Amazon Kindle Fire HD im Test – kann es der etablierten Konkurrenz wirklich Paroli bieten?

Kaum auf dem Markt erhältlich und bei mir angekommen, schicken wir ein Kindle Fire HD made by Amazon in den Dauertest. Ist es wirklich ein ernst zunehmendes Tablet oder ist es so außergewöhnlich, dass es eine eigene Klasse ins Leben rufen wird? Genau diese Frage werden wir beantworten.


In den USA ist das Kindle Fire längst ein Verkaufsschlager und nach dem iPad das erfolgreichste Tablet. Natürlich müssen wir es testen. Nach dem Langzeittest hat Peter das Fire HD in einem 3er Rennen gegen das Nexus 7 sowie das iPad mini antreten lassen -> Link

Zunächst einmal die technischen Daten:

  • Android 4.0
  • 7″ IPS LCD Display mit 1200 x 800 Pixel
  • 206 ppi
  • 1,2 GHz TI OMAP4460 ARM Cortex-A9 Dual-Core Prozessor
  • 1 GB RAM
  • 16 / 32GB interner Speicher
  • 1,3 Megapixel Frontkamera
  • Dualband WLAN 802.11 b/g/n (2,4 GHz und 5 GHz)
  • Bluetooth 4.0
  • Micro HDMI
  • Dolby-Audio
  • 193 x 137 x 10,3 mm
  • 395 g
  • 4325 mAh

Die 16GB Ausführung ist für 199 € erhältlich, die 32GB Ausführung für 249 €. Für jeweils 15 € kann man sich der eingeblendeten Werbung entledigen. Nennt sich bei Amazon „Spezialangebote“.

Produktseiten:

Kindle Fire HD 16 GB
Kindle Fire HD 32 GB

Hands-On:

Übersicht:

Unboxing:

Das Fire HD kommt in einem sehr großen Pappkarton. Die öffnet man indem man die Verpackung aufklappt. Darin befindet sich das Kindle Fire HD, ein USB-Ladekabel und eine Schnellstartanleitung. Netzstecker? Nope. Kopfhörer? Nein. ich kann mir vorstellen, dass der Ein oder Andere dieses als Frechheit empfindet. Ok, das man sich irgendwann man auf einen Standard Stecker geeinigt hat, war schon sinnvoll, weniger sinnvoll ist es, wenn Hersteller nicht einmal mehr einen Stecker beilegen. Nach dem Motto „Hat ja schon jeder zu Hause“.

Wenn jemand nun keinen Stecker besitzt an dem das USB Kabel angedockt werden kann, muss er wohl oder übel sein Gerät über die USB Buchse am Rechner laden. Der Akku ist mit 4325 mAh recht großzügig bemessen, aber das dauert, bis der voll ist. Und da es sich bei dem Fire HD um ein Tablet und keinen reinen Ebook Reader handelt hält der Akku auch nicht, wie von den Kindles mit eInk Display gewohnt, wochenlang. Nein er ist genauso schnell leer wie die Akkus anderer Tablets. Nicht schön Amazon. Das gefällt mir nicht.

Das kein Kopfhörer beigelegt wurde kann ich verschmerzen. Die meisten Kopfhörer die den Geräten beiliegen sind von so schlechter Qualität das ich seit Jahren keinen mehr genutzt habe und immer auf meine eigenen zurück greife.

Kommen wir mal zu dem Gerät selber. Dort gibt es einige Besonderheiten und ich muss aufpassen das ich nicht zu sehr ins Schwärmen gerate. Das Fire HD ist für ein 7″ Tablet recht groß. Im vergleich zu dem Nexus 7 ist es zwar 5 mm kürzer (193 mm zu 198,5 mm) dafür aber 1,7 cm breiter (137 mm zu 120 mm). Amazon hat dem Kindle einen 2 cm breiten Rand spendiert. Das ist für Menschen mit großen Händen sehr angenehm. Denn solch ein Gerät soll ja auch zum Filme schauen benutzt werden. Das geht beim Amazon Kindle so perfide einfach das man aufpassen muss. Wenn man das Gerät zu Lesen nutzt und es Hochkant hält, dann hat man trotzdem einen sehr breiten Rand an dem man das Gerät halten kann ohne den Bildschirm mit seinen Fingern zu verdecken. Auch ist die Frontkamera über eine der Längsseiten eingebaut.

Hier mal einige Bilder um die größen zu klären.

Von den Größen mal abgesehen ist das Kindle Fire HD eines der am besten verarbeiteten Tablets die mir jemals untergekommen sind. Die verwendeten Materialien fühlen sich äußerst edel an. Die Rückseite besteht aus einem sehr festen schwarzen Kunststoff der nicht rutschig ist. Am unteren Ende wird es durch eine dunkle Bronzefarbene Linie unterbrochen.

Am Ende ist diese Linie geschlitzt und dahinter verbergen sich die Lautsprecher. Hat etwas von 30er Jahre Art déco. Sieht klasse aus und eines mal vorweg. Diese Lautsprecher haben Bumms und Klang. Knaller. Übrigens reden wir hier von 4 Lautsprechern, also 2 auf jeder Seite. Sehr schön gemacht.

Es gibt aber durchaus einige Punkte die sind nicht so schön. Form follows function sollte zumindest auch hier gelten. Leider tut es das nicht ganz. Kommen wir mal zu den wichtigsten Bedienelementen. Der Bildschirm-Sperrbutton, der gleichzeitig der Ein/Aus Schalter ist. Sowie die Lautstärkenwippe. Diese sind, wahrscheinlich dem nahtlosen Design geschuldet, plan in die Gehäuseseite eingelassen. Wenn man das Gerät quer hält, auf der rechten Seite. Dort befindet sich die Kopfhörerbuchse. Leider sind die Bedienelemente so glatt und eben in das Gehäuse integriert, dass man sie nicht sieht. Um den Bildschirm zu sperren oder die Lautstärke zu verändern fährt man mit den Fingern an der Seite längs und versucht diese zu ertasten. Das wird noch schwieriger wenn man das Gerät andersrum hält. Sehr störend und nervig. Ich hoffe aber das es mit intensiverer Nutzung schneller geht.

Auf der linken sowie Oberseite sind keinerlei Bedienelemente vorhanden. Oben befindet sich das Mikrofon für die 1.3 Megapixel Kamera die darunter angebracht ist. An der Unterseite des Gerätes befindet ich der Micro-USB Anschluss um das Gerät mit dem Rechner zu verbinden oder den Akku zu laden. Direkt daneben befindet sich die Micro-HDMI Schnittstelle. Somit könnt ihr das Kindle direkt an euren Fernsehr anschließen.

Betriebssystem:

Werbung auf einem Tablet sah noch nie besser aus…

Werbung? Jepp der Lock Screen des Kindle Fire HD ist mit wechselnden Werbebannern bestückt. Für den kleinen Unkostenbeitrag von €15 kann man sich sein Fire HD werbefrei kaufen. Wer das für einen Witz hält, nope ist es nicht.

Wenn man dann den ersten Blick auf das OS wirft muss man sich zunächst einmal umorientiert. wenn man das getan hat und einigermaßen offen ist (als Android Nutzer, wenn man Android nicht kennt wird einem sowieso kein Unterschied auffallen.)

Bevor es losgeht sollte man sein Amazon Konto angeben. Richtig, mit einem Google Konto kommt ihr bei dem Kindle HD nicht sonderlich weit. Ihr benötigt das Konto, also Mail Adresse mit der ihr bei Amazon eure Einkäufe tätigt. Ist dies geschehen richtet sich das Gerät ein. Eine Willkommensnachricht taucht im Karussell auf. Karussell?

Der Startbildschirm ist grob in 3 Bereiche unterteilt. Diese Bereiche sind die eigentliche Navigation (Einkaufen, Spiele, Apps, Bücher etc…) das Karussell sowie eine 3. untere Reihe die sich abhängig vom Karussell ändert. Dort werden zusätzliche Apps sowie Informationen eingeblendet.

Ganz oben befindet sich die Statusleiste, diese kann man wie bei Android gewohnt herunterziehen. Darauf gehe ich später noch genauer ein.

Darunter befindet sich das Suchfeld. Da es sich um ein Gerät von Amazon handelt ist natürlich nicht nur die Suche im Netz gemeint sondern zuallererst die Suche im Amazon Store. Als nächstes können Bibliotheken durchsucht werden, gemeint ist das Gerät selber, und als 3 Auswahlmöglichkeit das Internet. Interessanterweise ist dort die Suchmaschine Bing von Microsoft vor eingestellt. Dies kann man aber nach Belieben ändern.

Darunter befinden sich diverse Ordner und Dienste. Diese Liste kann man nach Links weiter scrollen. Auch hier fällt auf, das als erster Punkt natürlich „Einkaufen“ steht. Damit hat man einen direkten Zugang zum Amazon Marketplace.

Der Punkt Spiele steht wie der Name schon vermuten lässt für Spiele. Aber damit ist nicht der App-Store gemeint sondern die Spiele sich auf dem Gerät oder der Amazon-Cloud befinden. Weiterhin kann dort „Games Circle“ Installiert werden. Ein Dienst der sich in Facebook einbindet und man so mit seinen Facebook Freunden spielen kann und seine Spielfortschritte mit seinen Freunden abgleiche kann.

Im Nächsten Punkt Apps geht es endlich in den App-Store. Naja noch nicht sofort. Zuerst landet man in der App Übersicht. Dort werden anhand eines Bücherregals alle Apps aufgelistet die man bisher erworben hat. Danach kann man in den Shop weitergehen. Der Amazon App Store ist bei weitem nicht so gut gefüllt wie der Playstore von Google. Dafür bekommt man bei Amazon gekaufte Filme und Musik direkt auf sein Gerät geliefert.

Auch sind viele Google Dienste nicht verfügbar. Google Maps gibt es nicht. Zumindest nicht als App.

Die nächsten Punkte, Bücher Musik und Videos sind genauso aufgebaut wie der Punkt Apps. Dort findet ihr zunächst all eure auf dem Gerät gespeicherte Medien. Mit einem Klick gelangt ihr das in die große Amazon Shopping Welt wo ihr euer Gerät weiter bestücken könnt.

Der Punkt Web öffnet den Browser. Auf dem Kindle HD arbeitet der Kindle eigene Silk Browser. Dieser soll, ähnlich wie Opera, Webinhalte nicht mehr auf dem Gerät berechnen sondern in der Cloud. Dadurch soll der Browser schneller und effizienter arbeiten. Hier mal eine kurze Erklärung von Amazon

Seitenindizes und maschinelles Lernen

Während Silk Tag für Tag Millionen von Seitenaufrufen verarbeitet, lernt es immer mehr über die wiedergegebenen Webseiten und kann, indem es das Verkehrsprofil in seiner Vollständigkeit beobachtet, darauf schließen, wo Nutzer als nächstes hingehen. So registriert Silk z. B., dass 85% der Besucher einer führenden Nachrichtenseite auf die oberste Schlagzeile klicken. Mit diesem Wissen ist der Browser in der Lage, intelligente Entscheidungen zu treffen und kann beliebte Inhalte schon im Voraus für den Kindle Fire verfügbar machen, sodass Sie auf häufig besuchte Seiten noch schneller zugreifen können.

Ist der Browser schnell? Ja definitiv. Ist er merkbar schneller als andere Browser. Würde ich nicht unbedingt sagen. Allerdings gibt es das ein oder andere was auffällig ist und darüber werde ich in einem weiteren teil berichten. Bis hierhin muss genügen wenn man weiß, der Browser geht vollkommen in Ordnung.

Als nächstes haben wir die Punkte Fotos, Dokumente und Angebote. Interessant ist der Punkt Fotos. Dort wird eine Verbindung mit Facebook hergestellt, welches sich tief ins Amazon Android eingegraben hat. Die eigenen Fotos die man auf Facebook hochgeladen hat werden dort angezeigt.

Im Reiter Dokumente kann man Dokumente in die Amazon Cloud hochladen. Angebote sind letztendlich nichts anderes als der Werbekram der auf dem Lockscreen auftaucht.

Das Karussell

In der Mittleren Spalte befindet sich das Karussell. Dort sind alle Apps die man irgendwann mal auf dem Kindle Fire HD genutzt hinterlegt. Diese Apps kann man sofort wieder öffnen und zwar an der Stelle wo man diese verlassen hat. Also ein all umfassender Taskmanager. Die Aufmachung gefällt mir sehr gut.

Abhängig von er jeweils angezeigten App, ändert sich die darunter liegende Leiste. Wenn die Twitter App in der Mitte steht werden mir in der unteren Leiste andere Apps zum Kauf vorgeschlagen als wenn die Pinterest App in der Mitte steht. Auch bei Kindle eigenen Diensten bieten sich so die Möglichkeit weitere Dienste aufzurufen. Wenn z.B. der Kindle Kalender gewählt ist tauchen in der unteren Leiste der Mail Eingang sowie die Kontakte auf. Finde ich gut und clever gelöst.

Unten rechts in der Ecke befindet sich ein kleiner Stern, der ist immer vorhanden. Damit kann einen Hub öffnen in den man seine Favoriten ablegt.

Die Statusleiste

Die Statusleiste ist von Android wohlbekannt. Aber auch hier hat Amazon massiv eingegriffen. Auf den ersten Blick sieht man dort die Funktionen und Interaktionen des Gerätes. Zu den Einstellungen des Gerätes kommt man wenn man auf das Icon ganz rechts klickt nämlich „mehr“

Personalisierungen sind kaum möglich. Widgets können auf keinem Homescreen abgelegt werden

Die Idee des Karussells sowie die Darstellung der Apps gefällt mir ausgesprochen gut.

Oben befindet sich das Suchfeld sowie die von Android bekannte Notification Bar. Die Suche gliedert sich in 3 Bereiche. Bibliothek, Shop und Web. In der Notification Bar Ploppen wie gewohnt die üblichen News, Mail Nachrichten etc. auf. Auch den Mediaplayer kann man von hier aus steuern.

Ganz unten befindet sich eine kleine schmale Linie mit diversen Einstellungsbuttons. Diese ändern sich je nach dem wo man sich gerade befindet. Auf einer Webseite sieht es anders aus als in einer App. Im Grunde sind es die früher von Android bekannten Bedienelemente, zurück, Einstellungen und Home. Natürlich sind sie hier beim Kindle HD ebenfalls umgestaltet.

Was eigentlich immer da ist, ist ein Stern in der rechten unteren Ecke. Dieser Stern öffnet eine Schnellzugriffsleiste die ihr mit euren Lieblingsapps selber bestücken könnt.

Alles in allem gefällt mir das Nutzerinterface sehr gut. Es ist übersichtlich, klar und sehrt intuitiv. So will ich es haben.

Um es hier zum Abschluss nochmals ganz klar zu sagen.

Zwar basiert das Os auf Android. Aber Amazon hat so viele Änderungen durchgeführt und das OS so abgeschlossen das es nicht unter das Android Open-Source Project (AOSP) fällt.

Wer also ein klassisches Tablet sucht mit dem er wie gewohnt durch die Google Dienste fliegen kann, für den ist das Kindle sicher nichts. Für alle anderen ist es wahrscheinlich der perfekte 7 Zöller. Schneller, geschmeidiger und flüssiger hat bei mir noch kein Android Gerät funktioniert. Das dürfte übrigens eines der Argumente sein weshalb sich das Gerät Millionenfach verkauft.

Performance:

Der Kindle Fire HD läuft mit einem OMAP 4460 Prozessor von Texas Instruments. Es handelt sich dabei um einen Dual-Core Prozessor mit jeweils 1,2 GHz. Unterstützt wird das ganze von einem Grafikchip, dem PowerVR SGX540 mit 384 MHz.

Als Arbeitsspeicher gibt es 1GB RAM sowie 16 GB eingebauten Flashspeicher.
Das ganze ist heute nicht mehr Obere Liga. Rein von der Leistung her, kann es dieses Gespann nicht mit Nividias Quadcore Tegra 3 aufnehmen der in anderen 7 Zöllern verbaut ist.

Aber das ist einer der größten Vorteile des Kindle Fire HD. Ein Dual-Core Prozessor ist nicht so hungrig wie ein Quad-Core. Auch wenn das Fire HD mit Android läuft, so habe ich einem der Vorgegangenen Teile schon beschrieben das diese Android Version komplett umgestrickt wurde. Ich habe noch kein Android Tablet erlebt das so schnell und flüssig arbeitet und reagiert wie das Fire HD. Ob jetzt das Nexus 7 oder das Fire HD schneller sind, muss jeder für sich selber raus finden, oder Peter in seinem großen Vergleichstest, der demnächst hier starten wird. Bei meinem Nutzungsverhalten, lesen und surfen, sowie Soziale Netzwerke und ab und zu mal ein Film und ganz viel Musik, ist das Fire HD allen mir bekannten 7 Zöllern und dazu zählen das Nexus 7 (mindestens gleichauf) sowie diverse Galaxy Tabs (deutlich) überlegen. Ja, das Fire HD spielt in derselben Liga wie das iPad.

Der Nachteil ist das Android auf dem Fire HD geschlossen ist und wie ebenfalls schon erwähnt derzeit auch nicht gemoddet werden kann. Der Bootloader ist gesperrt und der OMAP 4460 Prozessor besitzt eine weitere Sicherheitsarchitektur. Somit muss man halt mit dem Amazon Android leben oder auf ein anderes Gerät ausweichen.

Display:

Beim ersten Einschalten des Fire HD fallen zwei Dinge sofort auf. Das Display ist was Leuchtkraft und Farbwiedergabe betrifft das Beste, was ich jemals auf einem 7″ Tablet gesehen habe. Es ist aus meiner Sicht auch besser als das Display des Nexus 7.

Das Kindle Fire HD verfügt über ein HD-LCD-Display mit einer Auflösung von 1280 x 800 Pixel. Dieselbe Auflösung bietet auch das Nexus 7. Trotzdem verfügt das Kindle HD über einige Besonderheiten beim Display. Normale Displays verfügen über zwei Glasscheiben, einer Flüssigkristallanzeige und einem Berührungssensor. Das Fire HD hat sich einen Arbeitsschritt gespart und Flüssigkristallanzeige und Berührungssensor in eines gepackt. Somit sollen Spiegelungen vermieden werden.

In der Praxis funktioniert es zwar besser als beim Nexus 7 aber ganz überzeugend ist diese Lösung auch nicht. Im prallen Sonnelicht spiegelt das Gerät schon recht stark.

Generell muss ich über das Display des Kindle Fire HD sagen es ist einen Hauch besser als das des Nexus 7. Das hat nichts mit Display Auflösungen oder irgendwelcher Entspiegelungsgeheimtechnik zu tun. Während bei den meisten hochwertigen Tablets das Weiß strahlend und klar weiß ist, hat die Farbe Weiß beim Kindle Fire HD noch einen ganz leichten gelb/orange Stich. Es fällt kaum auf, nur wenn man bewußt darauf achtet. Dadurch wirken Seiten, ja der Kindle ist ein Reader, etwas entspannter für die Augen. Auch Dokumente oder Webseiten sind somit länger zu betrachten ohne das die Augen müde werden. Eine sehr feine, durchdachte Lösung. Es sind diese Kleinigkeiten die zeigen das in dem Bereich der Lesegeräte Amazon mit dem Kindle immer noch einen Vorsprung hat.

Der Bildschirm spricht auf Berührungen perfekt an. Ich weiß das das iPad dort immer noch an erster Stelle genannt wird. Ich denke aber das es nichts mit der Technik des iPad Bildschirmes zu tun hat sondern viel mehr mit dem Betriebssystem. Dazu später noch mehr.

Akku:

Zum Akku gibt es nicht viel zu sagen. Er hält bei mir, trotz intensiver Nutzung 2 Tage durch. Dann muss er wieder aufgeladen werden. Also auch hier kein Problem. Amazon gibt die Laufzeit mit 11 Stunden an.

Klang:

Ich habe oben schon geschrieben das ich ganz ganz viel Musik damit höre. Der Grund ist folgender. Der Klang des Kindle Fire HD ist perfekt. Zumindest für ein Tablet. Das Gerät verfügt über 4 Lautsprecher die einen tollen, satten aber dennoch transparenten Klang abliefern. Sehr fein.

Fazit:

Das Kindle Fire HD ist anders. Ja, es ist ein Android Tablet. Android sieht hier aber nicht aus wie Android. Das Design welches Amazon gewählt hat ist Klasse. Es wirkt reduziert auf das wesentliche einfach gestrippt und deshalb rennt dieses Tablet auch das es eine Freude ist. Darüber hinaus ist das Layout einfach schön. Hier haben Menschen dran gesessen die sich mühe gegeben haben das Nutzerinterface so zu gestalten das es auch Design Ansprüchen genügt. Es gefällt mir um längen besser als das Standard Android. Nochmal, trotz eines recht betagten Dual-Core Prozessors ist das Kindle Fire HD wirklich schnell. Eingaben werden prompt umgesetzt, Wartezeiten, Ruckler sind nicht zu bemerken. Hier ist alles im grünen Bereich.

Beim Display hat Amazon ganze Arbeit geleistet. Nicht nur das er sich vor dem des Nexus 7 oder iPad nicht verstecken muss. Das der Weißwert nicht so grell daherkommt sorgt dafür dass man wirklich lange und ausgiebig lesen kann. Hier zeigt sich die ganze Erfahrung von Amazon.

Der Klang des Gerätes mit seinen 4″ Lautsprechern ist klasse. Satter aber immer differenzierter Sound dringt aus den Boxen. So will ich es haben.

Die Verarbeitung und die ausgewählten Materialien sind sehr gut. Kunststoff muss sich nicht billig anfühlen, Amazon macht vor wie es geht. Eventuell sollte das mal der ein oder andere Mitbewerber nachmachen.

Aber, natürlich gibt es auch Kritik am Kindle Fire HD.

Da die verwendete Android Version so abgeriegelt ist, gibt es auch kein Zugang zu dem Google Play-Store. Die meisten Google-Apps sind nicht vorhanden.
Die Auswahl im Amazon Market ist in Bezug auf Apps minimal. Viel ist dort aktuell nicht zu holen. Natürlich sind die wichtigsten vorhanden aber nicht in der von Android gewohnten Auswahl. Das betrifft aber nur die Apps, in Sachen Bücher macht niemand dem Kindle etwas vor.

Auch wenn die Anzahl der Menschen die eigene Mods auf ihre Geräte aufspielen möchten, im Vergleich zur schieren Masse an Käufern, verschwindend gering ist, muss deutlich darauf hingewiesen werden, dass sich auf dem Kindle Fire HD kein, wie auch immer gearteter, Mod aufspielen lässt. Nicht nur das das Kindle Fire HD über einen verriegelten Bootloader verfügt, weitere Sicherheitsarchitekturen des Prozessors greifen ebenfalls. Darüber hinaus, selbst wenn man es bei gesperrtem Bootloader schaffen sollte ein Mod aufzuspielen ist dies bisher nur bei Geräten gelungen die einen SD-Karten Slot besaßen.

Diesen bietet das Kindle Fire HD leider nicht. Man muss also mit dem Speicher vorlieb nehmen und dann auf die Amazon Cloud ausweichen.

Weitere Kritikpunkte sind die Werbeeinblendungen auf dem Lockscreen. Für €15 kann man sich sein Gerät „Werbefrei“ kaufen sowie die Anbindung an die Onlinevideothek Lovefilm. Hier ist ein 30 tägiger Testzugang mit dabei. Es funktioniert sehr einfach und gut, aber die Auswahl an Filmen und Fernsehserien ist doch arg beschränkt. Dort bietet das Fire HD in den USA deutlich mehr.

Im laufe des Testberichtes habe ich das Kindle Fire HD so genossen das ich es mir sogleich geordert habe. Ein tolles Gerät durch und durch, wenn man weiß was man für ein Anwender ist.

Man sollte sich aber immer vor Augen halten das das Kindle Fire HD kein Zugang zum Google Play Store besitzt. Kommt man ohne Google Dienste nicht aus und spielt für sein Leben gerne auf seinem Tab, sollte man sich ein anderes Gerät zulegen.

Trotzdem gibt es für das Kindle Fire unser Gütesiegel. Ein tolles Gerät.

[asa]B007T3CFP4[/asa]

About Markus

Seit Jahren tummel ich mich in der mobile-gadget Szene und wenn ein neues Produkt auf den Markt kommt, muss ich es haben. Als Peter mir die Idee eines eigenen „Newsblog“ vortrug, war ich natürlich begeistert. Innerhalb kürzester Zeit haben wir mobi-test.de aus dem Boden gestampft. Folgen könnt ihr mir auf Twitter oder ihr schaut auf meinem privaten Blog, emmtee.de vorbei .

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter.

Schließen