Mit der Weloop Hey 3S habe ich eine eher seltene, aber nicht weniger interessante, weil günstige Smartwatch im Test. Mal sehen, wie sich der Nobody im Alltag gehen die Amazfit Bip schlägt.

Wobei so Nobody ist Weloop gar nicht mehr. Spätestens seitdem die Amazfit Bip (Testbericht) auf dem Markt ist, liest man immer wieder von denen. Primär halt von der von mir hier für einen Dauertest bei ebay gekaufte Weloop Hey 3S. Bekannt wurde sie, weil von der hauseigenen Xiaomi Crowdfunding-Plattform finanziert wurde. Und der Name Xiaomi ist mittlerweile ein echtes Zufpferd. Kein Wunder, dass die Weloop Hey 3S binnen Stunden erfolgreich finanziert war.

Ja, sie sieht aus wie eine Apple Watch, aber mich stört das nicht weiter. Vielmehr erfreut sie mit eingebauten GPS und einer 50 Meter Wasserdichtigkeit. Und das alles für weit unter 100 € und damit preislich und ausstattungstechnisch auf Augenhöhe mit der Amazfit Bip.

Technische Daten Weloop Hey 3s:

  • Android ab 4.4 und iOS ab 8.0
  • 1,28″ LCD Display mit 176 x 176 Pixel
  • Gorilla Glass 3
  • Bluetooth 4.2 LE
  • GPS / GLONASS
  • Gyroskop
  • 6-Achsen Beschleunigungsmesser
  • Pulsmesser
  • Schlaftracker
  • Schrittzähler
  • Wasserdicht bis 50 m
  • Armbandlänge 110 – 210 mm
  • 46,2 x 35,6 x 11,2 mm
  • 38 g (inkl. Band)
  • 270 mAh

Produktseite: weloop.com/hey-3s

Bedienungsanleitung: n/a

Die Weloop Hey 3S gibt es in verschiedenen Farben, wobei es verschiedene Armbänder sind. Und zwar Schwarz/Grau, Schwarz/Rot und Schwarz/Gelb. Derzeit ist sie bei Geekbuying* mit einem Preis von 73,08 € am günstigsten zu haben. Bei Aliexpress* sind es schon ab 97,99 € und bei Amazon* ab 127,98 €. Gearbest hat sie gar nicht im Programm. Ich selbst habe meine nur wenige Tage genutzte bei ebay für knapp 76 € geschossen.

Verarbeitung und Ausstattung:

Der Lieferumfang der Weloop Hey 3S ist nicht wirklich aufregend. In der Verpackung findet man neben der Uhr noch die beiden nicht montierten Armbänder, ein Ladegerät und eine Kurzanleitung in mehreren Sprachen, darunter auch deutsch.

Wie schon erwähnt, sieht die Weloop Hey 3S aus wie eine Apple Watch. Und tatsächlich fallen vielen darauf herein. Mir ist das egal, denn auch ein iPhone hat vorne eine großes Display und ist rechteckig. Genau wie alle anderen Smartphones. Dazu sieht sie aus wie die Amazfit Bip (Testbericht).

Die Uhr selbst besteht zwar komplett aus Polycarbonat, einem hochfesten Kunststoff, ist aber wirklich sehr gut verarbeitet. Das Display ist durch Gorilla Glass 3 geschützt, misst 1,28″ und löst mit 172 x 172 Pixel auf. Es ist exakt das Gleiche, wie bei der Amazfit Bip (Testbericht) und ebenfalls immer aktiv. Und wie bei der Bip ist das Display auch bei Sonnenschein noch gut ablesbar. Die Watchfaces kann man bei der Weloop Hey 3S zwar ändern, ist aber wohl nicht so einfach. Hier ist eine Anleitung.

Während die Amazfit Bip nur einen Knopf hat, bietet die Weloop Hey 3S gleich zwei. Dabei sind die beiden aber nur für die Navigation zuständig und können zwar gedrückt, aber nicht gedreht werden.

Gar nicht so selbstverständlich in dieser Preisklasse ist das Vorhandensein von GPS. Denn ein solches ist mit am Bord. Heißt, dass man kein Handy mitnehmen muss und trotzdem die Strecken aufgezeichnet werden. Das funktionierte im Test richtig gut und vor allem exakt, auch wenn es mitunter bis zu 30 Sekunden gedauert hat, bis das GPS Signal empfangen wurde. Wasserdicht ist sie auch. Bis zu 50 Meter tief kann man tauchen, aber nur in Süßwasser. Somit ist duschen auch kein Problem. Schwimmen wird als Aktivität natürlich angeboten.

Auch beim Thema Armbänder sind die Weloop Hey 3S und die Amazfit Bip identisch. So sind die Armbänder ohne Werkzeug wechselbar und haben die Standardbreite von 20 mm. Wobei mir das Armband der Weloop Hey 3S aber besser gefällt. Es trägt sich etwas angenehmer und hat die bessere Schließe.

Der Akku der Weloop Hey 3S ist mit 270 mAh etwas größer als der der Amazfit Bip. Bis zu 30 Tage soll er halten. Bei mir waren es bei permanenter Pulsmessung und ab und zu GPS Nutzung fast 3 Wochen und damit in etwas vergleichbar mit der Bip. Und nein. Man kann GPS nicht komplett abschalten. Es ist nur aktiv, wenn eine entsprechende Aktivität läuft. Und nein, man kann auch die Pulsmessung nicht dauerhaft abschalten. Wer darüber ernsthaft nachdenkt, um Akku zu sparen, sollte ernsthaft mal darüber nachdenken, ob nicht eine ganz normale Uhr ausreicht. Für das was die Weloop Hey 3S kann, sind 22 bis 3 Wochen Akkulaufzeit sehr gut und geladen ist der Akku innerhalb von nicht einmal 2 Stunden.

Apropos laden. Die Ladeschale ist an einer Stelle magnetisch und so ist die richtige Positionierung der Weloop Hey 3S ein Kinderspiel. Ein Netzteil wird zwar nicht mitgeliefert, aber das Micro-USB Ladekabel passt an jede normale USB Buchse.

Verbindung und Bedienung:

Als App kommt die Weloop App (Android / iOS) zum Einsatz, welche komplett in Deutsch ist. Allerdings gibt es auch hier ein paar Rechtschreibfehler und nicht immer sinnvolle Übersetzungen. Aber man findet sich problemlos zurecht. Leider gibt es keine Alternativen Apps wie bei der Amazfit Bip. Dafür ist die Community einfach zu klein.

Die Verbindung selbst ist in wenigen Sekunden erledigt. Die Uhr einschalten, App starten, sie wird gefunden, verbunden, Daten eintragen, fertig. Eine extra Bluetooth Verbindung muss nicht eingerichtet werden.

Im Hauptbildschirm sieht man auf einen Blick alle wichtigen Daten und kann von hier aus auch alles einstellen. Wie schon erwähnt, ist die App komplett auf Deutsch, auch wenn es auch hier einige Übersetzungsfehler gibt. Leider kann man seine Daten nicht mit Diensten wie Google Fit, MyFitnessPal oder Strava synchronisieren.

Leider muss man die App häufig nutzen, weil solche Dinge wie Alarme nur über die App geändert und aktiviert werden können. Watchfaces kann man zwar auch über die Uhr selbst ändern, dort hat man aber nur zwei zu Auswahl, während es über die App einige mehr sind. Ansonsten ist die App gut gemacht. Vor allem sehr bunt.



Aktivitäten wie Laufen, Radfahren oder Schwimmen können direkt über die Uhr gestartet, Pausiert und beendet werden. Das war es aber leider auch schon. Für alle wird GPS aktiviert und die Strecke aufgezeichnet. Im Test wurde meine Laufstrecke exakt aufgezeichnet und auch die Karte war zu sehen. Ein Vorteil gegenüber der Bip, bei der die Karte leider leer bleibt, also Route auf weißen Grund. Bei der Auswahl der Workouts ist die Amazfit Bip einfach flexibler.

Aktiviert, also das Display einschalten, wird die Uhr über die typische „Auf-die-Uhr-schauen-Geste“. Also drehen des Handgelenks. Benachrichtigungen können von allen installierten Apps aktiviert werden. Dazu noch bis zu 10 Wecker, Benachrichtigungen bei Inaktivität usw. Dazu noch einen Timer und Stoppuhr.

Die Bedienung der Weloop Hey 3S ist eigentlich sehr einfach. Navigiert wird per Touchscreen und den beiden Tasten an der Außenseite. Mit der linken Taste gelangt man in die Ansicht für den Akku, Verbindungsstatus und kann auf Wunsch den Do-Not-Disturb Modus aktivieren. Mit der rechten Taste gelangt man in das eigentliche Menü, welches von den Symbolen aber irgendwie altbacken rüberkommt.

Praxistest:

Die Weloop Hey 3S ist einer eher unauffälliger Vertreter und verrichtet klaglos ihren Dienst. Das Armband ist angenehm zu tragen und das Display zu jederzeit gut ablesbar. Was aber total nervt ist, dass trotz aktivierten Nicht-Stören-Modus von 23 Uhr bis um 8 Uhr das Display in der Nacht trotzdem aktiviert wird. Habe das mehrmals kontrolliert, aber alle Einstellungen passen und trotzdem schaltet sich das Display auch nachts ein. Wohl ein Bug.

Ansonsten gibt es nicht viel zu meckern. Die Verbindung und auch Synchronisation gehen schnell über die Bühne und auch wenn man die App öfter mal öffnen muss, geht alles schnell von der Hand.

Nur die sehr kleine Auswahl an sportlichen Aktivitäten wie Laufen, Radfahren und Schwimmen schränkt die Nützlichkeit stark ein. Ich mache neben Laufen noch Krafttraining, Freeletics und Spinning. Solche Sportarten kann man leider nicht aufzeichnen. Auch das Gewicht lässt sich nicht tracken. Das GPS Signal wird übrigens innerhalb weniger Sekunden gefunden, wenn man sich draußen aufhält.



Sehr schön finde ich die Aufmachung der gespeicherten Trainings. Sie lassen sich zwar nicht wirklich exportieren außer zu Facebook und per Mail, aber für Freizeitsportler wie mich völlig ausreichend. 

Benachrichtigungen von Apps werden gut lesbar angezeigt, wobei man nur die ersten Zeilen zu lesen bekommt. Beantworten kann man diese aber nicht.

So ein Tracker soll primär richtig zählen und messen. Und genau das tut die Weloop Hey 3S richtig gut. Egal ob Schlafdaten, Puls oder Schritte. Die ermittelten Werte wissen zu überzeugen. Im direkten Vergleich mit einem professionellen Pulsmesser zeigt die Smartwatch eine vernachlässigbare Abweichung von wenigen Schlägen und kann als Toleranz bezeichnet werden. Genauere Messungen wird man über die Haut am Handgelenk sowieso nicht bekommen. Auf Wunsch kann eine kontinuierliche Pulsmessung aktiviert werden. Den Schlaf trackt die Uhr übrigens automatisch.

Der Wecker hat mich zuverlässig geweckt, auch wenn die Vibration gerne etwas stärker ausfallen könnte. Es gibt zwar keinen smarten Wecker, aber das ist nicht weiter schlimm, da der Wecker ansonsten alles bietet, was man benötigt. 

Ein Gimmick und nicht mehr ist die Anzeige des Wetters. Die Werte und auch die Vorhersage passten soweit, werde aber nur einmal die Stunde aktualisiert.

Fazit:

Würde ich die Weloop Hey 3S empfehlen? Ehrlich gesagt nein. Nicht seitdem es mit der Amazfit Bip (Testbericht) eine nahezu baugleiche Smartwatch gibt, die nicht nur günstiger ist, aber durch mehrere Alternative Apps wesentlich mehr Funktionen bietet, also die Weloop Hey 3S.

Die Weloop Hey 3S ist eine gute Smartwatch, aber die Amazfit Bip (Testbericht) ist in allen Belangen einfach einen Tacken besser und genau das zählt am Ende. Daher vergebe ich auch nicht das Gütesiegel.

Wer wissen möchte welche Fitnesstracker und Smartwatches sonst noch zu empfehlen sind, dem sei unsere Bestenliste ans Herz gelegt.

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