 erinnert und das „Können“ von damals ist auch sofort wieder da. Durch die Größe lässt sich der Stick gut greifen und bedienen und man rutscht mit dem Daumen nicht ab.

2. Joystick for iPad:

Von den beiden Plastikspiralen-Joysticks bin ich um ehrlich zu sein ein wenig enttäuscht. Vor allem nervt es, dass man die beiden Saugnäpfe eines solchen Sticks nur schwer bzw, gar nicht zum halten bringt. Der eine hält gar nicht, und wenn dann nur auf dem Bildschirm, nicht auf dem Displayrand des iPads. Und selbst wenn er hält, verrutscht mindestens einer der Saugnäpfe wieder. Das heißt, man schiebt den Joystick im Laufe des Spiels des öfteren auf dem Bildschirm hin und her. Ich war direkt froh, das ich eine Displayfolie auf dem Touchscreen nutze, ansonsten hätte ich mir sicher den einen oder anderen Kratzer zugezogen. Vielleicht ist die Folie auch der Grund dafür, dass die Saugnäpfe nicht richtig halten, aber ich werde ja nicht der einzige sein, der eine solche nutzt. Dem spricht auch entgegen, dass der andere Joystick wiederum recht gut hält, allerdings erst, wenn man die Saugnäpfe angefeuchtet hat. Ohne Spucke geht bei keinem der beiden wirklich was…

Hat man den bzw. die Joysticks zum halten gebracht, funktionieren sie weniger gut als gedacht. Die Plastikspirale ist zwar sehr beweglich und lässt quasi einen Rundumschlag zu, allerdings ist man durch die Haltestangen, in deren Mitte der bewegliche Punkt sitzt, sehr eingeschränkt. Man kann kaum eine größere Bewegung machen, ohne an eine dieser Plastikstäbe zu stoßen und ab dort natürlich nicht mehr weiter zu kommen. Zudem ist das ganze Konstrukt sehr labil und ich denke nicht, dass man damit ein wenig rabiater umgehen kann. Ich selbst habe mich nicht getraut, ein wenig energischer zu spielen, da ich schon vor mir sah, wie die dünnen Plastikarme durchbrachen. Das ganze sieht auf dem Display zwar wirklich gut aus, aber richtig Spielfeeling oder Spaß kommt nicht auf. Es hält nicht richtig, es ist nicht richtig rundum bewegbar und es ist einfach zu instabil. Das trübt den Spielspaß ungemein und man wirft die Joysticks wahrscheinlich schneller wieder vom iPad als man sich halbwegs fest bekommen hat. Schade eigentlich, von den Joystick-Spiralen habe ich mir einiges versprochen,aber leider funktioniert das Konzept hinten und vorne nicht.

Entfernen ist dann übrigens wieder eine Sache für sich. So richtig fest sind die Sticks nicht, aber so richtig ab gehen sie auch nicht wieder. Einfach abziehen ist nicht, da bricht man die Sticks eher auseinander als das man sie abbekommt. Man muss die Sticks erst zum Rand des Displays schieben und dort abziehen…

 

3. Das Gametel Gamepad: 

Das Gametel Gamepad hat mir ein wenig Kopfzerbrechen bereitet. Das Gerät koppelt sich per Bluetooth mit dem Handy – wenn es denn willig ist, dies zu tun. Und das scheint von der Tagesform, der Umgebungstemperatur, der Handyfarbe oder ähnliche seltsamen Faktoren abzuhängen. Meine ersten Koppelversuche scheiterte auf ganzer Linie. Mit dem iPhone 4 war nichts zú wollen, das HTC Desire HD meines Freundes war dem Gamepad auch nicht genehm und das LG Prada wollt auch nicht wirklich eine Verbindung herstellen. Ich bin fast verrückt geworden, da ich mich wirklich sklavisch an die Anleitung gehalten habe und die Smartphones einfach nichts gefunden haben. Ich hatte mich bereits auf einen Defekt des Gerätes eingestellt, bis ich es aus lauter „Das muss doch irgendwie gehen“-Einstellung nochmal mit dem Prada versucht habe.

Und siehe da, jetzt gehts plötzlich. Ich habe nichts anders gemacht als bei den anderen Versuchen auch, aber jetzt ist das Koppeln quasi ein Kinderspiel… Verstehe, wer will.

Wenn es denn geht, ist das Koppeln mit dem eigenen Smartphone recht einfach. Man muss sich im jeweiligen Appstore einfach die kostenfreie Gametel-App downloaden und diese öffnen. Je nach Betriebssystem unterscheidet sich dann aber das weitere Vorgehen.

Bei Android muss man einfach innerhalb der App auf „Scan“ drücken und schon sucht das Gerät automatisch nach Geräten in der Umgebung. Im besten Fall findet es das Gametel und man kann es als Gamepad in der App abspeichern. Bluetooth muss dafür natürlich aktiviert und das Gametel Pad angeschaltet sein.

Bei iOS ist das etwas anders. Hier muss man das Gamepad durch das Drücken zweier Tasten erst in den sogenannten iCade-Mode schalten. Erst dann wird das Pad in den Einstellung als Bluetooth-Gerät erkannt.

Aber hat man diese Hürde bei beiden Systemen genommen, klappt alles erstaunlich gut. Bei beiden OS hat man innerhalb der Gametel-App die Möglichkeit, sich eine Liste aller unterstützten Spiele anzeigen zu lassen und kann bei Bedarf auch gleich in den Market zum Game wechseln und es downloaden. Leider findet man in der App keine Preisangabe, so dass man eventuelle Kosten erst direkt im Market bzw. Appstore sieht. Aber gut, man kann nicht alles haben 😀

Und dann kanns auch schon los gehen.

Ich habe mir bei beiden Geräten – dem iPhone 4 und dem LG Prada 3.0 – ein paar kostenfreie Spiele runtergeladen und das Gamepad ausprobiert. Es funktionierte tatsächlich mit fast jedem dieser Spiele. Wie bei einem Gameboy (falls der den jüngeren noch etwas sagen sollte^^) zockt man auf dem Handy: links das Steuerkreuz für die Richtung, rechts die Aktionsknöpfe wie Springen, Beschleunigen und Co. Das Handy setzt dabei präzise das um, was man auf dem Gametel drückt. Vor allem Jump’n’Run-Spiele und Renn-Games machen mit dem Gamepad richtig laune und man hat tatsächlich das Gefühl eine waschechte Konsole in der Hand zu haben. Mein Nintendo DS kann das nicht besser, bei dem vermisse ich das reine Knöpfsteuern bei vielen Spielen – beim Gamepad fühle ich mich an alte Nintendo-Zeiten erinnert, als die Handhelds noch globig, schwer und mit Batterien betrieben wurden. Mehr Retro-Feeling geht nicht.

Schön ist auch, dass das Gametel Gamepad auch mit großen Smartphones kein Problem hat. Das kleine Sony Ericsson Xperia Ray passt genauso in die Halterung wie auch das deutlich größere LG Prada. Bei mehr als 4,3 Zoll ist dann zwar langsam Schluss, aber mit einem Note will man sicher mit dem Gamepad auch nicht mehr zocken. Man merkt schon beim Prada, dass das Gerät einen ganz anderen Schwerpunkt hat als das kleinere iPhone. Man hat zwar noch keine Angst, dass es beim Spielen sprichwörtlich nach hinten kippt, aber spätestens beim Note wird man dann sicher Armlahm.

Alles in allem hat mich das Gametel Gamepad – trotz seiner Startschwierigkeiten – voll überzeugt. Ich sitze unterwegs nur noch mit dem Pad da und werde von allen komisch angeguckt 😀

Fazit, ich zocke nur noch und mein Akku ist noch schneller leer als sonst.

Einzig bei der Android-Version von Asphalt 5 konnte ich das Gamepad nicht überreden, seinen Dienst zu tun. Das Spiel wollte sich partout nicht über das Pad steuern lassen. Alle anderen Spiele funktionierten allerdings problemlos.

Als kleiner Kritikpunkt fällt mir nur die etwas laveden Halterungsklipps für das Handy ins Auge. Die machen keinen so stabilen Eindruck und wirken so – auch beim Einstecken des Geräte und entfernen – als würden sie einem eine grobere Bedienung mit Abbrechen übel nehmen… Also da empfehle ich, ein wenig vorsichtig zu sein, nicht dass die Halterung schnell das Zeitliche segnet. Ansonsten bin ich wirklich mehr als begeistert. Zuerst hatte ich bedenken, da ich mir nicht vorstellen konnte, dass das wirklich so gut funktioniert wie angegeben. Aber Gametel hat nicht übertrieben, die Steuerung funktioniert 1a und tut genau und präzise das, was sie soll und was man möchte. Das Handy hält stabil und fest in der Halterung, so dass auch Zocken im Bus oder unterwegs kein Problem darstellt oder gar Absturzalarm herrscht. Die Akkulaufzeit des Gametel scheint mir auch ordentlich, ich musste zumindest bis jetzt nicht nachladen. Wer allerdings kein Daten- bzw. Ladekabel mit MicroUSB-Anschluss hat, sollte sich eines besorgen. Denn das fehlt im Lieferumfang leider, das Gametel lässt sich aber nur so aufladen.

4 Das Fazit:

Ich vergeben für zwei der drei getesteten Gadgets das Gütesiegel, für eines nicht.

Die beiden Gewinner sind der klassische Joystick, der sich überraschend gut geschlagen hat und das Gametel Gamepad, das ebenfalls auf fast ganzer Linie (Das Koppel-Problem) überzeugte. Nur der Spiralen-Joystick fällt durch, er hält nicht, er verrutscht und er ist in der Bewegung einfach zu eingeschränkt. Ein Kauf lohnt sich nicht, deswegen muss man ihn auch nicht empfehlen. Wer gern einen Joystick auf seinem Tablet nutzen möchte, ist mit einem oder zwei der klassischen Knubbel-Joysticks besser bedient. ich werde mir auf jeden Fall noch welche zulegen 😀

Also, fassen wir zusammen:

Das mobi-test.de Gütesiegel erhalten: Der klassische Joystick und das Gametel Gamepad

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About Carmen

Handys waren schon immer meine Leidenschaft, die ich durch Zufall vor einigen Jahren zum Beruf machen konnte. Bis heute lässt mich die mobile Welt mit ihren Handys, Smartphones, Tablets und was der Markt sonst noch so her gibt, einfach nicht mehr los.

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