Xiaomi Airdots Pro 2 aka Xiaomi Air 2 im Test

Es gibt neue Xiaomi AirDots. Genauer gesagt die Xiaomi Airdots Pro 2 aka Xiaomi Air 2 welche ich jetzt im Test habe. Denn ich will wissen, wie gut dieses relativ teure TWS Headset im Alltag ist.




Ich weiß schon gar nicht mehr, wie viele TWS Headsets ich schon getestet habe. Es sind etliche. Aber Xiaomi ist eben Xiaomi und wenn von denen ein neues Headset auf den Markt kommt, muss ich es einfach haben. So auch das Xiaomi Airdots Pro 2 aka Xiaomi Air 2, welches ich mir selbst über die ebay Kleinanzeigen gekauft habe.

Wieder einmal sind die diversen Bezeichnungen verwirrend. Viele Shops und umgangssprachlich nennt man sie Xiaomi Airdots Pro 2. Auf der Produktseite werden die als Xiaomi Air 2 betitelt und auf diversen Seiten wurden Fotos mit der Bezeichnung Xiaomi Mi Air 2 oder als Xiaomi Mi AirDots Pro 2 zu sehen. Die interne Bezeichnung lautet TWSEJ02JY.

Natürlich habe ich auch schon die Vorgänger Xiaomi AirDots Pro (Testbericht) getestet. Eigentlich alle TWS Headsets von Xiaomi (Testberichte). Nur sind die Pros eben um einiges teurer. Die 1er waren ihr Geld schon mal nicht wert. Daher hoffe ich, dass es die 2er besser machen. Denn ich habe 60 Euro bezahlt und dafür kann man auch von Xiaomi schon etwas verlangen.

Zumal die Konkurrenz wie z.B. das TaoTronics SoundLiberty 53 TT-BH053 (Testbericht) deutlich günstiger zu haben sind. Genau die QCY T5 (Testbericht

Und nein. Mich interessiert nicht, ob die aussehen wie die Apple AirPods Pro oder irgendwelche anderen. Wenn mich das stören würde, würde ich sie nicht kaufen. Mir kommt es drauf an, was raus kommt und ob ich für mein Geld anständige Ware bekomme oder vor Elektroschrott warnen muss.

Technische Daten Xiaomi AirDots Pro 2:

  • Android / iOS
  • 20 – 20.000 Hz
  • 32 Ohm
  • 14,2 mm Treiber
  • Bluetooth 5.0
  • LHDC  / SBC / AAC / BLE / A2DP / HFP / HSP / AVRCP
  • Touchbedienung
  • Sprachassistent
  • Freisprechfunktion
  • spritzwassergeschützt nach IPX4 (was bedeutet das?)
  • USB Typ-C
  • 50 mAh (je Earpiece)
  • 300 mAh (Case)
  • 37 x 17 x 16 mm (Earpiece)
  • 49 x 48 x 25 mm (Case)
  • 6 g (je Earpiece)
  • 50 g (komplett mit case)

Produktseite: mi.com/air2

Bedienungsanleitung: n/a

Die Xiaomi AirDots Pro 2 gibt es derzeit nur in weiß und kosten bei Gearbest* 63,82 Euro inkl. Versand*.

Wie immer teste ich für jeden ganz einfach nachvollziehbar. Für den Test lade ich die Dinger komplett auf, in diesem Fall das Case und die Stöpsel, höre Musik bis der Akku leer ist und lade sie im Case wieder auf. So lange, bis auch der Akku im Case leer ist.

Als Musik habe ich bei Google Play Music eine Playlist „Alltime Favorites“, in der aktuell 141 Titel zu finden sind. Von Klassik über Pop, Elektro, Hardrock, Filmmusik, Jazz, Funk, Soul usw. Von allem etwas. Dazu höre ich Podcasts und Hörbücher. Ein Equalizer kommt bei mir nicht zum Einsatz.

Natürlich bewerte ich auch solche Sachen wie Verarbeitungsqualität, Konnektivität, Tragekomfort usw. denn ich treibe auch Sport und trage sie dabei.

Am Ende schreibe ich auf, was ich gut finde, was ok und was ich nicht gut finde. 

Natürlich sind das meine ganz persönlichen Eindrücke und gerade der Klang, aber auch die Akkulaufzeit hängt extrem vom eigenen Nutzungsverhalten und Hörgewohnheiten ab.

Was ich gut finde:

In dieser Preisklasse darf man eine gute Verarbeitung erwarten und man wird beim Xiaomi Airdots Pro 2 nicht enttäuscht.

Das fängt schon bei der satt schließenden Klappe des Case an. Dieses herzhafte „Klack“ ist einfach herrlich, aber sicher kein Kaufargument. Aber auch der Rest des Case und der beiden Ohrstöpsel ist ohne Tadel. 

Mir fehlt aber auch hier eine Ladestandsanzeige für den eingebauten Akku.

In jedem Ohrstöpsel steckt ein 50 mAh Akku, der bis zu 4 Stunden durchhalten soll. Bei mir waren es exakt 3 Stunden und  48 Minuten bei normalen Lautstärken, was schon beachtlich ist.

Allerdings sind die 14 Stunden Gesamtspielzeit reine Theorie. Beide Ohrstöpsel zusammen kann man zwei mal komplett aufladen und beim dritten mal reicht es dann noch für knapp 50 Minuten Musikwiedergabe.

Auch positiv zu erwähnen ist die Verbindung. Dank Bluetooth 5.0 ist die Reichweite echt enorm, was aber von den baulichen Gegebenheiten abhängt.

Allerdings gibt es eines zu beachten, was auch schon bei den Vorgängern Xiaomi AirDots Pro (Testbericht) für Verwirrung gesorgt hat. So muss man zum ersten Verbinden die Taste am Case gedrückt halten und erst dann erscheint es korrekt in den Bluetooth-Einstellungen des Smartphones.

Zum die Verwirrung zu steigern, erscheinen auch ohne gedrückte Taste beide Ohrstöpsel mit derselben Bezeichnung im Bluetooth-Menü, können verbunden werden, aber spielen dann nichts ab. Sehr seltsam, aber eben schon seit jeher so bei den Pros.

Problemlos hingegen ist das Thema, mit welchen Ohrstöpsel man hören. Nur rechts, nur links oder später noch das zweite dazu holen. Völlig egal. Einfach das jeweilige Earpiece aus dem Case nehmen, das andere später dazu holen oder wieder ins Case zurück legen. Es ist völlig egal. Die Verbindung wird jedesmal zügig aufgebaut bzw. getrennt.

Was ich ok finde:

Die Abmessungen des Case sind aufgrund der Bauform der Ohrstöpsel relativ ausladend, aber das Gewicht geht absolut in Ordnung. Die von Apple sind übrigens nicht viel kleiner oder leichter. Da darf man sich nicht täuschen lassen.

Bei der Ausstattung können die AirDots 2 zwar nicht mit ANC punkten, aber dank eines Infrarot Sensors erkennt das Headset, wenn man es aus dem Ohr holt und pausiert die Wiedergabe. Setzt man es wieder ein, spielt die Musik weiter.

Auch wenn man es immer wieder liest. Die AirDots 2 haben kein ANC, sondern nur etwas, was sich „Dual-Microphone with Noise Reduction“ nennt und für besseren Klang bei Telefonaten sorgen soll. Ansonsten eine USB-C Buchse zum Laden des eingebauten Akkus.

Wasserdicht ist das Headset aber nicht, sondern „nur“ spritzwassergeschützt nach IPX4 (was bedeutet das?). Das bedeutet, dass man damit nicht duschen sollte, aber der Regenschauer oder Schwitzen stellen kein Problem dar.

Wer viel spielt oder Video schaut, darf sich über eine sehr geringe Latenz freuen. Wenn man sich darauf konzentriert, dann hört bzw. sieht man eine gewisse Latenz, aber es ist absolut im Rahmen. Da habe ich schon deutlich schlechtere im Test gehabt. Aber eben auch bessere wie das QCY T5 (Testbericht).

Es gibt sogar eine App für die Xiaomi AirDots 2 Pro (Android), mit der man unter anderem ändern kann, was passiert, wenn man doppelt auf das Headset tippt. Dummerweise ist die App auf chinesisch und hilft uns nicht wirklich weiter. Aber ich habe es natürlich ausprobiert. Das gilt im übrigen auch für die Kurzanleitung. Feinstes Chinesisch und bislang konnte ich keine englische Anleitung finden.

Apropos Bedienung. Die geht dank Touch einigermaßen flott vonstatten. Bereits erwähnt habe ich ja, dass das Headset die Wiedergabe pausiert, sobald man es aus dem Ohr nimmt. Funktioniert hervorragend. Aber leider so gut, dass es schon pausieren kann, wenn es ein wenig verrutscht, was beim Sport durchaus passierten kann und wird. Dazu gleich mehr.

Ansonsten gibt es nicht so arg viel zu bedienen. Doppeltes antippen rechts steuert Play und Pause. Links doppelt antippen startet den Assistenten. Lauter, Leiser oder Titel springen kann man aber nicht verstellen. Das kann aber durchaus die Konkurrenz wie die TicPods Free (Testbericht).

Was ich nicht gut finde:

Der Klang ist für diese Preisklasse echt mies. Dünn, langweilig und so gar nicht Pro. 

Liegt wohl primär daran, dass diese Art von In-Ear Headsets in die Ohrmuschel „eingehängt“ werden und nicht direkt im Gehörgang liegen. Das macht auch beim Sport ein paar Probleme, sobald es mal etwas ruppiger zur Sache geht. Hüpfen, Saltos usw. sollte man mit den Xiaomi AirDots Pro 2 nicht machen, ebenso wenig hektische Bewegungen wie Kopfschütteln.

Dreht man die Ohrstöpsel richtig in den Gehörgang, dann sieht das zwar total bescheuert aus und hält nicht beim Sport, dafür ist der Klang dann aber deutlich besser. Dann hat man so etwas wie eine Bühne und ein wenig das Gefühl von Räumlichkeit. Aber auch hier klingt es doch sehr dünn unten herum und zu hell oben herum.

Das gilt leider auch für Telefonate. Man selber wird kaum verstanden. Erst recht nicht, wenn es etwas lauter in der Umgebung ist. Diese bereits erwähnte „Dual-Microphone with Noise Reduction“ hat irgendwie keinerlei Funktion. Der Anrufer klingt dünn und viel zu leise. 

Da sind selbst die mittlerweile supergünstigen Xiaomi AirDots (Testbericht) bzw. deren Nachfolger Redmi AirDots (Testbericht) um Längen besser.

Da stört es auch nicht weiter, dass es kein aptX gibt.

Fazit:

Und sind die Xiaomi AirDots Pro 2 empfehlenswert? Nein. Absolut nicht. Sie sehen zwar toll aus (halt wie die AirPods von Apple) sind aber schlicht zu teuer. Selbst die wesentich günstigere Konkurrenz aus eigenem Hause klingt besser und hält ähnlich lange durch. Da man nicht einmal die Titel wechseln kann oder die Lautstärke anpassen, ist das in meinen Augen ein totaler Flop.

Wer diese Art Headset unbedingt möchte, sollte sich mal die wesentlich günstigeren QCY T5 (Testbericht) anschauen oder die etwas teureren TicPods Free (Testbericht), die um Längen besser klingen.

Daher vergebe ich auch nicht das Gütesiegel. Der nächste Kandidat bitte… 

Offenlegung: Mobi-test.de hat dieses Gerät auf eigene Kosten bei den ebay Kleinanzeigen gekauft. Es wurde nicht vom Hersteller oder einem Onlineshop als Leihgabe bzw. als Geschenk zur Verfügung gestellt. Diese Offenlegung dient der Transparenz

Xiaomi AirDots Pro 2
  • 5/10
    Verarbeitung/ Ausstattung - 5/10
  • 4/10
    Verbindung/ Bedienung - 4/10
  • 2/10
    Klang - 2/10
  • 1/10
    Preis/ Leistung - 1/10
3/10

Kurzfassung

+ gute Verarbeitung
+ gute Akkulaufzeit
+ Schnellladefunktion
+ stabile Verbindung

– zu teuer
– mieser, dünner Klang
– eignet sich nicht für Sport
– App nur chinesisch
– Kein Titelsprung oder Lautstärkeregelung
– kein aptX

2 Kommentare zu „Xiaomi Airdots Pro 2 aka Xiaomi Air 2 im Test“

  1. Um zu beurteilen wie der Klang ist, ist einmal die qualität der quelldatei entscheidend und mit welchem codec die Übertragung erfolgt. Zu beiden finde ich keinerlei Angaben. Wurden die Stöpsel mit Bluetooth 5 und LDAC codec betrieben oder mit dem miesen AAC, SBC codec?

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