SHOKZ OpenRun Pro im Test – wie gut ist dieser Knochenschall Kopfhörer?

Im Test habe ich den SHOKZ OpenRun Pro Knochenschall-Kopfhörer, denn ich möchte im Alltag ausprobieren, was diese Technik taugt und wie es am Ende wirklich klingt.

Die Technik hinter dem Knochenschall (Bone-Conduction) ist sehr spannend, denn wie unsere Hörer des Podcast wissen, habe ich durch die vielen Tests von In-Ear Headsets Probleme mit den Ohren und bei der Berufsfeuerwehr, mein Beruf, wird diese Technik demnächst auch Einzug halten. Im Gegensatz zu „normalen“ Headsets steckt hier nichts im Ohr oder am Ohr, denn der Schall wird nicht per Schall durch die Luft an das Trommelfell, sondern durch Vibrationen über den Knochen an der Schläfe an das Innenohr weitergeleitet. Die Vorteile liegen auf der Hand. Weil nichts im Ohr steckt, gibt es kein Druckgefühl, keine Störung der Belüftung des Innenohrs und keine akustische Abschottung von der Außenwelt. Aber wie gut funktioniert das mit dem Knochenschall im Alltag und vor allem, wie klingt das mit Musik, denn diese Technik hat leider einen entscheidenden Nachteil.

Natürlich bewerte ich auch solche Sachen wie Verarbeitungsqualität, Konnektivität mit Android und iOS, Tragekomfort usw. denn ich treibe auch Sport und trage sie dabei. Am Ende schreibe ich auf, was ich gut finde, was ok und was ich nicht gut finde. Wie immer sind das meine ganz persönlichen Eindrücke und gerade der Klang, aber auch die Akkulaufzeit hängt extrem vom eigenen Nutzungsverhalten und Hörgewohnheiten ab. Das auch mit einer der Gründe, warum wir unsere Testberichte eher kurz halten, denn niemand elend lange Texte lesen und daher konzentrieren wir uns auf besonders erwähnenswerte Merkmale. Wie ich genau teste und worauf ich dabei so achte, habe ich hier im Detail beschrieben -> Link

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Technische Daten SHOKZ OpenRun Pro:

  • 10 mm Treiber
  • 20 Hz – 20 kHz
  • Bluetooth 5.1
  • Bluetooth Profile A2DP, AVRCP, HSP, HFP (was ist das?
  • Bluetooth Codec: SBC (was ist das?
  • Freisprechfunktion
  • Tastenbedienung
  • Sprachassistenten Siri/ Google Assistant
  • Multipoint (was ist das?)
  • spritzwassergeschützt nach IP55 (was bedeutet das?)
  • 30 g
  • 140 mAh

Produktseite: de.shokz.com/openrun-pro

Bedienungsanleitung: shokz.com/OpenRun_Pro.pdf

Erhältlich ist das SHOKZ OpenRun Pro Headset in Beige, Blau, Rosa oder Schwarz bei Amazon* in zwei Größen „Mini“ und „Standard“ zum Preis von 189,99 Euro.

Der Lieferumfang der SHOKZ OpenRun Pro

Was ich gut finde:

In der Verpackung des SHOKZ OpenRun Pro findet man zuerst mal ein Case, in dem das Headset liegt, ein magnetisches Ladekabel und eine deutsche Kurzanleitung. Auf der Homepage ist übrigens nur eine englische Anleitung zu finden, aber in der Shokz App ist diese in deutscher Sprache hinterlegt.

In Punkto Verarbeitung gibt es absolut nichts auszusetzen. Das Gehäuse besteht aus Kunststoff, das Band aus Silikon aber in gut. Sehr angenehm anzufassen und macht direkt einen sehr wertigen Eindruck. Bezüglich der Größe, es gibt zwei zur Auswahl, muss man sich vorher auf der Homepage kundig machen. Der Unterschied liegt im Durchmesser des Bogens hinter dem Kopf und bei mir ist es „Standard“. Alle Tasten haben gute Druckpunkte und sich gut zu ertasten.

Das SHOKZ OpenRun Pro ist spritzwassergeschützt nach IP55 (was bedeutet das?) und damit macht ihm Regen nichts aus. Auch starkes Schwitzen ist kein Problem, aber duschen oder gar schwimmen sollte man damit nicht. Dafür gibt es das Shokz OpenSwim*.

Der Bügel ist das Merkmal des SHOKZ OpenRun Pro

Auf der rechten Seite befinden sich die beiden Lautstärke-Tasten, in dem auch die Power-Taste integriert ist und der magnetische Ladeanschluss nebst einer kleinen LED. Auf der linken Seite der Multifunltionsbutton. Dazu gibt es noch zwei Mikrofone, welche über Noisecanceling verfügen. Im Inneren werkelt die 9. Generation der Knochenschall-Technologie, welche „Shokz TurboPitchTM-Technologie“ genannt wird. Mit ihr soll vor allem die Basswiedergabe verbessert worden sein.

Der Tragekomfort ist an sich sehr gut, da sich nichts am oder im Ohr befindet. Gerade für mich ein Segen, wie ich eingangs schon beschrieben habe. Selbst nach vielen Stunden am Stück merkt man die SHOKZ OpenRun Pro nicht auf dem Kopf, außer in zwei Situationen, auf die ich weiter unten eingehe. Egal ob man im Büro sitzt oder aktiv Sport treibt. Das Headset bleibt da, wo es ist – an Ort und Stelle. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob man, wie ich, Brillenträger ist oder einen Helm anzieht. Allerdings gilt das nicht für vollformatige Helme wie z.B. von Motorrädern.

Die Tasten zur Lautstärkeregelung findet man rechts

Der Akku des SHOKZ OpenRun Pro soll bis zu 10 Stunden halten und diese Angabe habe ich mit 11 Stunden und 6 Minuten locker übertroffen. Dazu habe ich bei ordentlicher Lautstärke gehört. Dank Schnellladefunktion reichen gerade mal 20 Minuten, um den Akku um rund 60% aufzuladen. Das magnetische Ladekabel hält dabei gut, so dass man keine Angst muss, dass es nur beim schief anschauen direkt abfällt.

Als App kommt beim SHOKZ OpenRun Pro die „Shokz – nur für OpenRun Pro“ App (Android / iOS) zum Einsatz. Warum es für die SHOKZ OpenRun Pro eine eigene App gibt, kann ich leider nicht beantworten, zumal diese App nicht sehr umfangreich ist. Bei Equalizer hat man die Auswahl aus zwei Voreinstellungen, die den Fokus entweder auf Musik oder Sprache legt. Dabei sind die Unterschiede aber ehrlich gesagt kaum hörbar, nur dass bei Musik wohl so eine Art Loudness für tiefe Töne aktiviert wird. Weiterhin lässt sich Multipoint (was ist das?) aktivieren, Firmware Updates installieren, aber leider nicht die Sprache auf Deutsch umstellen.

Die Bedienung ist sehr einfach und eingänglich per Tasten möglich. Kurz die Power-Taste drücken und das SHOKZ OpenRun Pro verbindet sich mit dem letzten Gerät. Für die erste Verbindung muss das Headset aber ausgeschaltet sein, um es dann durch Drücken der Lauter-Taste einzuschalten. An der rechten Seite lässt sich dann auch die Lautstärke regeln. Gerade beim Sport ist so eine Touch-Bedienung die schlechtere Wahl. „Richtige Tasten“ kann man selbst mit schweißnassen Händen perfekt bedienen. Hält man beide Tasten gedrückt, dann schaltet man zwischen den beiden EQ-Modis „Standard“ und „Voice Booster“ um.

Links die Multifunktionstaste

An der linken Seite befindet sich eine Multifunktion-Taste, über die man durch kurzes Drücken Play und Pause steuert. Kommt ein Anruf rein, kann man diesen durch einfaches Drücken annehmen und danach auf wieder auflegen. Doppeltes Drücken springt zum nächsten Titel. Dreimaliges Drücken springt wieder zurück. Für 2 Sekunden gedrückt halten startet den Sprachassistenten oder lehnt einen ankommen den Anruf ab. Weiterhin kann man beim SHOKZ OpenRun Pro auch Anrufe halten oder zwischen zwei Anrufen wechseln.

Für einen Reset auf die Werkseinstellungen schaltet man das SHOKZ OpenRun Pro aus, hält die Lauter-Taste solange gedrückt, bis die LED blau/rot blinkt. Dann hält man die Multifunktions-Taste zusammen mit der Lauter- und der Leiser-Taste für zwei bis drei Sekunden gedrückt, bis Töne zu hören und Vibrationen zu fühlen sind. Nun das Headset ausschalten.

Zwar ist „nur“ Bluetooth 5.1 verbaut, aber damit kann das SHOKZ OpenRun Pro ordentlich Reichweite erzielen. In meiner 115 m² Wohnung kann ich mich komplett bewegen, ohne die Verbindung zu verlieren. Ansonsten hängt es wie immer von den baulichen Gegebenheiten ab. Dank Multipoint können zwei Geräte verbunden sein, was in der Praxis auch gut funktioniert.

Das magnetische Ladekabel am SHOKZ OpenRun Pro

Und wie klingt der SHOKZ OpenRun Pro? Zuerst muss man sicher verinnerlichen, dass so ein Knochenschall-Kopfhörer nicht das komplette Frequenzband „normaler“ Headsets abbilden kann. Gerade im Tieftonbereich ist das deutlich zu hören, denn Bass gibt es so gut wie keinen, dafür aber ordentlich Vibrationen, denn genau das ist der Trick der SHOKZ OpenRun Pro. Man fühlt den Bass, was aber nicht jedermanns Sache sein dürfte. Ich finde es gut, meine Frau stört es. Leider kann man das nicht abschalten oder reduzieren.

Die Stärken der SHOKZ OpenRun Pro liegen eindeutig im Mittel- und Hochtonbereich. Es ist echt erstaunlich, wie sauber und präzise der menschliche Knochen derlei Töne reproduzieren kann. Absolut verzerrungsfrei bis hin zur maximaler Lautstärke und vor allem die Räumlichkeit hat mich verblüfft. Nochmals zu Erinnerung. Wir haben hier kein normales Headset, welches im Ohr steckt, sondern ein Headset, welches außen auf der Schläfe liegt. Bei Musik muss man eben die Abstriche beim Bass machen, aber trotzdem macht es wirklich Spaß zu hören. Gerade für alles, wo es primär auf Stimme ankommt, wie z.B. unseren Podcast ist es perfekt. Auch bei Telefonaten kann das SHOKZ OpenRun Pro überzeugen, allerdings hört das Gegenüber ein paar Nebengeräusche.

Der Tragekomfort des SHOKZ OpenRun Pro ist hervorragend

Was ich nicht gut finde:

Da der Bügel nicht verstellbar ist, hängt er bei mir etwas in der Luft. Normalerweise kein Thema, aber sobald man eine Mütze anzieht oder eine Kapuze über den Kopf zieht, dann verschiebt sich das komplette Headset. Man kann es dann zwar wieder richtig platzieren, aber mit der Zeit verrutscht der Bügel und damit das komplette Headset immer wieder. Motorradhelme funktioniert zwar prinzipiell, aber angenehm zu tragen ist das nicht mehr, da der Helm den Bügel ständig nach unten drückt und damit das Headset nach oben schiebt, womit der Klang deutlich schlechter wird.

Zwar gibt es den SBC Codec (was ist das?), welcher der kleinste gemeinsame Nenner bei den Bluetooth Headsets ist, aber das SHOKZ OpenRun Pro hätte für den Preis ruhig auch noch den Apple-eigenen AAC Codec implementiert haben können. Oder warum gibt es keine Trageerkennung? In dieser Preisklasse ist das schlicht negativ zu bewerten.

Warum gibt es eigentlich keine deutsche Ansagen? Es ist nur eine Kleinigkeit und ja, die Ansage sagt auch nicht viel, aber diese paar Brocken könnte man bei diesem Preis schon in ein paar mehr Sprachen als Englisch und Chinesisch bringen.

Die App zum SHOKZ OpenRun Pro ist sehr einfach gehalten

Fazit:

Ist das SHOKZ OpenRun Pro empfehlenswert? Ja, wenn man sich bewusst ist, was das SHOKZ OpenRun Pro ist. Ein Knochenschall-Headset, welches primär für Sportler optimiert ist. Es ist nicht dafür gedacht mit einem Gals Wein auf der Couch zu sitzen und Musik zu hören oder Filme zu schauen. Der Fokus liegt ganz klar beim Sport und dafür ist es perfekt geeignet. Sehr guter Tragekomfort, der auch nach Stunden nicht nervt, eine top Verarbeitung, sehr gute Akkulaufzeit und einfache Bedienung. Das mit den fehlenden Codecs ist verschmerzbar, weil eben viele Frequenzen rein technisch nicht übertragen werden können, die paar Brocken Englisch kann jeder und das mit dem Bügel ist eine Sache der Gewöhnung. Nur die fehlende Trageerkennung trübt das gute Ergebnis. Auch wenn es teuer ist, ist es eine Empfehlung, denn mir ist bislang keine brauchbare Alternative bekannt und dafür gibt es das Gütesiegel.

Offenlegung: Mobi-test.de hat dieses Gerät auf Anfrage vom Hersteller als Leihgabe erhalten. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.

Peter W.
SHOKZ OpenRun Pro
  • Verarbeitung/ Ausstattung
  • Verbindung/ Bedienung
  • Klang
  • Preis/ Leistung
3.8

Zusammenfassung

+ sehr gute Verarbeitung
+ guter Tragekomfort
+ guter Klang
+ sehr gute Akkulaufzeit
+ Schnellladefunktion

– nur SBC Codec
– keine Trageerkennung
– Ansagen nur in Englisch oder Chinesisch

4 Kommentare zu „SHOKZ OpenRun Pro im Test – wie gut ist dieser Knochenschall Kopfhörer?“

  1. Hallo Peter,
    zunächst ein gutes neues Jahr für Euch.
    Wie Du weißt habe ich ähnliche Probleme mit meinen Ohren. Ich nutze daher schon seit einiger Zeit den Aeropex, also den Vorläufer des OpenRun. Für mich ist es für Homeoffice, Podcast und Hörbücher das ideale System.
    Details aus Deinem Test kann ich im wesentlichen bestätigen. Der Preis ist tatsächlich schon hoch, man bekommt es aber mittlerweile bereits für ca. 145€.
    Der Tragekomfort ist wirklich gut. Mir ist es schon ein paar Mal passiert, dass ich vergessen habe das Headset abzusetzen, weil man es nach einiger Zeit einfach nicht mehr spürt, obwohl es eigentlich schon ziemlich groß ist.
    Ein Vorteil im HO ist auch, das man komplett beweglich bleibt, z.B. in der Wohnung rumlaufen und Kaffee holen, wenn man gerade keinen aktiven Part hat. Leider lässt sich in der Teams Implementierung unserer der Firma das Mikro nicht an/aus schalten.
    Aber natürlich wenn man mit gutem Klang Musik hören möchte nutze ich meine Readme Buds 3 Pro aus Eurer Empfehlung.
    LG Franky

    1. Hi Franky, ich schaue mich gerade um, ob es solche Headsets auch ohne Bügel gibt. Leider ist das meiste eher qualitativ minderwertig, aber vielleicht finde ich ja noch was passendes.

      Gruß
      Peter

  2. Hi Peter,
    bin gespannt ob Du was findest.
    Hab auch schon mal bei Amazon und und dem freundlichen Chinesen gesucht, aber nichts ohne Bügel gefunden. Wird sicher dann auch schwer am Ohr halten. Habe auch schon mal ne chinesische Alternative zu Shokz getestet, war aber nix. Im Moment denke ich ist Shokz das Beste.

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