Samstag, August 20, 2022
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Acer Chromebook Spin 514 im Alltagstest – wirklich die Alternative?

Für einen Alltagstest habe ich mir das Acer Chromebook Spin 514 (CP514-1H) kommen lassen, denn ich möchte wissen, ob Chrome OS mit einem passenden Laptop, also einem Chromebook wirklich DIE Alternative ist.

Markus ist seit langer Zeit bekennender Fan von Chrome OS. Im Podcast haben wir das ja öfter thematisiert und so wurde ich neugierig. Nicht nach solchen Ablegern wie Chrome OS Flex dessen direkten Vorgänger CloudReady. Es muss also ein „echtes“ Chromebook her und so beginnt die Suche, wie bei vielen anderen auch. Google angeworfen und nach Tipps gesucht. Schon nach kurzer Zeit kristallisiert sich Acer als Hauptakteur im Markt der Chromebooks heraus. Riesige Auswahl von günstig bis teuer und noch viel wichtiger, viel positives Feedback der tatsächlichen Nutzer z.B. aus Seiten wie myDealz.de. Auf Tests gebe ich nichts mehr, da die meisten gekauft oder anderweitig fingiert sind. Egal ob von einem „Profi“ oder Laien verfasst.

Das Lastenheft ist vergleichsweise kurz. Ein Display mit 14″ und Touchscreen muss es sein und um die 400 Euro kosten. Nach kurzer Suche auf der Seite von Acer hat sich mir das Acer Chromebook CP514 förmlich aufgedrängt. Alles drin was ich brauche und preislich mit 349 Euro sogar noch deutlich günstiger als gedacht.

Produktseite: https://www.acer.com/ac/de/DE/content/model/NX.A4AEG.002

Ausführliche deutsche Bedienungsanleitung: download.acer.com/Acer_Spin_CP514.pdf

Der Acer Chromebook Spin 514 Test ist dieses mal etwas anders aufgebaut als von mir gewohnt, da ich den Test einfach herunter schreibe. Also keine Auflistung der technischen Daten, sondern direkt in den Alltag gestürzt. Ich bin Windows Nutzer durch und durch auf einem 1400 Euro Huawei Ultrabook, weil ich das Laptop auf der Arbeit immer dabei habe und primär Texte schreibe. Als Google Nutzer sind natürlich alle Dienst im aktiven Gebrauch. Im Google Drive habe ich das Abo für 2 TB Speicher, Google Mail, Google Kalender, Google Tasks, usw. Als Haupthandy nutze ich zwar das iPhone 13 Pro, auf dem ebenfalls alle Google Dienste laufen, aber dazu noch ein OnePlus Nord CE.

Das Acer Chromebook Spin 514 im Tabletmodus

Aus der Packung heraus macht das Acer Chromebook Spin 514 einen wirklich sehr ordentlichen Eindruck. Viel Aluminium, mit einem Lebendgewicht von 1,65 kg aber auch sehr schwer, wenn ich mein Huawei Leichtgewicht zum Vergleich heranziehe. Das Display wie gewünscht ein 14″ LCD Display mit Full-HD Auflösung und eben Touchscreen. Überall liest man immer wieder, dass man auf jeden Fall darauf aufpassen muss, dass man ein mattes Display kauft. Keine Ahnung, was damit gemeint ist, aber ich habe wohl keines und keine Probleme bemerkt. Ok, wenn ich auf dem Balkon in der Sonne sitze, dann sieht man nicht mehr viel, aber da bekommt selbst mein 1400 Euro Huawei Laptop Probleme. Für den normalen Gebrauch und vor allem diesen Preis absolut in Ordnung.

Als Prozessor kommt ein AMD Athlon Silver 3050C um Einsatz mit einer AMD Radeon Grafikkarte, 4 GB RAM und 64 GB Speicher. Mag im ersten Moment wenig erscheinen, aber wer sich mit Chrome OS ein wenig beschäftigt wird schnell merken, dass Chrome OS so gut wie alles in der Google Cloud laufen lässt und eigentlich nichts physisch auf der Platte liegt. Da ich auch auf Windows mit dem Google Drive Client nur noch in der Cloud arbeite, war das für mich keine Umgewöhnung. Überhaupt ist die Sache mit der Einrichtung und an den Start bringen sehr elegant und schnell abgehakt. Nach wenigen Minuten ploppt eine kleine Meldung auf, dass ein Update bereit steht. Ok, kann wohl etwas dauern, aber von wegen. Updates, egal ob für das Acer Chromebook Spin 514 oder Chrome OS. Sie werden im Hintergrund geladen, installiert und der Neustart in Sekunden über die Bühne gebracht. Danach ist alles wie vorher. Als ob es nie einen Neustart gab.

Power-Taste drücken, mit dem Google Account anmelden und wenige Augenblicke ist das Chromebook betriebsbereit. Wow. Man hört auch immer wieder, wie schnell so ein Chromebook startet. Das ist tatsächlich so. Aus dem Standby ist es direkt mit dem Aufklappen des Display da. Auch wenn man das Acer Chromebook Spin 514 ausgeschaltet hat und dann neu startet, ist der Login-Bildschirm nach wenigen Sekunden da und sobald man das eingetippt hat, dauert es wieder nur ein paar Sekunden, bis es am Start ist. Einfach irre.

Bei den Anschlüssen hat man jede Menge zur Auswahl. Links die Power-Taste mit integrierter Akku-LED, ein Micro-SD Schacht, eine 3,5 mm Headsetbuchse, eine USB-A Buchse und eine USB Typ-C Buchse, über die auch geladen werden kann. Auf der rechten Seite die Lautstärke-Taste, eine weitere USB-A Buchse, eine weitere USB Typ-C Buchse und ein Kensignton Schloss. Wem das nicht reicht, kann sich mal Markus seinen Test zum Anker Hub (Testbericht) durchlesen. Auf der Rückseite die Lüftungsschlitze, die man auch unten findet. Es gibt keinen Lüfter, denn das Acer Chromebook Spin 514 ist komplett passiv gekühlt und damit lautlos. Meine beiden Drucker, die per WLAN laufen, werden vom Chromebook innerhalb kürzester Zeit eingerichtet und nutzbar gemacht. Das ist selbst unter Windows umständlicher gewesen.

Maus? Kein Problem. Ich nutze eine kabellose Maus ohne externen Stecker, welche direkt per Bluetooth verbunden wird. Auch hier gibt es keine Probleme bei der Einrichtung. Richtig genial wird es, wenn man ein Android Smartphone nutzt. Das Acer Chromebook Spin 514 erkennt das und fragt nach, ob man es nicht verbinden möchte. Dann werden Benachrichtigungen gespiegelt, so dass man sie auf dem Chromebook beantworten kann, Dateien hin und her schieben und überhaupt das Smartphone nahezu komplett auf dem Chromebook bedienen kann. Genau das, was alle bei Apple so hervorheben, gibt es auch hier und das in Perfektion.

Mir gefällt die schicke und vor allem beleuchtete Tastatur, die meiner im 1400 Euro Huawei Laptop in nichts nachsteht. Saubere Druckpunkte, super schnelle Reaktion, so dass auch schnellere Tipper nicht ins stolpern geraten und viele bekannte Windowsbefehle bzw. Tastenkombinationen machen den Einstieg nochmals einfacher. Diesen Artikel und auch einige davor habe ich komplett auf dem Chromebook geschrieben. Läuft einfach.

Apropos läuft…auch der Akku ist irgendwie nicht tot zu kriegen. Mein Huawei muss nach ein paar Stunden dringend an die Steckdose. Das Acer Chromebook Spin 514 hält gefühlt ewig durch. Ich habe es jetzt nicht gestoppt, aber ich denke mal, dass ich gute 12 Stunden gearbeitet habe, natürlich mit Unterbrechungen, bis der Akku zur Neige ging. Mit dem 45 W Netzteil ist der aber auch wieder im Nu voll aufgeladen.

Sieht alles aus wie gewohnt bei Chrome OS

Wo ich aber bis heute noch keine befriedigende Lösung gefunden habe, ist die Sache mit den Apps. Viele von mir seit Jahren genutzte Programme gibt es nicht für Chrome OS. Ja, natürlich gibt es für alles Alternativen, aber die muss man erst mal finden und das ist alles andere als einfach. Zum Glück gibt es beim „echten“ Chrome OS den bekannten Google Playstore mit Millionen von Apps, aber dort das für sich passende zu finden ist echt zeitfressend und aufwendig. Es gibt zwar Übersichten mit Alternativen, aber auf diesen findet man primär Schwergewichte wie Office usw. Spannend wird es, wenn dann endlich auch mal Steam auf Chrome OS kommt, denn in einer Beta läuft es bereits. Apropos spielen. Klappt hervorragend auf so einem Chromebook. Auf meinem jetzt keine Tiple-A Spiele, aber alles andere läuft soweit. Vor allem mit der Maus und dem großen Display eine ganz neue Erfahrung.

Was mich vor allem begeistert, sind die vielfältigen Möglichkeiten, wie man das Acer Chromebook Spin 514 nutzen kann. Als normales Laptop oder V-förmig hingestellt als kleiner Fernseher in der Küche beim Kochen oder auf der Couch umgeklappt als ausgewachsenes Tablet. Dabei wird die Tastatur deaktiviert. Echt genial und zeigt perfekt, wofür Chrome OS gemacht ist. In allen Lebenslagen mit einem Gerät alles erledigen, was man möchte.

Gibt es denn rein gar nichts auszusetzen? Naja, bei der Performance muss man bei dem Preis Abstriche machen. Markus schwört auf ein Chromebook mit INTEL-Prozessor, weil er damit arbeiten muss. Also riesige Excel-Tabellen öffnen und bearbeiten. Brauche ich alles nicht. Zum Schreiben von Artikeln reicht es allemal, auch wenn man zugeben muss, dass man das Acer Chromebook Spin 514 mit vielen offenen Tabs im Chrome durchaus an seine Grenze bringen kann. Oder mehrere Apps parallel öffnen und noch was in den Einstellungen suchen. Dann kommt es zu deutlichen Denkpausen, aber man darf halt nie den Preis vergessen. Wer mehr Power benötigt, greift eben eine Etage höher ins Regal. Auch da bietet Acer genug Möglichkeiten nach oben.

Diese Art der Aufstellung des Acer Chromebook Spin 514 ist genial zum Fernsehen schauen

Fazit:

Ist das Acer Chromebook Spin 514 empfehlenswert? Ja, ja, ja. Ich werde zwar nicht von meinem Windows Laptop komplett auf Chrome OS umsteigen, aber meinen Fuhrpark um genau dieses Gerät erweitern, denn ich bin Google Nutzer durch und durch und das Acer Chromebook Spin 514 hat mich für diesen Preis mit einem grandiosen Gesamtpaket überzeugt. Klar muss ich bei der Performance Abstriche machen, aber zum Artikel schreiben, Videos schauen, Musik hören, Apps nutzen und noch vieles mehr, wird es nicht nur mir ausreichen. Daher werde ich meine Eltern und auch meine Schwiegereltern auf Chrome OS umsteigen lassen. Beide qäulen sind seit langem mit Uralt-Laptops herum, die ewig zum starten brauchen, der Akku nicht mehr hält und auch sonst reif für den Elektroschrott sind. Chrome OS hat ab sofort einen Fan mehr und Acer einen Kunden mehr. Und genau dafür vergebe ich das Gütesiegel.

Offenlegung: Mobi-test.de hat dieses Gerät auf Anfrage vom Hersteller als Leihgabe erhalten. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.

Peter W.
Acer Chromebook Spin 514
  • Verarbeitung/ Ausstattung
  • Verbindung/ Bedienung
  • Praxistest
  • Preis/ Leistung
4

Zusammenfassung

+ gute Verarbeitung
+ viele Anschlüsse
+ sehr gute Akkulaufzeit
+ gutes Display
+ reaktionsschneller Touchscreen
+ beleuchtete Tastatur
+ flexibel nutzbar

– mäßige Performance

Peter W.https://www.mobi-test.de
Mit meinen Tests will ich den "normalen" Interessenten davor bewahren, sein hart verdientes Geld für Müll auszugeben. Denn leider ist es Fakt, das nicht alles Gold ist, was glänzt. Daher gibt es von mir kein Technik-Chinesisch oder Marketing Gelaber, sondern Klartext. Wenn ihr Fragen habt, dann verfasst einen kurzen Kommentar und wir versuchen diesen zu beantworten.
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4 Kommentare

  1. Auf Tests gebe ich nichts mehr, da die meisten gekauft oder anderweitig fingiert sind. Egal ob von einem „Profi“ oder Laien verfasst.

    => keine andere Seite im deutschen Sprachraum testet noch halbwegs ehrlich? heise? golem? notebookcheck? mobilegeeks?
    Und mir ist bewusst, das mein Blick auf die Testwelt eher eingeschränkt ist.

    • Meine Sicht eben nicht, daher stehe ich immer zu dem, was ich schreibe oder sage. Ich habe genug Verträge hier liegen gehabt und weiß, was passiert, wenn man dieses Spiel nicht mitspielt. Da es ein Hobby ist, muss ich nicht um Gedeih und Verderb schreiben. Mir ist auch ehrlich gesagt egal, wer ehrlich testet oder nicht. Ich lese keine Tests oder Rezensionen mehr, sondern bilde mir meine eigene Meinung.

      Gruß
      Peter

      • Eure/deine generelle Skepsis für deutsche Youtuber (faules Tier) ist mir bekannt. Eure Unabhängigkeit auch, die ich auch sehr schätze. Ich meine eher, ihr/du kennt also keine anderen kleinen Blogs (ok, meine Vorschläge waren keine kleinen Blogs), wo ihr sagt, ja geht auch?

        Das wäre ist doch voll schade.

        • Ich meinte es vollkommen ernst, dass ich keine Tests oder Rezensionen lese und kann daher auch keine wirklich brauchbaren Tipps geben. Ich lese bezüglich News für den Podcast such keine deutschen Seiten, sondern nur eine Handvoll RSS Feeds aus den USA.

          Gruß
          Peter

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