Im Test habe ich das Honor Band 3. Ein relative preisgünstiger Fitnesstracker, der bis 50 m wasserdicht ist und mit einer Akkuladung bis zu 30 Tage durchhalten soll. Das Fazit hat es in sich…




Mittlerweile sollte sich herumgesprochen haben, dass Honor eine Marke von Huawei ist, auch wenn beide nicht gerne zusammen genannt werden. Das erkennt man auch am Honor Band 3, welches dem Huawei Band 3 (Testbericht) doch ziemlich ähnlich ist. Rein optisch unterscheiden sich beide erheblich, aber im Inneren wurde nahezu identische Technik verbaut. Trotzdem ist das Honor Band 3 günstiger als der Huawei Band 3. Ich war sehr gespannt, aber was dann passiert ist, habe ich so noch nie erlebt…

Technische Daten Honor Band 3:

  • Android 4.4 und iOS 8.0
  • 0,91″ PMOLED Display mit 128 x 32 Pixel
  • Pulssensor
  • Schrittzähler
  • Schlafüberwachung
  • Bluetooth 4.2
  • Wasserdicht bis 50 m
  • 43 x 16,5 x 10,3 mm
  • 19 g inkl. Armband
  • 105 mAh

Produktseite: hihonor.com/de/honor_band_3

Deutsche Bedienungsanleitung: huawei.com/HONOR_Band_3_Anleitung.pdf

Das Honor Band 3 hat eine UVP von 69,95 € und gibt es in den Farben blau, orange oder schwarz. Bei Amazon* ist es mit knapp 60 € derzeit am günstigsten zu haben.

Verarbeitung und Ausstattung:

Im Lieferumfang befindet sich neben dem Fitnessarmband noch ein Ladeadapter, ein kurzes Micro-USB Ladekabel und eine deutsche Kurzanleitung, die aber mit zwei mickrigen Seiten wirklich nur alles das allernötigste wie das Herunterladen der App und Verbinden erklärt. Mehr auch nicht. Ausgestattet ist es mit allem, was bei einem solchen Fitnesstracker wichtig ist. Also einem Schrittzähler, Schlafüberwachung, Pulssensor usw.

Im Gegensatz zum Huawei Band 3 (Testbericht) besitzt das Honor Band 3 kein eingebautes GPS Modul. Ein kleiner Unterschied, der sich im Alltagstest als Problem erweisen sollte. Und es ist wasserdicht. Genau wie das Huawei Band 3. Nicht nur spritzwassergeschützt wie viele andere, sondern so richtig wasserdicht. Man kann damit problemlos schwimmen und sogar bis zu 50 Meter tief tauchen. 




Der Tracker sieht eigentlich aus wie alle anderen auch, macht aber einen wertigeren Eindruck, auch wenn er komplett aus Plastik besteht. Das monochrome Display ist vergleichsweise klein bzw. schmal. Es nimmt nicht einmal 1/3 der Front ein. Unterhalb des Display ist eine virtuelle Taste angedeutet, über die das Band gesteuert wird. Auf der Rückseite der Pulssensor und die Pins für das Ladegerät. Das Armband lässt sich wechseln, bietet aber ein anderes System als üblich, denn es wird verschraubt. Hat den Vorteil, dass sich da nix ausleiert und abfallen kann. Das Armband besteht aus einem sehr weichen und dadurch angenehmen Silikon. Es riecht überhaupt nicht und selbst wenn man stark schwitzt, macht es sich am Band nicht bemerkbar.

Der Verschluss ist in einem weitem Bereich verstellbar und sollte selbst breitere Unterarme sicher umschließen. Über den Verschluss kann man streiten. Ich finde ihn gut und hatte keinerlei Probleme. Egal ob einhändiges Öffnen oder Schließen. Klappt einwandfrei und durch den breiten Clip sollte es sich auch nicht selbstständig öffnen. Bei mir hat es das zumindest nicht getan.

Das Display ist im Freien bei einigermaßen Sonnenschein leider überhaupt nicht mehr ablesbar. Selbst die Hand davor halten nützt nicht viel. Aktiviert wird das Display durch die typische „Auf-die-Uhr-schauen“ Geste. Texte oder besser gesagt die Benachrichtigungen der Apps werden hochkant angezeigt. Längere Texte blättert man per Tastendruck weiter.




Die Verarbeitung geht absolut in Ordnung, was man bei diesem Preis aber wohl auch erwarten kann. Das Gewicht von 19 g spürt man im Alltag nicht. Die Taste reagiert zuverlässig, lässt aber ein haptisches Feedback vermissen. 

Der Akku ist der Hammer. Mit 105 mAh ist er nicht größer als bei vielen Konkurrenten, aber er soll bis zu 30 Tage durchhalten. Bei mir waren nach knapp 4 Tagen trotz aktivierter Pulsmessung immer noch 80% Akkukapazität vorhanden. Weiter bin ich leider nicht gekommen, wie ich im Praxistest erläutern werde.

Geladen wird das Honor Band 3 mit einem Ladeadapter, den man von unten in das Band einclipst, was sich als etwas fummelig erweist, aber stabil hält. Er passt nur in einer Position und wird per Micro-USB Kabel verbunden. Ein Netzteil wird leider nicht mitgeliefert, aber es passt jedes handelsübliche USB Ladegerät.

Bedienung und App:

Die Bedienung des Honor Band 3 ist kinderleicht, denn es besitzt nur eine Taste und nur wenige Funktionen. Mittels der virtuellen Taste lassen sich die Anzeigen durchschalten und durch gedrückt halten können Aktivitäten gestartet, pausiert oder beendet werden. Gerade für Läufer dürfte interessant sein, dass man über die Huawei Health App auf einen Marathon trainieren kann, genauso auch für andere Distanzen oder man kreiert sich selbst einen Trainingsplan. Auch die lassen sich über das Band direkt starten und überwachen. Ansonsten hat das Band keine Funktionen. 

Das mit der App ist immer noch so eine Sache. Genau wie beim Huawei Band 3 (Testbericht) muss man zwei Apps installieren, um das Band nutzen zu können. Total umständlich und ehrlich gesagt ein unzumutbarer Krampf. Diese Komilösung ist schon beim Huawei Band elend, aber hier beim Honor Band 3 ist es eine absolute Katastrophe. Es ist schlicht nicht nutzbar. Aber der Reihe nach.




Zuerst braucht man die Huawei Wear App (AndroidiOS). Wer Android nutzt, braucht zusätzlich noch die Huawei Health App, um sich Details wie man z.B. geschlafen hat, den Pulsverlauf, sportliche Aktivitäten usw. anzeigen lassen kann. Das kann die Huawei Wear App nämlich nicht. Warum das so ist? Keine Ahnung. Da muss man mal bei Huawei bzw. Honor nachfragen.

Aber das ist noch das kleinste Problem, denn ich konnte das Honor Band 3 problemlos verbinden mit Huawei Wear verbinden und einrichten, aber wenn ich mir Details anzeigen lassen wollte oder irgendwas anderes einstellen, sollte ich es trennen und mit Huawei Health verbinden. Das klappte zwar, aber ich konnte keine Einstellungen speichern. Egal was ich probiert habe. Es ließ sich nichts speichern. So bin ich immer noch 10 Jahre alt, 50 cm groß und wiege 20 kg. Also zurück zur Huawei Wear App, die zwar speichert aber keine Details anzeigen kann. Aber das war nur der Anfang vom Ende…

Alltagstest:

Kurz gesagt, habe ich den Test nach 3 Tagen entnervt abgebrochen und das Honor Band 3 in die Ecke gefeuert. Es funktioniert schlicht nichts. Die auf dem Band angezeigten Schrittzahlen stimmen nicht mit der App überein. Egal wie oft ich es mit Huawei Wear synchronisiert  habe. Es fehlen immer mehrere hundert Schritte. Schlaf wurde gar nicht ausgezeichnet, auch kein Puls, auch wenn die LED immer wieder geleuchtet hat.

Ich lasse mich nicht so schnell entmutigen, also raus in die Natur und joggen. Kann man direkt über das Band starten, was übrigens auch für das Laufband, Radfahren und Schwimmen funktioniert. Allerdings kommt erst kurz vor Kilometer 3 die Benachrichtigung, dass ich den ersten Kilometer absolviert habe. Passt nicht so ganz. Am Ende des Trainings zeigt mir mein Honor Band 3 eine Strecke von knapp 3 Kilometer an, obwohl es 7,3 km waren. Natürlich passen deswegen auch alle anderen Werte des Workout nicht. Und wie überraschend…es wurde nicht gespeichert, obwohl ich das Training brav über das Band gestoppt habe und die Zusammenfassung angeschaut habe. Weit und breit nichts zu sehen.




Einen Wecker hat das Teil auch. Sogar einen intelligenten, welcher je nach Schlaf schon etwas früher weckt als eingestellt. Soll gut für den Körper sein. Aber ratet mal…es lässt sich keine Weckzeit speichern. Egal was ich probiere.

Und so geht es die ganzen drei Tage. Nichts, aber auch rein gar nichts funktioniert. Und irgendwann reicht es halt.

Fazit:

Würde ich das Honor Band 3 weiter empfehlen? Nein, niemals , nie, nicht. Teurer Elektroschrott und ich glaube nicht, dass ich ein Montagsmodell erwischt habe, denn im Netz findet man mehrere Einträge mit ähnlichen Problemen.

Die Hardware ist toll, aber der Rest einfach nur schlecht. Und daher vergebe ich kein Gütesiegel. 

Lieber einen Blick in meine stets aktuelle Bestenliste werfen und eine bessere Alternative finden.



6 KOMMENTARE

  1. Ja ist blöd. Trotzdem ist irgendwie eine „schadenfreude“ zu merken. Anstatt den Hersteller anzuschreiben und zu fragen was da los ist ballert man so einen Bericht raus. Als normaler Kunde würde ich mich an den support wenden

    • Da scheinst du mich offensichtlich nicht zu kennen. Denn ich habe schon ganz andere Bänder getestet, auch das vom Mutterkonzern. Da funktioniert das irgendwie besser, denn es sind exakt die gleichen Apps. Das hat nix mit Schadenfreude zu tun sondern ärgert mich als Kunden. Und glaube mir…mit irgendwelchen Supports habe ich mehr als genug Erfahrungen…

      Gruß

      • Was sagt den der deutsche support? Oder hast du die nicht angeschrieben weil du „genug Erfahrung“ mit denen hast?

        • Das kann ich dir gerne sagen…nämlich nichts…bislang keine Reaktion. Weder per Kontaktformular noch Facebook. Ist aber leider nicht das erste mal, dass ich von Honor keine Antwort bekomme.

          Gruß

  2. Habe seit 3 Tagen ein Honor Band3 und iwie funktioniert halt alles. Kein plan, welche Probleme sie haben. Ich benutze auch lediglich die Health-App, diese beschriebene Wear-App kenne ich nicht. Weiss nicht ob die Softwares sich da entgegen kommen, aber bei mir klappt alles wunderbar. Ob Mal ein Schritt mehr oder weniger, das ist ja egal, aber Puls, Schlafüberwachung etc. Geht alles wunderbar. Am Besten das Gerät einfach Mal umtauschen und erneut testen.
    Gruß

  3. Mir fehlt bei der ‚Funktionsanpassung‘ (Android) Radfahren. Alles andere ist vorhanden laufen, schwimmen u.s.w. Ist es bei Android nicht vorhanden?

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