Ich habe den Dreame Bot Z10 Pro Saugroboter ausführlich getestet und hier könnt ihr nachlesen, was ich an ihm gut finde und was nicht und das auch im direkten Vergleich zum iRobot Roomba I7+.

Seitdem Markus den Trouver Finder (Testbericht) getestet hat und mich damit im Podcast ziemlich angefixt hat, habe ich in kurzer Zeit einiges durchprobiert. Angefangen mit dem iRobot Roomba I3+ (Testbericht), den wir auch gekauft haben, über den Dreame Bot L10 Pro (Testbericht) und zuletzt den realme Techlife Robot Vacuum Saugroboter (Testbericht). Mittlerweile fährt bei uns zu Hause der iRobot Roomba I7+* mit Absaugstation herum und sorgt für Sauberkeit. Dann wurde mir der Dreame Bot Z10 Pro vorab für einen Test angeboten, welches ich sofort bejahte, denn der Dreame Bot L10 Pro (Testbericht) hat mich nicht komplett überzeugen können. Der Z10 Pro ist fast baugleich, was schon an der nahezu identischen Bezeichnung zu ist, hat aber eine Absaugstation mit dabei. Unsere Wohnung hat 4 Zimmer mit einem großen Wohnzimmer und offener Küche, ist komplett gefliest und relativ modern eingerichtet. Am Esstisch stehen 6 Stühle mit insgesamt 24 schrägen Stuhlbeinen, eine große L-Couch, mehrere kleinen Teppichen im Schlafzimmer, Büro, Kinderzimmer und beiden Bädern. An der Kücheninsel stehen zwei Barhocker mit schrägen Fuß. Also mehr als genug Möglichkeiten sich festzufahren und die Navigation auszutesten, denn ich habe einige No-Go Areas konfiguriert und für den Dreame auch Zonen, in denen er nicht wischen soll. Wie sich der Dreame Bot Z10 Pro im direkten Vergleich zum iRobot Roomba i7+* schlägt hat sich im Laufe der Zeit eindeutig gezeigt.

Technische Daten Dreame Bot Z10 Pro:

  • LiDAR-Navigation
  • Sprachsteuerung per Google Assistant/ Alexa
  • 4000 pa Saugleistung
  • 1 Seitenbürste
  • 1 Bodenbürste
  • Zonenreinigung
  • No-Go Areas
  • Virtual Wall
  • Xiaomi Mi Home App kompatibel
  • 400 ml Staubbehälter
  • 150 ml Wassertank
  • 4 l Absaugstation
  • HEPA-Filter
  • WLAN (2,4 GHz)
  • 353 x 350 x 97 mm (Sauger)
  • 130 x 125 x 93 mm
  • (Station)
  • 3,7 kg
  • 46 Watt
  • 5200 mAh

Produktseite: n/a

Deutsche Bedienungsanleitung: n/a

Erhältlich ist der Dreame Bot Z10 Pro ab dem 10. August 2021 nur bei Aliexpress* für 591,85 Euro zu haben sein. Zur Einführung wird der Preis aber ein paar Tage auf 398,86 Euro reduziert und das inkl. Mehrwertsteuer und Lieferung. Im Dreame Shop auf Amazon* ist er derzeit noch nicht gelistet.

Was ich gut finde:

In der Verpackung ist neben dem Saugroboter und der Absaugstation noch ein Ersatzbeutel für die Station, ein 230V Kabel, ein Ersatzfilter und ein kleines Werkzeug, um Haare von der Bodenbürste entfernen zu können. Im ersten Eindruck kann der Dreame Bot Z10 Pro schon mal rein optisch überzeugen, denn das dezente grau der glänzenden Oberfläche wirkt deutlich edler als das Einheitsschwarz oder Weiß der Konkurrenz. Obenauf der Turm, der den LiDAR-Sensor beherbergt und sich im Betrieb dreht. An der Oberseite sind auch drei Tasten zu finden, mit denen man Saugroboter auf Knopfdruck nach Hause schicken kann, Ein- und Ausschalten und mit dem Quadrat-Symbol einen Bereich von rund 1 m² rund um den Roboter, wo er gerade ist. Der hintere Teil der Oberseite ist klappbar. Darunter der Staubbehälter, das kleine Werkzeug, die Reset-Taste und eine LED für den WLAN Empfang.

An der Front wie gehabt weitere Sensoren für die Hinderniserkennung, auf der Rückseite wird die Luft ausgeblasen und auf der Unterseite dann die Seitenbürste, die einzelne Bodenbürste, zwei gummierte Räder, die bis zu 20 mm schwingen können und weitere Sensoren für z.B. die Abgrunderkennung. Sehr gut gefällt mir, dass man den Dreame Bot Z10 Pro zur Reinigung sehr einfach zerlegen kann. Der Wassertank mitsamt Wischtuch wird hinten eingeschoben, was direkt mit einer deutschen Sprachausgabe quittiert wird. Um den Staubbehälter zu reinigen öffnet man den Deckel, zieht den Behälter heraus, klappt ihn auf und kann ihn reinigen oder auch den Filter wechseln. Entleeren muss man den Staubbehälter ja nicht, weil das die Absaugstation erledigt.

Der Praxistest beginnt mit der Einrichtung in der Xiaomi Home App (Android iOS). Das geht sehr schnell, denn es muss eigentlich nur das eigene WLAN verbunden werden und schon kann die Erkundungsfahrt beginnen. Diese dauerte bei uns knapp 2 Stunden und dabei hat der Dreame Bot Z10 Pro sämtliche Räume komplett kartographiert, so dass man diese dann in der App bearbeiten kann. Mehrere Stockwerke beherrscht die App natürlich auch. Hier fällt schon mal auf, dass die App nach wie vor nicht für das iPad optimiert ist und durch den niedrigen Zoom das bearbeiten der Zimmer und Zonen etwas Frickelei ist. Aber auch das geht am Ende sehr einfach, da man Räume trennen, verbinden, umbenennen usw. kann. Per Drag und Drop lassen sich No-Go Areas definieren, genauso virtuelle Wände wie bei uns die begehbare Dusche. Sehr gut gefällt mir auch, dass man sehr schnelle eine zu reinigende Zone markieren kann oder auf Knopfdruck gezielt Räume auswählen kann. Wer möchte, kann Zeitpläne erstellen oder auch schauen, wann was zu reinigen bzw. zu Warten ist.

Cool wäre noch die Möglichkeit wie beim realme Techlife Robot Vacuum Saugroboter (Testbericht), bei einzelnen Zimmern oder Zonen die Saugstärke und die Menge an Wasser zum wischen vorzugeben. Dafür funktioniert beim Dreame Z10 Pro die Erkennung von Teppichen, woraufhin er automatisch die Saugleistung erhöht. In der App kann man übrigens auch global die Saugleistung vorgeben. Diese bestimmt halt direkt die Lautstärke, die im übrigen auch bei maximaler Saugkraft noch angenehm ist. Da heult der iRobot i7+ schon deutlich lauter vor sich hin und die Saugleistung kann man auch nicht regeln. Hat man die Karten angepasst und den Saug-Wischroboter entsprechend konfiguriert, kann er mit dem ersten „echten“ Arbeitsauftrag losziehen. Dazu wählt man in der App einfach nur den zu reinigen Raum bzw. Zone aus und los geht die wilde Fahrt.

Es fällt direkt die niedrige Lautstärke des Saugers auf, die wirklich angenehm niedrig ist. Bei uns auf dem Fliesenboden reicht der Reinigungs-Modus Standard. Man kann noch „Leise“, „Stark“ oder „Turbo“ auswählen, welches die Saugleistung steuert und natürlich auch die Lautstärke erhöht. Wenige Augenblicke später bemerkt man die nächste Verbesserung gegenüber dem Dreame Bot L10 Pro (Testbericht), denn der Z10 Pro fährt etwas von der Ladestation herunter, dreht sich ein wenig, fährt etwas hin und her und findet dann zielsicher den zu reinigenden Raum oder Zone. Der L10 Pro ist gerne total umständlich durch die Gegend gefahren und hat sich immer wieder mal „verfahren“. Dem Z10 Pro schaut man fasziniert zu, wie er z.B. in die Küche fährt und direkt loslegt. Verbessert wurde auch das Heranfahren an Möbelstücke. Der L10 Pro war noch zu vorsichtig und hat deshalb bei der Reinigung immer einen ca. 2 cm breiten Streifen am Rand ungereinigt hinterlassen. Der iRobot Roomba I3+ (Testbericht) geht auf Körperkontakt, reinigt deshalb effektiv auch die Ränder, eckt aber immer wieder mal an. Der Dreame Bot Z10 Pro macht es genau richtig. Schön knapp an die Möbel ohne anzustoßen und damit ein richtig gutes Reinigungsergebnis. Auch auf der Fläche überzeugt der Saugroboter. Beim realme Techlife Robot Vacuum Saugroboter (Testbericht) habe ich oft genug den Roomba hinterher geschickt, wie immer wieder Rest übrig geblieben sind. Der Z10 Pro hinterlässt dieses Gefühl nicht. Natürlich wird grober Schmutz ab und zu mal von der Seitenbürste „weggeschossen“, aber das passiert allen mal. Das als negativ anzukreiden ist genauso sinnlos, wie jedes Auto Sprit verbraucht. Der Eine mehr, der andere weniger, aber ist eben nicht zu verhindern.

Auch die Hindernisse umschifft der Dreame Bot Z10 Pro gekonnt. Und er lernt immer wieder dazu, denn wenn die Balkontür offen ist, wird auch diese zunächst erkundet und beim nächsten mal umfahren. Auch Hindernisse wie Teppiche oder die geschwungenen Füße unserer Barhocker erklimmt der Dreame Bot Z10 Pro gekonnt und fährt sich auch nicht fest, was ja beim Beim realme Techlife Robot Vacuum Saugroboter (Testbericht) permanent der Fall war. Selbst auf dem mittelflorigen Läufer vor Bett hat sich der realme festgefahren. Der Dreame Bot Z10 Pro fährt drauf, erhöht direkt die Saugleistung, saugt den Teppich ab und fährt wieder herunter. Selbst die Waage im Bad unter dem Waschtisch wird geschickt überfahren ohne sich festzufahren. Echt prima, denn die Akkuleistung reicht locker, um damit die komplette Wohnung ohne Pause zu reinigen. Der Roomba muss zwischendurch zum Laden an die Station zurück und das Reinigungsergebnis ist wirklich gut. Bis auf einen Punkt, auf den ich gleich zu sprechen komme.

Ist die Reinigung abgeschlossen, kehrt der Dreame Bot Z10 Pro selbstständig zur Station zurück und wenige Augenblicke später legt die Absaugvorrichtung los. Wie schnell der Beutel voll ist hängt halt ausschließlich vom Dreck ab und fließt nicht in die Wertung ein. Wer in einem Saustall lebt muss sich nicht wundern, dass der Beutel schnell voll ist. Übrigens lassen sich auch Reinigungsaufgaben festlegen, also wann welches Zimmer wie gereinigt werden soll usw. und für festgelegte Zeitspannen lassen sich in der App auch die ganzen Sprüche deaktivieren.

Was ich nicht gut finde:

Was mir gar nicht gefällt ist das mit der Wischfunktion. Die ist ohnehin nur sprichwörtlich Augenwischerei, denn wie soll ein Roboter echten Dreck wegwischen, wenn er am Hintern nur ein feuchtes Tuch hinter sich her zieht. Das reicht für den frischen Kaffeefleck auf dem Fliesenboden, aber sobald der eintrocknet oder gar Marmelade, passiert da nichts mehr und der Fleck bleibt verschont. Da hilft es auch nicht den Dreame Bot Z10 Pro mehrmals über dieselbe Stelle fahren zu lassen. Je schlimmer die Verschmutzung wie z.B. unser Test mit ein wenig feuchter Erde, umso schlimmer macht er es, denn meistens verteilt er den Dreck erst so richtig.

Das der Dreame Bot Z10 Pro sehr umsichtig mit Möbeln ist, habe ich ja schon beschrieben, aber zum Teil ist er da schon wieder zu vorsichtig. Den Bereich unter unserem Esstisch mit den 6 Stühlen und den Gewirr aus 24 Stuhlbeinen möchte er partout nicht reinigen, obwohl er von den Abmessungen durchpassen würde. Der iRobot Roomba I3+ (Testbericht) rangiert da gekonnt hindurch, wo der Dreame draußen bleibt. Auch unter unserer Couch im Wohnzimmer und dem Schlafcouch im Büro/ Gästezimmer ignoriert er permanent, da ihm die Deckenhöhe wohl zu niedrig ist. Auch dort würde er problemlos hindurchpassen. Zwar nur knapp, denn von Oberkante seines Turms bis zur Couch sind nur wenige Millimeter Luft, aber es passt eben und damit reinigt er genau diese Stellen nicht, wegen denen wir uns einen Saugroboter zugelegt haben, denn die großen Flächen kann ich auch mit dem Handsauger schneller saugen inkl. der Ecken, denn die packt kein Saugroboter.

Fazit:

Ist der Dreame Bot Z10 Pro empfehlenswert? Ja, auch wenn er mit 549 Euro alles andere als günstig ist, aber das Gesamtpaket stimmt. Zwar wird er unseren iRobot Roomba i7+* nicht ersetzen, denn die Wischfunktion ist noch nutzloser als ohnehin schon, weil sie schlicht so gut wie nie funktioniert und der Dreame zu vorsichtig agiert. Der iRobot reinigt unsere Wohnung komplett und eben auch Stellen wie unter dem Esstisch mit 24 Stuhlbeinen und der Couch, wo der Dreame lieber draußen bleibt. Aber es ändert eben nichts an der Tatsache, dass er iRobot immer teurer ist, weniger kann und von daher vergebe ich für den Dreame Bot Z10 Pro das Gütesiegel. Denn günstigere gibt es viele, aber den Dreame kann ich jedem empfehlen, der wirklich eine gute Reinigungsleistung erwartet und keine bösen Überraschungen erleben möchte.

Offenlegung: Mobi-test.de hat dieses Gerät auf Anfrage vom Hersteller als Leihgabe erhalten. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.

Dreame Bot Z10 Pro
  • Verarbeitung/ Ausstattung
  • Verbindung/ Bedienung
  • Praxistest
  • Preis/ Leistung
3.8

Zusammenfassung

+ gute Verarbeitung
+ sehr gute Saugleistung
+ gute Navigation
+ leiser Betrieb
+ Absaugstation
+ schönes Design in grau
+ einfache Demontage zur Reinigung
+ ordentliche App

– Wischfunktion nur selten funktionstüchtig
– stellenweise zu vorsichtig

2 KOMMENTARE

  1. Hallo,
    in der gleichen Preisklasse wie der Dreame Bot Z10 Pro spielt auch der Roborock S7. Dieser interessiert mich, da hiermit das Wischen laut einiger Tests angeblich tatsächlich mal funktionieren soll. Aber wer weiß, wie sehr man fremden Tests im Internet vertrauen kann.. daher würde mich eure Meinung mal interessieren! Habt ihr eine Möglichkeit, einen Roborock S7 für einen Test zu ergattern und mit dem Dreame und Co zu vergleichen?

    Beste Grüße
    Sebastian

    • Ich bemühe mich seit einiger Zeit um ein Testgerät des S7, aber Roborock möchte uns keines zur Verfügung stellen. Ich bleibe aber dran, denn genau das will ich auch wissen.

      Gruß
      Peter

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here