Google Stadia ist offiziell – so geht Gaming in der Zukunft

In der Technikszene ist es ein stetiges Auf und Ab. Tagelang tote Hose ohne echte News, dann kommen sie plötzlich und ohne Vorwarnung geballt. Erst Apples neues iPad und iPad Mini und nur einen Tag später lässt man auf der Game Developers Conference (GDC) in San Francisco Google Stadia vom Stapel. Und dieses Stadia läutet meiner Meinung nach eine ganz neue Ära des Gamings ein.



Heute sind es die sog. Influencer wie diese Bibi Blocksberg oder wie diese Beauty Tante da heißt, aber ich merke schon an meiner 13-jährigen Tochter, dass diese Spezies nach kurzem Leben schon wieder out sind und den Abgesang einstimmen können. Denn eSports ist binnen kürzester Zeit an den sog. YouTube Stars vorbeigezogen. Esports fasziniert die Massen, mich eingeschlossen und steht erst am Anfang.

Mit Google Stadia ist das nächste Level des Gamings jetzt offiziell an den Start gegangen und wird das klassische Spielen über Konsolen oder PCs komplett auf den Kopf stellen. Ursprünglich als Project Stream bekannt wurde jetzt Stadia als Name gewählt. Es soll wohl an die Stadien aus dem Mittelalter erinnern.

Bislang brauchte man entweder eine PS4, Xbox oder fetten Spiele PC, um wirklich vernünftig zocken zu können. Ich habe weder noch. Nur ein OnePlus 6 auf dem ich PUBG Mobile zocke. So ein bisschen halt und ich bin auch nicht wirklich gut. Aber ich habe schon öfter mal auf meinen Fernseher gestreamt und mein Smartphone dank des GameSir F2 PUBG Controller (Testbericht) zu einem Controller gepimpt. Ist halt nix halbes und nix ganzes. Das alles wird mit Google Stadia noch einfacher, schneller und besser.

Denn Google Stadia ist eine Gaming Plattform, die auf allem läuft, was mit dem Internet verbunden ist. Also Smartphones, Tablets, Laptops, PCs, Chromebooks oder Smart TVs. Um auf einem Fernseher zu spielen soll man nur einen Chromecast Ultra benötigen. Gesteuert wird das alles über einen per WLAN verbundenen speziellen Stadia Controller von Google, der äußerlich an einen gewöhnlichen Controller erinnert. Die Spiele an sich werden auch nirgends installiert, sondern laufen direkt im Chrome Browser und werden dort in Echtzeit von Google Servern gestreamt. Also echtes Cloud-Gaming. Und das mit 4K inkl. HDR und bis zu 60 fps und Surround-Sound. Also in einer sehr, sehr hohen Qualität.

Einzige Voraussetzung ist neben Google Chrome eine dicke Internetleitung. Und damit scheiden leider schon mal sehr viele Interessenten alleine schon aus technischer Hinsicht aus. Denn ich gehe mal davon aus, dass man mit DSL 1000 gar nicht erst anfangen muss zu probieren.

YouTube spielt dabei auch eine zentrale Rolle, denn neben Twitch hat sich auch YouTube zu einer Art Streamingplattform gemausert, über ich selbst gerne mal in einer ruhigen Minute PUBG Spielern zuschaue. Streamer können direkt aus dem Spiel heraus Links schicken, die den Zuschauer per Klick ins Spiel holen. Egal auf welchem Endgerät man gerade zugange ist. Nach maximal 5 Sekunden soll man mitten im Geschehen sein. Nennt sich „Crowd Play“ und wäre ein Highlight für meinen 9-jährigen Sohn, der Fortnite spielt und sich jedes mal darüber freut, wenn er mit einem dieser Streamer zusammen spielen kann.

Rein technisch setzt das Google folgendermaßen um. Das Streaming als solches läuft über weltweit verteilte Google Server mit spezieller Stadia-Hardware laufen. Als Prozessor kommt ein 2,7 GHz X86 zum Einsatz mit 16 GB RAM und einem AMD Grafikprozessor, der es auf 10,7 Teraflops bringt und das für jede einzelne Spieleinstanz. Damit will man Spielekonsolen wie die PS4 Pro oder Xbox One X in den Schatten stellen. Stadia läuft auf einem angepassten Linux und Vulkan als Grafikschnittstelle. Als Spieleengine kommt Unity und Unreal zum Einsatz. Intressant wird aber die Sache mit der Latenz. Wie schnell also ein Signal z.B. ein Tastendruck auch im Spiel ausgeführt wird. Da zeigte man bei der Vorstellungen eine Verzögerung von 166 Millisekunden und lag damit nur knapp hinter einer XBox.



Alles steht und fällt aber mit den zur Verfügung stehenden Games direkt zum Start von Google Stadia. Die eigenes gegründete „Stadia Games and Entertainment“ wird eigene Spiele für Google Stadia entwickeln, aber das wird wohl noch dauern. Bestätigt ist aber schon, dass mit Assassin’s Creed Odyssey und Doom Eternal zwei echte Kracher direkt zum Start verfügbar sein werden. Spieleentwickler werden aber auf Wunsch von Google dabei unterstützt, ihre Spiele für Stadia anzupassen.

Ich bin bestimmt kein echter Gamer, aber ich bin mega gespannt, was uns da in der Zukunft erwartet und wie eingangs erwähnt , bin ich der Meinung, dass mit dem gestrigen Tag ein ganz neues Kapitel des Gamings aufgeschlagen wurde. Klassische Konsolen oder monströse Spiele-PCs werden mittelfristig unnötig, denn es reicht ein Controller und irgendwas auf dem Chrome läuft.

Starten soll es noch 2019 in den USA, Kanada, Großbritannien und einem Großteil von Europa. Wohl auch Deutschland. Was aber noch völlig offen ist, wie das finazielle aussieht. Kostenlos wird der ganze Spaß wohl nicht. Was wird der Stadia Controller kosten? Kosten die Spiele einzeln oder wird es ein monatliches Abo geben? Es sind also noch einige Fragen offen und somit bleibt es spannend und ich weiter am Ball. Möchte endlich PUBG richtig am Fernseher spielen…

Produktseite: google.com/stadia

Für Entwickler: stadia.dev/welcome-to-stadia

Quelle

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