Im Test – das Amazfit Cor 2 aka Amazfit Band 2

Ich habe es endlich bekommen und direkt getestet. Das Amazfit Cor 2 aka Amazfit Band 2, auf das ich schon so lange gewartet habe. Wie gut ist der Nachfolger und ist es nach wie vor eine brauchbare Alternative zum Xiaomi Mi Band 3 oder Amazfit Bip?



Bei Thema Fitnesstracker ist für viele das Xiaomi Mi Band 3 (Testbericht) nach wie vor das Maß der Dinge. Aber wohl auch nur, weil viele das Amazfit Cor (Testbericht) nicht kennen. Es ist zwar etwas teurer, kann aber so viel mehr, dass sich die 20 € Aufpreis mehr als lohnen. Jetzt ist endlich der Nachfolger erhältlich und ich habe es mir sofort für einen Dauertest gekauft. Wie so oft bei Xiaomi bzw. Amazfit gibt es ein heilloses Durcheinander bei den Bezeichnungen.

Auf der chinesischen Amazfit Homepage wird es unter der, meiner Meinung nach korrekten, Bezeichnung Amazfit Cor 2 geführt. Auf der Verpackung meiner internationalen Version wird es als Amazfit Band 2 bezeichnet. Aber wichtig ist, was im Karton ist und das habe ich mir mal ganz genau angeschaut.

Technische Daten Amazfit Cor 2:

  • ab Android 4.4 und iOS 9.0
  • 1,23″ IPS 2,5D Curved Farb-Display mit 160 x 80 Pixel
  • Gorilla Glass 3
  • Pulsmesser
  • Schlafmonitor
  • Schrittzähler
  • Benachrichtigungen
  • wasserdicht bis 5 ATM (was bedeutet das?
  • Armband von 151 – 225 mm
  • Bluetooth 4.2 LE
  • NFC (nur zur Zahlung mit Alipay)
  • 32 g
  • 160 mAh

Produktseite (chinesisch): cn.amazfit.com/cor2

Ausführliche Bedienungsanleitung: n/a

Das Amazfit Cor 2 ist mit Glück schon bei Amazon* zu finden, wobei die Preise extrem schwanken. Mal für 49,99 €, aber dann auch wieder mal für 79,99 €. Wie gehabt, muss man darauf achten, die internationale Version zu bekommen, damit die englische Sprache vorhanden ist. Bei Gearbest* oder TradingShenzhen.de* habe ich es noch nicht gefunden. 

Verarbeitung und Ausstattung:

Im Lieferumfang des Amazfit Cor 2 befindet sich wirklich nur das allernötigste. Also neben dem Tracker noch das Ladekabel und eine englische Kurzanleitung.

Rein äußerlich muss man schon genauer hinschauen, um die Änderungen zum Vorgänger zu entdecken. So besteht das Gehäuse nach wie vor aus 316L Edelstahl, das Display ist exakt dasselbe wie beim Vorgänger, ebenfalls durch Gorilla Glass 3 geschützt, aber an den Ecken rund um das Display abgerundet.

Unterhalb des Display ist nach wie vor eine virtuelle Taste zu sehen. Das Gehäuse ist aber minimal länger und dicker geworden. Das Gewicht ist mit exakt 32 g gleich geblieben. 

Im Sonnenlicht ist das Farbdisplay immer noch hervorragend ablesbar und somit um Welten besser als in der Sonnen überhaupt nicht mehr erkennbare schwarz/weiß Display des Xiaomi Mi Band 3 (Testbericht).



Die Rückseite ist auch etwas anders gestaltet. So sind die beiden Pogo-Pins zum Laden enger zusammen, weshalb das Ladegerät des Vorgängers leider nicht mehr passt. Der Pulsmesser verfügt nun über zwei wesentlich größere LEDs zum erfassen des Puls, was man im Alltag auch merkt, was die Genauigkeit angeht.

Das Armband ist nun auch nicht mehr so ohne weiteres wechselbar. Ganz klar ein Rückschritt zum Vorgänger, aber beim Amazfit Cor 2 wird es wohl nicht mehr reißen, denn es gibt eine richtige Dornschließe. Zwar aus Plastik, aber 1000% besser als dieser Gummiring davor, der bei jedem zweiten gerissen ist.

Größter Vorteil zum Vorgänger ist die Wasserdichtigkeit bis 5 ATM (was bedeutet das?). Man kann mit ihr also bedenkenlos schwimmen gehen und auch mal tauchen. Gilt aber nach wie vor nur für Süßwasser und nicht für Salzwasser.

Kleiner geworden ist überraschenderweise der Akku. Er hat mit 160 mAh jetzt exakt 10 mAh weniger Kapazität, soll aber bis zu 20 Tage durchhalten. Der Vorgänger hielt bei mir zwischen 8 bis 10 Tage und das Amazfit Cor 2 kommt locker auf die versprochenen 20 Tage und das bei Pulsmessung alle 10 Minuten.

Das reicht, denn bei einer Aktivität wird permanent gemessen. Geladen wir der Fitnesstracker über das mitgelieferte Ladekabel, welches magnetisch an den beiden Pogo-Pins auf der Rückseite andockt. Geht besser als man denkt, da es nur in einer Richtung hält.

Insgesamt wirkt das Amazfit Coer 2 jetzt noch mal eine Ecke wertiger und edler. An der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen.

Amazfit Cor 2 (1)

Verbindung und Bedienung:

Auch bei der App, der Bedienung und Menü hat sich beim Amazfit Cor 2 gegenüber dem Vorgänger Amazfit Cor (Testbericht) nichts verändert. Es kommt wieder die Xiaomi Mi Fit App (Android / iOS) zum Einsatz, welche in einem einwandfreien Deutsch auf dem Display erscheint.

Es gibt aber mittlerweile mehrere Als Alternativen wie z.B. Notify & Fitness for Amazfit, woon ich aber abrate, da viele der Apps mit Bugs überfrachtet sind. Für 99,9% der Nutzer reichen die Mi Fit App vollkommen aus.

Obwohl Amazfit mittlerweile alle Smartwatches wie die Amazfit Pace (Testbericht), Amazfit Stratos (Testbericht) und Amazfit Verge (Testbericht) und sogar das Xiaomi Mi Band 3 (Testbericht) per Update die deutsche Sprache beigebracht hat, warten wie bei der Cor und auch bei der Cor 2 nach wie vor darauf. Das gilt leider auch für die Amazfit Bip (Testbericht). Ob und wann die deutsche Sprache kommt, ist derzeit leider nicht bekannt.

Die Sache mit der Verbindung ist nach wie vor kein großes Problem und wird über Mi Fit in Sekunden erledigt. Übrigens kann man mittlerweile mehrere Geräte gleichzeitig mit Mi Fit verbinden. Aktiv genutzt werden kann aber nach wie vor nur eines. Die Synchronisation ist mittlerweile auch sehr schnell erledigt und das sehr zuverlässig. Man merkt, dass Xiaomi hier mit den vielen Updates wirklich einiges bewegt und auch immer wieder mal neue Funktionen einbaut.



Mi Fit als solches ist mittlerweile perfekt ins deutsche übersetzt und sollte selbst Einsteiger nicht vor Rätsel stellen. Es ist alles vorhanden, was man benötigt inkl. einer Vielzahl von Statistiken.  Nach wie vor kann man seine Daten aber nur zu Google Fit oder WeChat hochladen. Andere Anbieter werden nicht unterstützt.

Bei den Aktivitäten gibt es nach wie vor zu wenig Auswahl. In der App kann man lediglich Laufen, Laufband, Radfahren oder Gehen gestartet werden. Auf dem Armband selbst nur Laufband und allgemeine Übungen, was dann wohl alles andere erfassen soll. Am Ende ist es aber eigentlich egal, denn die Berechnungen der Kalorien kann man genauso gut auswürfeln oder sich selber ausdenken.

Es geht darum, das Datum, Zeit und Dauer zu erfassen. Alles andere ist mehr oder weniger ungenau. Das gilt aber für alle Preisklassen und Geräteklassen. Kein Gerät der Welt kann alle Sportarten der Welt erfassen. Abstriche muss man immer machen.

Aktiviert, also das Display einschalten, wird der Tracker über die typische „Auf-die-Uhr-schauen-Geste“. Also drehen des Handgelenks. Benachrichtigungen können von allen installierten Apps aktiviert werden und zeigen die ersten Zeilen des Inhalts. Ganze Nachrichten lesen oder gar Beantworten funktioniert nicht. Macht bei einem so kleinen Display auch gar keinen Sinn.Dazu kann man noch bis zu 10 Wecker direkt über das Armband aktivieren, Benachrichtigungen bei Inaktivität erhalten usw.

Amazfit Cor 2 (37)

Selbst die Steuerung der Musik auf dem Smartphone ist möglich. Es gibt eine Stoppuhr, einen Timer und eine Anzeige für das Wetter. Also wirklich alles, was man braucht und sehr einfach zu bedienen, was auch am gut reagierenden Display liegt. Hier durch Wischen und tippen durch das Menü navigiert werden.

Ganz toll ist die Funktion „Smart DND“, also das automatische Aktivieren des Nicht-Stören-Modus, wenn man schläft. Das funktioniert wirklich gut, halt aber auch, wenn man regungslos auf der Couch liegt. Erkannt wird das über Bewegung. Aber es funktioniert und so wird man Nachts nicht gestört.

Der Wecker weckt auch zuverlässig zur gut spürbare Vibrationen inkl. Snooze von 10 Minuten. Einen smarten Wecker gibt es nicht. Ist in meinen Augen ein unnützes Gimmicks, welches ohnehin so gut wie nie funktioniert.

Ach ja, bevor ich es vergesse. Es gibt zwar ein paar Watchfaces, aber man kann zusätzliche Watchfaces genauso einfach installieren wie beim Vorgänger und diese sind auch kompatibel. Wie das funktioniert, habe ich hier beschrieben:



Praxistest:

Wie zu erwarten enttäuscht mich das Amazfit Cor 2 nicht. Es läuft und funktioniert genauso zuverlässig wie der Vorgänger, wenn nicht sogar besser. Nach wie vor fehlt ein GPS Empfänger. Wer also seine Strecke auch per GPS erfassen möchte, der muss sein Smartphone mitnehmen. Der Tragekomfort ist jetzt dank des „richtigen“ Armband nahezu perfekt.

Durch den neuen Pulssensor wird der Puls noch besser erkannt und weicht kaum noch von den echten Werten ab. Natürlich gibt es Differenzen, aber zähle ich zu den Messtoleranzen. Jeder Arzt wird bestätigen, dass Pulsmessungen bei Bewegung wie eben beim aktiven Sport treiben nicht wirklich aussagekräftig sind. 

Der Schrittzähler zählt auch zuverlässig, wobei man auch hier immer im Kopf haben muss, dass die Schritte über die Bewegungen des Armes mit dem einigermaßen fest sitzenden Armband ermittelt werden. Wer also mit den Händen in der Tasche herumläuft, muss sich nicht wundern, dass keine Schritte gezählt werden oder beim wilden Winken diese als Schritte erfasst werden könnten. Hier ist oft Unwissenheit die größte Fehlerquelle.

Das gilt auch für die Auswertung des Schlafs. Wer unruhig schläft, braucht sich nicht über schlechte Werte wundern. Auch das Amazfit Cor 2 ermittelt das anhand der Bewegungen oder eben nicht bewegen. Die Zeiten passen auch soweit und variieren nur um wenige Minuten. Ob jetzt 6 Stunden und 32 Minuten erkannt werden, obwohl es in Wirklichkeit nur 6 Stunden und 28 Minuten waren, spielt doch wirklich keine Rolle. Wer exakte Werte möchte, muss in ein Schlaflabor.



Was mich halt ein wenig stört ist die Sache mit den Aktivitäten, die zur Auswahl stehen. Ich mache Bodyweigt-Übungen, Krafttraining und gerne auch mal Stepper. Für keines gibt es eine extra Aktivität. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als alle über „Exercise“ aufzuzeichnen. Es wird die Dauer ermittelt, der Puls und auch Kalorien, aber die können einfach nicht passen, was mich aber nicht weiter stört. 

Beim Lauftraining im Freien gibt es nichts zu meckern. Das GPS Signal wird schnell vom Smartphone empfangen und die Strecke zuverlässig aufgezeichnet mitsamt vielen Daten wie Durchschnittsgeschwindigkeit, Puls, Schrittlänge, Pulszonen, Schrittfrequenz usw.

Bei alledem hält der Akku erstaunlich lange durch. Da kenne ich erheblich schlechter ausgestattete Fitnesstracker, die nicht so lange durchhalten. Absolut bemerkenswert, wie Amazfit das geschafft hat, denn ich komme locker über die Werksangabe von 20 Tagen. Und das bei Pulsmessung alle 10 Minuten, mittlere Displayhelligkeit und zweimal Lauftraining im Freien.

Das Amazfit Cor 2 ist ein unauffälliger Begleiter im Alltag, den man nach kurzer Zeit nicht mehr missen möchte, weil er einfach funktioniert.

Fazit:

Das Amazfit Cor 2 ist jeden Cent wert, auch wenn es aktuell teurer als ein Xiaomi Mi Band 3 (Testbericht) oder Amazfit Bip (Testbericht) ist. Man muss wissen, was man möchte. Nicht jeder will eine Smartwatch und gerade so ein dezentes Armband ist nicht so auffällig. Das Xiaomi Mi Band 3 ist absolut keine Alternative zum Cor 2. Dafür bietet das Cor 2 viel mehr Funktionen, hat ein schönes Farbdisplay, welches auch im Freien sehr gut ablesbar ist und der Akku hält genauso lange.

Was spricht gegen das Amazfit Cor 2? Mir fällt zumindest nichts ein, was andere Tracker in dieser Preisklasse besser können. Vielleicht noch das Fitbit Charge 3* welches das größere Ökosystem bietet, aber auch nicht viel mehr kann und auch nicht wirklich besser. Auf jeden Fall gibt es das Gütesiegel und ersetzt das Amazfit Cor in unserer Bestenliste.

Amazfit Cor 2
  • 8/10
    Verarbeitung - 8/10
  • 7/10
    Ausstattung - 7/10
  • 9/10
    Praxistest - 9/10
  • 9/10
    Preis/ Leistung - 9/10
8.3/10

Kurzfassung

+ Verarbeitung
+ Akkulaufzeit
+ Display
+ Funktionsumfang
+ Armband mit Dornschließe
+ Bedienung

– zu wenige Aktivitäten
– Armband nicht direkt wechselbar

3 Kommentare zu „Im Test – das Amazfit Cor 2 aka Amazfit Band 2“

  1. Servus. Gibt es irgendwie eine Möglichkeit die Amazfit Cor 2 zu flashen, sodass man Umlaute angezeigt bekommt. Schönen Gruß Ingo

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