„Was ist Chrome OS?“, lautet eine immer wieder gestellte Frage. Nun, Chrome OS ist ein Betriebssystem, welches von Google veröffentlicht wurde. Es ist vor allem im Bildungssektor vertreten und läuft wunderbar auf alten Laptops. Ein Chromebook kostet nur den Bruchteil eines MacBook. Die Leistung eines Chromebooks reicht für 90% aller Nutzer vollkommen aus.

Als Chrome OS im Jahr 2011 veröffentlicht wurde, haben viele Leute gedacht, was für ein Quatsch. Wenn schon apple mit seinem OSX nicht gegen Windows ankommt, von Linux gar nicht zu reden, was will dann Google ausrichten? Nun, Google ist, mal wieder, seinen eigenen Weg gegangen.

Mit Chrome OS haben die Chromebooks Einzug in den Markt gehalten. Chromebooks sind Laptops, auf denen das Chrome OS Betriebssystem läuft. Sie sind gut verarbeitet, haben anständige Display und gute Tastaturen. Längere Texte schreiben ist kein Problem. Wer jetzt nach der weiteren Ausstattung wie 8-Kern Prozessoren, 16 GB Arbeitsspeicher, Terrabyte Festplatten usw fragt, der liegt falsch. Alles das benötigen Chromebooks nicht. Denn Chromebooks und das Betriebssystem Chrome OS sind, ganz simpel erklärt, nur der Chrome Browser in eine einfache Benutzeroberfläche gepackt.



Die ersten Chromebooks hatten einen kleinen Intel Celeron Prozessor, 4GB Arbeitsspeicher und eine 32GB Festplatte. Man kann sich vorstellen, dass diese Rechner sehr günstig waren. Denn teuer ist zumeist die verbaute Hardware. Zu Beginn gab es Chromebooks von Samsung und Acer. Mittlerweile sind weitere Hersteller hinzugekommen. Google liefert mit seinem Chromebook eine Art Referenzmodell. Wie Microsoft es mit seiner Surface Reihe macht.

Google hat Chrome OS im großen, ständig wachsenden Markt der Bildung angesiedelt. Dort hat Chrome OS, vor allem in Schulen und Universitäten, in bestimmten Ländern einen Marktanteil von bis zu 60 Prozent. In den USA, Kanada, Nordeuropa, Australien, und einigen Asiatischen Ländern ist Chrome OS das Betriebssystem Marktführer und hat dabei alle Konkurrenten hinter sich gelassen.

Vor wenigen Jahren, im Jahr 2012, wurde der gigantische amerikanische Bildungsmarkt von Apple und Microsoft dominiert. Apple lag mit dem iPad bei knapp über 50% Marktanteil, Microsoft mit Windows und dem Office Paket bei knapp unter 50%. Schon beinahe ewig gibt es für Schüler und Studenten das Office Paket von Microsoft drastisch reduziert. Apple hatte mit dem iPad ein Gerät, welches für Schüler und Studenten ebenfalls mit dicken Preisnachlässen angeboten wurde, und immer noch wird. Die Idee dahinter, Kinder und Jugendliche an das eigene Produkt zu binden. Eine Umgewöhnung nach einem Wechsel zum Mitbewerber, fällt dann sehr viel schwerer. Deshalb ist der Bildungsmarkt so wichtig. Er erzieht die Kunden von morgen.

Für Microsoft ist das gar nicht so schlimm. Haben sie doch erst vor wenigen Tagen Apple als wertvollstes Unternehmen abgelöst. Nach dem Debakel mit Windows Phone, der Übernahme von Nokia hat sich Microsoft darauf verständigt ein Softwareunternehmen zu sein. Sie versuchen zwar mit der Surface Reihe, der XBox und einigen weiteren Gadgets, Hardware zu verkaufen, sind aber nicht darauf angewiesen. Ihre Milliarden macht Microsoft mittlerweile in der Cloud und mit Office Lizenzen. Gerade das Cloud Geschäft wird die Zukunft sein und dort ist Microsoft sehr gut aufgestellt. Als Softwareschmiede ist es egal auf welchem Endgerät diese Software läuft. Office läuft auf dem PC ebenso wie auf macOS, dem iPhone, Chrome und natürlich Android. Für Apple sieht es anders aus. Software ist ein Problem für den Giganten aus Cupertino. Darüber werde ich demnächst noch genauer schreiben, denn das iPhone ist ein tolles Gerät mit einem wunderbaren Design und einer, in teilen, miesen Software. Wovon Apple lebt ist die Hardware, genauer gesagt, iPhone und iPad. Wenn die jungen Kunden nun massenhaft das iPad im Laden liegen lassen, was sie tun, und stattdessen auf Chromebooks setzen ist es von dort nur ein kleiner Schritt zu Android.



Zurück zu Chrome OS. Es gibt heute eine Vielzahl von Geräten mit den unterschiedlichsten Spezifikationen. Man kann zwischen ganz einfachen Geräten wählen die für unter €300 zu erhalten sind und die wunderbar funktionieren und auch mehr Geld ausgeben, wenn man ein Convertible benötigt oder ein Gerät mit abnehmbaren Display. Da die Hardware Ansprüche von Chrome auch weiterhin sehr gering sind, kann man ohne Probleme zu einem günstigen Gerät greifen. Wer sich eine Übersicht verschaffen möchte, bitte hier entlang.

Chrome OS hat sich im laufe der letzten Jahre natürlich weiter entwickelt. So ist heute der Google Play Store mit implementiert. Instagram auf einem PC? Wie genial ist das denn? Oder SimCity BuildIt auf einem großen Display. Auch stehen viele Produktivität Apps zur Verfügung.

Chrome OS bietet heute diverse Möglichkeiten wie man es vom klassischen Desktop oder Mac kennt. Man kann Downloads auf der Festplatte speichern. Man kann offline arbeiten. Man ist heute viel näher an Apple und Microsoft rangerutscht ohne dieselbe Leistung zu benötigen. Viele Anbieter haben darauf reagiert. Man kann WhatsApp wunderbar von der Webseite aus nutzen. Benachrichtigungen werden im Benachrichtigung-Center angezeigt.

Natürlich ist es von Vorteil wenn man im Google Universum zu Hause ist. Texte schreibe ich mit Google Docs, Tabellen ebenso. Bilder kann ich rudimentär mit Sketchpad bearbeiten, wenn es etwas mehr sein soll, nutze ich Pixlr. Screenshots funktionieren mit Clipular. Notizen speicher ich mit Google Notizen. Da sich Google Drive automatisch in mein Chromebook einbindet habe ich alles was ich in der Cloud gespeichert und so immer dabei. Internet vorausgesetzt, habe ich auch so alle Fotos die ich mit meinem Smartphone geschossen habe, sofort griffbereit. Auf dem großen Bildschirm sind sie auch viel besser zu betrachten, als auf dem kleinen Smartphone-Display. Natürlich ist Netflix ebenso möglich wie SkyGo (wenn SkyGo denn mal funktioniert).

An meinem PC ärgere ich mich immer über die nervigen Benachrichtigung-Nachfragen von Webseiten. Auf meinem Chromebook habe ich verstanden warum. Denn die einzelnen Benachrichtigungen tauchen in meinem Benachrichtigung-Center auf. Genauso wie man es von Android oder iOS kennt. Für Webseiten wie Twitter, Instagram, Facebook, Snapchat etc. eine klasse Lösung, denn so werde ich über Likes und DMs direkt informiert, wie ich es vom Smartphone gewohnt bin, ohne das ich eine dezidierte App dafür benötige.

Der Chrome Webstore ist natürlich nicht so groß wie der Playstore, aber dennoch gibt es dort viele kleine Apps, mit denen ich produktiv arbeiten kann.

Das Beste zum Schluss. Man benötigt kein Chromebook. Man kann sich Chrome OS sehr einfach auf sein altes Laptop installieren. Dieser Text wurde auf einem 10 Jahre alten Dell E6400 geschrieben. Unter Windows 7 hat das Gerät gut funktioniert, Unter Windows 10 nur mit Mühe. Jetzt mit Chrome OS rennt das Teil und ich kann es tatsächlich als Daily Driver einsetzten. Toller Bildschirm, tolle Tastatur, eine Verarbeitung die auch einen Atomschlag übersteht und mit seinen 4GB Speicher, dem kleinen Intel Centrino 2,rennt das Teil wie Sau. Wer es mal ausprobieren möchte, hier habe ich eine sehr einfache Anleitung geschrieben.

Also, ist Chrome OS das Betriebssystem der Zukunft? Eher nein, denn für aufwendige Arbeiten kommt man ohne PC oder Mac nicht aus. Für 90% der User, etwas Facebook, etwas Instagram, Netflix und Mail sowie Texte schreiben ist Chrome OS mein derzeitiges Betriebssystem der Wahl. Und es geht weiter. Chrome OS wird regelmäßig aktualisiert und bekommt immer neue, spannende Funktionen spendiert. Ein Einsatz des Google Assistenten oder auch die nahtlose Verbindung von Smartphone und Rechner sind nur einige der derzeit geplanten Features.

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