In-App Käufe – lauert hier die Gefahr von der Abzocke 2.0 ?

In-App Käufe Screenshot (1)Es sind die Apps, die den Durchbruch von Smartphones und Tablets erst möglich gemacht haben. Seit dem iPad bin ich ebenfalls ein bisschen zum Spieler geworden. Ist ja auch zu schön mit so einem Brettchen auf der Couch zu liegen und mal ein richtig gutes Game zu zocken. Bei mir bevorzugt Simulatoren und Rennspiele. Leider hat sich mit dem großen Erfolg der Apps eine neue Unart bei den Entwicklern breit gemacht. Nennt sich auf neudeutsch „In-App-Käufe“ und ist für mich schlicht nur noch die Abzocke 2.0


Sicher werden viele sofort denken, dass ich jetzt hier rein über Apple herziehen werde, aber weit gefehlt…es betrifft auch Android. Denn hier grassiert das In-App-Kauf Fieber genauso.

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Wobei die Grundidee dahinter eigentlich richtig gut ist. Die Entwicklung von Spielen und Apps verschlingt heutzutage Geld, viel Geld. Schließlich wollen wir ja perfekte Apps und bestrafen Fehler gnadenlos mit miesen Bewertungen. Natürlich ist gratis am besten, aber das sind nur die wenigsten der richtig tollen Apps. Ein Weg zu günstigen Apps war die Einblendung von Werbung. Was wurde darüber geschimpft. Nervig, ständige Fehlklicks usw. Es ging soweit, dass sich findige Tüftler daran gemacht haben, funktionierende Werbeblocker auch für Apps zu entwickeln.

Wer keine Werbung haben wollte, konnte bzw. kann sich eine spezielle Version ohne Werbung kaufen. Die kostet dann halt richtig Geld. Das wollte aber auch niemand. Wie immer stieg die Zahl der Warez auch hier rapide an. Auch nicht wirklich zielführend für die Hersteller, also musste etwas neues her.

Die Apps sollten günstig sein, aber die Hersteller trotzdem nicht leer ausgehen. So waren die In-App-Käufe geboren. Die App ist sehr günstig bis gratis und kann im Spiel durch Zukäufe erweitert werden. Ob neue Levels, neue Waffen, virtuelles Geld oder was auch immer. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt. An sich ja auch nix schlimmes und völlig legitim.

Aber nicht, wie es in immer mehr Apps, vor allem Spielen praktiziert wird. Ich nenne hier jetzt nur mal stellvertretend drei Beispiele..

Need for Speed Most Wanted:

Für mich derzeit das Rennspiel Nr.1 und kann als hochpreisig bezeichnet werden. Sowohl bei iOS als auch bei Android. Seit dem Erscheinen spiele ich sehr oft. Leider scheint es aber hier so zu sein, dass man es gar nicht bis zum Ende durchspielen kann, ob ein oder mehrmals einen In-App Kauf zu tätigen.

Ich bin zwar auf Platz #1 also Most Wanted, aber ich will alle Fahrzeuge besitzen und noch weiter kommen. Nur hat man ohne die noch stärkeren Boliden irgendwann keinerlei Chance mehr die Aufgaben zu erfüllen. In einem Rennen muss man ein Durchschnittstempo von 319 km/h erreichen. Nicht zu schaffen, wenn das schnellste Pferd im Stall gerade einmal 330 km/h Spitze fährt. Und das Geld reicht nicht einmal annähernd um den nächsten Wagen zu kaufen. Man kann also die Events zig mal wiederholen und sich so mühsam das Geld zusammen sparen, was aber nach dem 30. Rennen auf derselben Strecke nicht mehr wirklich Spaß macht oder man gibt sich der Option des In-App Kauf hin…Gezielt?

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Asphalt 7:

Dasselbe gilt auch für ein weiteres ganz aktuelles Rennspiel. Asphalt 7. Auch hier spiele ich seit dem Release ständig und kommen an meinem Punkt nicht mehr weiter ohne echtes Geld in die Hand zu nehmen. Natürlich um eine fettere Karre zu kaufen, um das nächste Rennen zu gewinnen. Im Gegensatz zu Need for Speed kann man aber hier nicht nach Eichhörnchen-Art Geld sammeln. Frust ist hier also vorprogrammiert oder ein leeres Konto.

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My Horse:

Zum Abschluss noch ein äußerst ärgerliches Beispiel. Meine 7-jährige Tochter spielt für ihr Leben gern dieses Pferde Spiel. Man muss sich um seinen Gaul kümmern. Also pflegen, füttern und verwöhnen um damit erfolgreich zu sein. Natürlich kann man auch hier per In-App Käufe seinen Klepper massiv tunen. Mit Zubehör. Alles noch im Rahmen. Aber meine Tochter kommt nicht mehr weiter. Um an Turnieren teilzunehmen muss man Diamanten sammeln. Die zweite Währung im Spiel und die kann man sich wie verdienen? Durch gewonnene Turniere…ähm…wie jetzt…

Ja genau und ratet mal, wie man ganz schnell an ein paar Diamanten kommen kann…

Ich habe mich von meiner Tochter breitschlagen lassen und für 4,49 € Diamanten gekauft. Sie konnte weiter spielen um dann kurze Zeit wieder vor mir zu stehen. Sie braucht wieder Diamanten weil das Pferd für das nächste Turnier ein extra Futter benötigt um noch fitter zu sein…

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Das ich mir das nicht alles einbilde und nicht wieder nur auf Krawall aus bin, zeigen viele, viele Kommentare, Bewertungen oder Forenbeiträge zu diversen Apps. Da muss man nicht lange suchen, um entsprechende Eintragungen im Netz zu finden, die das genauso oder ähnlich sehen. Zudem ist es wie immer meine ganz persönliche Meinung, die sich nicht mit euren decken muss…und nun viel Spaß beim In-Appen…

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Peter W.

1 Kommentar zu „In-App Käufe – lauert hier die Gefahr von der Abzocke 2.0 ?“

  1. Ja finde ich auch eine Unart, meine Freundin spielt gerne My Little Pony und da muss man um das Spiel durchzuspielen mindestens 200€ (!!) investieren, um alle Items, Läden und Ponys zu bekommen etwa 800€ (!!!!!).

    Aber wozu gibts Root: Einfach Diamanten/Edelsteine/Sterne etc. in die Spieldateien reineditieren (die meisten haben ihre Daten nämlich offline liegen, was natürlich auch toll ist, denn nach einem FLash ohne Backup sind die gekauften Dinge alle weg) und fertig… Da gibts bei manchen Spielen sogar direkt Apps für, die das auf dem Gerät tun.

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