Amazfit GTR Test – was ich gut finde und was nicht

Endlich wieder eine Smartwatch testen. Kurz nach dem Marktstart habe ich den nächsten Kandidaten geliefert bekommen und in meinem Amazfit GTR Test schreibe ich auf, was mir gut gefällt, was ich ok finde, aber auch, was ich nicht so gut finde.

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Erst vorgestern ist unter anderem die Amazfit GTS vorgestellt worden, die der Apple Watch Konkurrenz machen soll, aber mit der hier getesteten Amazfit GTR  nicht viel gemeinsam hat. Denn sie sieht nicht nur optisch eher aus wie die Amazfit Bip (Testbericht), sondern ist auch technisch anders aufgestellt.

Die Amazfit GTR galt die ganze Zeit als möglicher Nachfolger der Amazfit Stratos (Testbericht) oder Amazfit Verge (Testbericht) gehandelt, was sich aber am Ende nicht bestätigt hat. Viel mehr positioniert sie sich dazwischen, denn sie bietet ein bisschen mehr als die Verge und ein bisschen weniger als die Stratos.

Mit der Amazfit GTR hat man zum ersten mal auch die Wahl aus zwei Größen ( 42 und 47 mm) und zwei Gehäusematerialien (Aluminium und Edelstahl).

Natürlich kann man die Amazfit GTR auch wieder schön modden. Die besten Tipps und Tricks habe ich hier zusammengestellt -> Link zum Artikel

Technische Daten Amazfit GTR:

  • Android ab 5.0 / iOS ab 10.0
  • 1,39″ AMOLED Display mit 454 x 454 Pixel (47 mm Version)
  • 1,2″ AMOLED Display mit 390 x 390 Pixel (42 mm Version)
  • Gorilla Glass 3
  • 16 MB RAM
  • 40 MB interner Speicher
  • Pulsmessung
  • Schlaftracking
  • 6-Achsen-Beschleunigungssensor
  • Barometer
  • wasserdicht bis 5 ATM (was bedeutet das?)
  • GPS / GLONASS
  • Bluetooth 5.0
  • 42,6 x 42,6 x 9,2 mm (42 mm Version)
  • 47,2 x 47,2 x 10,75 mm (47 mm Version)
  • 48 g (47 mm Version)
  • 26 g (42 mm Version)
  • 190 mAh (42 mm Version)
  • 410 mAh (47 mm Version)

Produktseite (chinesisch): cn.amazfit.com/gtr

Ausführliche deutsche Bedienungsanleitung: n/a

Die Amazfit GTR in der 42 mm Version gibt es in den Farben Schwarz,  Weiß, Rosa und Rot mit jeweils dazu passenden Armbändern aus Silikon. Aktuell läuft bei Gearbest ein Flashsale für 126,70 Euro*.

Die 47 mm Version aus Aluminium gibt es nur in schwarz/braun zum Preis von 129,97 Euro* und die 47 mm Edelstahlversion gibt es nur in Silber/Braun zum Flashsale Preis von 135,76 Euro*.

Wie immer teste ich auch diese Smartwatch im Alltagsbetrieb. Das heißt, ich trage sie rund um die Uhr. Auch beim Schlafen, beim Sport oder auf der Arbeit. Normalerweise trage ich die Samsung Galaxy Watch (Testbericht) welche für diese Zeit in die Schublade wandert.

Natürlich werde ich die Amazfit GTR ein Stück weit auch mit der Samsung Galaxy Watch vergleichen, genauso mit der Stratos oder Verge.




Was mir gut gefällt:

Zu allererst möchte ich die Verarbeitung lobend erwähnen. Ich habe die 47 mm Edelstahlversion und die ist schon mal richtig schick. Sie muss sich neben einer Samsung Galaxy Watch (Testbericht) absolut nicht verstecken, außer, dass bei der GTR die Lünette nicht drehbar ist und keine Funktion hat.

Dagegen wirkt die Amazfit Stratos (Testbericht) oder die Amazfit Verge (Testbericht) wie billiges Plastikspielzeug, auch wenn es in Wirklichkeit Nylon ist, aber Metall ist eben Metall und das spürt man.

Das gilt auch für die beiden Knöpfe, wobei die obere Taste mit einem roten Ring versehen ist, der diesen als den wichtigsten markiert. Die Taste darunter kann mit einem beliebigen Kurzbefehl wie z.B. den Wecker belegt werden. Sehr praktisch.

Das vollflächige (ohne Notch oder den gefürchteten Flat-Tire-Effekt) AMOLED Display ist schön bunt und in der Sonne gut ablesbar. Allerdings muss man zugeben, dass das Display der Amazfit Stratos (Testbericht) durch sein transflexives Display bei Sonne noch einen Ticken besser ablesbar ist, aber bei weiten nicht so schön bunt leuchtet.

Auch die Reaktion des Display lässt keine Wünsche offen. Es reagiert in allen Bereichen sehr gut und feinfühlig, so dass man problemlos mit etwas nassen Fingern auch mal darauf tippen kann.

Die leicht gewölbte Rückseite beherbergt den optischen Pulssensor und die beiden Pogi-Pins zum Laden. 

Das Armband hat Schnellverschlüsse und das Standardmaß von 22 mm. Es ist eine Mischung aus echten Leder an der Oberseite und innen aus einer Art Silikon, der aber keinen Eigengeruch hat und selbst nass vor Schweiß nicht unangenehm auffällt. 

Allerdings habe ich meines mittlerweile durch ein Edelstahlarmband gewechselt, weil es optisch besser passt -> Link

Extrem spannend ist das Thema Akku. Obwohl der Akku der Amazfit GTR mit 410 mAh nur minimal größer als der der Amazfit Verge (Testbericht) ist, hält dieser locker mehr als 20 Tage durch.

Ich trage die GTR seit exakt 15 Tagen rund um die Uhr, mache 2x die Woche eine Laufeinheit von knapp einer Stunde, lasse mich über alle möglichen Benachrichtigungen informieren, jeden Tag wecken usw. und mein Akku steht aktuell noch bei 49%.

Ich denke damit werde ich locker 25 bis 30 Tage schaffen. Ohne irgendwelche Einschränkungen. Da kommt die Verge mit 6 bis 7 Tagen oder die Stratos mit nicht einmal 4 Tagen nicht annähernd heran. Absolut Bombe, für diese Ausstattung.

Geladen wird die Amazfit GTR über ein magnetisches Ladepad, auf welchem sie sich selbst zentriert. Endlich weg von den bescheuerten Ladeschalen einer Stratos oder Verge. Allerdings könnte sich das etwas zu dünne Kabel an der Ladestation als Schwachpunkt erweisen.

Im Praxistest weiß die Amazfit GTR absolut zu überzeugen. Man muss zugeben, dass die Samsung Galaxy Watch in dieser Hinsicht noch ein bisschen mehr bietet, aber dafür ist die ja auch mehr als doppelt so teuer. Und für „Normalos“ bietet die GTR alles, was man braucht.

Durch ihr relativ geringes Gewicht von gerade einmal 68 g (Edelstahlversion inkl. Armband) ist sie kaum am Arm zu spüren und trägt durch eine Dicke von knapp 11 mm auch nicht so sehr auf, wie der 15 mm dicke Brummer Amazfit Stratos.

Die Schlafüberwachung funktioniert tadellos, auch wenn man sich bei allen Werten im klaren sein muss, dass keine Smartwatch der Welt (auch nicht die Apple Watch) perfekt ist. Abweichungen wird es immer geben. Im großen und ganzen stimmt es aber.




Das gilt auch für den Puls, auch wenn hier dasselbe gilt. Im Rahmen des möglichen liefert die GTR brauchbare Werte, was auch auf den Schritttzähler zutrifft.

Im Alltag schlägt sie sich gut durch, weil sie eben völlig auffällig ihr Arbeit macht und keinen Grund zu Beanstandungen bietet. Und ich bin da schon einiges gewohnt und von der Galaxy Watch relativ verwöhnt.

Workouts können direkt über die Uhr gestartet, pausiert und beendet werden. Im übrigen kann man auch während eines Workout die Zeit ablesen, in dem man mal nach links wischt. Nur die Musiksteuerung lässt sich während dessen nicht nutzen.

Ansonsten liefert die Amazfit GTR gut ab. 

Von links nach rechts: Amazfit GTR, Amazfit Verge, Amazfit Stratos, Amazfit Pace

Was ich ok finde:

Der Lieferumfang ist ok, denn neben der Uhr befindet sich in der Verpackung nur noch das Ladegerät und eine deutsche Anleitung.

Die technische Ausstattung reißt mich jetzt nicht vom Hocker, ist aber absolut in Ordnung, zumal sie bis 5 ATM wasserdicht ist (was bedeutet das?). Damit taugt sie auch zum Schwimmen (in Süßwasser) und bietet das auch als Workout zur Auswahl an.

Da die Amazfit GTR über ein eingebautes GPS Modul verfügt, muss keine Smartwatch bei Sport dabei sein. Allerdings empfängt man dann halt keine Benachrichtigungen.

Links: Amazfit GTR
Rechts: Samsung Galaxy Watch

Schade ist nur, dass die Lünette nur eine Blende ohne Funktion ist. Das wäre das i-Tüpfelchen gewesen. 

Auch in Punkto Verbindung ist alles in Ordnung. Per Amazfit Watch App ist die GTR im Nu verbunden und betriebsbereit. Aktuell wird sie zwar noch nicht von Mi Fit erkannt, aber das wird sicher in den nächsten Tagen möglich sein. So kann man seine Workouts dann zu Strava oder Google Fit synchronisieren lassen.

Über die App lassen sich noch ein paar Dinge zusätzlich einstellen wie z.B. welche Apps benachrichtigt werden sollen, ob die Uhr selbst erkennt, ob sie in den Nicht-Stören-Modus gehen soll usw.

Leider ist wie so oft die Auswertung der Aktivitäten und Werte eher oberflächlich aber für „Normalos“ absolut ausreichend.

Sobald man die App startet, wird die GTR direkt synchronisiert, was auch relativ zügig und vor allem bislang völlig reibungslos vonstatten geht. 

Die Bedienung ist dank der deutschen Sprache und einem übersichtlichen Menü ein Kinderspiel. Auf Wunsch kann man sich das Menü auch noch anpassen und sich gerne ein neues Watchface aussuchen. Ab Werk sind einige richtig gute dabei. 

Amazfit-GTR-Watch-App-1

Was mir nicht gefällt:

Es gibt für mich eigentlich nur drei Kritikpunkte.

Zuerst einmal ist es sehr ärgerlich, dass man keinen externen Brustgurt verbinden kann. Bei einer Smartwatch dieser Preisklasse ein Muss und mir völlig schleierhaft, warum man das weggelassen hat. Bei der Amazfit Stratos funktioniert es. 

Als nächstes noch, dass die Amazfit GTR keinen eingebauten Speicher wie die Amazfit Stratos hat. Somit kann man z.B. keine Musik lokal speichern und abspielen. Brauche ich persönlich jetzt dank Google Play Music nicht, aber wird immer wieder nachgefragt.

Und mir fehlt ein Always-On Display. Es geht zwar auch ohne, weil die Auf-die-Uhr-schauen-Geste gut funktioniert, aber ein AOD ist eben ein AOD.

Ansonsten fällt mir selbst nach langen Nachdenken nichts ein, was man kritisieren könnte.




Fazit:

Ist die Amazfit GTR empfehlenswert? Ja und das absolut. Zumindest, wenn man, so wie ich, ein „Normalo“ ist, also etwas Sport treibt, keine mehreren hundert Euro ausgeben will und über allerlei Benachrichtigungen informiert werden will.

Sie ist sicher nicht perfekt und bietet nicht so viele Funktionen wie eine Garmin oder meine Samsung Galaxy Watch (Testbericht), dafür kostet sie eben auch deutlich weniger. Mega Ausstattung mit edlen Materialien für kleines Geld ist Wunschdenken und absolut unrealistisch. Wer etwas anderes behauptet, darf das gerne in den Kommentaren kundtun und ich werde es testen.

Auf jeden Fall ist die Amazfit GTR für mich persönlich die bessere Wahl als die Amazfit Stratos (Testbericht) oder die Amazfit Verge (Testbericht). Die GTR hält um viele Tage länger durch, sieht besser aus, ist besser verarbeitet und wird im Preis schnell in die Region von 100 Euro fallen.

Wer realistisch bleibt, bekommt mit der Amazfit GTR eine super Smartwatch mit allem was man braucht. Nicht mehr und nicht weniger und daher gibt es auch das Gütesiegel.

Amazfit GTR
  • 8/10
    Verarbeitung/ Ausstattung - 8/10
  • 7/10
    Verbindung/ Bedienung - 7/10
  • 8/10
    Praxistest - 8/10
  • 8/10
    Preis/ Leistung - 8/10
7.8/10

Kurzfassung

+ sehr gute Verarbeitung
+ gute Ausstattung für den Preis
+ gut ablesbares Display
+ sehr gute Akkulaufzeit
+ einfache Bedienung
+ zuverlässig im Alltag
+ wechselbare Armbänder
+ zwei Größen zur Auswahl

– kein interner Speicher
– Brustgurt kann nicht verbunden werden
– kein Always-On Display

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